SNCASO SO-4050 Vautour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SNCASO SO-4050 Vautour
Eine Vautour IIN, ausgestellt bei der Base Aérienne 126
Eine Vautour IIN, ausgestellt bei der Base Aérienne 126
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland: FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller: Sud-Ouest
Erstflug: 16. Oktober 1952
Indienststellung: 1958
Stückzahl: 149

Die SNCASO SO-4050 Vautour (Geier) war ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug des französischen Herstellers Sud-Ouest.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der SO-4050 Vautour gingen diverse Versuchsflugzeuge voraus, aus denen wertvolle Erfahrungen für die Vautour gewonnen werden konnten. Der Mitteldecker erhielt wie die Versuchsflugzeuge um 35 Grad zurückgepfeilte Tragflächen und Leitwerksflächen. Das Einziehfahrwerk bestand aus zwei Hauptradpaaren in Tandemanordnung und kleinen Auslegerbeinen, die in die Triebwerksgondeln eingefahren werden konnten. Die erste SO-4050 absolvierte ihren Erstflug am 16. Oktober 1952.

Einsatz[Bearbeiten]

Neben den französischen setzten auch die israelischen Luftstreitkräfte die SO-4050 Vautour ein. Die französischen Luftstreitkräfte erhielten 1958 die ersten Maschinen. Erst 1979 wurden die letzten SO-4050 Vautour ausgemustert. Von den französischen Streitkräften wurde das Flugzeug nie bei Kampfhandlungen eingesetzt. Israel setzte die SO-4050 Vautour im Sechstagekrieg und Abnutzungskrieg gegen Ägypten ein und verlor dabei 17 Maschinen; zwei davon konnten nach den Kampfhandlungen wieder einsatzbereit gemacht werden. 1971 wurden dort alle Vautours ausgemustert und durch die modernere und leistungsstärkere A-4 Skyhawk aus US-amerikanischer Produktion ersetzt.

Varianten[Bearbeiten]

Vautour IIA
Vautour IIB
  • SO-4050-01: zweisitziger Jagdflugzeugprototyp mit zwei Atar-101B-Turbojet-Triebwerken, die jeweils eine Schubkraft von 23,5 kN entwickelten. Der Erstflug war am 16. Oktober 1952. Nur ein Prototyp wurde hergestellt.
  • SO-4050-02: einsitzige Variante zur Luftnahunterstützung, die von zwei Atar-101D-Turbojet-Triebwerken angetrieben wurde, die jeweils eine Schubkraft von 27,6 kN entwickelten. Der Erstflug des einzigen Prototyps dieser Variante war am 16. Dezember 1953.
  • SO-4050-03: zweisitzige Bombervariante, die von zwei Wright-J65-Turbojet-Triebwerken angetrieben wurde. Der Erstflug des einzigen Prototyps dieser Variante war am 5. Dezember 1954.

In der Serienfertigung wurde das Flugzeug in drei Versionen hergestellt, die sich nur geringfügig voneinander unterschieden.

  • IIA: einsitzige Variante zur Luftnahunterstützung, die mit vier 30-mm-Kanonen und Bomben bewaffnet war, die entweder im Flugzeug, oder unter den Tragflächen angebracht waren.
  • IIN: zweisitziger Abfangjäger, mit entweder einem DRAC-25AI- oder DRAC-32AI-Radar in der Flugzeugnase. Die Bewaffnung bestand aus einer Kanone und Luft-Luft-Raketen. Die Bezeichnung wurde später in II-1N abgeändert.
  • IIB: zweisitziger Bomber.

Daneben wurden einige Flugzeuge in Spezialvarianten umgerüstet, so zum Beispiel als ECM- oder Aufklärungsflugzeug.

Produktionszahlen

Insgesamt wurden 149 Flugzeuge in folgenden Varianten gebaut:

  • Prototypen: 3
  • Vorserienmaschinen: 6
  • IIA: 30 (13 für Frankreich, 17 für Israel)
  • IIB: 40 (36 für Frankreich, 4 für Israel)
  • IIN: 70 (63 für Frankreich, 7 für Israel)

Technische Daten[Bearbeiten]

Vautour IIN
Kenngröße Daten der Vautour IIA
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Länge: 15,57 m
Flügelspannweite: 15,10 m
Flügelfläche: 45 m²
Flügelstreckung: 5,07
Tragflächenbelastung:
  • Minimal (Leergewicht): 222 kg/m²
  • Maximal (maximales Startgewicht): 467 kg/m²
Höhe: 4,94 m
Leergewicht: 10.000 kg
Maximales Startgewicht: 21.000 kg
Höchstgeschwindigkeit: Mach 0,9 (auf Meereshöhe)
Dienstgipfelhöhe: 15.200 m
Steigleistung: 60 m/s
Maximale Flugreichweite: 5.400 km
Besatzung: 1 Pilot
Triebwerk: Zwei Turbojettriebwerke SNECMA Atar 101E-3 mit jeweils 34,3 kN Schub
Schub-Gewicht-Verhältnis:
  • Maximal (Leergewicht): 0,7
  • Minimal (maximales Startgewicht): 0,33

Die Bewaffnung der Variante SO-4050 Vautour IIA bestand aus vier 30-mm-DEFA-Kanonen und Bomben, die entweder im Flugzeug und/oder unter den Tragflächen mitgeführt werden konnten. In der Maschine betrug die maximale Bombenlast 2.725 kg und außerhalb des Flugzeugs 4.400 kg.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SNCASO SO-4050 Vautour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien