SPD Bremen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SPD Bremen
Vorsitzender Logo
Dieter Reinken  Logo SPD LV Land Bremen.svg
Basisdaten
Gründungsdatum: 6. April 1864 als ADAV[1]
Gründungsort: Bremen
Vorsitzender: Dieter Reinken
Stellvertreter: Sarah Ryglewski
Elias Tsartilidis
Schatzmeisterin: Petra Krümpfer
Landesgeschäftsführer: Roland Pahl
Mitglieder: 4.787 (Stand: 2011)[2]
Website: www.spd-land-bremen.de

Die SPD Bremen ist die Landesorganisation der SPD im Bundesland Freie Hansestadt Bremen. Sie besteht aus den Unterbezirken Bremen-Stadt mit 31 Ortsvereinen, Bremen-Nord mit neun Ortsvereinen und Bremerhaven mit neun Ortsvereinen. Seit dem 31. Juli 1945 stellt sie ununterbrochen den Bremer Bürgermeister.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung des ADAV[Bearbeiten]

Der Verein Vorwärts warb er für die neue politische Bewegung. Gustav Adolph Deckwitz richtete am 1. Januar 1864 in Bremen eine Gruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Am 6. April 1864 wurde Deckwitz von dem Vorsitzenden des ADAV Ferdinand Lassalle zum Bevollmächtigten in Bremen ernannt; der Beginn der Bremer SPD. 1865 hatte der Verein schon 239 Mitglieder.

Durch die Auseinandersetzungen der entstehenden sozialistischen Gruppierungen in Deutschland und durch die wachsende Bedeutung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) von August Bebel und Wilhelm Liebknecht mit dem Eisenacher Programm verlor der kleiner werdende ADAV von Deckwitz an Mitgliedern und Einfluss. Die nationale Bewegung von 1870/71 minderte die Chancen des ADAV. In Bremen hinderte das Achtklassenwahlrecht die Hoffnung eine parlamentarische Mehrheit erreichen zu können. Der ADAV verlegte 1874 sogar seinen Hauptsitz von Berlin nach Bremen.

Vereinigung zur SAP[Bearbeiten]

1870 gründete die Eisenacher Gruppe vom SDAP in Bremen den Sozialdemokratischen Arbeiterverein. 1875 vereinigte sich der ADAV mit der Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP); gefeiert wurde das „Große Verbrüderungsfest“ in den Salons der Tonhalle in der Neustadt. 1876 wurde die Partei durch die von ihr gegründete Bremer Freie Zeitung öffentlich vertreten. Im Rahmen des Sozialistengesetzes wurden die Bremer Partei und ihre Zeitung 1878 verboten. Sie konnte in der Verbotzeit bis 1890 ihre Anhänger in Bremen halten. Die Anhängerschaft wirkte mit ihren Parteiziele in anderen bremischen Arbeitervereinigungen. 1890, nach dem Verbot, entstand als Sprachrohr die Bremer Bürger-Zeitung.

Bürgerschafts- und Reichstagswahlen und Mandate[Bearbeiten]

Bremische Bürgerschaft[Bearbeiten]

Siehe auch Bremische Bürgerschaft von 1854 bis 1933: Wahlergebnisse und Mitglieder

Gewählt wurde in Bremen nach dem Achtklassenwahlrecht. Die Stimmen von 17 Wählern der 1. bis 3. Klasse (also der bürgerlichen Kreise) hatten gemessen am Bevölkerungsanteil dieselbe Bedeutung, wie die Stimmen von 297 Wählern der 4. Klasse (also die Arbeiter und Geringverdienenden) .[3] Wählen durften auch nur die Bürger, die den kostspieligen Bremer Bürgereid abgelegt hatten und für viele Arbeiter war das zu kostspielig. Da die 4. Klasse in ihrem Wahlrecht so drastisch eingeschränkt war, blieb die Herrschaft der Oberschicht gesichert. Die Wahlbeteiligung war deshalb auch bei den Bürgerschaftswahlen deutlich geringer als bei den klassenlosen und allgemeinen Reichstagswahlen, an denen alle Bürger teilnehmen konnten.

Trotz des Verbots wurde 1881 erstmals der der eher gemäßigte Bäcker Johann Meyer als SAP-Vertreter als Abgeordneter der 4. Klasse in die Bremische Bürgerschaft gewählt.[4] 1884 waren es schon fünf, 1896 nur zwei (Christian Blome und Heinrich Hartmann (1835–1909)) und 1899 dann neun Abgeordnete (Fritz Ebert, Johann Imwolde, Johann Kruse, Josef Ulmer, Johann Voigt, Heinrich Johann Barthel, Gerd Wegener, Hermann Rhein, August Behrens)[5]

Reichstagswahlen in Bremen[Bearbeiten]

Seit 1867 kandidierten Sozialdemokraten für den Reichstag im Norddeutscher Bund und im Reichstag des Deutschen Kaiserreichs. Erstmals war ein Abgeordneter 1890 für den Wahlkreis Freie Hansestadt Bremen im Reichstag vertreten:

  • 1867 kandidierte Gustav Adolph Deckwitz (ASAV) erfolglos für den Reichstag im Norddeutschen Bund.
  • 1871 (1. WP) erhielt Wilhelm Hasselmann (SDAP) mit 1506 Stimmen einen Anteil von 15,6 % bei den Reichstagswahlen.
  • 1874 (2. WP) belief sich der Anteil des SDAP-Kandidaten Carl Wilhelm Tölcke auf 18,4 %.
  • 1877 (3. WP) erhielt Wilhelm Frick (SAP) 6790 Stimme = 35,2 %.
  • 1878 (4. WP) erlebten die deutschen Sozialdemokraten nach dem Kaiserattentat heftigste Angriffe; trotzdem erhielt Fricke 30,3 Prozent der Stimmen. Es folgte das Verbot der Partei durch das Sozialistengesetz.
  • 1881 (5. WP), in der Verbotszeit, erhielt Fricke ohne formelle Hilfsmöglichkeiten durch die Partei noch 23,3 % der Stimmen.
  • 1884 (6. WP) wählten 23,3 % der Wähler Julius Bruhns von der SAP
  • 1887 (7. WP) erhielt Wilhelm Liebknecht (SAP) 7743 Stimmen = 27,7 %.
  • 1890 (8. WP) wurden mit dem Gewerkschaftler Julius Bruhns erstmals ein Bremer Sozialdemokraten mit 16.403 Stimmen = 48,7 % und in einer dann folgenden Stichwahl mit 50,8 % in den Reichstag gewählt.
  • 1893 (9. WP) verlor die Partei den Reichstagssitz; Kandidat war der Zigarrenmacher Hinrich Schmalfeldt (1930 Ehrenbürger von Bremerhaven), der schon 1890 im preußischen Wahlkreis Geestemünde die Wahl nicht für sich entscheiden konnte.
  • 1898 (10. WP) verlor Schmalfeldt und es war kein Sozialdemokrat im Reichstag für Bremen vertreten.
  • 1903 (11. WP) konnte Schmalfeldt den Sitz wieder zurückerobern.
  • 1907 (12. WP) verlor Schmalfeldt das Mandat erneut und verzichtete auf eine neue Kandidatur.
  • 1912 (13. WP) eroberte der linke Zigarrenarbeiter und Redakteur der Bremer Bürger-Zeitung Alfred Henke das Mandat zurück.[6][7]

SPD um die Jahrhundertwende 1900[Bearbeiten]

Hasenclever
Liebknecht
Ebert

Prominente Mitglieder der SPD waren damals in und für Bremen Wilhelm Hasenclever (als ADAV-Vorsitzender), Wilhelm Liebknecht, Hermann Rhein, (Bürgerschaftsabgeordneter, Senator), Alfred Henke, Wilhelm Pieck (später DDR-Präsident) und Friedrich Ebert (später Reichspräsident) sowie Heinrich Schulz.

Ebert war in seinen Bremer Jahren von 1891 bis 1905 Gastwirt, Redner, bis 1894 Redakteur der Bremer Bürger-Zeitung, 1894/96 Parteivorsitzender, Delegierter auf Reichsparteitagen, ab 1900 Gewerkschaftssekretär, ab 1900 Mitglied und SPD-Fraktionsvorsitzender der Bremischen Bürgerschaft, 1904 Präside des Reichsparteitages in Bremen und 1905 Parteisekretär und Mitglied beim Parteivorstand der Reichs. Dadurch endete Eberts Zeit in Bremen.

Pieck arbeitete seit 1896 in Bremen. War 1897 SPD-Hauskassierer, 1899 Stadtbezirksvorsitzender, 1900 Vorsitzenden der Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes Bremen, 1904 Bremer Gewerkschaftsdelegierter, 1905 bis 1910 Bürgerschaftsabgeordneter und 1906 hauptamtlicher Erster Sekretär der Bremer SPD. 1910 verließ er Bremen und wurde Sekretär des zentralen Bildungsausschusses der SPD in Berlin.

Der Reformpädagoge Heinrich Schulz war von 1901 bis 1906 in Bremen als Leiter der Bremer Bürgerzeitung tätig. 1905 gründete er den Bildungsausschuss des Gewerkschaftskartells. Er gehörte zunächst dem linken Flügel der SPD an. Mit Clara Zetkin formulierte er zum Mannheimer Parteitag der SPD die Mannheimer Leitsätze zur Volkserziehung. Er schloss sich im Ersten Weltkrieg den Positionen von Friedrich Ebert an, war 1919 Mitglied des SPD-Parteivorstandes im Reich und ab 1920 bis 1927 Staatssekretär für Schul- und Bildungsfragen im Reichsministerium des Innern.

Jugendarbeit: Am 9. Juni 1907 entstand im Bildungsverein Lessing die Junge Garde, eine Arbeiterjugend mit Lehrlingen und jungen Arbeitern der zumeist größeren Betriebe. Die Vereinigung hielt engen Kontakt zur SPD. Zeitweise (um 1908) war sie als Bildungsverein organisiert, um Verboten aus dem Weg zu gehen. 1917 wurde sie verboten. Der Verein Bremer Arbeiterjugend bildete sich 1918, ging bald darauf ein. Auch die Freie Sozialistische Jugend formierte sich 1918 und stand der USPD nahe. 1919 entstand die USPD-nahe Sozialistische Arbeiterjugend. Der MSPD gelang es nicht einen eigenen oder nahestehenden schlagkräftigen Jugendverband aufzubauen, der Arbeiter-Jugendverein hatte keine große Bedeutung.

Gewerkschaft und SPD: Die SPD-nahen Gewerkschaften konnten sich in Bremen nach der Aufhebung der Verbote von 4.554 (1894) bis 1900 auf 10.341 und bis zum Ersten Weltkrieg auf 36.085 Mitglieder steigern.[8]

Pressearbeit: Die Bremer Bürger-Zeitung wurde 1890 von der SPD in Bremen herausgegeben. Sie war zeitweilig eine der führenden sozialdemokratischen Zeitungen im Deutschen Reich und repräsentierte hierbei vor allem den linken Flügel der Sozialdemokratie. Die Zeitung bestand bis 1974. Wichtige (Chef-) Redakteure der Zeitung waren u.a. Julius Bruhns (1890–1895), Franz Diederich Papers (1895–1900), Heinrich Schulz (1901–1906) und Alfred Henke (1900–1919) sowie als Mitarbeiter Johann Knief, Anton Pannekoek, Friedrich Ebert und Karl Radek.

Spaltung und Zusammenschluss der Partei[Bearbeiten]

Spaltung[Bearbeiten]

Die kriegsbedingte Spaltung der Partei von 1917 in Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD) und Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) hatte auch in Bremen Auswirkungen. Führer der USPD in Bremen waren Adam Frasunkiewicz und Alfred Henke.

Die Ausrufung einer Bremer Räterepublik 1918/19 durch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die USPD, bei der die MSPD ausdrücklich ausgeschlossen wurde, vertiefte die Kluft von MSPD und USPD. Mit Gewalt entriss die USPD der MSPD 1918 die viel gelesene Bremer Bürger-Zeitung und die MSPD wurde aus allen Gremien ausgeschlossen.

Die am 4. Februar 1919 gebildeten Provisorischen Regierung von Bremen bestand nur aus MSPD-Vertreter und der Senat unter dem Präsidenten des Senats Karl Deichmann (MSPD) bestand dann aus Senatoren von MSPD und den liberalen Parteien Deutsche Volkspartei (DVP) und Deutsche Demokratische Partei (DDP); die USPD war nicht dabei. 1920 bildete sich eine rein bürgerlicher Senat ohne MSPD und USPD.

Die USPD hatte 1920 eine breite Basis von 10.000 Mitgliedern und mit Henke einen redegewandten Vorsitzenden. Ihr Presseorgan war nun die Bremer-Arbeiter-Zeitung mit 15.000 Exemplaren; Chefredakteur war Alfred Faust. 1920 schloss sich ein linker Flügel der KPD an und die Anzahl der Mitglieder sank auf 8.000. Die MSPD hatte bis 1922 als Presseorgan, das Bremer Volksblatt, mit rund 13.000 Exemplaren.

1920 gründete Hanna Harder in Bremen die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Arbeitsgemeinschaft der SPD.

Zusammenschluss[Bearbeiten]

1922 gab es dann die Vereinigte SPD (VSPD) in Bremen, in die bereits viele ehemalige USPD-Mitglieder übertraten und die nun rund 10.000 Mitglieder aufwies. Der erfolgende Zusammenschluss der beiden Parteien zur SPD kräftigte die Partei. Die verschiedenen Jugendorganisationen in Bremen gingen nun in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) in Deutschland auf. Als Parteizeitung etablierte sich 1922 die gemeinsame Bremer Volkszeitung mit Alfred Faust und Wilhelm Kaisen als Chefredakteure.

Die SPD litt in der Folgezeit unter den Flügelkämpfen. 1923 erhielt sie noch bei den Wahlen 23 % der Stimmen. Ihre Mitgliederzahl sank aber auf 7000 und stieg dann bis 1925 auf 8300 und bis 1931 sogar auf 10.000 Mitglieder. Von 1928 bis 1933 war die SPD wieder im Senat vertreten mit den Senatoren Deichmann bis 1931, Kaisen, Kleemann, Rhein bis 1931 und Sommer.

Organisatorisch gab es den Unterbezirk Bremen. Bremerhaven war im Unterbezirk Unterweser vertreten. Im Unterbezirk Vegesack, mit ihrem Sekretär Willy Dehnkamp, waren auch die Landkreise Blumenthal und Osterholz vertreten. Der Jugendverband SAJ schloss sich 1931 der neuen Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (1931) (SAP) an.

Bei der Reichstagswahl vom 14. September 1930 erlitt die SPD Verluste. Bei der Bürgerschaftswahl nahmen die Verluste weiter zu und die SPD hatte 35 % der Stimmen. Weitere Verluste folgten bei den Reichstagswahlen 1932 mit Stimmenergebnissen von rund 30 %.

Parteibüro[Bearbeiten]

Am Geeren Nr. 6–8 befand sich seit den 1920er bis Ende der 1970er Jahre das traditionsreiche Parteibüros der SPD. In dem Gebäude war die Redaktion der Bremer Bürger-Zeitung. Hier wurde 1926 auch der Verein gegründeten, aus dem die Wohnungsgesellschaft GEWOBA wurde.

1933 bis 1945[Bearbeiten]

1933 konnte die SPD 30 % der Stimmen auf sich vereinigen. Am 6. März 1933 mussten die SPD-Senatoren zurücktreten und wurden bald darauf in Haft genommen und die SPD verboten. In der Zeit des Nationalsozialismus’ gab es auch kleine SPD-Gruppen im Widerstand; SPD- und KPD-Mitglieder nahmen Kontakte auf. Der Widerstand wurde durch Verhaftungen und lange Haftzeiten in Konzentrationslagern und Zuchthäusern gebrochen. Die meisten SPD-Mitglieder zogen sich in dieser Zeit zurück und wurden weitgehend nicht behelligt.

Bremer SPD seit 1945[Bearbeiten]

Neuanfang 1945[Bearbeiten]

Noch bevor die SPD im September 1945 sich wieder neu gründen durfte, wurden Sozialdemokraten von der US-amerikanischen Besatzungsmacht zum Wiederaufbau in den Bremer Senat und in hohe Ämter der Verwaltung berufen. Seit dem 6. Juni 1945 waren Wilhelm Kaisen, Emil Theil und Christian Paulmann Senatoren und seit dem 1. August 1945 führten – zuerst unter Kaisen – nur Sozialdemokraten die Landesregierungen von Bremen. Erster Nachkriegs-Oberbürgermeister in Wesermünde war Helmuth Koch (DNVP, CDU), dem 1946 bis 1948 Gerhard van Heukelum (SPD) für Wesermünde und dann Bremerhaven folgte.

Im August 1945 erklärten noch SPD und KPD, dass sie sich eine vereinigte Partei vorstellen könnten. Das Misstrauen vieler SPD-Mitglieder gegenüber der KPD war aber zu groß und die Linie des Vorsitzenden der SPD Kurt Schumacher stand dem entgegen. Auf der Betriebsebene gab es häufige Kontakte und eine partielle Zusammenarbeit. 1946 traten Adolf Ehlers und Hermann Wolters von der KPD zur SPD über und 1947 trennte sich Kaisen von der verbliebenen KPD-Senatorin Käthe Popall.

Die SPD in Bremen-Stadt hatte 1945 nur 800, dann 1946 bereits ohne Bremen-Nord 5000 Mitglieder in 28 Distrikten. 1946 gründete sich als Jugendorganisation die Bremer Volksjugend als Nachfolgerin der SAJ. 1947 erfolgte die Umbenennung als Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken. 1946 wurden auch die Jungsozialisten wieder gegründet.

Bei Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft erhielt die SPD 1947 rund 40 %, dann 1955 schon 48,7 % und zwischen 1959 und 1963 rund 55 % der Stimmen. Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Bremerhaven hatte 1971 die SPD 55,7 % der Wählerstimmen erhalten.

Organisation[Bearbeiten]

Organisatorisch war die SPD in Bremen bis in Anfang der 1970er Jahre gegliedert in die Unterbezirke (UB) Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven, dann bis in Ende der 1980er Jahre in die vier Unterbezirke Bremen Ost, West und Nord sowie Bremerhaven und danach wieder als UB Bremen-Stadt, Bremen-Nord und Bremerhaven. 1970/71 erwähnten die Jahresberichte die Arbeitsgemeinschaften der Frauen, der Jungsozialisten, der Lehrer, der Juristen, der Selbständigen, die Betriebsgruppen, die Aktivgruppe Kurt Schumacher und die Arbeitskreise Wirtschaftspolitik und Wirtschaftskreis Unterweseraum.[9]

Das Parteibüro befand sich nach dem Krieg am Geeren in Bremen-Mitte, ab Mitte der 1970er Jahre in der Findorffstraße in Findorff und seit 2009 in der Obernstraße 39–43 wieder in der Altstadt. Der bekannteste Landesparteisekretär war von 1974 bis 1981 Willi Lemke, der dann bis 1999 Werder Bremen – Manager, bis 2007 Bildungssenator war und aktuell UN-Sonderberater für Sport ist.

Kaisen
Wedemeier
Scherf
Böhrnsen

SPD im Senat[Bearbeiten]

Im Land Bremen führten als Präsidenten des Senats und Bremer Bürgermeister ununterbrochen seit 1945 Sozialdemokraten die Landesregierung, den Bremer Senat. Es waren

Die Regierungen wurden gebildet als Koalitionen oder allein von der SPD:

  • 1946/47 mit BDV und KPD,
  • 1947 bis 1951 mit der BDV/FDP,
  • 1951 bis 1959 mit CDU und FDP,
  • 1959 bis 1971 mit der FDP,
  • 1971 bis 1991 allein,
  • 1991 bis 1995 mit FDP und Grünen,
  • 1995 bis 2007 mit der CDU,
  • seit 2007 mit den Grünen.

Aktuelle Mitglieder des Senats von der SPD

Mitgliederentwicklung[Bearbeiten]

  • 1971 hatte der Unterbezirk (UB) Bremen 9701 (davon 2063 weibliche) Mitglieder in 38 Ortsvereinen. Im UB Bremerhaven gab es 3392 (davon 753 weibliche) Mitglieder.[9]
  • 1990 hatte die Landesorganisation 11.934 Mitglieder, davon im UB Bremen-Stadt 7559, im UB Bremen-Nord 1650 und im UB Bremerhaven 2725.
  • 2000 hatte die Landesorganisation 7040 Mitglieder, davon im UB Bremen-Stadt 4563, im UB Bremen-Nord 973 und im UB Bremerhaven 1504.[10]
  • 2011 hatte die Landesorganisation 4787 Mitglieder, davon im UB Bremen-Stadt 3189, im UB Bremen-Nord 644 und im UB Bremerhaven 954.[11]

Arbeitsgemeinschaften und Foren[Bearbeiten]

Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten]

  • AG für Arbeitnehmerfragen (AfA)
  • AG für Bildung (AfB)
  • AG Sozialdemokratischer Frauen (ASF)
  • AG Gesundheitswesen (ASG)
  • AG der Selbstständigen (AGS)
  • AG Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (ASJ)
  • Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (Jusos)
  • AG 60plus

Foren[Bearbeiten]

  • Forum Eine Welt Bremen, Ausschuss für Internationale Angelegenheiten,
  • Kulturforum der Sozialdemokratie Bremen e. V.
  • Sportforum, (LAG Sport)
  • Wirtschaftsforum Bremen/Nordwest e. V.
  • Wissenschaftsforum der SPD im Land Bremen und der Nordwest-Region

Landesvorstand[Bearbeiten]

Aktuelle Zusammensetzung des Landesvorstands[Bearbeiten]

Name Funktion Unterbezirk Abgeordneter
Dieter Reinken Landesvorsitzender Bremen-Stadt MdBB
Sarah Ryglewski Stellv. Landesvorsitzende Bremen-Stadt MdBB
Elias Tsartilidis Stellv. Landesvorsitzender Bremerhaven MdBB
Petra Krümpfer Schatzmeisterin Bremen-Stadt MdBB
Insa Peters-Rehwinkel Schriftführerin Bremen-Nord MdBB
Christian Bücker Beisitzer Bremerhaven
Wolfgang Grotheer Beisitzer Bremen-Stadt
Mustafa Güngör Beisitzer Bremen-Stadt MdBB
Rainer Hamann Beisitzer Bremen-Stadt MdBB
Catharina Hanke Beisitzerin Bremen-Stadt
Brigitte Lückert Beisitzerin Bremerhaven ehrenamtl. Stadträtin in Bremerhaven
Sabine Markmann Beisitzerin Bremerhaven
Fabian Markus Beisitzer Bremen-Stadt
Rolf Prigge Beisitzer Bremen-Stadt
Gisela Schwellach Beisitzerin Bremen-Nord
Lena Weber Beisitzerin Bremen-Stadt
Nicoletta Witt Beisitzerin Bremen-Stadt

Landesvorsitzende der SPD Bremen[Bearbeiten]

Stand: 12. Mai 2012

Jahre Vorsitzender
1949–1951 Wilhelm Kleemann
1951–1962 Christian Paulmann
1962–1972

Moritz Thape

1972–1978 Henning Scherf
1978–1986 Konrad Kunick
1986 Hans-Dieter Müller
1986–1988 Herbert Brückner
1988–1991 Ilse Janz
1991–1992 Horst Isola
1992–1993 Harald Stelljes, kommissarisch
1993 Konrad Kunick
1993 Harald Stelljes, kommissarisch
1993–1995 Christine Wischer
1995 Harald Stelljes, kommissarisch
1995–2004 Detlev Albers
2004–2006 Carsten Sieling
2006–2010 Uwe Beckmeyer
2010–2014 Andreas Bovenschulte
ab 2014 Dieter Reinken

Unterbezirke[Bearbeiten]

  • Unterbezirk Bremen-Stadt: 3189 Mitglieder, Vorsitzende Uta Kummer (seit 2012)
  • Unterbezirk Bremen-Nord: 644 Mitglieder, Vorsitzende Heike Sprehe (seit 24. März 2014)
  • Unterbezirk Bremerhaven: 954 Mitglieder, Vorsitzender Martin Günthner (seit 2012)

Stand: Mai 2012

Bremische Bürgerschaft ab 1946[Bearbeiten]

Abgeordnete[Bearbeiten]

Siehe dazu die Liste der Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft (18. Wahlperiode) ab 2011 so wie in der Tabelle die Ergebnisse und die Abgeordneten der Bürgerschaftswahlen seit 1946.

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Bei den Wahlen von 1946 bis 1999 hatte die Bürgerschaft 100 Sitze. 2003 wurde die Bürgerschaft auf 83 Abgeordnete reduziert, davon kamen anfänglich 67 aus Bremen und 16 aus Bremerhaven. Für die 18. Wahlperiode (WP) 2011 wurden 68 Abgeordnete aus Bremen und 15 aus Bremerhaven gewählt. Die Aufstellung ist ab 2011 auch auf das Wahlergebnis der Bürgerschaftswahl verlinkt.

Bürgerschaftswahlergebnisse[12]
Jahr Stimmen Sitze Liste
1946 47,6 % 51 1. WP.
1947 41,7 % 46 2. WP.
1951 39,1 % 43 3. WP.
1955 47,8 % 52 4. WP.
1959 54,9 % 61 5. WP.
1963 54,7 % 57 6. WP.
1967 46,0 % 50 7. WP.
1971 55,3 % 59 8. WP.
1975 48,8 % 52 9. WP.
1979 49,4 % 52 10. WP.
1983 51,3 % 58 11. WP.
1987 50,5 % 54 12. WP.
1991 38,8 % 41 13. WP.
1995 33,4 % 37 14. WP.
1999 42,6 % 47 15. WP.
2003 42,3 % 40 16. WP.
2007 36,7 % 32 17. WP.
2011[13] 38,6 % 36 18. WP.

Fraktionsvorstand[Bearbeiten]

SPD-Fraktionsvorsitzender ist seit 2009 Björn Tschöpe.
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende sind Sybille Böschen und Karin Garling.
Im Fraktionsvorstand sind weiterhin Mustafa Güngör, Antje Grotheer, Jürgen Pohlmann, Frank Schildt, Margitta Schmidtke, Sükrü Senkal und Ruken Aytas vertreten.

Die Fraktionsvorsitzenden seit 1900 siehe in der Liste der Fraktionsvorsitzenden der Bremischen Bürgerschaft.

Abgeordnete im Bundestag[Bearbeiten]

Koschnick

Bremen ist in zwei Wahlkreise eingeteilt. Von 1949 bis 2002 gab es in Bremen noch drei Wahlkreise. Der Wahlkreis Bremen-West wurde 2002 aufgelöst und auf die beiden anderen Wahlkreise verteilt.

Ausnahmslos gewannen seit 1949 in allen Wahlkreisen im Lande Bremen die SPD-Vertreter direkt. Es wurden direkt als Abgeordnete in den Bundestag gewählt in

Aktuell sind im Bundestag vertreten:

Mitglied des Bundestages geb. Partei Wahlkreis Erststimmen
Uwe Beckmeyer 1949 SPD Bremen II – Bremerhaven 38,7 %
Carsten Sieling 1959 SPD Bremen I 33,7 %

Abgeordnete im Europaparlament[Bearbeiten]

Im Europaparlament (EP) waren Vertreter der SPD aus Bremen von 1979 bis 2009, also von der 1. Wahlperiode bis zur 6. Wahlperiode, vertreten:

Mitglieder im Bundesvorstand[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erhard Lucas: Die Sozialdemokratie in Bremen während des Ersten Weltkriegs, Bremer Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte Heft 3. Carl Schünemann Verlag, Bremen 1969.
  • Herbert Brückner, Renate Meyer-Braun, Beenhard Oldigs (Hg.): 150 Jahre Sozialdemokratie Bremen und Bremerhaven. Edition Falkenberg, Bremen 2013, ISBN 978-3-95494-040-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon, S. 821. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
  2. Zahlenangabe auf einer Übersichtskarte der Bundeszentrale für politische Bildung
  3. Erika Thies: Die Geschichte der Bürgerschaft. In: Weser-Kurier vom 30. April 2011, S. 11.
  4. Herbert Schwarzwälder: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Band I bis V, Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-283-7, hier Bd. II, S. 412
  5. Bremen und die Sozialdemokratie - Festschrift zum Parteitag der Deutschen Sozialdemokratie. Bremen 1904, Nachdruck Bremen 1990, S. 52 .
  6. Herbert Schwarzwälder: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen. Band I bis V, Edition Temmen, Bremen 1995, ISBN 3-86108-283-7, hier Bd. II, S. 412, 414.
  7. Klaus Auf dem Garten: Organisierte Arbeiterbewegung in Bremen. In: Herbert Brückner, Renate Meyer-Braun, Beenhard Oldigs (Hg.): 150 Jahre Sozialdemokratie Bremen und Bremerhaven, S. 22.
  8. Christian Paulmann: Die Sozialdemokraten in Bremen, 1864-1964. Verlag Schmalfeldt, Bremen 1964.
  9. a b SPD-Jahresberichte 1970/1971
  10. SPD-Jahresbuch 2006/2007
  11. SPD-Jahresbuch 2010/2011
  12. Ergebnisse der Bürgerschaftswahlen in Bremen
  13. Ergebnis Bürgerschaftswahl Land Bremen 2011 - Vorläufiges Endergebnis - 507 Wahlbezirke