S.P.Q.R.

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Dieser Artikel behandelt das Hoheitszeichen des antiken Roms. Zum Gesellschaftsspiel siehe SPQR (Spiel). Zur Krimiserie siehe SPQR. Zur ehemaligen britischen Automarke siehe Elswick Motor.
S.P.Q.R.
Neuzeitlicher Kanaldeckel in Rom (S.P.Q.R.)
Wappen von Rom (SPQR)

S.P.Q.R. (auch: SPQR) ist die Abkürzung für das lateinische Senatus Populusque Romanus („Senat und Volk von Rom“).

Dieser Schriftzug war das Hoheitszeichen des antiken Rom und ist heute immer noch als Leitspruch im Wappen der Stadt zu finden. Die Legionen des Römischen Reiches führten es auf ihren Standarten.

In Rom sind viele Schrifttafeln, Kanaldeckel, Mülleimer und öffentliche Einrichtungen mit diesen vier Buchstaben versehen.

Übersetzung[Bearbeiten]

Wörtlich übersetzt bedeutet Senatus Populusque Romanus eigentlich Der römische Senat und das römische Volk, jedoch ist die oben genannte Übersetzung nach der deutschen Grammatik zulässig und ebenfalls richtig und wird in der Form auch öfter benutzt.

Bedeutung und Abwandlungen[Bearbeiten]

In S.P.Q.R. wird die Machtverteilung in der römischen Republik zwischen dem die Aristokratie repräsentierenden Senat und dem Volk zum Ausdruck gebracht: Beide sind Souverän. S.P.Q.R. wurde so zu einem Kürzel für eine republikanische Staatsform und – etwas allgemeiner – zum Ausdruck von Bürgerstolz.

In vielen Stadtstaaten ist die Abkürzung S.P.Q.R. daher auf die eigene Stadt bezogen abgewandelt worden, beispielsweise taucht SPQR im Wappen der ehemaligen Reichsstadt Weil der Stadt oder im Alten Rathaus von Regensburg auf. Am Holstentor in Lübeck befinden sich die Buchstaben S. P. Q. L. (Lubecensis), an der Fleischbrücke in Nürnberg die Buchstaben S. P. Q. N. (Norimbergensis). Im Wappen der Hansestadt Stade findet sich S·P·Q·ST. Am Bremer Rathaus sind die Buchstaben S. P. Q. B. (Bremensis) angebracht. Im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg findet man an vielen Stellen die Buchstabenfolge S. P. Q. H. (Hamburgensis). Auch in Palermo findet man z. B. auf Kanaldeckeln den Schriftzug S. P. Q. P. (Palermitanus).

Satirische Verwendung[Bearbeiten]

Scherzhaft wird S. P. Q. R. auch als „Sono Pazzi Questi Romani“ (Die spinnen, die Römer) gedeutet. So hat der italienische Übersetzer Marcello Marchesi den Satz Ils sont fous ces Romains der Comicfigur Obelix wiedergegeben.

In dem Film Die römische Kanone (der im Originaltitel die Abkürzung SPQR hat) ruft Massimo Boldi, verfolgt von römischen Soldaten, „Sono Porchi Questi Romani“ – „Diese Römer sind Schweine“.

S. P. Q. R. – R. Q. P. S. auch: „Sapete Più o meno Quanto Rubiamo? – Rubiamo Quanto Possiamo Senza parole“ (deutsch: „Wisst ihr ungefähr, wie viel wir klauen? – Wir klauen, so viel wir nur können, ohne etwas zu sagen“).

Die Römer selbst kontern auf solche Witze mit der Interpretation „Sono Potenti Questi Romani“ (übersetzt: „Diese Römer sind ganz schön mächtig“).

Im Zeitalter der konfessionellen Auseinandersetzung war SPQR ein beliebtes Akronym für alle, die Spott über Rom (das Papsttum und die Katholische Kirche) ausschütten wollten: Stultus Populus Quaerit Romam – Ein töricht Volk, das nach Rom strebt (anonym, London 1606).[1]

Einer Vatikan-Anekdote zufolge fragte Papst Johannes XXIII. in einem Gespräch einen Bischof, was denn S.P.Q.R. auf dem päpstlichen Wappen rückwärts gelesen bedeuten würde und beantwortete sich die Frage gleich selbst mit „Rideo Quia Papa Sum“ („Ich lache, weil ich Papst bin“).

Sonstiges[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Janssen: Gerechte, heilige und zivilisatorische Kriege. Legitimation des Krieges und Bedeutung von Feindbildern in der angelsächsischen Welt der frühen Neuzeit, ca. 1550–1650. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1610-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SPQR – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: S. P. Q. R. – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Dieter Janssen: Gerechte, heilige und zivilisatorische Kriege. Legitimation des Krieges und Bedeutung von Feindbildern in der angelsächsischen Welt der frühen Neuzeit, ca. 1550–1650. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1610-7, S. 343.