SS-N-21 Sampson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SS-N-21 Sampson
Allgemeine Angaben
Typ: Marschflugkörper
Heimische Bezeichnung: 3K10 Granat, S-10, 3M10
NATO-Bezeichnung: SS-N-21 Sampson
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion / RusslandRussland Russland
Hersteller: Nowator NPO und Raduga
Entwicklung: 1971
Indienststellung: 1987
Einsatzzeit: im Dienst
Technische Daten
Länge: 6,20 m (mit Booster)
Durchmesser: 518 mm
Gefechtsgewicht: 1.485 kg (ohne Booster)
Spannweite: 3.300 mm
Antrieb:
Erste Stufe:
Zweite Stufe:

Feststoffbooster
RD-95-TM300 Turbofan
Geschwindigkeit: Mach 0,7
Reichweite: 2.400-2.900 km
Ausstattung
Lenkung: Trägheitsnavigationsplattform
Zielortung: TRECOM
Gefechtskopf: Nukleargefechtskopf 200 kt oder 200-382 kg Splittergefechtskopf
Waffenplattformen: U-Boote
Listen zum Thema

Die SS-N-21 Sampson ist ein U-Boot-gestützter Marschflugkörper aus russischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 3K10 Granat.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die 3K10 Granat wurde als Gegenstück zur US-amerikanischen BGM-109 Tomahawk entwickelt. Die Entwicklung in den Konstruktionsbüros Nowator NPO und Raduga begann 1971. Der erste Teststart erfolgte am 21. September 1978 in der Barentssee. Der erste Teststart ab einem getauchten U-Boot fand am 21. Juli 1982 statt. Im April 1984 wurden die ersten Waffen an die russische Marine ausgeliefert. Im Jahr 1987 war das System 3K10 Granat schließlich operationell.

Technik[Bearbeiten]

Die 3K10 Granat werden in versiegelten Schutzbehältern im Torpedoraum des U-Bootes gelagert. Für den Start wird der Schutzbehälter mit dem Marschflugkörper in ein 533-mm-Standard-Torpedorohr geschoben. 3K10 Granat kann aus einer Tauchtiefe von 40-m gestartet werden. Nach dem Verlassen des Torpedorohres zündet der Raketenbooster und treibt den im Schutzbehälter eingekapselten Flugkörper zur Wasseroberfläche. Nach dem Durchstoßen der Wasseroberfläche zündet der Booster des Marschflugkörpers und treibt diesen aus dem Schutzbehälter. Danach entfalten sich die Flügel und das Turbofan-Triebwerk wird ausgefahren und gestartet. Der Marschflug erfolgt in einer Flughöhe von 50 bis 200 m. Ein Radar-Höhenmesser sorgt für den nötigen Sicherheitsabstand zwischen der Lenkwaffe und dem Terrain. Die Navigation während des Marschfluges erfolgt mittels einer Trägheitsnavigationsplattform. Für den Zielanflug kommt ein Terrain Contour Matching (TERCOM) System zum Einsatz, welches das überflogene Gelände mit eingespeicherten Daten vergleicht. Bei den ersten Ausführungen wurde eine Präzision (CEP) von rund 45 Metern erreicht. Bei den neuen Versionen soll die Präzision, dank einem zusätzlichen GLONASS-Navigationssystem bei 10-20 Metern liegen[1]. Frühere Ausführungen waren mit einem Nuklearsprengkopf mit einer Sprengleistung von 200 kt bestückt. Neuere Ausführungen sollen auch mit einem Splittergefechtskopf oder Bomblets ausgerüstet werden können.

Varianten[Bearbeiten]

SS-C-4 Slingshot Start- und Transportfahrzeug

SS-N-21 Sampson auf U-Booten stationiert

  • 3K10 Granat: Standardversion mit 200 kT Nuklearsprengkopf. Reichweite 2.400-2.900 km.

SS-C-4 Slingshot landbasierte Version

  • 3K12 Relief: Installiert auf einem MAZ-543M-8×8-Lkw (alternativ: MAZ-7310) (6 Lenkwaffen). Entwicklung eingestellt. Reichweite 2.600-2.900 km.

Status[Bearbeiten]

Bei den START II-Abrüstungsverhandlungen 1993 deklarierte Russland 240 3K10 Granat Systeme mit Nuklearsprengköpfen. Von diesen wurden 200 später umgerüstet. Sie bekamen ein verbessertes Navigationssystem und wurden mit konventionellen Sprengköpfen bestückt. Die SS-N-21 kann tief in gegnerisches Territorium eindringen, und Flugplätze, Bunker, Radaranlagen oder Kommandoposten, sowie Infrastruktur zerstören. US- und NATO-Experten sehen die SS-N-21 als hervorragende Zweitschlagswaffe, mit der aber auch ein erfolgreicher Erstschlag geführt werden kann. Die SS-N-21 kann auf folgenden U-Boot Klassen stationiert werden:

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. militaryrussia.ru, Zugriff: 17.Januar 2013 (russisch)