SSAB

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SSAB Svenskt Stål AB
SSAB-Svenskt-Stål-AB-Logo.svg
Rechtsform Aktiebolag
ISIN SE0000171100
Gründung 1978
Sitz SchwedenSchweden Stockholm, Schweden
Leitung Olof Faxander
Mitarbeiter 10 218 (2007)[1]
Umsatz 48 Mrd. SEK (2007)[1]
Branche Stahlindustrie
Website http://www.ssab.se/

SSAB AB (Verkürzung des früheren Namens Svenskt Stål AB) ist ein schwedischer Stahlkonzern und Skandinaviens größter Produzent von un- und niedriglegierten Flachstählen. SSAB hat seinen Hauptsitz in Stockholm und Produktionsstätten in Luleå, Borlänge, Oxelösund und Finspång. 2007 hatte SSAB etwa 10 200 Angestellte und produzierte ca. 7,7 Millionen Tonnen Rohstahl.[1] Hochöfen stehen in Luleå und Oxelösund. SSABs Hauptprodukte sind Feinbleche, hergestellt von SSAB Tunnplåt in Borlänge und Luleå, und Grobbleche, hergestellt von SSAB Oxelösund. Weitere Tochtergesellschaften sind Dickson Plåt Service Center (Blechzuschnitt), Plannja (Baustahlprodukte) und Tibnor, SSABs Handelsfirma. Vorstandsvorsitzender und Konzernchef ist seit 2006 Olof Faxander.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stahlkrise der 1970er Jahre[Bearbeiten]

Die Stahlkrise der 1970er Jahre löste eine Umstrukturierung in der schwedischen Stahlindustrie aus. Domnarvets Järnverk hatte eine aufwändige Produktion mit einem weitgefächerten Produktspektrum und musste dringend neue Investitionen tätigen. Die staatliche Norrbottens Järnverk AB (NJA) bedurfte Modernisierungen und fuhr fortlaufend Verluste ein und die Gränges AB mit der Oxelösunds Järnverks AB war vom Konkurs bedroht. Die Eigentümer waren zu keinen weiteren Finanzhilfen bereit und so entschloss die damalige Regierung sich zum Eingreifen. Der so genannte Handelsstahlausschuss (Handelsstålsutredningen) wurde gegründet und mit der Aufgabe betraut einen Plan für die notwendige Umstrukturierung der Branche zu entwickeln. Unter Leitung von Lars Nabseth kam der Ausschuss zu der Überzeugung, dass ein Zusammenschluss der Stahlunternehmen in ein staatliches Unternehmen die einzige Möglichkeit zur Rettung der Branche darstellte. Der Vorstandsvorsitzende der NJA Björn Wahlström bekam den Auftrag mit den anderen Unternehmen Verhandlungen aufzunehmen.

Unternehmensgründung[Bearbeiten]

Nach einem Reichstagsbeschluss und langen Verhandlungen wurde Svenskt Stål-aktiebolag Ende 1977 gegründet und nahm am 1. Januar 1978 seinen Betrieb auf. In das Unternehmen gingen der Stahlbetrieb der Stora Kopparbergs Bergslags AB (Bergwerke und Eisenverarbeitung), die Gränges AB (Bergwerke, Eisenverarbeitung und Eisenbahnbetrieb) und die NJA (Eisenverarbeitung) ein. Beteiligt an dem neuen Gebilde waren die alten Eigentümer: mit 50 Prozent die staatliche Statföretag AB und mit je 25 Prozent Gränges und Stora Kopparberg. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Björn Wahlström bestellt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten etwa 10 000 Angestellte und Arbeiter in dem neugegründeten Unternehmen. Die mitübernommenen Bergwerke, die meisten von ihnen im Bergslagen gelegen, wurden größtenteils innerhalb kurzer Zeit stillgelegt. Nur die zwei Bergwerke Grängesbergs und Dannemora wurden vorerst weiterbetrieben. Die Eisenbahngesellschaft TGOJ wurde in zwei Schritten 1982 und 1989 ausgegliedert.

In den Folgejahren fanden zahlreiche Umstrukturierungen und Werksschließungen statt. Investitionen konzentrierten sich auf die gewinnbringenden Produkte und die Orte mit den besten Voraussetzungen. 1982 gelangte das Unternehmen zum ersten Mal in die Gewinnzone. Die Anteile von Stora Kopparbergs und Gränges wurden 1981 bzw. 1986 zurückgekauft. 1986 wurde auch die Privatisierung eingeleitet, die 1989 zur Börsennotierung führte.

Mit dem Börsengang stellte sich das Unternehmen auch dem Wettbewerb ausländischer Konkurrenten. Als Voraussetzung dafür wurde eine Qualitätsverbesserung der Feinblechproduktion in Borlänge angesehen, um u. a. die Automobilhersteller als Kunden zu behalten. Als Folge wurde in Borlänge Schwedens größte Investition in Industriegüter dieser Zeit getätigt, das so genannte Band 82.

Gründung von SSAB Tunnplåt und SSAB Oxelösund[Bearbeiten]

1987 wurde ein neuer Strategieplan erstellt, in dem die Konzentration auf die Herstellung von Feinblechen vereinbart wurde. Unrentable Produktionsstätten sollten so schnell wie möglich geschlossen und unrentable Produktlinien eingestellt werden. 1989 und 1992 wurden daraufhin die Bergwerke Grängesberg und Dannemore geschlossen, da man einen weiteren Preisverfall bei der Eisenerzgewinnung prognostizierte.

1988 wurde SSAB zu seiner heutigen Form als Mutterkonzern mit mehreren Tochterunternehmen umorganisiert. Um die Synergien aus Hüttenwesen und Feinblechherstellung zu nutzen, wurden die Werke in Borlänge und Luleå in der SSAB Tunnplåt AB zusammengefasst. Das Werk in Oxelösund wurde zur SSAB Oxelösund AB. Ein drittes Tochterunternehmen wurde mit SSAB Profiler gegründet, später jedoch an Ovako Steel verkauft. Aufgrund von Überkapazitäten wurde 1989 Domnarvets elektrostålverk geschlossen.

Gleichzeitig mit der Umorganisation wuchs der Stahlkonsum in Westeuropa und die Verknappung von Stahl ermöglichte Preiserhöhungen. Innerhalb eines Jahres verdreifachte sich dadurch der Konzerngewinn und in der Folge brachten die Eigentümer den Konzern an die Stockholmer Börse. Bis 1992 verkaufte der schwedische Staat seine verbleibenden Anteile an SSAB.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Anual Report 2007 (PDF; 5,03 MB)