SST Records

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anleitung: Neutraler Standpunkt Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. Weitere Informationen erhältst du hier.

SST Records ist eine US-amerikanische Underground-Plattenfirma.

SST steht für Solid State Transformers und war anfangs ein kleiner Elektroteile-Versand, den Greg Ginn, Gitarrist der Punkband Black Flag, als Funkamateur betrieb. Als er um 1978 nach einer Möglichkeit suchte, eine Platte von Black Flag zu veröffentlichen, startete er mit Chuck Dukowski, der zu dieser Zeit als Bassist bei Black Flag einstieg, SST Records.

Im Laufe der 1980er Jahre entwickelte sich die Plattenfirma zu einem der führenden Indie-Labels der Vereinigten Staaten und veröffentlichte Platten zahlreicher inzwischen legendärer Bands wie Hüsker Dü, Sonic Youth, Meat Puppets, Firehose und Minutemen.

Sie war in dieser Zeit wegweisend, da sie dem Trend des Alternative Rocks mit Bands wie Dinosaur Jr oder Soundgarden Vorschub leistete. Waren es am Anfang vor allem Punkbands, erweiterte sich das Spektrum bald auch auf andere Genres, wie Jazz, Metal oder Reggae. Zum Bereich Jazz gehört zum Beispiel der New Yorker Avantgarde-Musiker Elliott Sharp, der ab den 1980ern einige Aufnahmen auf SST veröffentlichte, ein renommierter Metal-Act war die Doom Metal-Band Saint Vitus.

Der Schwerpunkt lag jedoch im Bereich Gitarrenrock. Im Laufe der Zeit bildeten sich die Ableger Alliance, Issues Records und Cruz Records, die vor allem Nebenprojekte, Spoken-Word-Aufnahmen und Nachfolgebands von SST-Musikern herausbrachten. Seit den 1990er Jahren veröffentlichte das Label hauptsächlich Musik sämtlicher Formationen um und mit Begründer Greg Ginn. In dieser Zeit ist die Bedeutung des Labels stark zurückgegangen.

1991 wurde SST wegen einer Urheberrechtsklage des Majorlabels Island Records in den Ruin getrieben. Die SST-Band Negativland veröffentlichte damals einen Song namens U2 und verwendete dafür Samples aus U2s I Still Haven’t Found what I’m Looking For. Zudem wurde der Name U2 groß auf dem Cover platziert. Wegen Verwechslungsgefahr und Missachtung der Urheberrechte wurde in Einverständnis mit Bono Vox und seiner Band die Klage vorgebracht. Mehr als 70.000 US-Dollar Schadenersatz wurden gefordert, was das Ende von SST bedeutete.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Joe Carducci: "Enter Naomi: Sst, L.a. and All That...", 2007, ISBN 0962761230
  • Negativeland: "Fair Use: The Story of the Letter U and the Numeral 2", 1995, ISBN 0964349604