SV Alsenborn

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SV Alsenborn
SV Alsenborn.gif
Voller Name Sportverein 1919 Alsenborn e. V.
Ort Enkenbach-Alsenborn
Gegründet 15. September 1919 (als FV Alsenborn)
Vereinsfarben Blau-Weiß
Stadion Stadion Kinderlehre
Plätze 13.000
Homepage www.svalsenborn.de
Liga A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Der SV Alsenborn ist ein Fußballverein aus Enkenbach-Alsenborn in Rheinland-Pfalz. Die Spielstätte des Vereins ist das Stadion Kinderlehre, das etwa 13.000 Zuschauern Platz bietet. Um 1970 zählte er zu den erfolgreichsten Vereinen in Südwestdeutschland und spielte mehrfach um den Aufstieg in die Bundesliga.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein, der am 15. September 1919 als FV Alsenborn gegründet wurde, trägt seit 1945 den Namen SV Alsenborn (SVA).

Die erfolgreichste Zeit des SVA begann 1962, als Fritz Walter, Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954, Trainer des Klubs geworden war. Mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden vom 1. FC Kaiserslautern, Hannes Ruth, strebte er den Aufstieg des Klubs an. Mit Willi Hölz, Otto Render und Erwin Rödler wurden drei ehemalige Spieler des 1. FC Kaiserslautern verpflichtet. In den Jahren 1962 bis 1965 stieg der SVA dreimal in Folge auf - bis in die Regionalliga Südwest, damals die zweithöchste Spielklasse.

Der sportliche Höhenflug hielt auch in der Regionalliga an und brachte dem Verein bundesweit Aufmerksamkeit ein.[1] 1968 wurde Alsenborn erstmals Meister der Regionalliga und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsrunde in die Bundesliga. In einer Gruppe mit Hertha BSC, Rot-Weiss Essen, 1. SC Göttingen 05 und Bayern Hof wurde der Verein Tabellendritter – nur der Erste (damals Hertha BSC) durfte aufstiegen. Für den Fall des Aufstiegs in die Bundesliga war ein Umzug nach Ludwigshafen und die Fusion mit einem dort beheimateten Fußballverein geplant, um die Lizenzauflagen des DFB in allen Punkten erfüllen zu können.[2]

In der folgenden Saison wurde der SVA wieder Regionalligameister. In der Aufstiegsgruppe mit Rot-Weiß Oberhausen, Hertha Zehlendorf, VfB Lübeck und dem Freiburger FC wurde Alsenborn nach fünf Siegen und drei Niederlagen erneut Dritter hinter Oberhausen und Freiburg. Am Ende fehlte ein Punkt zum Bundesligaaufstieg.

1970 wurde Alsenborn nochmals Meister der Regionalliga Südwest. In der Gruppe mit Arminia Bielefeld, dem Karlsruher SC, Tennis Borussia Berlin und dem VfL Osnabrück erreichte der Verein zum dritten Mal in Folge den dritten Platz und verpasste wiederum den Aufstieg.

An die Erfolge dieser Jahre konnte der SVA später nicht mehr anknüpfen. Dies lag auch daran, dass insgesamt 31 Spieler den Verein nach und nach in Richtung zahlungskräftigerer Fußballklubs verließen. Unter anderem wechselte Lorenz Horr für 336.000 DM Ablöse zu Hertha BSC - der bis dahin teuerste Transfer im deutschen Fußball. Ein weiterer Rückschlag für den Verein war dann der Unfalltod von Otto Render, der mittlerweile Trainer der Mannschaft war.

1974 strebte der Verein den Aufstieg in die neu eingeführte 2. Bundesliga an. Nach den Regularien des DFB mussten die Vereine der 2. Liga neben der sportlichen Qualifizierung auch Auflagen technischer und wirtschaftlicher Art erfüllen, die über die Möglichkeiten des SVA hinausgingen. Dieser wurde vom Südwest-Zulassungsausschuss zwar zunächst für die 2. Bundesliga nominiert, nach Einspruch des knapp schlechter bewerteten 1. FC Saarbrücken aber vom Regionalverband Südwest wieder zurückgewiesen. Der SVA wandte sich daraufhin an die Zivilkammer in Kaiserslautern und erwirkte dort eine einstweilige Verfügung, worauf der Vorstandsbeschluss aufgehoben wurde und ein Verbandsgericht des Regionalverbandes die Lage erneut zu überprüfen hatte. Das Verbandsgericht bewertete Alsenborns sportliche Qualifikation höher, weshalb der SVA nun wieder hoffen durfte, Anwärter für die 2. Liga zu sein. Nun erhoben der 1. FC Saarbrücken und der Vorstand des Fußball-Regionalverbandes dagegen Einspruch beim Sportgericht des DFB. Dieses gab dem sportlich qualifizierten SVA zunächst den Vorrang, um dann doch den wirtschaftlich besser gestellten 1. FC Saarbrücken zu bevorzugen. Die Lizenz wurde am Ende wegen technischer Unzulänglichkeiten der Platzanlage und wirtschaftlicher Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung verweigert.

Nach dem erzwungenen Rückzug aus dem Profifußball stieg der Verein in den folgenden Jahren bis in die untersten Spielklassen des Südwestdeutschen Fußballverbandes ab. Lange Zeit war die erste Mannschaft in der zehntklassigen Kreisliga beheimatet. 2012 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse Westpfalz.

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten]

Saison Liga Platzierung
1949/50 Amateurliga Westpfalz 11. Platz
1950/51 Amateurliga Westpfalz 8. Platz
1951/52 Amateurliga Westpfalz 3. Platz, Aufstieg
1952/53 Amateurliga Südwest 5. Platz
1953/54 Amateurliga Südwest 14. Platz
1954/55 Amateurliga Südwest 16. Platz, Abstieg
1955/56 2. Amateurliga Westpfalz 16. Platz, Abstieg
1956/57 A-Klasse -
1957/58 A-Klasse -
1958/59 A-Klasse -
1959/60 A-Klasse -
1960/61 A-Klasse -
1961/62 A-Klasse -
1962/63 A-Klasse 1. Platz, Aufstieg
1963/64 2. Amateurliga Westpfalz 1. Platz, Aufstieg
1964/65 Amateurliga Südwest 1. Platz, Aufstieg
1965/66 Regionalliga Südwest 9. Platz
1966/67 Regionalliga Südwest 8. Platz
1967/68 Regionalliga Südwest 1. Platz, Teilnahme Aufstiegsrunde Bundesliga
1968/69 Regionalliga Südwest 1. Platz, Teilnahme Aufstiegsrunde Bundesliga
1969/70 Regionalliga Südwest 1. Platz, Teilnahme Aufstiegsrunde Bundesliga
1970/71 Regionalliga Südwest 5. Platz
1971/72 Regionalliga Südwest 3. Platz
1972/73 Regionalliga Südwest 8. Platz
1973/74 Regionalliga Südwest 10. Platz, Regionalliga wird aufgelöst
1974/75 Amateurliga Südwest 10. Platz
1975/76 Amateurliga Südwest 14. Platz, Abstieg
1976/77 Bezirksliga Westpfalz 6. Platz
1977/78 Bezirksliga Westpfalz 2. Platz, Aufstieg
1978/79 Verbandsliga Südwest 6. Platz
1979/80 Verbandsliga Südwest 15. Platz
1980/81 Verbandsliga Südwest 12. Platz
1981/82 Verbandsliga Südwest 16. Platz, Abstieg
1982/83 Bezirksliga Westpfalz 1. Platz, Aufstieg
1983/84 Verbandsliga Südwest 9. Platz
1984/85 Verbandsliga Südwest 3. Platz
1985/86 Verbandsliga Südwest 18. Platz, Abstieg
1986/87 Bezirksliga Westpfalz 15. Platz
1987/88 Bezirksliga Westpfalz 18. Platz, Abstieg
2000/01 Kreisliga Kaiserslautern 6. Platz
2001/02 Kreisliga Kaiserslautern 9. Platz
2002/03 Kreisliga Kaiserslautern
2003/04 Kreisliga Kaiserslautern 10. Platz
2004/05 Kreisliga Kaiserslautern 6. Platz
2005/06 Kreisliga Kaiserslautern 6. Platz
2006/07 Kreisliga Kaiserslautern 6. Platz
2007/08 Kreisliga Kaiserslautern 7. Platz
2008/09 Kreisliga Kaiserslautern 7. Platz
2009/10 Kreisliga Kaiserslautern 3. Platz
2010/11 Kreisliga Kaiserslautern-Donnersberg Süd 5. Platz
2011/12 Kreisliga Kaiserslautern-Donnersberg Süd 1. Platz, Aufstieg
2012/13 Bezirksklasse Westpfalz Nord 3. Platz
2013/14 A-Klasse Kaiserslautern-Donnersberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Walter: Alsenborn. Aufstieg einer Dorfmannschaft. Nachdruck der Ausgabe München 1968. Books on demand, Norderstedt 2001, ISBN 3-8311-1846-9.
  • Heinrich Breyer: SV Alsenborn. Kosten von 78.645 Mark und 63 Pfennig. In: Ulrich Homann (Hrsg.): Höllenglut an Himmelfahrt. Die Geschichte der Aufstiegsrunden zur Fußballbundesliga 1963-1974. Klartext Verlag, Essen 1990, ISBN 3-88474-346-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harald Krooge: Das Wunder von Alsenborn? In: Die Zeit, Nr. 9/1968
  2.  SV Alsenborn. Gefahr vom Dorf. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1968 (online).