SV Darmstadt 98

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SV Darmstadt 98
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Voller Name Sportverein Darmstadt 1898 e. V.
Ort Darmstadt, Hessen
Gegründet 22. Mai 1898
Vereinsfarben Blau-Weiß
Stadion Merck-Stadion am Böllenfalltor
Plätze 16.500
Präsident Klaus Rüdiger Fritsch
Trainer Dirk Schuster
Homepage www.sv98.de
Liga 2. Bundesliga
2013/14 3. Platz (3. Liga)
Heim
Auswärts

Der SV Darmstadt 98 ist der bekannteste Sportverein in Darmstadt. Die Farben des Vereins sind Blau-Weiß. Neben Fußball werden noch zahlreiche weitere Sportarten angeboten. Aufgrund der Lilie sowohl im Darmstädter Stadtwappen als auch auf dem Logo des Vereins wird der SV 98 auch Die Lilien genannt.

Die Fußballabteilung trägt ihre Heimspiele im Merck-Stadion am Böllenfalltor aus. Sie spielt in der Saison 2014/15 in der 2. Bundesliga, Trainer ist seit dem 28. Dezember 2012 Dirk Schuster.

Geschichte des Vereins[Bearbeiten]

1898–1921: Entstehung eines Darmstädter Sportvereins[Bearbeiten]

Die Ensgrabers

Das mit dem 22. Mai 1898 notierte Gründungsdatum entspricht dem des FK Olympia 1898 Darmstadt, welcher von Professor Ensgraber, seinen fünf Söhnen Fritz, Bernhard, Karl, Wilhelm und Ernst sowie anderen Schülern, hauptsächlich Gymnasiasten, die sich mit den Ensgrabern gelegentlich zum Fußballspielen auf dem Schlossgartenplatz trafen, gegründet wurde. Somit zählt der SV 98 zu den ältesten Vereinen in der deutschen Fußball-Landschaft und ist außerdem einer der ältesten großen Traditionsvereine im Rhein-Main-Gebiet. 1901 untersagten die höheren Darmstädter Schulen ihren Schülern das als englisch angesehene Fußballspielen. Doch die Verbreitung dieses Sports war auch in Darmstadt nicht mehr aufzuhalten, sodass das Verbot bereits 1903 wieder fallen gelassen wurde. Lokal verdrängte der FK Olympia bald den Pionierverein Darmstädter FC als führende Kraft im Fußball, überregional feierte man 1908 mit der Westkreismeisterschaft der B-Klasse den ersten Erfolg, unter anderem nach einem 14:1-Sieg gegen den amtierenden Saarmeister Völklingen 03. In der Folge spielten die „Olympier“ zwar bis 1913 in der obersten Spielklasse, konnten sich hier aber gegen die ambitionierteren Vereine aus Mannheim, Ludwigshafen und Kaiserslautern nicht durchsetzen und erreichten in der Spielzeit 1909/10 mit dem fünften Rang ihre beste Platzierung.

Das erste Match gegen einen internationalen Gegner fand im Jahr 1910 statt. Zu Gast in Darmstadt war der Pariser Meister Club Athlétique de Vitry. Das Spiel endete 5:0 für die Darmstädter Mannschaft. Durch die Einberufung zahlreicher Spieler in die Armee während des Ersten Weltkriegs entstanden auch in Darmstadt Spielgemeinschaften, sogenannte Kriegsmannschaften. Als Folge der positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit der Darmstädter Vereine während des Krieges fusionierte der FK Olympia mit dem Stadtkonkurrenten SC Darmstadt 1905 am 11. November 1919 letztendlich auch offiziell. Mit jetzt 1000 Mitgliedern größter Sportverein Darmstadts war der SV Darmstadt 1898 entstanden. Der sportlichen Entwicklung Rechnung tragend, entstand 1921 das Stadion am Böllenfalltor als neue Heimstatt des SV 98.

1921–1945: Zwischen den Weltkriegen[Bearbeiten]

Die Hoffnungen, sich durch den Zusammenschluss zu einer regionalen Spitzenkraft zu entwickeln, erfüllten sich allerdings zunächst nicht. Zwar konnte man sich zeitweilig in der obersten Liga etablieren, da die Spielklassen in der Weimarer Republik aber kaum über die regionale Ebene hinausreichten und zudem häufig umstrukturiert wurden, konnte der SV 98 überregional selten auf sich aufmerksam machen. 1923 stiegen die Fußballer in die Zweitklassigkeit ab, während die Handballer und die Leichtathleten durch ihre Leistungen in den Vordergrund rückten. Die Handballabteilung wurde insgesamt sechsmal Süddeutscher Meister und stand 1931 im Endspiel um die deutsche Handballmeisterschaft (4:7 gegen Polizei SV Berlin). In der Leichtathletik dominierte der spätere Olympia-Medaillen Gewinner Hermann Engelhard, der über die 800 Meter Süddeutscher Meister und Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften 1927 in Berlin wurde. Die Fußballer des SV 98 wirkten ab Ende der 1920er Jahre zwar vorübergehend wieder in der obersten Spielklasse, der Bezirksliga Main/Hessen, mit, kamen aber nie über das Mittelmaß hinaus und stiegen in der Saison 1932 wieder in die Zweitklassigkeit ab.

Von den Folgen der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 blieb auch der Sport nicht verschont. Wie in der Politik wurden auch in den Vereinen demokratische Strukturen abgeschafft. An deren Stelle trat das sogenannte Führerprinzip. Bereits 1933 traten daraufhin die meisten sportlichen Funktionäre beim SV 98 von ihren Posten zurück. Der Verein ging auf kritische Distanz zu den neuen Machthabern. Um die Gleichschaltung der Vereine voranzutreiben, wurde 1938 auch in Darmstadt auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialisten der Großverein GfL Darmstadt gebildet, dem auch die Lilien beitreten sollten. Die Verantwortlichen des SV 98 leisteten jedoch erfolgreich Widerstand und so konnte der SV Darmstadt 98 als einziger Darmstädter Sportverein seine Eigenständigkeit bewahren. Allerdings mussten die Lilien in der Folge auf jegliche staatliche Förderung verzichten, was u. a. eine sportliche Stagnation nach sich zog. In den Kriegsjahren gelang immerhin zur Saison 1941/42 kurzzeitig der Sprung in die Gauliga Hessen-Nassau, aus der der Verein bereits 1943 wieder abstieg. Durch die zahlreichen Einberufungen der Spieler zur Wehrmacht änderte sich das Gesicht der Mannschaft oft von Spiel zu Spiel. Spätestens nach dem britischen Luftangriff auf Darmstadt im September 1944, bei dem fast 80 Prozent der Stadt zerstört wurden, war an einen geregelten Sportbetrieb auch bei den Lilien nicht mehr zu denken.

1945–1978: Die ersten Erfolge[Bearbeiten]

Bereits ein halbes Jahr nach Kriegsende konnte der SV 98 neugegründet werden. In den nächsten Jahren kehrten immer mehr ehemalige Spieler aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Nach und nach stiegen damit auch die sportlichen Leistungen des Vereins wieder an. Allerdings beschlagnahmten die amerikanischen Besatzungstruppen das Böllenfalltorstadion für eigene Zwecke. Die ersten Jahre nach dem Ende des Krieges waren vor allem von Lokalderbys gegen SG Arheilgen, VfR Bürstadt und SKV Mörfelden geprägt, die zahlreiche Zuschauer zu den Spielen anzogen. Unter Spielertrainer Adam Keck steigerten sich die spielerischen Leistungen der Lilien von Jahr zu Jahr. Die Saison 1949/50 wurde besonders erfolgreich abgeschlossen. Vor 12.000 Zuschauern im Hochschulstadion, welches heute zur Universität Darmstadt gehört, besiegte der SV 98 den größten Verfolger Viktoria Aschaffenburg mit 3:2 und qualifizierte sich damit für die Relegationsrunde um den Aufstieg in die Oberliga Süd, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen meisterten, die als Außenseiter gehandelten Lilien ihre Aufgaben gegen den 1. FC Bamberg, Union Böckingen und den 1. FC Pforzheim siegreich und lösten ein in Darmstadt noch nie da gewesenes Fußballfieber aus. Gleich das erste Spiel in der neuen Spielklasse führte den deutschen Meister von 1949, den VfR Mannheim nach Darmstadt, der mit 5:4 geschlagen werden konnte. An diesen Erfolg konnte in der ersten Oberligasaison nicht angeknüpft werden. Am Ende stand, trotz Siegen u.a. gegen 1860 München, Bayern München und zweier Unentschieden gegen den amtierenden deutschen Meister VfB Stuttgart, der unglückliche Abstieg als Viertletzter, da die Oberliga auf 16 Mannschaften reduziert wurde.

Herausragender Spieler der Nachkriegsjahre war Stürmer Werner Böhmann, der bereits mit 17 Jahren Stammspieler der ersten Mannschaft wurde. Böhmann ist bis heute mit 123 Treffern in 261 Pflichtspielen für die Lilien der erfolgreichste Darmstädter Spieler. Im Jahr 1952 konnte das umgebaute Böllenfalltorstadion wieder von den Lilien bezogen werden. Das gestiegene Zuschauerinteresse nach dem Aufstieg hatte einen Ausbau auf 25.000 Zuschauer notwendig gemacht. In den folgenden Jahren etablierte sich der SV 98 schließlich in der 2. Liga Süd und landete am Ende der Spielzeit meist auf einem Mittelfeldplatz. 1961, 1963 und 1970 musste der SV 98 allerdings Abstiege in die Amateurliga Hessen hinnehmen, denen jedoch im Jahr darauf wieder der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse folgte. 1971/72 übernahm Udo Klug das Traineramt bei den Lilien und baute das Team grundlegend um. Klug setzte auf eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern aus der Region und propagierte Laufbereitschaft, Kampfgeist und Spielintelligenz. Die überragendsten Spieler dieser neuen Darmstädter Mannschaft waren Walter Bechtold, Herbert Dörenberg und Dieter Ungewitter. Unter Trainer Klug etablierten sich die Lilien im Spitzenfeld der süddeutschen Mannschaften.

Trainer Lothar Buchmann führte die Lilien 1978 erstmals in die Bundesliga

Am 5. Mai 1973 besiegte der SV 98 auswärts den SSV Reutlingen 05 mit 2:4 und konnte daraufhin an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teilnehmen. Eine Woche später kam es zum denkwürdigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, der am heimischen Böllenfalltor vor über 20.000 Zuschauern mit 7:0 geschlagen wurde. Die Lilien waren erstmals süddeutscher Fußballmeister. In den Qualifikationsspielen musste sich die Mannschaft schließlich in der Finalrunde dem VfL Osnabrück mit 1:2 geschlagen geben. In der folgenden Spielzeit schaffte der SV 98 die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Während der Saison 1976/77 übernahm Lothar Buchmann das Traineramt. Wirtschaftliche Zwänge ließen keine großen Zukäufe zu. Wieder mussten sich die Lilien nach Spielern aus Südhessen umschauen. In die Saison 1977/78 startete die Mannschaft holprig. Dafür wendete sich in der zweiten Saisonhälfte das Blatt. Nach zwölf Siegen in Folge und einem Unentschieden bei Waldhof Mannheim kam erneut der 1. FC Nürnberg an das ausgebaute Darmstädter Böllenfalltor. Vor 26.000 Zuschauern besiegte der SV 98 die Nürnberger mit 2:0. Mit nur einer Niederlage in der Rückrunde und einem 6:1-Erfolg gegen den FK Pirmasens reichte den Lilien ein 2:2 gegen die Stuttgarter Kickers, um aufzusteigen. Die Meisterschaftsfeier nahm große Teile der Darmstädter Innenstadt ein und das Siegerteam wurde am Luisencenter von Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais in Empfang genommen. Der SV Darmstadt 98 war erstklassig.

1978–1982: Die Lilien in der Bundesliga[Bearbeiten]

Nach dem Aufstieg in die Bundesliga kamen auf den Verein zahlreiche Aufgaben zu. Zunächst musste das Stadion am Böllenfalltor auf 30.000 Plätze erweitert werden. Mithilfe der Stadt Darmstadt wurde die Gegengerade erweitert. Ein weiteres Problem betraf die Mannschaft selbst. Viele sahen dem Abenteuer Erstklassigkeit skeptisch entgegen und waren nicht bereit, ihre beruflichen Existenzen aufs Spiel zu setzen. Aus dieser Situation heraus schuf Trainer Buchmann das sogenannte Darmstädter Modell: Die meisten Spieler des SV 98 gingen einer hauptberuflichen Tätigkeit nach und waren keine Vollprofis. Verkürzte Arbeitszeiten wurden vom Verein ausgeglichen und Trainingslager in die Urlaubszeit verlegt. Dadurch konnte lediglich nach Feierabend trainiert werden. In der Presse entstand deshalb der Begriff der Feierabendfußballer vom Böllenfalltor. Der bisherige Kader wurde weitestgehend zusammengehalten. Einzig Jürgen Kalb und Kurt Eigl wurden als namhafte Verstärkungen verpflichtet.

Der Start in der höchsten deutschen Spielklasse gelang. Am 11. November 1978 spielten die Lilien in München bei den Bayern 1:1. Zwei Minuten vor Abpfiff traf Uwe Hahn aus 25 Metern zum Tor des Monats. Danach häuften sich die Niederlagen und der SV 98 fand sich am Ende der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz wieder. Auch in der Rückrunde konnte trotz guter Spiele das Ruder nicht mehr herumgerissen werden. Nach der 1:3-Niederlage gegen Nürnberg vor heimischer Kulisse wurde Lothar Buchmann entlassen und Co-Trainer Klaus Schlappner übernahm das Amt des Cheftrainers. Unter Schlappner gab es noch Erfolge gegen die Frankfurter Eintracht und Werder Bremen. Trotz allem war der Abstieg nach nur einem Jahr im Oberhaus des deutschen Fußballs nicht mehr zu verhindern und die besten und bekanntesten Spieler, darunter Bum-Kun Cha, verließen den Verein.

Die darauf folgende Zweitliga-Saison schloss der SV 98 mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft mit dem vierten Tabellenplatz ab. Die Erkenntnis aus dem Abstieg war, dass auch in Darmstadt kein Weg am Vollprofitum vorbeiführen würde. Unter Trainer Werner Olk wurde die Saison 1980/81 angegangen. Ziel war es, "oben mitzuspielen" und gleichzeitig die Qualifikation für die neue eingleisige 2. Bundesliga zu schaffen. Die Mannschaft startete stark in die Saison, wobei der Sturm den erfolgreichsten Mannschaftsteil stellte. Hohe Siege gegen VfR Bürstadt (5:0), ESV Ingolstadt (9:2), Freiburger FC (6:3), FC Homburg (7:1) und Wormatia Worms (5:0) spiegelten die Spielstärke der Lilien wider. Am Ende war man erneut souverän Erster der 2. Liga Süd und Aufsteiger in die Erste Liga geworden. Wieder folgten Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes, die der SV 98 zu erfüllen hatte. Unter anderem sahen die Auflagen vor, eine Flutlichtanlage errichten zu müssen. Diesmal wurden die Lilien nicht von der Stadt finanziell unterstützt. Um den Weg in die Erstklassigkeit zu gehen, verschuldete sich der Verein auf Jahre hinaus. Dies führt auch dazu, dass die Mannschaft kaum mit neuen Spielern verstärkt werden konnte.

Trotzdem gelang der Start in die zweite Saison im deutschen Fußball-Oberhaus und man hielt sich besser als zwei Jahre zuvor. Highlight der Hinrunde war das 1:1 beim Tabellenführer 1. FC Köln. In der Rückrunde führten Spannungen innerhalb der Mannschaft und im Vorstand des Vereins zu sinkenden Leistungen. Nach der Entlassung Olks übernahm Manfred Krafft die sportliche Leitung. Doch auch diese Veränderung konnte den abermaligen Abstieg in die Zweitklassigkeit als Tabellenvorletzter nicht mehr verhindern.

1982–1993: Hohe Ziele, tiefer Fall[Bearbeiten]

Nach dem letzten Abstieg aus der Bundesliga stand der Verein vor einem großen Schuldenberg. Trotzdem versuchte man mit aller Macht den direkten Wiederaufstieg. Von Eintracht Frankfurt wechselte Wolfgang Trapp ans Darmstädter Böllenfalltor. Aus Prag verpflichtete man den tschechoslowakischen Nationalspieler Luděk Macela. Doch wiederum führten Probleme innerhalb der Mannschaft zu ausbleibenden sportlichen Erfolgen. Zur Winterpause wurden weitere bekannte Spieler eingekauft, darunter der Europameister von 1976, Zdeněk Nehoda. Am Ende der Saison hatten sich die Verbindlichkeiten auf über 8 Mio. DM erhöht. Die folgenden Jahre waren von häufigen Wechseln an der Vereinsspitze und im Trainerstab gekennzeichnet.

Ende 1984 kehrte Udo Klug nach Darmstadt zurück. Er peilte mittelfristig an, mit einer wesentlich jüngeren Mannschaft wieder um den Aufstieg mitzuspielen. Sportlich hielten sich die Lilien gerade so in der zweiten Liga und etablierten sich erst nach und nach im Mittelfeld. Nach dem Ausstieg Klugs als Trainer übernahm Eckhard Krautzun die Mannschaft Anfang der Spielzeit 1986/87. Er strebte ein laufintensives und offensives Spielsystem an. Krautzun führte die Lilien zwischenzeitlich bis auf den zweiten Rang; die Mannschaft landete schließlich als Vierter knapp hinter dem Relegationsplatz, den der FC St. Pauli mit zwei Punkten Vorsprung erreichte. Zu wenig für die Verantwortlichen des Vereins, die mit Klaus Schlappner wiederum ein bekanntes Gesicht als neuen Trainer am Böllenfalltor präsentierten. In der neuen Saison sollte die Mission Wiederaufstieg gelingen. Der SV 98 hielt sich über die gesamte Spielzeit unter den Topteams der Liga und belegte am Ende Platz drei.

Damit kam es am 1. Juni 1988 zum ersten Relegationsspiel gegen den Drittletzten der ersten Bundesliga, dem SV Waldhof Mannheim. Das Hinspiel in Darmstadt gewannen die Lilien vor 25.000 Zuschauern knapp mit 3:2 (nach 0:2-Rückstand). Im Rückspiel retteten sich die Darmstädter durch den späten Anschlusstreffer zum 2:1 in das Entscheidungsspiel. Nach 120 Minuten war kein weiteres Tor gefallen – das Elfmeterschießen musste entscheiden. Karl-Heinz Emig verschoss und Waldhof blieb erstklassig. Es folgten zahlreiche erfolglose Zweitligaspielzeiten. 1993 stiegen die Lilien als Letzter in die damals drittklassige Oberliga Hessen ab. Damit war der SV 98 nach 22 Jahren im Profifußball wieder drittklassig.

1993–2007: Vereinskrisen[Bearbeiten]

Nach dem Zweitligaabstieg musste der Verein komplett neu aufgebaut werden, doch die Qualifikation für die neugegründete Regionalliga als neue dritte Spielklasse gelang auf Anhieb. In den Folgejahren hielten sich die Lilien mal mehr, mal weniger knapp drittklassig, 1998 aber stiegen sie nach einer 0:2-Niederlage gegen den direkten Kontrahenten SC Weismain am vorletzten Spieltag ab. Eine Woche später besiegelte der SC Neukirchen durch einen 3:0-Sieg bei den Amateuren des Karlsruher SC den ersten Abstieg der am letzten Saisonspieltag spielfreien Darmstädter nach dem Zweiten Weltkrieg in die Viertklassigkeit.

Eintrittskarte für die 3. Runde des DFB-Pokals gegen den späteren Pokalsieger Schalke 04 aus der Saison 2001/02

Dieser Schock wirkte zunächst heilsam. Nach wesentlichen Änderungen im Vereins- und Vorstandssystem schaffte der SV 98 unter Slavko Petrović den direkten Wiederaufstieg. Durch die Veränderung des drittklassigen Ligasystems von vier in zwei Unterteilungen musste der Aufsteiger gleich unter die elf besten Mannschaften kommen. Nach einem Jahr Abstiegskampf meisterten die Lilien die Qualifikation mit einem neunten Rang. Die Hoffnung für den Sportverein bestätigte sich zunächst, und so zählten die Darmstädter ein Jahr später gar zu den Favoriten auf den Zweitligaaufstieg. Dieser Traum wurde ihnen aber vom hochgelobten Trainer Michael Feichtenbeiner nicht erfüllt. Das folgende Jahr 2001/02 wurde der Ursprung einer weiteren sportlichen Krise. Der Anwärter auf die ersten beiden Plätze belegte nur den 14. Platz. Unter dem neuen Trainer Hans-Werner Moser verschlimmerte sich die Situation weiter und Moser trennte sich einvernehmlich nach dem 28. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz vom SV98, der am Ende der Saison schließlich doch nach vier Drittliga-Jahren mit Höhen und Tiefen erneut in die Oberliga Hessen absteigen musste, nachdem er bis zum 13. Spieltag noch auf den Aufstieg in die Zweite Liga hoffen durfte.

Mit dem Anspruch des direkten Wiederaufstiegs ging der SV Darmstadt 98 in die Saison 2003/04, welche eine der eindrucksvollsten der vergangenen Jahre werden sollte. Unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia schafften die Lilien mit 88 von 102 Punkten, der bis heute höchsten Ausbeute in der Ligageschichte, ihr Saisonziel. In einem denkwürdigen Duell gegen den KSV Hessen Kassel setzten sich die Darmstädter mit vier Punkten Vorsprung durch. Das folgende Jahr verlief ähnlich erfolgreich: Mit dem Ziel Klassenverbleib gestartet, erreichten die Lilien sofort Rang fünf und durften sich sogar zwischenzeitig und völlig unerwartet Hoffnungen auf die Zweite Liga machen. In der Saison 2005/06 schließlich nahm sich der Verein erneut vor, die Rückkehr in den Profifußball zu schaffen. Damit endete aber vorerst der Höhenflug der 98er. Nach einem holprigen Start begann der Vorstand an dem Erreichen des vorgegebenen Saisonziels zu zweifeln, was Trainer Labbadia zum Rücktritt im Jahre 2006 veranlasste. Der Rückzug des Trainers änderte nichts an der Leistung der Mannschaft und so belegten die Lilien auch in dieser Saison einen diesmal für die Fans enttäuschenden fünften Platz.

Danach entschied sich der Vorstand für einen kompletten Neuanfang im sportlichen Bereich. Vom gesamten Kader wurden nur fünf Spieler gehalten. Als Trainer wurde Gino Lettieri verpflichtet, dessen Aufgabe es war, aus den wenigen finanziellen Möglichkeiten eine komplett neue Mannschaft zu bilden, welche schließlich zu einem großen Teil aus Führungsspielern seines ehemaligen Clubs SpVgg Bayreuth bestand, dem aus Finanzgründen die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde. Nach der Vorgabe, oben mitzuspielen, wurde Lettieri nach nur zehn Spieltagen beurlaubt, da der Sportverein mit 9 von 30 möglichen Punkten auf einen Abstiegsplatz stand. Seine Nachfolge trat am 6. Oktober 2006 Gerhard Kleppinger an. Doch auch unter dem neuen Trainer besserte sich die Lage nicht. Am letzten Spieltag besiegelten die Amateure des FC Bayern München durch einen 2:0-Sieg gegen die Lilien den erneuten Abstieg in die Viertklassigkeit.

Seit 2007: Neuanfang und Rückkehr in den Profifußball[Bearbeiten]

Nach dem Abstieg in die Oberliga wurde ein neues Präsidium gewählt und der Spielerkader erfuhr einen kompletten Umbruch. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg wurde am 18. April 2008 nach 14 ungeschlagenen Spielen in Folge realisiert, zudem gelang der Gewinn des Hessenpokals (2:0 im Finale gegen Viktoria Aschaffenburg). Am 5. März 2008 gab das Präsidium bekannt, wegen „finanzieller Belastungen“ in Millionenhöhe ein Insolvenzverfahren einleiten zu müssen. Die Verbindlichkeiten setzten sich aus nicht abgeführter Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen zusammen. Unter Führung des Präsidenten Hans Kessler stemmten sich Fans und Umfeld gegen eine mögliche Insolvenz des Vereins. Durch die zahlreichen Aktionen, Spenden und Hilfe der Freunde und Fans des SV Darmstadt 98 wurde erfolgreich die Lizenz für die Regionalliga-Saison 2008/09 beantragt und im Juni 2009 konnte der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt zurückgezogen werden.

In der viertklassigen Regionalliga waren die Lilien in den Saisons 2008/09 und 2009/10 unter den Trainern Gerhard Kleppinger und Živojin Juškić lediglich im Abstiegskampf vertreten, erst unter Kosta Runjaic stellte sich Erfolg ein. So schafften die 98er bereits 2010/11 durch eine Serie von neun Siegen an den letzten neun Spieltagen überraschend den Aufstieg in die 3. Liga. Das entscheidende 4:0 am letzten Spieltag gegen den FC Memmingen verfolgten 17.000 Zuschauer im Stadion, zudem wurde die Partie live im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt.

Die ersten Spiele der Lilien in der Drittligasaison 2011/12 wurden von großer Euphorie begleitet, begünstigt durch den 5:1-Sieg der 98er gegen den vermeintlichen Aufstiegskandidaten Arminia Bielefeld. Am 2. Oktober 2011, zum 12. Spieltag, war das Böllenfalltorstadion zum Derby des SV98 gegen Kickers Offenbach ausverkauft, ehe am drittletzten Spieltag den Lilien mit einem 3:1-Erfolg gegen den SV Babelsberg 03 der vorzeitige Klassenerhalt gelang. In der Saison 2012/13 führte Trainer Runjaic die Lilien nach acht absolvierten Ligaspielen auf einen Abstiegsplatz, ehe er am 3. September 2012 zum Zweitligisten MSV Duisburg wechselte. Am 5. September 2012 wurde Jürgen Seeberger als neuer Coach des SV98 vorgestellt, unter dessen Leitung nur zehn Punkte in 13 Spielen geholt wurden, was den Rückfall auf den letzten Tabellenplatz zufolge hatte. Am 17. Dezember 2012, unmittelbar nach dem letzten Spiel vor der Winterpause 2012/13, der 0:3-Niederlage bei Preußen Münster, gab der Verein die Entlassung von Trainer Seeberger bekannt.

Am 28. Dezember 2012 wurde Dirk Schuster als neuer Trainer der Lilien vorgestellt, unter dessen Leitung sich die Lage besserte und die Darmstädter sich vom 20. Tabellenplatz immer näher an das rettende Ufer zum Klassenerhalt spielten. Das Saisonfinale 2012/13 lief auf ein „Endspiel“ am letzten Spieltag, den 18. Mai 2013, ausgerechnet gegen Schusters Verein der Hinrunde, die Stuttgarter Kickers, hinaus. Der Sieger dieser Partie hätte sich in jedem Fall den Klassenerhalt gesichert. Vor 13.600 Zuschauern endete das Spiel mit 1:1, was zwar den Stuttgartern, jedoch aufgrund der Ergebnisse der anderen Plätze nicht dem SV98 ausreichte. Trotz des verfehlten sportlichen Klassenerhalts blieben die Lilien in der 3. Liga, da sie für Kickers Offenbach nachrückten, welche keine Lizenz für die darauffolgende Drittligasaison erhielten.

In der Drittligasaison 2013/14 sorgten die Lilien zunächst in der 1. Runde des DFB-Pokals mit einem 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach für Schlagzeilen, mussten sich dann aber im Spiel der 2. Runde gegen den FC Schalke 04, welches live in der ARD zur Prime Time übertragen wurde, mit 1:3 geschlagen geben. In der Meisterschaft zeigte die Mannschaft des Vorjahresabsteigers überraschend hervorragende Leistungen, an der Stürmer Dominik Stroh-Engel mit 27 Drittligatoren in 34 der 38 Ligaspiele großen Anteil hatte und mit dieser Leistung auch zum amtierenden Rekord-Torjäger der Drittliga-Geschichte wurde. Bis zum vorletzten Spieltag hielten sich die 98er die Möglichkeit offen, als Zweitplatzierter direkt aufzusteigen, sodass aufgrund des wachsenden Interesses am Verein fast jedes Ligaspiel des SV98 im letzten Saisondrittel live im TV und im Internet per Livestream, meist vom Hessischen Rundfunk, ausgestrahlt wurde. Nach 38 Spieltagen belegten die Lilien den 3. Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga berechtigt, in der sie auf den Drittletzten der 2. Bundesliga 2013/14, Arminia Bielefeld trafen - Beide Spiele wurden im HR sowie im WDR live im TV übertragen. Das Hinspiel am heimischen Böllenfalltor verlor die Mannschaft mit 1:3, im Rückspiel auf der Bielefelder Alm konnten die Darmstädter das Hinspielergebnis zunächst egalisieren und gewannen in der Nachspielzeit der Verlängerung schließlich mit 4:2 durch ein Tor von Elton da Costa in der 120.+2 Minute. Mit diesem überraschenden Erfolg stieg der SV98 nach 21 Jahren wieder in die 2. Bundesliga auf und sorgte mit der Dramatik und Spannung des Relegationsverlaufs, vor allem der Entscheidung in den letzten beiden Spielminuten der Verlängerung, für bundesweites mediales Interesse.

Personalien[Bearbeiten]

Der aktuelle Kader[Bearbeiten]

Kader Saison 2014/15
Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum im Verein seit Vertrag bis letzter Verein Zweitligaspiele Zweitligatore
Torhüter
1 Patrick Platins DeutschlandDeutschland 19.04.1983 2014 2016 Arminia Bielefeld 26 0
31 Christian Mathenia DeutschlandDeutschland 31.03.1992 2014 2016 1. FSV Mainz 05 II 4 0
33 Marius Sauss DeutschlandDeutschland 05.08.1992 2014 2015 VfL Wolfsburg II 0 0
Abwehr
3 Michael Stegmayer DeutschlandDeutschland 12.01.1985 2012 2016 SpVgg Unterhaching 34 0
4 Aytaç Sulu Kapitän der Mannschaft TurkeiTürkei 11.12.1985 2013 2017 SC Rheindorf Altach 2 0
5 Benjamin Gorka DeutschlandDeutschland 15.04.1984 2012 2017 VfR Aalen 9 0
18 Romain Brégerie FrankreichFrankreich 09.08.1986 2014 2015 Dynamo Dresden 98 5
21 Sandro Sirigu ItalienItalien 07.10.1988 2013 2015 1. FC Heidenheim 3 0
22 Aaron Berzel DeutschlandDeutschland 29.05.1992 2013 2015 SV Babelsberg 03 3 0
23 Florian Jungwirth DeutschlandDeutschland 27.01.1989 2014 2015 VfL Bochum 82 1
32 Fabian Holland DeutschlandDeutschland 11.07.1990 2014 2015 Hertha BSC 18 0
36 Janik Bachmann DeutschlandDeutschland 06.05.1996 2010 2015 Eintracht Frankfurt U14 0 0
37 Timon Fröhlich DeutschlandDeutschland 02.05.1996 2004 2015 Erster Verein 0 0
Mittelfeld
6 Julius Biada DeutschlandDeutschland 03.11.1992 2013 2015 FC Schalke 04 II 0 0
8 Jérôme Gondorf DeutschlandDeutschland 26.06.1988 2013 2015 Stuttgarter Kickers 4 0
11 Tobias Kempe DeutschlandDeutschland 27.06.1989 2014 2016 Dynamo Dresden 110 11
17 Hanno Behrens DeutschlandDeutschland 26.03.1990 2012 2015 Hamburger SV 4 1
20 Marcel Heller DeutschlandDeutschland 12.02.1986 2013 2015 Alemannia Aachen 37 1
26 Serkan Firat TurkeiTürkei 02.05.1994 2010 2015 TG Ober-Roden U15 0 0
27 Milan Ivana SlowakeiSlowakei 26.11.1983 2013 2016 SV Wehen Wiesbaden 2 0
38 Marco Komenda KroatienKroatien 26.11.1996 2004 2015 Erster Verein 0 0
Sturm
7 Marco Sailer DeutschlandDeutschland 16.11.1985 2013 2016 1. FC Heidenheim 19 0
9 Dominik Stroh-Engel DeutschlandDeutschland 27.11.1985 2013 2017 SV Wehen Wiesbaden 20 6
10 Maurice Exslager DeutschlandDeutschland 12.02.1991 2014 2015 1. FC Köln 87 11
13 Ronny König DeutschlandDeutschland 02.06.1982 2014 2015 FC Erzgebirge Aue 204 42

Stand: 1. September 2014

Transfers Sommer 2014/15[Bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Janik Bachmann DeutschlandDeutschland SV Darmstadt 98 U19
Romain Brégerie FrankreichFrankreich Dynamo Dresden
Maurice Exslager DeutschlandDeutschland 1. FC Köln
Timon Fröhlich DeutschlandDeutschland SV Darmstadt 98 U19
Fabian Holland DeutschlandDeutschland Hertha BSC
Tobias Kempe DeutschlandDeutschland Dynamo Dresden
Ronny König DeutschlandDeutschland FC Erzgebirge Aue
Marco Komenda KroatienKroatien SV Darmstadt 98 U19
Florian Jungwirth DeutschlandDeutschland VfL Bochum
Christian Mathenia DeutschlandDeutschland 1. FSV Mainz 05 II
Patrick Platins DeutschlandDeutschland Arminia Bielefeld
Marius Sauss DeutschlandDeutschland VfL Wolfsburg II
Benjamin Baier DeutschlandDeutschland Rot-Weiss Essen
Steven Braunsdorf DeutschlandDeutschland FSV Zwickau
Elton da Costa BrasilienBrasilien 1. FCA Darmstadt
Uwe Hesse DeutschlandDeutschland Ziel unbekannt
Josip Landeka KroatienKroatien SG Sonnenhof Großaspach
Benjamin Maas DeutschlandDeutschland Wormatia Worms
Julian Ratei DeutschlandDeutschland Ziel unbekannt
David Salfeld DeutschlandDeutschland 1. FC Saarbrücken
Markus Ziereis DeutschlandDeutschland FSV Frankfurt
Jan Zimmermann DeutschlandDeutschland 1. FC Heidenheim

Transfers Winter 2013/14[Bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Steven Braunsdorf DeutschlandDeutschland 1. FC Lokomotive Leipzig
Josip Landeka KroatienKroatien Chemnitzer FC
Markus Ziereis DeutschlandDeutschland FSV Frankfurt
Rudi Hübner DeutschlandDeutschland FSV Fernwald
Nikola Mladenovic SerbienSerbien SV Waldhof Mannheim
Dennis Schmidt DeutschlandDeutschland Wuppertaler SV

Aktuelle sportliche Leitung und Vereinsführung[Bearbeiten]

Name Funktion
Trainer- und Betreuerstab
Dirk Schuster Trainer
Sascha Franz Co-Trainer
Dimo Wache Torwart-Trainer
Helmut Koch Betreuer
Utz Pfeiffer Betreuer
Präsidium
Klaus Rüdiger Fritsch Präsident
Markus Pfitzner Vize-Präsident
Volker Harr Vize-Präsident
Anne Baumann Finanzen
Wolfgang Arnold Amateurabteilungen
Uwe Kuhl Nachwuchsleistungszentrum

siehe auch: Liste der Vereinspräsidenten des SV Darmstadt 98
siehe auch: Liste der Trainer des SV Darmstadt 98
siehe auch: Liste der bekannten, ehemaligen Spieler des SV Darmstadt 98

Sportlicher Verlauf[Bearbeiten]

In der ewigen Tabelle der Bundesliga belegen die Darmstädter den 44. Platz. Von 68 Spielen wurden 12 gewonnen, 38 verloren bei 18 Unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 86:157.[1] In der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga sind die Lilien auf dem 14. Platz zu finden. Aus 650 Spielen in 17 Spielzeiten holte der Verein 272 Siege, 158 Unentschieden und 220 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 1057:929 (Stand: Mai 2014). [2]


Erfolge[Bearbeiten]

DFB-Pokal[Bearbeiten]

Der größte Erfolg in diesem Wettbewerb datiert auf die Saison 1986/87 mit dem Erreichen des Viertelfinales. Die Lilien schafften es zuletzt 2001/02 ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Den höchsten Sieg erzielten die Darmstädter beim 10:0 gegen die Amateure des FSV Hemmersdorf. Dreimal mussten sich die Lilien mit fünf Toren Unterschied geschlagen geben, davon zweimal bei Werder Bremen (jeweils 0:5) und zuletzt 1988/89 in Köln beim 1. FC (1:6). Eine Entscheidung im Elfmeterschießen gab es dreimal in der Pokalgeschichte. 2001/02 wurde der Bundesligist SC Freiburg am heimischen Böllenfalltor mit 6:4 besiegt, ein weiterer Sieg folgte in der Saison 2013/14 mit einem 5:4 gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, in der das Spiel der 2. Runde gegen FC Schalke 04 (1:3) auch live in der ARD zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wurde. Eine Niederlage mussten die Lilien in der 1. Runde der Saison 2014/15 gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg hinnehmen. Im Elfmeterschießen unterlag man 4:5.

Vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga mussten sich die Lilien über den Hessenpokal für den DFB-Pokal qualifizieren. Für den Hessenpokal war der SV98 als Drittligist automatisch qualifiziert, zu Ober- und Regionalligazeiten musste sich der Verein zunächst mit dem Sieg im Regionalpokal (ehemals Bezirkspokal) für den Hessenpokal qualifizieren. Doch um am Regionalpokal teilnehmen zu können, war wiederum der Sieg im Kreispokal der Vorsaison nötig. Bis auf eine Ausnahme schafften es die 98er immer, sich für den Hessenpokal zu qualifizieren: Am 20. April 2010 unterlag man unter Zivojin Juskic als Regionalligist dem Gruppenligisten Germania Pfungstadt im Halbfinale des Kreispokals mit 5:6 nach Elfmeterschießen. Mit diesem Ausscheiden im Kreispokal 2009/10 war keine Teilnahme am Regionalpokal 2010/11 möglich, damit der Hessenpokal 2010/11 verbaut und damit schon früh die Teilnahme am DFB-Pokal 2011/12 ausgeschlossen.

siehe auch: Liste aller DFB-Pokalspiele des SV Darmstadt 98

Stadion[Bearbeiten]

Merck-Stadion am Böllenfalltor, Gegengerade und Gästeblock

Die Lilien spielen im Merck-Stadion am Böllenfalltor, benannt nach Pappeln, den sogenannten Böllen. Der Rest des Namens leitet sich aus einem Stadttor ab, das sich in unmittelbarer Umgebung des heutigen Stadions befand.

Das baufällige, 1921 erbaute Stadion kann langfristig keinen Profifußball ohne ständige Reparatur- und Sanierungsarbeiten mehr bieten. Einer Machbarkeitsstudie zum Umbau des Stadions am bestehenden Standort wurde im Magistrat der Stadt zugestimmt. In der Sommerpause 2014/15 begannen die erste Phase der Umbaumaßnahmen des Stadions mit dem Einbau einer Rasenheizung und der Modernisierung der Infrastruktur. Bis zum Start der Saison 2016/17 soll in der zweiten Phase der Umbau abgeschlossen sein. Die Kosten werden auf 27 Mio. EUR geschätzt.[3]

Seit Juli 2014 trägt das Stadtion im Rahmen eines Namenssponsorings durch das Darmstädter Chemie- und Pharma-Unternehmen Merck KGaA den Namen Merck-Stadion am Böllenfalltor.[4]

Jugendleistungszentrum[Bearbeiten]

Der SV Darmstadt 98 verfügt im Bereich Fussball über ein breit gefächertes Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 19 Jahren. Sportlicher Leiter des Leistungszentrums ist Ramon Berndroth, als Koordinator im Leistungs- und Aufbaubereich von U19 bis U14 fungiert Björn Kopper, während Andreas Zdarsky als Koordinator im Aufbau- und Grundlagenbereich der U13 bis U10 verantwortlich ist. Seit dem Jahre 2004 hält der SV98 in regelmäßigen Abständen das MERCK-Lilien-Fussballcamp ab. Dahinter verbirgt sich eine vom SV98 veranstaltete Ferien-Fußballschule, die in Schulferien sowohl auf dem Gelände der Lilien als auch bei verschiedenen Vereinen in der Region stattfindet. Pro Jahr bieten die Lilien mindestens zehn Merck-Lilien-Fußballcamps für jeweils bis zu 60 Kindern von sechs bis zwölf Jahren in den Ferien an.

Besonders erfolgreich in den Jugendabteilungen des SV98 ist die U19-Mannschaft, die sich bereits 2006 mit dem Erreichen des DFB-Pokal-Viertelfinales auf sich aufmerksam machte. Am 21. Juni 2009 gelang den A-Junioren der Aufstieg in die Bundesliga Süd, nachdem sie sich in der Relegation gegen Saarbrücken durchsetzen konnten, allerdings wurde der Klassenerhalt in der höchsten deutschen A-Jugendklasse zwischen den Nachwuchsabteilungen der ambitionierten Bundesligisten wie beispielsweise dem FC Bayern München, VfB Stuttgart oder dem 1. FSV Mainz 05 nicht erreicht und es folgte auf Platz 12 von insgesamt 14 Teilnehmern der Wiederabstieg. Als langfristiges Ziel ist vorgesehen, die U19- und U17-Mannschaften, die derzeit in den zweithöchsten Klassen spielen, in die Bundesligen zu führen und zu etablieren. Auch die unteren Jugendabteilungen sind als sehr erfolgreich einzustufen, da fast alle Altersklassen der Darmstädter Jugend in altershöheren Ligen etabliert sind. Die U13 überspringt sogar zwei Altersklassen und spielt im Ligensystem der U15-Junioren mit.

Die Jugendmannschaften tragen ihre Spiele im HEAG-Stadion aus. Die beiden Kunstrasenplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe des Böllenfalltorstadions, sind mit Flutlicht ausgestattet und haben eine offizielle Kapazität von 1.500 Stehplätzen.

Bis zur Saison 2013/14 führten die Lilien ein U23-Team als zweite Mannschaft in der Verbandsliga Hessen Süd. Da jedoch die jungen Talente im Verein stets bereits von der U19 zur 1. Mannschaft hochgezogen wurden, folgte mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft im Jahre 2014 in die 2. Bundesliga die Abmeldung des U23-Teams aus konzeptionellen und strukturellen Gründen, um damit zudem vermehrt den Fokus auf die U19- und U17-Mannschaften zu legen.

Sponsoren[Bearbeiten]

Der Haupt- und Trikotsponsor des SV Darmstadt 98 ist die Software AG. Am 20. Mai 2008 löste das internationale Unternehmen für Softwarelösungen das Darmstädter Haarpflegeunternehmen Wella ab, das rund drei Monate zuvor aufgrund des ausstehenden Insolvenzverfahrens als Hauptinvestor abgesprungen war. Die Bereitschaft der Software AG zur Unterstützung der Lilien und die somit sichergestellte finanzielle Sicherheit für die Saison 2008/09 führte zur Erfüllung der Bedingungen, die der DFB im Lizenzierungsverfahren um die neue Regionalliga Süd gestellt hatte. Über die Höhe der Gelder wurde Stillschweigen vereinbart. Gründe für das eigentlich ungewöhnliche Sportsponsoring der Software AG sah dessen Finanzvorstand Arnd Zinnhardt in der Verbundenheit zweier Darmstädter Institutionen sowie in der Wichtigkeit der Jugendförderung und des Breitensports.

Eine weitere wichtige Säule in der finanziellen Planung des SV 98 sind die fünf Premiumsponsoren. Im Zuge der Arbeit an der Rücknahme des Insolvenzantrags konnte Evonik Industries am 20. Juni 2008 als neuer Premiumsponsor vorgestellt werden. Der Chemiekonzern besitzt mit der Röhm AG ein Tochterunternehmen in Darmstadt. Auch Ex-Hauptsponsor Wella unterstützt die Lilien nun als Premiumsponsor. Ein weiteres in Darmstadt ansässiges Unternehmen ist die HEAG Südhessische Energie (HSE). Das Dienstleistungsunternehmen für Energie, Wasser und Entsorgung unterstützt den Verein als Mutterkonzern sowie mit ihrer Tochter und ehemaligem Trikotsponsor entega. Der fünfte Premiumsponsor ist Amadeus Fire. Das Managementunternehmen ist auch Hauptsponsor der Jugendabteilung. Zur Saison 2014/15 übernahm der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA für fünf Jahre die Namensrechte des Stadions am Böllenfalltor, das fortan offiziell Merck-Stadion am Böllenfalltor heißt.

Des Weiteren wird der SV Darmstadt 98 von zehn Co-Sponsoren unterstützt. Diese sind in Darmstadt und Umgebung ansässige Unternehmen oder sie besitzen eine Zweigstelle in bzw. in der Nähe von Darmstadt. Die Co-Sponsoren sind der Immobiliendienstleister bauverein AG, das Darmstädter Autohaus Brass, das lokale Reinigungsunternehmen EAD, die HEAG, der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA, die Pfungstädter Brauerei, der Rhein-Main-Verkehrsverbund, die Sparkasse Darmstadt sowie Sparkasse Darmstadt Immobiliencenter und das Gastronomie- und Cateringunternehmen stolz-service.

Außerdem wird der SV Darmstadt 98 noch von 37 sogenannten "Partnern der Lilien" unterstützt. Als Ausrüster wird das in Darmstadt-Eberstadt ansässige Sportgeschäft Sport Mroczek angegeben. Die Trikots stellt seit 2005 Nike zur Verfügung.

Fanszene[Bearbeiten]

Gegengerade am 10. September 2006 gegen Hertha BSC

Der SV Darmstadt 98 hat eine sehr breite Fanszene. Zuletzt lag der Zuschauerschnitt in der 3. Liga bei mehr als 7.000 Zuschauern. Zuletzt ausverkauft war das Stadion beim Relegationsspiel gegen Arminia Bielefeld am 16. Mai 2014, wobei für dieses Spiel das Kartenkontigent aus Sicherheitsgründen auf 16.300 Zuschauer heruntergesetzt wurde. Die vollen 19.800 Zuschauer waren zuletzt am 13. Mai 2008 zum Benefizspiel gegen den FC Bayern München (5:11) anwesend.

Hauptverantwortlich für den akustischen und optischen Support bei Heim- und Auswärtsspielen ist der zur Saison 2012/13 gegründete Block 1898, der sich aus Fangruppen wie den Usual Suspects, Ultras de Lis, Gioventu Biancoblu, Los Locos, L.F.C.D. 98, Darmstädter Mädels oder Blue Madness zusammensetzt. Am anderen Ende der Haupttribüne befindet sich der von einzelnen Fans bestimmte A-Block, der eher für einen klassisch-englischen Oldschool-Support steht.

Rivalitäten[Bearbeiten]

Die größte Rivalität des SV Darmstadt 98 besteht zu den Kickers Offenbach und hat eine lange, traditionsreiche Geschichte. Nachdem jedoch in der Saison 2007/08 der OFC noch in der 2. Bundesliga spielte und der SVD noch in der Oberliga Hessen antreten musste, trafen sich die beiden rivalisierenden Mannschaften erst 2011/12 (beide Ligaspiele endeten Remis) und 2012/13 (Darmstadt gewann beide Ligaspiele) in der 3. Fußball-Liga wieder. Als zum Ende der Drittligasaison 2012/13 die Offenbacher keine Lizenz für die 3. Liga erhalten, waren ausgerechnet die Lilien der Profiteur und konnten durch den Lizenzentzug den Klassenerhalt feiern. Nachdem die Kickers in die Fußball-Regionalliga Südwest abstiegen, stieg der SV98 in die 2. Bundesliga auf.

Eine weitere, besondere Rivalität besteht zum Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Nachdem man sich bereits in der Oberligasaison 2003/04 um den Aufstiegsplatz in die Regionalliga Süd stritt, den am Ende Darmstadt für sich verbuchen konnte, folgten Duelle in der drittklassigen Regionalliga, bis die Lilien 2007 wieder in die Oberliga ab-, aber nach einem Jahr wieder aufstiegen; So folgte ein Wiedersehen in der viertklassigen Regionalliga Süd, in der der KSV Hessen Kassel seit 2008 versucht, in die 3. Fußball-Liga aufzusteigen, allerdings Saison für Saison kurz vor dem Ziel scheitert und einem anderen Verein den Aufstieg überlassen muss. In der Saison 2010/11 war dies der SV Darmstadt 98, als die 98er in der Rückrunde einen enormen Punktevorsprung der Nordhessen einholten und aufgrund des zeitgleichen Negativtrends von Kassel am Ende verdient aufstiegen. Bis heute muss Kassel weiterhin in der viertklassigen Regionalliga antreten.

Ebenso besteht eine Rivalität zu Eintracht Frankfurt, die jedoch in jüngster Vergangenheit seltener mit den Lilien in einer Liga spielten; Einzig die U23-Mannschaft war zu Oberliga- und Regionalligazeiten Gegner des SV98. Zum dessen Lokalrivalen FSV Frankfurt hingegen besteht ein eher freundschaftliches Verhältnis. Des Weiteren sind die Fronten zum SV Waldhof Mannheim, gegen den man 2008/09 in der Regionalliga Süd antrat, spätestens seit der verlorenen Bundesliga-Relegation 1988 verhärtet. Der nächstgrößere, Darmstädter Verein Rot-Weiß Darmstadt, welcher seit 2010 in der Fußball-Hessenliga spielt, sagte den Lilien zudem bereits mehrmals den Kampf an, dies legte sich jedoch aufgrund der Aufstiege des SV98 und der Tatsache, dass einige ausgemusterte Lilienspieler zu den Rot-Weißen wechselten. Drittgrößter Darmstädter Verein ist der 1. FCA Darmstadt, zu dem seit jeher ein freundschaftliches Verhältnis besteht.

Tischtennis[Bearbeiten]

Die Tischtennisabteilung ist die zweiterfolgreichste des SV 98. Bereits 1932/33 wurde die Herrenmannschaft, der u.a. Karl-Heinz Eckardt angehörte, deutscher Vizemeister. Später haben insbesondere die Frauen für Erfolge gesorgt. Die erste Damenmannschaft gehörte bereits seit den frühen 1960er Jahren zu den besten hessischen Frauenteams. Bis zum erstmaligen Abstieg 1960 gehörte die Mannschaft der Oberliga Südwest an. Nach dem Wiederaufstieg in die nun zweitklassige Oberliga 1974 etablierten sich die Lilien bald in der Spitzengruppe und wurden 1978 Vizemeister hinter dem TTC Olympia Koblenz. Ein Jahr später gelang dann der Aufstieg in die Tischtennis-Bundesliga, aus der man aber postwendend wieder abstieg. Der sofortige Wiederaufstieg scheiterte, weil die Darmstädterinnen 1981 hinter dem ATSV Saarbrücken lediglich Zweite in der nun Regionalliga genannten Klasse wurden. Derzeit spielt das Team in der Zweiten Bundesliga Süd, die Herren als Amateure in der Hessenliga (Gruppe Süd-West).

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

Die 1951 gegründete Judoabteilung ist hauptsächlich durch ihre Jugendarbeit bekannt. Aktuell kämpfen die männlichen Judoka in der Oberliga Hessen. Außerdem bietet der Sportverein noch Basketball, Wandern, Cheerleading, Leichtathletik, Tischtennis und Futsal an.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Hessen. Agon Sportverlag, Kassel 2005, ISBN 3-89784-244-0, S. 186–191.
  • Wolfgang Knöß, Heinz Wenck: SV Darmstadt 98. Sutton, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-042-8.
  • Ralf Panzer: SV Darmstadt 98. Die Blüten der Lilien. Agon Sportverlag, Kassel 2011, ISBN 978-3-89784-383-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SV Darmstadt 98 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ewige Tabelle der Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 21. März 2012.
  2. Ewige Tabelle der 2. Bundesliga. In: fussballdaten.de. Abgerufen am 21. März 2012.
  3. Harald Pleines: Finanzierung für den Umbau des Böllenfalltorstadions steht. Darmstädter Echo, 11. Juni 2014
  4. Jens-Jörg Wannemacher: Ab sofort „Merck-Stadion am Böllenfalltor“. Darmstädter Echo, 30. Juli 2014