SWR3

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SWR3
SWR3 Logo seit 2014
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel, Satellit, DAB & Webradio
Sendegebiet Baden-WürttembergBaden-Württemberg Baden-Württemberg
Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz
Sendeanstalt Südwestrundfunk
Programmchef Thomas Jung
Intendant Peter Boudgoust
Sendestart 30. August 1998
Rechtsform öffentlich-rechtlich
Programmtyp Musiksender
Claim Der beste Musikmix. Einfach SWR3
Reichweite über 4 Mio. Zuhörer
Homepage www.swr3.de
Liste der Hörfunksender

SWR3 ist das dritte Hörfunkprogramm des Südwestrundfunks (SWR) und dessen Popwelle. SWR3 wird im SWR-Funkhaus in Baden-Baden produziert. Zusätzlich gibt es mehrere regionale Studios, die der Baden-Badener Redaktion zuliefern. Standorte der Studios sind Stuttgart, Mannheim und Mainz. Die letzte Media-Analyse 2013 Radio II weist SWR3 täglich mehr als 4 Millionen Zuhörer aus, die Popwelle ist damit das meistgehörte öffentlich-rechtliche Programm in Deutschland.[1] Neben Jan Garcia gibt es noch eine zweite, weibliche Station-Voice, Simone Schneble.

Geschichte[Bearbeiten]

Sendestudio B von SWR3

Das Programm entstand im Zuge der Senderfusion des SDR und des SWF zum SWR aus den beiden Vorgängerwellen SDR 3 und SWF3.[2] Sendestart von SWR3 war am 30. August 1998. Zuvor wurde seit dem Mittag des 23. August bereits auf beiden Wellen eine einwöchige Hörer-Hitparade unter dem Titel „SWR3 – Start ins Wildall“ gesendet. „Start ins Wildall“ hieß auch das große Gratis-Festival zum Sendestart im Baden-Airpark bei Baden-Baden, mit dessen Top-Act Herbert Grönemeyer offiziell der Sendebetrieb von SWR3 begann. Sein Hit „Bleibt alles anders“ war der erste Song im Programm von SWR3 und konnte oder sollte zugleich als Motto verstanden werden. Michael Reufsteck moderierte in der folgenden Nacht die erste reguläre Sendung des neuen Senders, „SWR3 Luna“.

Bis August 2006 wurde in Baden-Baden aus Studioräumen gesendet, aus denen vor dem Sendestart von SWR3 das Programm von SWF3 abgewickelt wurde.[3]

Programm und Zielgruppe[Bearbeiten]

SWR3 richtet sich vornehmlich an eine 14- bis 49-jährige Zielgruppe und bietet dazu ein 24-Stunden-Live-Programm. Bei SWR3 orientiert sich die Musik an einem Hot-AC-Format. Aktuelle Informationen werden neben den stündlichen SWR3-Nachrichten auch in Beiträgen im laufenden Programm wie zum Beispiel während der Sendung SWR3 Am Mittag (bis zum 3. Januar 2011 SWR3 Nun) von 12 bis 14 Uhr und dem SWR3-Topthema (17:40 Uhr), einem Mini-Feature, gesendet. Jeweils sonntagabends zwischen 19 und 24 Uhr gibt es die SWR3-Hörer-Charts in der Sendung "Die Top 3-Show", abstimmen kann man während der Woche über das Internet.[4]

Die Nachtsendungen „Luna“ und „Up“ waren bis zum 6. Januar 2008 von Montag bis Donnerstag auch über Bayern 3 zu hören. In den Nächten auf Samstag, Sonntag, Dienstag und jede zweite Woche Donnerstag war SWR3 bis 2. Januar 2011 von 0 bis 5 Uhr (am Wochenende bis 6 Uhr) auch deutschlandweit in der ARD-Popnacht über sieben andere ARD-Hörfunkwellen zu empfangen. Seitdem gestaltet SWR3 jede Nacht die ARD-Popnacht, die allerdings nur noch von fünf Sendern übernommen wird.

In den Jahren 2006 und 2007 fanden einige Veränderungen im Programm statt. Kurze Zeit hieß die Sendung „Club Dancenight“ stattdessen „Clubparty“. „Hiline“ wurde in „Nachmittagsshow“ umbenannt. „HitHop“ wurde an Samstagen und Sonntagen durch die „Kai-Karsten-Show“ ersetzt. Kurze Zeit später wurde „HitHop“ auch unter der Woche durch die „Kai-Karsten-Show“ ersetzt. Am Wochenende wird jetzt die „Wochenendshow“ gesendet. Im Januar 2010 wurde die wochentags zwischen 22 und 24 Uhr ausgestrahlte Sendung »SWR3 Intensiv« ohne nähere Begründung in »SWR3 Popshop« umbenannt, behält aber laut Eigenwerbung des Senders (»SWR3-Popshop: Die SWR3-Musiksendung, spezieller als das Tagesprogramm, mit neuen CDs, Infos zur Musikgeschichte und Live-Mitschnitten.«[5]) ihren bisherigen Schwerpunkt.[6]

Das Motto von SWR3 (mit dem auch auf Werbeplakaten geworben wird) lautet „Der beste Musikmix. Einfach SWR3“; zuvor hatte man mit „Leben im Wildall“, dann mit „Einfach die besten Hits, einfach SWR3“ und bis zuletzt mit „Mehr Hits. Mehr Kicks. Einfach SWR3“ geworben. Außerdem ist der Slogan „SWR3 – Ihr Radio Nummer 1.“ in jüngster Zeit hinzugekommen.

Insgesamt ist SWR3 ein stark formatiertes und durchstrukturiertes Programm, das mit Großaktionen auf sich aufmerksam macht. Dabei verlost SWR3 unter dem Motto "SWR3-Erlebnistrips mit Stars" (früher: „SWR3 Elch und weg“) unter anderem Reisen mit Prominenten. Das von SWF3 ab 1994 jährlich veranstaltete New Pop Festival (im Daimler-Werk in Rastatt und in Baden-Baden) wurde von SWR3 weitergeführt. Bei diesem Festival treten nationale und internationale Künstler auf. Diese programmlichen Änderungen führten nach einem Quotentief nach der Fusion seit etwa 2002 wieder zu hohen Einschaltzahlen. Der Media-Analyse (MA) 2007 Radio II zufolge wurde SWR3 täglich von bundesweit 3,42 Millionen Hörern (2005: 3,22 Mio.) mindestens einmal eingeschaltet, bei der Media-Analyse 2010 Radio II waren es 3,82 Millionen Hörer.

Empfangswege[Bearbeiten]

Radio[Bearbeiten]

SWR3 kann mit einem Radiogerät analog über UKW und Kabel flächendeckend in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz empfangen werden.

Digital wird der Sender nahezu flächendeckend über DAB im Sendegebiet verbreitet: Kanal 11B in Baden-Württemberg, Kanal 11A in Rheinland-Pfalz (Regionalisierung Rheinland-Pfalz, das Rheinland und Rhein-Main). Kann aber auch in Berlin und Umland via Kanal 7D über den Sender Scholzplatz und den Berliner Fernsehturm empfangen werden (Regionalisierung SWR3-Land: vom Rheinland bis zum Bodensee).

Des Weiteren ist SWR3 über DVB-S (Satellit Astra 1H), DVB-C und weltweit via Internetradio zu hören (Regionalisierung SWR3-Land: vom Rheinland bis zum Bodensee).

Siehe auch: Sendeanlagen des SWR und Liste von Sendeanlagen in Rheinland-Pfalz

Regionalisierung[Bearbeiten]

Sendekarte (Stand: 2010)

In den ersten Jahren gab es neben dem Zentralprogramm auch längere sogenannte „Metro-Fenster“. Diese umfassten an Werktagen zwischen einer (Metro Rhein-Neckar aus Heidelberg, Metro Rhein-Main aus Mainz) und sieben Stunden (Metro Stuttgart). Sie wurden über einzelne UKW-Frequenzen in den Ziel-Ballungsgebieten ausgestrahlt. Die übrigen UKW-Frequenzen übertrugen weiterhin das überregionale Programm aus Baden-Baden. In den einstündigen Fenstern wurde jeweils die erste Stunde der Sendung „Club“ regionalisiert, das Fenster Stuttgart dagegen umfasste auch die „Radio-Primetime“ mit Sendungen werktags von 6 bis 9 Uhr und am Nachmittag zwischen 16 und 20 Uhr. Die Metrofenster hatten im Regelfall exakt die gleiche Musik-Playlist wie das Hauptprogramm, allein Moderation und lokale Beiträge waren unterschiedlich. Im September 2002 wurden aus Spargründen sämtliche moderierten Strecken aus den Regionalstudios eingestellt.

Jedoch gibt es weiterhin Regionalprogramm, hierbei handelt es sich aber nur um kurze Features wie Veranstaltungshinweise oder Wetterberichte. Außerdem werden teilweise regionalisierte Jingles gesendet. Die vier Regionen werden im Programm von SWR3 wie folgt bezeichnet:

  • Rheinland-Pfalz, das Rheinland und Rhein-Main (früher: Rheinland-Pfalz und das Rheinland)
  • Baden, die Pfalz und Rhein-Neckar (früher: die Pfalz und Baden)
  • von der Alb über'n Allgäu bis zum Bodensee (früher: von der Alb bis zum Bodensee)
  • Württemberg, von der Alb bis zum Main (früher: Württemberg)

Via DVB-S, DVB-C und Internetradio ist stattdessen überregional die Rede von:

  • SWR3-Land: vom Rheinland bis zum Bodensee

Fernsehen[Bearbeiten]

In der Nacht von Freitag auf Samstag gegen Mitternacht wird die Sendung „SWR3 latenight“ (früher „SWR3 Ring frei“) mit Pierre M. Krause im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Zwischen 1998 und 2002 gab es zudem in der Nachtlücke des Südwest-Fernsehens das Format „Elch-TV“ (bzw. „Wildall-TV“). Dabei handelte es sich um eine computergenerierte „Chat-Welt“, aus der Ausschnitte im Fernsehprogramm übertragen wurden. Der Ton der Sendung war das laufende SWR3-Radioprogramm.

Moderatoren[Bearbeiten]

Marcus Barsch, Regina Beck, Veit Berthold, Norbert Diener, Jan Garcia, Kemal Goga, Jochen Graf, Ralph Günther, Daniela Hilpp, Stefan Hoyer, Volker Janitz, Kai Karsten, Peter Knetsch, Nicole Köster, Pierre M. Krause, Bernd Lechler, Andreas Müller, Sebastian Müller, Nicola Müntefering, Fred Peters, Anneta Politi, Rolf Reinlaßöder, Michael Reufsteck, Simone Schneble, Evi Seibert, Michael Spleth, Ben Streubel, Kristian Thees, Stefanie Tücking, Anno Wilhelm, Michael Wirbitzky, Sascha Zeus.

Maskottchen[Bearbeiten]

Der Elch, das Maskottchen von SWR3

Das Maskottchen von SWR3 ist der "SWR3-Elch" (früher auch Schwarzwaldelch genannt). Als Erfinder dieses Elches gilt der ehemalige SWF3-Moderator Gerd Leienbach, der ein Bewegungsgeräuschmodul, welches in Plüschtieren als Tierstimm-Modul zu finden ist, in seiner Sendung einsetzte. Dieses Modul in Form einer kleinen Dose macht ein Mööh-Geräusch, wenn man es umdreht. Gelegentlich veranstaltet der Sender den SWR3-Elchalarm, bei dem vor Ort an jeden Hörer ein kleiner Plüschelch verschenkt wird.

Angebote[Bearbeiten]

Radiocomix[Bearbeiten]

SWR3 ist, wie bereits der Vorgänger SWF3, bekannt für eigenproduzierte Radio-Comedy-Reihen. Einige dieser Serien haben Kultstatus erreicht, beispielsweise Feinkost Zipp und Taxi Sharia. Im Umfeld der Fußball-WM 2006 erfreuten sich auch zwei Comedy-Reihen, die sich mit Ex-Fußballnationaltrainer Jürgen Klinsmann auseinandersetzen („Klinscamp“, „Klinsmään“), großer Beliebtheit. Klinscamp wurde, seitdem Joachim Löw Nationaltrainer ist, zu "Jogis Jungs".

In den Radiocomix ist häufig die Stimme des Stimmenimitators und Komikers Andreas Müller zu hören.

Internet[Bearbeiten]

Nachdem der Vorgängersender SWF3 zu Beginn der 1990er zunächst eine eigene Mailbox betrieb, gingen Mitte 1994 auch seine ersten Webseiten, zunächst an der Universität Karlsruhe, online. Die eigene Domain folgte im Dezember des Jahres.

Das Web-Angebot besteht heute aus Live-Streaming, Web-Channels für besondere Musikinteressen, Informationen zum laufenden Titel, Beiträgen zu Musik und aktuellen Themen, Radio Comics, Nachrichten, Wetter und Verkehr sowie aus der SWR3 Space.bar, einem Chatroom von SWR3 und ist seit September 2011 auch für Smartphones optimiert. Am 8. Mai 2008 wurde zudem die Internet-Community SWR3Land gegründet.

Um SWR3 auch per Internet hören zu können, kann man entweder direkt per Browser und Plugin auf der SWR3-Webseite das Webradio nutzen, oder den offiziellen Livestream in eine Anwendung einbinden. Für iPhone, iPod touch, Windows Mobile, WebOS und Android-Smartphones gibt es eine kostenlose Anwendung, die den Empfang des Programms über das Internet und weitere Informationen möglich macht. So kann man unabhängig vom aktuellen Programm aktuelle SWR3 Nachrichten hören oder Verkehrsnachrichten und Wetterberichte lesen.[7] SWR3 führte als erster ARD-Sender diesen Dienst ein.

Zusätzlich zum regulären SWR3-Programm kann man über das Internet vier weitere Kanäle aus dem ursprünglichen Programm in Dauerschleife hören:

Studio-Webcam[Bearbeiten]

Seit Mai 2009 gibt es die Möglichkeit die Moderatoren beim Senden im Studio 1 per Studio-Webcam zu beobachten. Im Studio 2 wurde die Webcam im Mai 2010 in Betrieb genommen. Beide Webcams lassen sich durch den Betrachter steuern. Jedoch kann nur die Webcam des Studios betrachtet werden aus dem im Moment gesendet wird. Die Moderatoren haben die Möglichkeit, die sogenannte Studiocam während ihrer Sendung zu deaktivieren.

Bereits im alten Sendekomplex gab es Webcams in den Studios. Diese verfügten jedoch nicht über die Möglichkeit, vom Betrachter gesteuert zu werden.

SWR3-Club[Bearbeiten]

Des weiteren besteht die Möglichkeit für die Hörer, Mitglied im „SWR3 Club“ zu werden. Man bekommt eine Ausweiskarte und zehnmal im Jahr das Clubmagazin „SWR3 Das Magazin“.

Kritik[Bearbeiten]

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Kritik muss immer belegt werden, erst recht wenn Kritiker genannt werden. Wer sind die Kritiker?

Kritiker bemängeln, dass diverse Elemente aus dem SWR3-Programm eher dem Privatradio als einem aus Gebührengeldern finanzierten öffentlich-rechtlichen Programm zuzurechnen seien. Dazu zählen sie u. a. die regelmäßige Verlosung von Fernreisen mit exzessiver Bewerbung im Programm bei laufender Nennung des Sponsoren, die zunehmende Benutzung von Slogans wie „Der beste Musikmix“ oder „Der beste Wetterservice“ und die Existenz einer im Tagesprogramm engen Musik-Rotation.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SWR3-Pressemeldung: Media-Analyse II/2013 – Danke, SWR3-Land!
  2. SWR cont.ra Extra: 10 Jahre SWR – Im Dienst der Öffentlichkeit. Abgerufen am 9. Januar 2010.
  3. SWR3 sendet ab heute aus neuen "Elch-Studios". Abgerufen am 16. Mai 2011.
  4. SWR3-Charts
  5. Wer moderiert wann der SWR3-Moderationsplan. Archiviert vom Original am 6. Januar 2011, abgerufen am 16. Januar 2014.
  6. Pressemeldung: Umbenennung der Sendung »Intensiv« in »Pop Shop«
  7. Informationen von SWR3 zum mobilen EmpfangAbgerufen am 4.August 2011