S (Statistiksprache)

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S
Paradigmen: imperativ, objektorientiert
Erscheinungsjahr: 1976
Entwickler: Rick Becker, Allan Wilks, John M. Chambers
Typisierung: dynamisch, stark
Dialekte: R, S-Plus
Beeinflusst von: C, APL, PPL, Scheme
Betriebssystem: Windows, Linux, Mac OS, Mac OS X, Solaris, NetBSD, FreeBSD
Lizenz: Abhängig von der Implementierung
stat.bell-labs.com/S/

S ist eine statistische Programmiersprache, die ursprünglich von John M. Chambers, Rick Becker und Allan Wilks an den Bell Laboratorien entwickelt wurde. Das Ziel der Sprache bestand den Worten von John Chambers nach darin, Ideen schnell und sinngetreu in Software zu verwandeln („to turn ideas into software, quickly and faithfully“).

Heute sind die beiden S-Implementierungen R und S-Plus verfügbar, die weitgehend, aber nicht vollständig, kompatibel sind. Die R-Implementierung wird im TIOBE-Index (Stand Februar 2012) auf Platz 20, S-Plus und generisches S werden unter den 100 verbreitetsten Programmiersprachen aufgeführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Old S[Bearbeiten]

Bereits 1969 veröffentlichte Chambers die Grundzüge einer statistischen Sprache[1]. Damals war es für statistische Berechnungen in der Regel noch nötig direkt Fortran-Routinen aufzurufen.

Die erste S-Implementierung (S1) entstand zwischen 1975 und 1976, Ziele der damals auf Honeywell Großrechnern unter dem Betriebssystem GCOS laufenden Sprache waren insbesondere Flexibilität und Programmierbarkeit.

Für die Folgeversion S2 (1980) wurden erstmals Lizenzen vergeben. Die Sprache unterstützte nun auch Unix-Maschinen.

New S[Bearbeiten]

Durch die Einführung von S3 im Jahre 1988 wurden fundamentale Änderungen in S und seiner Syntax eingeführt. Unter anderem erlaubte die neue Version nun erstmals die Formulierung statistischer Modelle. Ein kommerzieller Zweig (S-Plus) entstand.

Im Jahre 1992 wurde mit R die erste freie Version von S veröffentlicht. R ist für unterschiedliche Plattformen (Mac OS, Mac OS X, Linux, Solaris und Windows) verfügbar.

S4[Bearbeiten]

S4 führte 1998 ein neues, erheblich erweitertes Objekt- und Klassenmodell ein. Dieses wurde im Jahre 2000 auch von R übernommen.

Die Entwicklung von R wurde stark gefördert durch die Formierung des R Development Core Team (1997) und die Gründung der R Foundation (2002).

Heute stehen zwei Implementierungen der Sprache S zur Verfügung: Die kommerzielle Version S-Plus des Anbieters TIBCO und die freie Statistik-Umgebung R, ein GNU-Projekt. Die Mehrzahl der Programme, die für S-Plus geschrieben wurden, sind auch unter R lauffähig und umgekehrt. Unterschiede bestehen insbesondere in der Implementierung komplexer Graphiken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W. N. Venables, B. D. Ripley: Modern Applied Statistics with S. 4. Auflage, korrigierter Druck. Springer, Berlin u. a. 2003, ISBN 0-387-95457-0.
  • Lothar Sachs, Jürgen Hedderich: Angewandte Statistik. Methodensammlung mit R. 13. aktualisierte und erweiterte Auflage. Springer, Dordrecht u. a. 2009, ISBN 978-3-540-88901-4.
  • Phil Spector: An Introduction to S & S-PLUS. Duxbury Press, Belmont 1993, ISBN 0-534-19866-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: GNU_R – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Chambers: A Statistical Data Language, Statistical Computation, R. C. Milton and J. A. Nelder (editors), Academic Press, 1969, pp. 179-199.