Saʿd al-Faqīh

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Saʿd al-Faqīh (arabisch ‏سعد الفقيه‎‎; * 2. Januar 1957 in Zubair, Irak; in anderen Schreibweisen auch Sa'ad Al-Faghi, Sa'ad Al-Fagih, Sa'ad Al-Fakih oder Sa'ad Al-Faki) ist ein muslimischer saudi-arabischer Dissident, der derzeit im Exil in London lebt. Er ist Kritiker des saudischen Königshauses.

Sa'ad al-Faqih war bis März 1994 Professor für Chirurgie an der König-Saud-Universität und wurde wegen seiner Beteiligung an der islamischen Reformbewegung verhaftet. Nach seiner Freilassung wurde er Direktor des Londoner Büros des Committee for the Defense of Legitimate Rights (CDLR), der führenden saudischen Oppositionsgruppe. Er verließ das CDLR 1996 und gründete die islamische Reformbewegung Movement for Islamic Reform in Arabia (MIRA). Sie tritt für Gewaltenteilung, Meinungsfreiheit und Frauenrechte ein, Dinge, die die MIRA der saudischen Regierung abspricht. Die Gruppe hatte im Jahr 2003 zu einer Demonstration in Saudi-Arabien aufgerufen, bei der von der saudischen Polizei über 350 Verhaftungen vorgenommen wurden.

Berichten der britischen BBC zufolge wurde al-Faqih im gleichen Jahr Opfer eines Anschlags. Zwei Männer suchten ihn in seiner Wohnung auf und verletzten ihn mit Messerstichen am Bein; die Wunde musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Männer sollen beim Verlassen der Wohnung gesagt haben: „Fass das als Botschaft der saudischen Regierung auf“. Im Dezember 2004 stufte die US-Regierung al-Faqih als Terrorist ein; sie unterstellen ihm finanzielle Unterstützung der al-Qaida-Organisation, was al-Faqih jedoch abstreitet: Die US-Regierung unternahm diesen Schritt, weil al-Faqih kritisch gegenüber dem Saudi-Regime eingestellt ist.

Die in Israel ansässige Gruppe Sofir (Society for Internet Research) zur Beobachtung von islamistischen Extremisten beschuldigt al-Faqih, die kontroverse Website der al-Qalʿa (arabisch ‏القلعة‎) geführt zu haben, auf der militante Islamisten unter anderem die Terroranschläge am 7. Juli 2005 in London angekündigt haben. Al-Faqih dementiert diese Behauptung; sie diene lediglich dem Zweck, seinen Ruf zu schädigen.

Zudem pflegte al-Faqih Kontakte zu Osama bin Laden, unter anderem soll er seine für die Terroranschläge am 11. September 2001 eingesetzten Terrorkämpfer in afghanischen Camps betreut haben. In einem Interview mit dem TV-Magazin Frontline des US-amerikanischen Senders PBS äußerte er unter anderem, dass der Name al-Qaida für die Bezeichnung von Osama Bin Ladens Terrornetzwerks eine Erfindung des Westens war, da der ursprüngliche Begriff lediglich eine Liste von Personen war, die Bin Ladens Gästehaus in Peschawar besucht hatten (vgl. al-Qaida: Umstrittene Namensgebung).

Quellen[Bearbeiten]