Saab

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saab (Begriffsklärung) aufgeführt.
Saab AB
Logo Saab.svg
Rechtsform AB (Aktiebolag)
ISIN SE0000112385
Gründung 1937
Sitz Stockholm, Schweden
Leitung Håkan Buskhe, Präsident und CEO

Marcus Wallenberg, Vorsitzender

Mitarbeiter 13.068 (2011)[1]
Umsatz 23,498 Mrd. SEK (2011)
Branche Luftfahrt, Rüstung
Produkte Militärflugzeuge, Verkehrsflugzeuge, WaffensystemeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.saabgroup.com
Saab 340 - zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug
Saab Viggen - einstrahliges Düsen-Jagdflugzeug

Saab AB ist ein schwedischer Flugzeugbau- und Rüstungskonzern. Das 1937 als Svenska Aeroplan Aktiebolaget (woraus später „Saab“ als Akronym abgeleitet wurde) gegründete Unternehmen unterhielt seit 1947 eine Pkw-Sparte, welche ab 1990 als Saab Automobile AB firmierte und 2000 vollständig aus dem Konzern ausgegliedert wurde. 1968 fusionierte Saab mit dem Lkw-Hersteller Scania und firmierte bis zur Trennung dieser Fusion 1995 als Saab-Scania.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1937 zum Bau von Militärflugzeugen als Zusammenschluss der AB Svenska Järnvägsverkstäderna mit der Svenska Flygmotor AB in Linköping (Schweden) gegründet. In der ersten Zeit wurden nur Lizenzprodukte hergestellt, etwa das deutsche Bombenflugzeug Ju 86A oder die amerikanische NA-16. 1940 begann man mit der Produktion in Trollhättan. Im selben Jahr entstand der erste eigene Entwurf von Saab, der zweisitzige Sturzkampfbomber Saab 17, der bis 1948 bei der Flygvapnet eingesetzt und auch nach Äthiopien exportiert wurde. Ein weiterer Erfolg war die zweimotorige Saab 18 von 1942. Sie wurde in 242 Exemplaren produziert und von 1944 bis 1956 als Bomber, Aufklärer, Sturzkampf- und Torpedobomber eingesetzt.

Das erste Strahlflugzeug von Saab war die 1947 zum ersten Mal geflogene Saab 21R, eine Weiterentwicklung der Saab 21. 1955 flog erstmals einer der größten Erfolge des Unternehmens im Flugzeugbau, die einsitzige Saab 35 Draken. Von diesem mit einem unkonventionellen Doppeldelta-Tragwerk ausgestattetem Abfangjäger entstanden 606 Stück, die auch nach Finnland, Dänemark und Österreich exportiert wurden und zum Teil noch heute fliegen. Modernstes militärisches Flugzeugmuster ist die Saab JAS-39 Gripen.

1999 erwarb Saab eine Beteiligung an dem schwedischen Rüstungshersteller Celsius AB. Im folgenden Jahr wurde Celsius AB und deren Tochter Bofors vollständig übernommen und die Sparte für Schwere Waffen an United Defense verkauft. Die verbliebene Lenkflugkörperproduktion firmiert seit 2000 als Saab Bofors Dynamics. Im Juni 2006 übernahm Saab von Ericsson sowohl die Verteidigungs-Sparte Ericsson Microwave Systems AB (EMW) als auch die Anteile am gemeinsamen Unternehmen Saab Ericsson Space AB (SES). SES firmierte nun unter dem Namen Saab Space als Geschäftseinheit von Saab.[2] Ihr gehörte unter anderem das Unternehmen Austrian Aerospace in Österreich. Im Juli 2008 wurde Saab Space an Ruag verkauft.[3]

Anfang Dezember 2011 entschied sich die Schweiz zum Kauf von 22 Kampfjets vom Typ "Saab JAS-39 Gripen". Die von der Leistung her schwächere "Gripen" setzte sich gegen die Rafale und den Eurofighter durch. Die niedrigeren Kosten waren der Hauptgrund für die Entscheidung, dennoch wurden nur 22 statt ursprünglich 33 neuer Flugzeuge bestellt. Der Kaufpreis liegt bei etwa 3,1 Milliarden Franken. Die Angebote der Konkurrenten lagen etwa um 1 Milliarde Franken höher. [4]

Kraftfahrzeuge[Bearbeiten]

Ein Saab 900 turbo aus den 1980er Jahren

Der erste Pkw war der Prototyp Saab 92001 („Ursaab“), der am 10. Juni 1947 fertiggestellt wurde. Ab 1949 produzierte Saab den daraus entwickelten Saab 92 in Serie. Zusätzlich gründete Saab 1968 mit dem finnischen Konzern Valmet in Finnland das Joint-Venture Saab-Valmet zur Produktion von Automobilen auch in Finnland. 1969 übernahm Saab den Lastkraftwagen-Hersteller Scania und firmierte seitdem als Saab-Scania.

Nach Verlusten der Automobilsparte im Jahr 1989 und gescheiterten Kooperationsplänen mit Ford[5] ging Saab-Scania im Dezember 1989 eine Partnerschaft mit dem US-Konzern General Motors ein.[6] Infolgedessen wurde im März 1990 aus dem Fahrzeugsektor der Saab-Scania AB das Joint-Venture Saab Automobile AB gegründet. Die Unternehmensanteile lagen zu je 50 % bei GM und Saab.[6] 1992 verkaufte Saab seine Anteile an Saab-Valmet. 1995 erfolgte die Wiederausgliederung der Scania AB und die Umfirmierung der Saab-Scania in Saab AB.[7] Im Januar 2000 verkaufte Saab AB die restlichen Anteile der Saab Automobile AB an General Motors. Saab AB hatte sich damit vollständig von der Fahrzeugproduktion getrennt.

Unter GM gelang es nicht, Saab Automobile wirtschaftlich zu führen, weiterhin musste Saab zahlreiche Entwicklungsarbeiten für den amerikanischen Konzern leisten. GM veräußerte Saab an den Kleinserienhersteller Spyker, der nicht die nötigen Mittel aufbringen konnte, das Unternehmen zu sanieren. Als dieser sich zurückzog, verweigerte GM neuen Interessenten für Saab Automobile wichtige Lizenzen für bisherige Produkte, darunter den beiden chinesischen Partnerfirmen Pang Da und Youngman[8] Am 19. Dezember 2011 gab die Firmenleitung die Einreichung eines Insolvenzantrags bekannt, nachdem alle Verhandlungen mit potenziellen Käufern gescheitert waren.[9] General Motors blockierte den Verkauf an die beiden chinesischen Unternehmen, um seine Technik nicht an chinesische Investoren abtreten zu müssen.[10][11]

Seit 2012 arbeitet das Unternehmen NEVS an einer Neuaufnahme der Produktion von Saab-Fahrzeugen. Ersetzt werden mussten alle Bauteile, an denen GM weiterhin Rechte hält oder die von Zulieferern stammen, welche die Produktionseinstellung nicht überlebt hatten. Im Herbst 2013 wurden die ersten Vorserienfahrzeuge produziert, seit Dezember werden wieder Saab 9-3 produziert, nach einem großen Facelift 2014 werden die Fahrzeuge auch wieder weltweit angeboten. Parallel zum Facelift wird eine Elektroversion vorgestellt werden.[12][13]

Konzernstruktur[Bearbeiten]

Die Aktien werden mehrheitlich von institutionellen Anlegern gehalten, zweitgrößter Anteilseigner ist die Investor AB. Saab stellt sowohl zivile als auch militärische Flugzeugtypen her. Größter Abnehmer der Kampfflugzeuge ist die schwedische Luftwaffe. Saab ist auch Lieferant für andere Luftfahrzeughersteller wie Airbus (z. B. Teile der Rumpf- und Flügelstruktur) oder NHI (Rumpfteile).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saab – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Saab – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.saabgroup.com/Global/Documents%20and%20Images/About%20Saab/Investor%20relations/Financial%20reports/SAAB_AR_ENG_final_120313.pdf
  2. Space becomes 100 percent Saab
  3. Medienmitteilungen vom 15. Juli 2008: "Die RUAG stärkt ihre Position im Raumfahrtgeschäft", (abgerufen am 25. Jul 2008)
  4. Schweiz entscheidet sich für günstigere Kampfjets aus SchwedenVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  5. Ford Seeks 51% Of Saab-Scania (Englisch) New York Times. 14. Oktober 1989. Abgerufen am 20. Februar 2009.
  6. a b Saab-G.M. Unit Set Up (Englisch) New York Times. 23. März 1990. Abgerufen am 20. Februar 2009.
  7. Saab A History of high technology (Englisch) Saab AB. 20. April 2010. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  8. Chinesische Partner-Firmen übernehmen Saab. In: Der Standard, 28. Oktober 2011.
  9. DAPD, dpa-AFX: Insolvenzantrag. Keine Lösung für Saab. In: FAZ.net, 19. Dezember 2011.
  10. Saab - Das endgültige Aus. In: Focus, 12. Dezember 2011.
  11. GM blockiert Saab-Rettung aus Angst vor China. In: Die Welt, 8. November 2011.
  12. http://orf.at/#/stories/2195609/ Automarke Saab plant Comeback, ORF.at vom 21. August 2013
  13. Produktionsstart im Herbst: Saab plant Comeback auf Spiegel Online vom 21. August 2013, abgerufen am 21. August 2013