Saab 9-3

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Saab 9-3
Hersteller: Saab/GM
Produktionszeitraum: 1998–2011
Klasse: Mittelklasse
Vorgängermodell: Saab 900
Nachfolgemodell: keines

Der Saab 9-3 ist ein im Frühjahr 1998 eingeführtes, frontgetriebenes, fünfsitziges Pkw-Modell des schwedischen Herstellers Saab. Im Dezember 2011 wurde die seit April unterbrochene Produktion aufgrund der Insolvenz von Saab bis auf Weiteres beendet.

Inhaltsverzeichnis

9-3 I (Typ YS3D, 1998–2003) [Bearbeiten]

1. Generation
Saab 9-3 Limousine (1998–2003)

Saab 9-3 Limousine (1998–2003)

Produktionszeitraum: 1998–2003
Karosserieversionen: Schrägheck, fünftürig
Coupé, dreitürig
Cabriolet, Stoffverdeck
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,3 Liter
(96–169 kW)
Dieselmotoren:
2,2 Liter (85/92 kW)
Länge: 4630 mm
Breite: 1712 mm
Höhe: 1427 mm
Radstand: 2606 mm
Leergewicht: 1295–1560 kg

Der erste 9-3 war das direkte Nachfolgemodell des Saab 900 II.

Aufgrund der zahlreichen Änderungen (je nach Quelle und Zählweise 450 bis 1100) hauptsächlich an der Mechanik, wenn auch nicht so sehr am Aussehen, kann der Modellwechsel nicht als „Facelift“ im eigentlichen Sinne angesehen werden. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal sind die geänderten Rückleuchten und der leicht veränderte Kühlergrill. Um die Crashsicherheit auf dem neuesten Stand zu halten gibt es nun auch serienmäßige Seitenaibags, die in die neuen Sitze integriert sind. Der erste Saab 9-3 war als Fünftürer mit Schrägheck, als dreitüriges Coupé und als Cabriolet erhältlich. Der cw-Wert betrug 0,34; für das Modell Viggen allerdings durch Frontspoiler und verbesserten Unterbodenluftfluss 0,31. Die Anbauteile sind auch als Aerodynamikkit erhältlich. Nach Beendigung der Produktion der 9-3 Limousine in Trollhättan im Sommer 2002 wurde die Fertigung nach Nystad/Finnland verlagert. Ab dem Modelljahr 1999 ist zudem erstmals von Saab ein von Steyr-Puch entwickelter und von Opel in Kaiserslautern produzierter Dieselmotor mit 2,2 l Hubraum, einer VP44-Einspritzpumpe von Bosch und zwei Ausgleichswellen, mit zunächst 85 und später 92 kW Leistung angeboten worden.

In Nystad wurde die Produktion der ersten 9-3-Serie am 25. April 2003 beendet. Von den 7.789 in Finnland gebauten Limousinen waren über 6.000 vom Typ Viggen.[1] Vom 9-3 I wurden 326.370 Exemplare hergestellt.[2]

9-3 II (Typ YS3F, 2002–2011) [Bearbeiten]

2. Generation
Saab 9-3 Limousine (2002–2007)

Saab 9-3 Limousine (2002–2007)

Produktionszeitraum: 2002–2011
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Kombi, fünftürig
Cabriolet, Stoffverdeck
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,8 Liter
(90–206 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,2 Liter
(88–132 kW)
Länge: 4635–4654 mm
Breite: 1762 mm
Höhe: 1466–1492 mm
Radstand: 2675 mm
Leergewicht: 1440–1765 kg

Schon vor dem Produktionsende des Vorgängers folgte im September 2002 das neue Modell, das auf der GM-Epsilon-Plattform basiert. Im Gegensatz zum 900 von 1993 und dem 9-3 von 1998 war der neue 9-3 nicht mehr als Schrägheck-Variante, sondern als Stufenhecklimousine zu kaufen. Dies sollte zu diesem Zeitpunkt nach Marktforschungsergebnissen die ansprechendste Form mit den höchsten Verkaufszahlen sein.(cw-Wert 0,28[3]). Das Cabrio folgte im August 2003. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, der Saab 9-3 II sei nur ein modifizierter Opel Vectra C, stammen lediglich 30 Prozent aller Teile an diesem Fahrzeug aus dem GM-Regal. Die restlichen 70 Prozent sind von Saab entwickelt worden. Dies ist auch der Grund, warum GM keine Lizenzrechte an diesem Wagen hat. (Anders beim Saab 9-5II und Saab 9-4X)

Ab März 2005 wurde der 9-3 als Kombi angeboten (cw-Wert 0,33;[4] mit allerdings größerer Stirnfläche als der Saab 9-3 I hatte). Er bedient als sogenannter Sport- oder Lifestylekombi dieselbe Zielgruppe wie die Kombis der Mittelklasse z. B. von BMW, Audi und Mercedes-Benz, d. h., der Hersteller hat fahrerische bzw. stilistische Aspekte unter dem Begriff „Sport“ vor die reinen Transportqualitäten gestellt. In dieser (durch die Bezeichnung SportCombi unterstrichenen) Ausrichtung folgt der 9-3 Kombi seinem größeren Schwestermodell, dem Saab 9-5 Kombi. Entsprechend sank das Kofferraumvolumen von 494 l beim 9-3 I auf 425 l (Salon) bzw. 419 l (Kombi)[5]

Bei den Dieselmotoren gab es bis 2004 nur eine leicht überarbeitete Version des 2.2 l Motors aus dem Vorgängermodell. Ab 2004 gibt es die in einer Kooperation zwischen GM und Fiat entwickelten 1.9 l Dieselmotoren mit 150 PS (16V) sowie 120 PS (8V). Diese sind nun serienmäßig mit einem wartungsfreien Partikelfilter ausgerüstet und erfüllen die Euro 4 Norm. Da diese Motoren auch in fast allen Opel, Alfa und Fiat-Modellen Verwendung finden, ist eine Ersatzteilbeschaffung meist einfach und kostengünstig. Wie bei allen modernen Dieselmotoren sind defekte Drallklappen und das AGR-Ventil (Abgasrückführung) die häufigste Fehlerquelle. Auch sind alle 1.9TiD Modelle mit 6-Gang Handschaltung oder einer 6-Gang Automatik erhältlich.

Der Saab 9-3 II verfügt außerdem über eine hohe Unfallsicherheit und erreichte im Jahr 2002 beim Crashtest 5 von 5 Sternen.

Serienmäßig gab es:

  • Fahrer- und Beifahrerairbags
  • Seitenairbags
  • Kopfairbags (durchgehend bis in den Fond)
  • ABS
  • ESP
  • TCS (Traktionskontrolle)
  • CBC (Kurvenbremskontrolle)
  • MBA (mechanischer Bremskraftverstärker)
  • elektronischer Bremsassistent
  • Aktivkopfstützen der 2.Generation vorne
  • Dreipunktautomatikgurte auf allen fünf Sitzplätzen
  • ComSense (Verzögert Meldungen des Bordcomputers bei Gefahrsituationen)

Modellpflege [Bearbeiten]

2007 [Bearbeiten]

Mit dem Erscheinen des 9-3 SportCombi wurde der Innenraum überarbeitet und bot nun ein neues Navigationssystem, eine andere Klimatisierungssteuerung und leichte Designänderungen im Tachobereich.

Im Herbst 2007 wurde das Frontstyling an den nur in den USA verkauften Saab 9-2X angelehnt. Zur Motorenpalette kamen zwei BioPower-Motoren mit Turboaufladung für alle Modellvarianten – ein 1.8t mit 129 kW (175 PS) und ein 2.0t mit 147 kW (200 PS) (je 18 kW mehr als beim Betrieb mit Superbenzin). Als neuer Dieselmotor wurde ein 1.9 TTiD mit Biturbo, 132 kW (180 PS) und 400 Nm (370 Nm mit Automatikgetriebe) eingeführt.

Ab 2008 war der 9-3 auch mit Allradantrieb erhältlich (Markenname XWD, eine Haldex-Kupplung der vierten Generation mit elektronisch/hydraulischer Steuerung auch des hinteren Differentials). Als erstes allradgetriebenes Modell wurde das limitierte Sondermodell Turbo X mit 206 kW (280 PS) Ende 2007 vorgestellt. Dieses Fahrzeug war auf 2.000 Einheiten limitiert.

Im Frühjahr 2009 wurde ein weiteres auf dem Kombi basierendes Modell mit SUV-Optik (höher gelegt, schwarze Kunststoffverkleidung) vorgestellt, das ab Herbst 2009 als 9-3X verkauft wurde.

2011 [Bearbeiten]

Saab 9-3 Limousine Griffin (2011)
Heckansicht

Im Frühjahr 2011 bekam der 9-3 ein weiteres Facelift, mit dem er den Zusatznamen Griffin erhielt. Diese Version erhielt u. a. Modifikationen an Front und Heck in Anlehnung an den Saab 9-5 II, einem Innenraum mit verbesserter Materialanmutung und aktualisierten Motoren wie z. B. Direkteinspritzung für Benziner sowie Twin-Scroll-Turbotechnik für die 1,9 l Dieselmotoren. Außerdem wurde das Heck „gecleant“. Das somit entfallende Greif-Logo wurde wie bei den ersten Saabmodellen durch den klassischen Schriftzug ersetzt.

Alle Motoren erfüllten von da an auch die Euro-5-Norm.[6]

Für Ende 2012 war die Markteinführung der dritten Generation des 9-3 geplant. Für diese wurden ursprünglich sowohl die auch im neuen 9-5 verwendete Epsilon II-Plattform als auch die kleinere Delta-Plattform (z. B. aus dem Opel Astra J bekannt) untersucht, schlussendlich aber entschieden, die derzeitige, bereits gegenüber der Epsilon-I-Plattform modifizierte Plattform des 9-3 II weiterzuentwickeln.[7][8] Aufgrund der Insolvenz von Saab wurden diese Pläne nicht mehr realisiert.

Abmessungen [Bearbeiten]

Modell Länge (mm) Breite (mm) Höhe (mm) Radstand (mm) Spur v/h (mm) Leergewicht (kg)
SportLimousine 4647 1762 (2038) 1473 2675 1524/1506 1440–1680
SportCombi 4670 1762 (2038) 1498 2675 1524/1506 1475–1765
Cabriolet 4647 1762 (2038) 1437 2675 1524/1506 1650–1715

Motoren [Bearbeiten]

Rennsport [Bearbeiten]

Der Saab 9-3 Viggen Pikes Peak wurde speziell für das Pikes Peak International Hill Climb im Jahr 2000 umgebaut. Dazu wurde der 2,0 16 V Turbo (B204L) aus dem Vorgängermodell Saab 900 von der in Trollhättan ansässigen Firma Trollspeed getunt und erreichte 552 kW (750 PS), 2 Jahre später sogar 588 kW (800 PS). Der Fahrer Per Eklund konnte 2000 mit dem Wagen einen Klassenrekord von 11:20,580 Minuten in der Klasse „Pikes Peak Open“ aufstellen, der bis 2012 bestand. 2002 erreichte Per Eklund mit dem verbesserten Fahrzeug sogar eine Zeit von 11:13,200 Minuten, diesmal aber in der „Unlimited“-Klasse. Der Wagen beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,3 Sekunden und verfügt über einen Allradantrieb mit programmierbaren aktiven Differenzialen.

Zukunft [Bearbeiten]

Ein neuer 9-3 könnte nach aktuellem Planungsstand im Herbst 2013 oder Frühjahr 2014 auf den Markt kommen und auf der "Phoenix"-Plattform basieren. Er soll sowohl mit konventionellem Antrieb und als reines Elektroauto angeboten werden[9].

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Saab 9-3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. valmet-automotive.com
  2. saabhistory
  3. autosieger.de
  4. atzonline.de
  5. rp-online.de
  6. saabsunited.com
  7. blogs.motortrend.com
  8. saabsunitedny.com
  9. [1]