Saal an der Donau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Saal a.d.Donau
Saal an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Saal a.d.Donau hervorgehoben
48.911.929166666667346Koordinaten: 48° 54′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Saal an der Donau
Höhe: 346 m ü. NHN
Fläche: 44,11 km²
Einwohner: 5289 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93342
Vorwahl: 09441
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 166
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 4
93342 Saal a.d.Donau
Webpräsenz: www.saal-donau.de
Bürgermeister: Peter Buberger (Unabhängige Wähler)
Lage der Gemeinde Saal a.d.Donau im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
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Saal an der Donau (amtlich: Saal a.d.Donau) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Saal a.d.Donau.

Geographie[Bearbeiten]

Saal a.d.Donau liegt im Tal der Donau an der Bundesstraße 16 zwischen Regensburg und Ingolstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Kath Pfarrkirche Christkönig

Ortsteile:

  • Buchhofen
  • Reißing
  • Mitterfecking
  • Peterfecking
  • Oberfecking
  • Einmuß
  • Seilbach
  • Oberschambach
  • Unterschambach
  • Oberteuerting
  • Unterteuerting
  • Kleinberghofen
  • Gstreifet
  • Kleingiersdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt[Bearbeiten]

Das leicht kultivierbare Tal der Donau ist uralter Siedlungsboden. So haben bereits die Neandertaler hier gelebt. Davon zeugen Faustkeile, die gefunden wurden. Auch in den späteren vorchristlichen Jahrhunderten lebten wohl immer Menschen hier, was Gräber und Reste von Siedlungen beweisen.

Die Kelten[Bearbeiten]

Durch den Abbau von Eisen war die Gegend um Saal von zirka 400 bis 100 vor Christus Teil eines dichtbesiedelten Zentrums der Kelten. Noch heute lassen sich Spuren dieser Keltenschanzen - befestigte Schutzanlagen - finden. Der Wall dieser Befestigung am Ringberg bei Untersaal ist 2,2 Kilometer lang. Ähnliche Anlagen findet man in Kleingiersdorf und Unterschambach.

Die Römer[Bearbeiten]

Den vordringenden Römern hatten die Kelten nichts entgegenzusetzen. Die Donau wurde nun Teil des Limes, der das römische Reich schützen sollte. Auch die Römer errichteten befestigte Anlagen zum Schutz. So wurde etwa um 350 nach Christus in Untersaal ein Burgus errichtet.

Völkerwanderung[Bearbeiten]

Der Feckinger Bach, die damalige Sala wurde ab 400 nach Christus zum Namensgeber von Saal. Aus der Zeit der Völkerwanderung sind wenig historische Fakten bekannt. Wahrscheinlich bot der Kelheimer Raum auch in dieser kriegerischen Zeit Menschen immer geeigneten Siedlungsboden. So sind Gräber der Bajuwaren nachgewiesen.

Reichsstift Niedermünster[Bearbeiten]

Im Jahre 1002 wurden dem Reichsstift Niedermünster in Regensburg von König Heinrich II. schriftlich Königsschutz, Immunität und Wahlrecht verliehen. Somit gingen Besitz und Rechte an einem Gebiet, das von Kelheim bis Einmuß reichte an das Reichsstift Niedermünster. Jetzt findet auch die erstmalige, urkundliche Erwähnung der späteren Gemeinde statt.

Säkularisation[Bearbeiten]

Saal war Gerichtsort, im 19. Jahrhundert als Schranne bezeichnet.

Neuzeit[Bearbeiten]

Von 1944 bis 1945 war bei Saal ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit der Bezeichnung "Ring Me". Hier sollte ein Teil der Produktion der Flugzeugfirma Messerschmitt in Regensburg ausgelagert werden, die seit 1943 Luftangriffen der Alliierten ausgesetzt war. Zeitweise bis 600 Häftlinge lebten dort unter mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen, von denen mehrere hundert umkamen. Das Lager bei Saal war eine von vielen "versteckten" Produktionsstätten in Süddeutschland. Im Friedhof Saal weist ein Gedenkstein auf die Opfer der Zwangsarbeiter hin.

Im Jahr 2002 konnte Saal a.d.Donau seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren feiern. Das ganze Jahr über wurden Veranstaltungen durchgeführt. Eine Ausstellung im Rathaus mit Bildern aus der Saaler Historie von Februar bis November, ein Jubiläumsfestakt im April und ein Jugendfest im November als Ausklang des Jubeljahres. Den Höhepunkt fanden die Feierlichkeiten aber vom 19. bis 21. Juli zum Auftakt mit einem bayerischen Heimatabend in Untersaal und einem gigantischen historischen Fest die beiden weiteren Tage an verschiedenen Plätzen in Obersaal. An vier Plätzen war die lebendige Geschichte von Saal zu bewundern. Ein durchgehendes Programm auf drei Bühnen diente der Unterhaltung mit Aufführungen, musikalischen Darbietungen und Vorführungen von historischen Handwerken und Geräten. Der Höhepunkt war der große historische Festumzug "von der Steinzeit bis zur Industriegemeinde" mit 109 Gruppen und ca. 2100 Teilnehmern. Über 20.000 Besucher zählte das historische Spektakel!

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reißing und Teuerting eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1978 kam Mitterfecking hinzu.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Wahl des Gemeinderats (Stand: 2. März 2008):

  • Christlich-Soziale Union (CSU): 5 Sitze
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 4 Sitze
  • Unabhängige Wähler (UW): 7 Sitze
  • Freie Wähler Saal (FW): 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1990 ist Peter Buberger (UW) Bürgermeister. Er übernahm das Amt von Johann Schlachtmeier (FW) , der von 1966 bis 1990 das Amt innehatte. Von 1945 bis 1966 führte Joseph Hacker (SPD) als Gemeindeoberhaupt die Gemeinde an.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Saal ist blau. Von links oben nach rechts unten verlaufen drei silberne Balken. Rechts oben findet sich ein goldenes Posthorn. Das Posthorn weist auf die in Saal damals ansässige Poststation des Hauses Thurn und Taxis hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Alte Pfarrkirche, die bis auf das Jahr um 1480 zurückreicht
  • Christ-König-Kirche, mit einem eindrucksvollen sechsstimmigen Geläut
  • Pestkapelle, errichtet zur Abwendung der Pest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Mit seinen Handwerks- und Industriebetrieben weist Saal a.d.Donau eine stabile wirtschaftliche Grundlage auf. Der Hafen Kelheim-Saal, der an das Industriegebiet angrenzt, bildet die ideale Basis für wirtschaftliches Wachstum.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Saal liegt an der Donautalbahn Ingolstadt-Regensburg. Die Bundesstraße 16 und der nahe Autobahnanschluss zur Bundesautobahn 93 bilden eine ideale Verkehrsanbindung. Der Industriehafen Kelheim-Saal und ein Yachthafen schließen Saal an das Wassernetz der Donau an.

Langjährig ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das Kalkwerk prägt seit Jahrzehnten große Teile von Saal. Mittlerweile gehört es zur Firma Fels. Die Cetto Group ist seit 1960 in der Kunststoffverarbeitung tätig. Die Firma Mahlo, welche seit den 1940er Jahren existiert, hat ihren Hauptsitz ebenfalls in Saal. Der Hafen Kelheim-Saal entwickelte sich zum Güterverkehrszentrum. Viele Firmen haben sich hier angesiedelt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Bereich der Gemeinde Saal sind drei Kindergärten ("Fröhliche Heide", "Zwergerlhaus" in Mitterfecking und "Montessori Kinderhaus Saal"), eine Kinderkrippe und eine Volksschule (Grund- und Mittelschule) mit Hallenbad, welches im Winter öffentlich zugänglich ist.

Das Freibad mit seinen drei Becken zieht im Sommer viele Besucher, auch aus den benachbarten Gemeinden an.

Bildung[Bearbeiten]

Die Volksschule Saal vereint Grund- und Mittelschule. Den Schülern, aber auch den Bürgern steht ein gemeindeeigenes Schwimmbad an der Schule zur Verfügung. Eine Musikschule ergänzt die schulischen Möglichkeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 494.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  4. Alle Bürgermeister von 1846 bis heute

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saal an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien