Saale

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Saale
Das Einzugsgebiet der Saale mit hervorgehobenen Wasserscheiden von Unstrut und Weißer Elster; zusätzlich ist die Bode hervorgehoben

Das Einzugsgebiet der Saale mit hervorgehobenen Wasserscheiden von Unstrut und Weißer Elster; zusätzlich ist die Bode hervorgehoben

Daten
Gewässerkennzahl DE: 56
Lage In Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Saalequelle bei Zell im Fichtelgebirge
50° 7′ 8″ N, 11° 49′ 42″ O50.11888888888911.828333333333728
Quellhöhe 728 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Barby in die Elbe51.95472222222211.91388888888949.5Koordinaten: 51° 57′ 17″ N, 11° 54′ 50″ O
51° 57′ 17″ N, 11° 54′ 50″ O51.95472222222211.91388888888949.5
Mündungshöhe 49,5 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 678,5 m
Länge 413 km[1]
Einzugsgebiet 23.719 km²[2]
Abfluss am Pegel Calbe Grizehne[3]
AEo: 23.719 km²
Lage: 17,4 km oberhalb der Mündung
NNQ (24.06.1934)
MNQ 1932/2009
MQ 1932/2009
Mq 1932/2009
MHQ 1932/2009
HHQ (07.01.2003)
11,5 m³/s
43,4 m³/s
114 m³/s
4,8 l/(s km²)
381 m³/s
741 m³/s
Linke Nebenflüsse Schwarza, Ilm, Unstrut, Wipper, Bode
Rechte Nebenflüsse Weiße Elster
Großstädte Jena, Halle (Saale)
Mittelstädte Hof (Saale), Saalfeld/Saale, Rudolstadt, Naumburg (Saale), Weißenfels, Merseburg, Bernburg (Saale)
Häfen Hafen Halle (Saale), Sophienhafen in Halle (Saale)
Schiffbar Von der Mündung bis Bad Dürrenberg; für Europaschiffe bis Halle-Trotha
Saaletal bei Hof

Saaletal bei Hof

Die Saale, auch Sächsische Saale, früher überdies auch Thüringische Saale[4] oder (seltener) Vogtländische Saale[5], ist ein Fluss in Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mit einer Länge von 413 Kilometern ist sie nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe. Mit einem mittleren Abfluss von 115 m³/s nimmt sie in der Rangfolge der wasserreichsten Nebenflüsse gemeinsam mit der Havel ebenfalls Platz zwei hinter der Moldau ein. Die Saale entwässert von der Quelle bis zur Mündung ein Gebiet von 24.100 Quadratkilometern.

Seit dem 3. Oktober 1990 ist die Saale von km 0,0 bis 124,2 Bundeswasserstraße und wird von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg) betreut.

Name[Bearbeiten]

Die Saale entspringt in Oberfranken. Zur Unterscheidung von der kleineren Fränkischen Saale in Unterfranken wird sie im bayerischen Teil offiziell Sächsische Saale genannt. Sie berührt jedoch das ehemalige Königreich bzw. den Freistaat Sachsen nicht, wohl aber durchfließt sie nach Oberfranken das Gebiet des ehemaligen Obersächsischen Reichskreises, der vom 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert existierte, und nach Thüringen die ehemalige preußische Provinz Sachsen. Die Bezeichnungen Thüringische Saale und Vogtländische Saale sind heute weniger geläufig. Der Name bedeutet soviel wie von Weiden bestandener Fluss und kommt mehrfach in Deutschland vor und bezeichnet z. B. auch einen Nebenfluss der Leine. Die Saale wurde um ca. 973 vom Araber Ibrāhīm ibn Yaʿqūb unter dem Namen S.lawa erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt siedelten bereits Slawen an den Ufern. Die Fränkische Saale wurde erstmals im Jahr 777 unter den Namen Sala und Salu in einem Fuldaer Urkundenbuch erwähnt. Die Namen mit der allgemeinen Bedeutung als fließendes Gewässer lassen sich schon bei dem griechischen Geografen Strabon (etwa 63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) belegen. Ihr slawischer Name Solawa, der heute noch in der sorbischen Literatur Verwendung findet, geht auf althochdeutsch sol (sul) Salz und awa [6] (auwa, ouwa, got. ahva, ahd. aha) Wasser, später nasse Wiese, Aue zurück. Im Raum Halle wird der Name wegen der dortigen Salzquellen ebenfalls, wie auch die Stadt Suhl, mit dem deutschen Sole in Verbindung gebracht. Vermutlich geht die slawische Bedeutung schlichtweg auf die germanische Bezeichnung zurück, da nicht alle als Saale bezeichneten Flüsse mit Salzabbau in Verbindung zu bringen sind.

Verlauf[Bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten]

Saalequelle im Waldstein

Die Saale entspringt im Fichtelgebirge zwischen Zell und Weißenstadt am Nordwesthang des Waldsteins. Die offizielle Saalequelle befindet sich auf 707 Meter ü. NN. An dem mit rohen Granitblöcken verblendeten ehemaligen Mundloch eines Bergwerksstollens, ist eine Syenitplatte mit der Inschrift: „Quelle der Saale, gefasst von den Städten Münchberg, Schwarzenbach, Hof, Weißenfels, Halle 1869“ angebracht. Die Initiative zum Umbau des Mundloches zur offiziellen Saalequelle ging damals von der Stadt Münchberg aus. Die in der Inschrift erwähnten Städte beteiligten sich an den Kosten. Das gesamte Areal ist heute ein geschütztes Naturdenkmal. Die Saalequelle ist Ausgangspunkt des 427 Kilometer langen Radwanderwegs Saale.

Oberlauf[Bearbeiten]

Wehr bei Dornburg
Saale bei Saaleck
Saale in Merseburg

Zwischen Zell und Hof, auf der Münchberger Hochfläche, fließt die Saale relativ langsam dahin. Zwischen der Einmündung des Tannbachs und der Selbitz bildet sie die Grenze zwischen Bayern und Thüringen, ehemals Teil des „Eisernen Vorhangs“. Anschließend verläuft der Fluss quer durch das Thüringer Schiefergebirge. Dort ist die Saale mehrfach angestaut, die größten Stauseen einer fünfstufigen Kaskade sind der Hohenwarte- und der Bleiloch-Stausee.

Der Bereich der mittleren Saale beginnt bei Kaulsdorf-Weischwitz mit dem Austritt des Flusses aus dem Thüringer Schiefergebirge und dem Durchbruch durch die Randplatten des Thüringer Beckens. Der Fluss berührt dort unter anderem Saalfeld/Saale, Rudolstadt und Jena.

Bei Naumburg nimmt die Saale die Unstrut auf. Bis dorthin ist die Saale zwar wasserreicher, aber kürzer als die Unstrut, so dass eigentlich letztere als Oberlauf der Saale anzusehen ist.[7] Die abweichende Benennung des kürzeren Flusses als Oberlauf des Gesamtflusses mag wie bei anderen Flüssen aus der Unkenntnis der Längenverhältnisse der beiden Flüsse zueinander oder aus einer unterschiedlich gewichteten wirtschaftlichen Bedeutung resultieren.[8]

Unterlauf[Bearbeiten]

Nach dem Austritt aus dem Naturpark Saale-Unstrut-Triasland in Weißenfels beginnt der Unterlauf der Saale in einer flachen Landschaft durch die Städte Weißenfels, Bad Dürrenberg, Merseburg und Halle (Saale).

Im Altpleistozän floss die Saale von Naumburg in Richtung Zwenkau, teilte sich bei Lützen in den Leipziger und den Schkeuditz-Lützener Saalearm und nahm südlich von Zwenkau die Weiße Elster auf.[9] Schon zu Beginn der nach ihr benannten Saalekaltzeit erreichte die Saale den Leipziger Raum nicht mehr. Seitdem fließt sie über das heutige Weißenfels in nördliche Richtung, während ihr ehemaliges Flussbett von der Weißen Elster benutzt wird (Leipziger Saalearm).

Südlich von Halle liegen die ökologisch wertvollen Saale-Elster-Auen, im halleschen Stadtgebiet mehrere Inseln und Felsen am Ufer (Klausberge, Kröllwitzer Felsen mit dem Saaledurchbruch) und der Giebichenstein mit der Burgruine. Unterhalb von Halle passiert die Saale die Steilufer der Brachwitzer Alpen, Wettin und die Rothenburger Sandsteinfelsen aus dem Oberkarbon[10] und Bernburg (Saale).

Die Saale mündet bei Barby in die Elbe.

Wasserbau[Bearbeiten]

Krafthaus der Bleilochtalsperre
Abschnitt des oberen Teils des Hohenwarte-Stausees.

Stauseen[Bearbeiten]

Am Oberlauf der Saale liegen in dieser Reihenfolge folgende Stauseen:

Sie bilden die Saalekaskade, den zweitgrößten Verbund von Wasserkraftwerken in Deutschland.

Laufwasserkraftwerke[Bearbeiten]

WKW Paradieswehr in Jena
Tafel zur Wasserkraftanlage in Planena

Sowohl am Rasenmühlenwehr[11] als auch am Paradieswehr[12] in Jena befinden sich Wasserkraftanlagen. Sie wurden 1999/2000 an den bestehenden Wehren errichtet. Vorher befanden sich an den Wehren Schleusen für die Flößerei.

In Halle (Saale) besteht beim Ortsteil Planena eine Wasserkraftanlage, zwei weitere sollen an den Wehren Pulverweiden und Trotha entstehen.

Weitere Laufwasserkraftwerke gibt es in Unterpreilipp[13], Uhlstädt, Jena-Burgau[13], Döbritschen und Camburg sowie in Walsburg, in der alten Pappenfabrik Ziegenrück und im Wasserkraftmuseum Ziegenrück.[14]

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Nebenfluss
Länge (km)
Einzugsgebiet
(km²)[15]
Zuflussmenge
(m³/s)
Mündung bei
Mündungsseite
Lamitz 0,242 Fattigau rechts
Schwesnitz 8,3 102,6 Oberkotzau rechts
Oelsnitz 37,1 Hof links
Südliche Regnitz 30 115,0 Hof rechts
Nördliche Regnitz 10 Hof-Unterkotzau rechts
Tannbach 6 Hirschberg rechts
Selbitz 37 246,8 Blankenstein bei Bad Lobenstein links
Lemnitz 46,7 Bad Lobenstein links
Wettera 58,2 Gräfenwarth rechts
Wisenta 55 175,7 1,2 Walsburg bei Schleiz rechts
Plothenbach 39,5 Ziegenrück rechts
Debra 31,7 Ziegenrück rechts
Otterbach 54,2 unterh. Ziegenrück links
Loquitz 33 364,3 3,9 Kaulsdorf links
Schwarza 53 507,0 5,5 Rudolstadt-Schwarza links
Remdaer Rinne 85,4 Rudolstadt links
Orla 35 258,2 1,4 Orlamünde bei Kahla rechts
Forellenbach 30,1 Schöps links
Reinstädter Bach 61,0 Kahla links
Leutra[16] 37,7 Maua links
Roda 34 262,3 Jena-Lobeda rechts
Felsbach 34 262,3 Jena-Burgau links
Pennickenbach Jena-Wöllnitz rechts
Ammerbach links
Leutra Maua links
Gembdenbach Jena-Wenigenjena rechts
Steinbach Jena-Löbstedt links
Gönnerbach 10 19,7 Neuengönna bei Jena links
Gleise 19 66,4 Golmsdorf bei Jena rechts
Tautenburger Tal 23,9 Dorndorf-Steudnitz rechts
Ilm 129 1042,7 6,0 Großheringen bei Naumburg links
Unstrut 192 6364,2 31,0 Naumburg links
Wethau 30 238,1 Naumburg rechts
Rippach 27 Dehlitz rechts
Geisel 17 Merseburg links
Luppe 25 0,054 Schkopau rechts
Weiße Elster 257 5154,0 25,1 Halle rechts
Roßgraben Halle links
Saugraben 5 Halle links
Kiesgrube Kröllwitz Halle links
Hechtgraben 5 Halle links
Götsche 15 Halle rechts
Salza 13 Salzmünde bei Halle links
Schlenze 15 Friedeburg links
Wipper 85 650 2,5 Bernburg links
Fuhne 59 Bernburg rechts
Bode 169 3300 13,0 Nienburg links
Taube 35 Barby rechts

Flora[Bearbeiten]

Bei freier Entwicklung der Flora ohne menschlichen Einfluss ergäbe sich laut Bundesamt für Naturschutz eine potenzielle Vegetation aus Hainsimsen- und Buchenwäldern am Oberlauf, Traubeneichen- und Hainbuchenwäldern sowohl am Mittellauf wie am linkssaalischen Unterlauf und Stieleichen- und Hainbuchenwäldern am rechtssaalischen Unterlauf.[17]

Wald-Storchschnabel in Hof (Saale)

Im Fichtelgebirge entspringt die Saale inmitten ausgedehnter Wälder.[18] Diese bilden den Lebensraum für geschützte Pflanzenarten wie z. B. Arnika, Busch-Nelke, Froschkraut, Türkenbund und Wacholder.[19]

Im Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge passiert der Fluss hinter Hof (Saale) die weitgehend entwaldete Münchberger Hochfläche mit ihren Fichten-Monokulturen und trennt im weiteren Verlauf das Vogtland, das in dieser Gegend gering bewirtschaftet wird, am rechten Ufer vom Frankenwald am linken. Für den Frankenwald ist nachgewiesen, dass er Ende des 19. Jahrhunderts fast vollständig abgeholzt war. Heute ist die Fichte, die zum Teil in Monokulturen vorkommt, der sichtbarste Vertreter der Flora.

Fichten Kieferngewächse prägen auch das Obere Saaletal in Thüringen mit seinen bewaldeten Kerbtälern. Die Erschwernis für landwirtschaftliche Nutzung förderte die Entstehung autochthoner Nadelwälder und naturnaher Laubwälder.

Im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale bestimmen Kiefern und Fichten das Bild. Er ist zu über 80 % bewaldet. Bodensaure Eichen-Birken-Kiefern-Mischwälder repräsentieren als Restflächen die natürliche Bewaldung ohne forstwirtschaftlichen Hintergrund.

Das Mittlere Saaletal hat sich durch menschliche Einflüsse stark verändert. Altwässer und weidengesäumte Auen bestehen nur noch an wenigen Stellen und die Saale-Kaskade bewirkt eine gleichmäßige Wasserführung der Saale ohne regelmäßige Überflutungen. Es dominiert der Ackerbau.[20] Entlang der Mittleren Saale kennzeichnen Mischwälder mit starkem Rotbuchenbestand das Einzugsgebiet des Flusses, dieses Vegetationsbild ist der am häufigsten anzutreffende Naturraum Deutschlands.

Zwischen Saalfeld/Saale und Dornburg-Camburg, vor allem bei Jena, sind auf Muschelkalkhängen gedeihende Mager-, Halbtrocken- und Trockenrasen landschaftsprägend[21], die sich bis auf die angrenzenden Hochflächen erstrecken. Auf ihnen siedeln im Raum Jena wilde Orchideen- und Sommerwurz-Arten und eine Form der Klappertöpfe (Rhinanthus) existiert außerhalb Südeuropas nur an diesem Standort.[22] An den südlichen Berghängen vertreibt gegenwärtig die neobiotische Schwarzkiefer die angestammte Flora.

Im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut im südlichen Sachsen-Anhalt wird vorrangig die Rebsorte Müller-Thurgau kultiviert, es folgen die Sorten Weißer Burgunder und Silvaner[23]. Aus Österreich kommend, gelangte der Silvaner um das Jahr 1670 in die Region und dominierte lange Zeit den lokalen Weinbau.

In der Saale-Elster-Aue herrschen Feldulmen und Gebüsche vor, unter anderem Weißdorne, Schlehdorn und Holunder.

In der Region um Halle an der Saale treffen Umweltverschmutzung durch Stäube und Aschen aus industriellen und privaten Quellen und die Nachteile einer anthropogenen Eutrophierung in Folge intensiver landwirtschaftlicher Düngung aufeinander, notgedrungen reicherten die Böden im 20. Jahrhundert übermäßig Kalk, Schwefel und Salz an. Dennoch beherbergt die Flora einige in Deutschland seltene Pflanzenarten wie die Schmalblütige Traubenhyazinthe, das Hohe Veilchen und den Illyrischen Hahnenfuß. Erfolgreichste invasive Pflanze im Stadtgebiet Halle (Saale) ist der Flieder.

Laubmischwald auf der Peißnitzinsel

Im Naturschutzgebiet Bergholz bietet eine niederschlagsarme Lösslandschaft die Lebensgrundlage für Traubeneichen, Hänge-Birken und Winterlinden, daneben die üblichen Buchenarten. Das Gebiet ist vom Eichensterben betroffen und grenzt an intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen.[24] In den Auenwäldern zwischen Halle (Saale) und Bernburg (Saale) gedeihen neben Baum- und Straucharten Buschwindröschen, Gelbes Windröschen, Lerchensporne oder Sumpfdotterblume. Die Trockenstandorte sind bedeckt von Federgras, Perlgras, Frühlings-Adonisröschen, Wiesensalbei und anderen.

Im Salzlandkreis mit den Städten Bernburg, Nienburg (Saale) und Calbe (Saale) verfügt die Saale zwar über Räume zur Überflutung und gepflegte Naherholungsgebiete[25], die Flussauen sind jedoch in Relation zu den potenziellen Überschwemmungsflächen, die der Ackerbau beansprucht, sehr schmal.

Orte entlang der Saale[Bearbeiten]

Städte sind kursiv dargestellt

ZellSparneckWeißdorfSeulbitzFörbauSchwarzenbach an der SaaleFattigauOberkotzauHofBrunnenthalSaalensteinJoditz

Landesgrenze Bayern/Thüringen

HirschbergSparnberg – Rudolphstein – BlankenbergBlankensteinHarraSaaldorfSaalburgPoeritzschGräfenwarthBurgk – Walsburg – Ziegenrück – Neidenberga – HohenwarteEichichtKaulsdorf – Fischersdorf – Weischwitz – Reschwitz – BreternitzSaalfeldSchwarzaVolkstedtRudolstadt – Catharinau – Kolkwitz – Weißen – UhlstädtRückersdorf – Zeutsch – Niederkrossen – OrlamündeFreienorlaGroßeutersdorfKleineutersdorfKahlaGroßpürschütz – Jägersdorf – RothensteinMauaJenaPorstendorfDornburgDorndorf-SteudnitzWichmarCamburgTümplingGroßheringenKleinheringen

Landesgrenze Thüringen/Sachsen-Anhalt

Die Saale in Bad Kösen

StendorfSaaleckBad KösenNaumburg – Schellsitz – Schönburg – Eulau – GoseckLeißling – Lobitzsch – Uichteritz – Markweben – Weißenfels – Dehlitz – Schkortleben – Kleinkorbetha – GroßkorbethaOebles-SchlechtewitzWengelsdorfBad Dürrenberg – Kröllwitz – Leuna – Trebnitz – Merseburg – Meuschau – Freiimfelde – Schkopau – Korbetha – Hohenweiden – Rockendorf – HollebenHalleBrachwitz – Schiepzig – Salzmünde – Pfützthal – Döblitz – Zaschwitz – WettinKloschwitz – Rumpin – Dobis – FriedeburgZickeritzRothenburg – Nelben – Gnölbzig – Trebnitz – AlslebenPoplitz – Großwirschleben – PlötzkauGrönaNeubornaBernburgDröbelNienburgWedlitz – Damaschke Plan – Wispitz – CalbeTrabitzGroß Rosenburg – Werkleitz

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke[Bearbeiten]

An der Saale mit ihrem Nebenfluss Unstrut liegt das Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Entlang des Flusses verläuft der Fernradweg Saale-Radweg. Vor allem im Ober- und Mittellauf ist der Radweg radtouristisch anspruchsvoll. Die Via Regia folgt streckenweise dem Lauf der Saale.

Lithografie aus Die malerischen Ufer der Saale 1844–1848

Mit ihren oft hoch aufragenden Hängen fließt die Saale an Schloss Burgk, der Heidecksburg, der Leuchtenburg, der Kunitzburg (zu Jena), den Dornburger Schlössern, der Burg Saaleck, der Rudelsburg bei Bad Kösen und seiner historistischen Saalebrücke, der Burg Schönburg, Schloss Goseck, dem Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels, der Burg Giebichenstein am Saaledurchbruch in Halle (Saale) und dem Schloss Bernburg vorbei. In Halle (Saale) liegt zudem die Moritzburg am Ufer des Mühlgrabens, einem Seitenarm des Flusses im Stadtgebiet. 1848 erschien das Buch Die malerischen Ufer der Saale 1844–1848, in dem zahlreiche zeitgenössische Lithografien enthalten sind.

Historische Grußkarte aus Halle mit Blick von der Burg Giebichenstein auf die Saale

Südlich von Halle überspannt die im Bau befindliche Eisenbahn-Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle die Saale. Die Saale-Elster-Talbrücke wird nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2013 mit einer Länge von über acht Kilometern die längste Brücke Deutschlands sein. Ein ganz besonderes Baudenkmal ist auch die Fußgänger-Hängebrücke bei Klein- und Großeutersdorf, kurz vor Jena. Die sogenannte „Schaukelbrücke“ (erbaut 1908) ist in ihrer Art einmalig in Europa.

Zwischen Saalfeld und Naumburg spielt das Tal der Saale als Verkehrsader eine wichtige Rolle. Hier verlaufen beispielsweise die Bundesstraße 88 und die Eisenbahnstrecke der Saalbahn. Die Thüringer Bahn quert im engen Saaletal allein achtmal mit ihren Eisenbahnbrücken den Fluss.

Bedeutung als Verkehrsweg[Bearbeiten]

Die Nutzung der Saale für Güter- oder Personentransporte ist seit 981 urkundlich belegt. Ab der Unstrutmündung ist der Fluss abschnittsweise für kleine Personenschiffe, ab Halle (Saale) durchgehend schiffbar. In Halle-Trotha besteht ein moderner Hafen. Im Rahmen des Wasserstraßenausbaues Elbe/Saale wurde die Gesamtlänge durch Begradigungen in den Jahren 1933 bis 1942 von 427 Kilometer auf rund 413 Kilometer verkürzt. Von km 124,16 bei Bad Dürrenberg bis km 0,00 Mündung in die Elbe (bei km 290,78) ist die Saale eine Bundeswasserstraße[26][27], für die das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg zuständig ist. Von Bad Dürrenberg bis oberhalb des Hafens Halle-Trotha ist die Saale als Wasserstraßenklasse I ausgewiesen, von dort bis zur Elbe der Klasse IV.

Der 1933 begonnene Bau des für die Fluss-Schifffahrt vorgesehenen Elster-Saale-Kanals, der bis nach Leipzig führen sollte, wurde nie vollendet. Seine Bezeichnung geht auf einen Mitte des 19. Jahrhunderts gebauten, von der Elster ausgehenden Kanal von 2,5 km Länge zurück. Das fertiggestellte und 1939 geflutete Teilstück von elf Kilometern Länge in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Sachsen heißt seit 1999 amtlich Saale-Leipzig-Kanal (SLK) und zählt zu den Bundeswasserstraßen.[27][28]

Ein weiteres, bisher nicht vollendetes Kanalprojekt ist der Mittelkanal bei Merseburg.[29]

Flussausbau[Bearbeiten]

Nach dem Widerstand von Umweltgruppen ist ein Staustufenbau im Unterlauf der Saale aufgegeben worden, stattdessen ist zurzeit ein Schleusenkanal bei Tornitz, der sogenannte Saalekanal, in Planung.

Karte des geplanten Saalekanals

Kritik am geplanten Flussausbau[Bearbeiten]

Siehe auch: Saalekanal

Auch der geplante Saalekanal wird von Umweltverbänden, insbesondere dem BUND[30][31], Teilen der Linkspartei und Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kommt zu dem Schluss, dass „den veranschlagten Investitionskosten von 72,6 Millionen Euro (…) keine adäquaten Nutzenerwartungen“ gegenüberstehen. Das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle und der Bund der Steuerzahler fordern deswegen das Bauvorhaben zu streichen.[32]

Die veranschlagten Kosten sind von den ursprüngliche erwarteten 72,6 Millionen auf mittlerweile 100 Millionen Euro gestiegen[33], weshalb der Saalekanal in den Medien oft kritisiert wurde.[34][35][36] Gegen den Ausbau der Elbe und die ökologischen Folgeschäden demonstrieren jedes Jahr tausende Menschen entlang der gesamten Elbe[37], zuletzt am 20. September 2009.

Dagegen argumentiert der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) mit Befragungsergebnissen von Unternehmen der Region, die von einem möglichen Transportpotenzial von mehr als zwei Millionen Tonnen pro Jahr ausgehen. Auch hält der VHdS die bis 2010 durch den Bund für die Elbe geplanten Unterhaltungsmaßnahmen zur Gewährleistung einer Fahrtiefe von Hamburg bis Dresden von 1,60 Metern für den Erfolg des Projektes für dringend erforderlich.

Brücken und Fähren über die Saale[Bearbeiten]

Rabeninselbrücke in Halle
Giebichensteinbrücke in Halle
Brücke der A 14

Über die Saale führen folgende Brücken und Fähren (flussabwärts):

Schleusen der Saale[Bearbeiten]

Schleuse Planena, im Hintergrund das Kraftwerk Schkopau
Schleuse Bad Dürrenberg
Öblitzschleuse zwischen Schönburg und Leißling, im Hintergrund Schloss Goseck

Zur Gewährleistung der Schiffbarkeit der Saale gibt es im Unterlauf zahlreiche Schleusen:[38]

  • Calbe, Stromkilometer 20,0
  • Bernburg, Stromkilometer 36,1
  • Alsleben, Stromkilometer 50,3
  • Rothenburg, Stromkilometer 58,7
  • Wettin, Stromkilometer 70,4
  • Trotha (Halle), Stromkilometer 89,2
  • Gimritz (Halle), Stromkilometer 92,6
  • Halle (Saale), Stromkilometer 93,6
  • Böllberg (Halle), Stromkilometer 95,8
  • Planena (Halle), Stromkilometer 104,4
  • Meuschau, Stromkilometer 113,5
  • Rischmühle (Merseburg), Stromkilometer 115,2
  • Bad Dürrenberg, Stromkilometer 126,2
  • Herrenmühle (Weißenfels), Stromkilometer 141,0
  • Brückenmühle (Weißenfels), Stromkilometer 142,5
  • Beuditz (Weißenfels), Stromkilometer 143,2
  • Öblitz, Stromkilometer 150,6

Binnenhäfen der Saale[Bearbeiten]

Nebenarme[Bearbeiten]

In Halle gibt es mehrere Nebenarme der Saale:

  • Elisabeth-Saale
  • Wilde Saale

Hochwasser[Bearbeiten]

Für die Stadt Halle (Saale) wurden die Hochwasser zwischen 1559 und 1958 vom halleschen Geographen Gerhard Zinke untersucht. Über zehn Meter stieg der Pegel demnach am 2. März 1595 (10,15 m), am 24./25. Februar 1799 (10,12 m) und am 24./25. November 1890 (10,10 m). Zehnmal wurde die Neun-Meter-Marke überschritten.[39]

In Thüringen gelten folgende Hochwasser der letzten Jahrzehnte als die stärksten:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz X. Bogner: Die Saale aus der Luft. Von der Quelle bis zur Mündung. Sutton-Verlag, Erfurt 2014, ISBN 978-3-95400-371-6.
  • Ernst-Otto Luthardt, Reinhard Feldrapp: An der Saale. Vom Fichtelgebirge durch Thüringen bis zur Elbe. Würzburg 1990. ISBN 3-8035-1335-9.
  • Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte.Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56209-9. (Kapitel 14: Die Saale)
  • Wolf Thieme, Markus Altmann (Fotos): Mitten ins Herz. Sie entspringt in Bayern, durchquert Thüringen und fließt in Sachsen-Anhalt in die Elbe – die Saale ist ein Fluss, der alles verbindet. Und jedem Spaß macht: dem Sportler, dem Kulturfreund, dem Faulenzer. In: stern Nr. 26 (22. Juni 2006), S. 84–89. (Online-Version).
  • Rudolstadt und das mittlere Saaletal (= Werte der deutschen Heimat. Band 58). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0934-9.
  • H. Faist: Die Schiffahrtsbedingungen auf der Wasserstraße Saale. In: Binnenschiffahrt. Jhrg. 46, Nr. 22, 1991, S. 1128–1132, ISSN 0939-1916.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesamtliste der Fließgewässer im Elbeeinzugsgebiet Michael Bergemann, BSU Hamburg, 2010 (pdf)
  2. SAALE-Projekt: Einzugsgebiet. In: geoinf.uni-jena.de. Abgerufen am 18. Februar 2013.
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 159, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).
  4. Stichwort: Saale – Artikel in Meyers Konversationslexikon, zitiert nach retrobibliothek.de
  5. Quellen im Fichtelgebirge, Stadtverwaltung Weißenstadt am See
  6. S.55 awa auwa ouwa ahva aha Wasser, Wiese
  7. Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte, München 2007, Kapitel 14: Die Saale, S. 147.
  8. Hansjörg Küster: Die Elbe. Landschaft und Geschichte, München 2007, S. 36 f.
  9.  Lothar Eissmann: Das Quartär der Leipziger Tieflandsbucht und angrenzender Gebiete um Saale und Elbe. Modell einer Landschaftsentwicklung am Rand der europäischen Kontinentalvereisung. In: Vorstand der Gesellschaft für geologische Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Schriftenreihe für geologische Wissenschaften. Heft 2, Akademie-Verlag, Berlin 1975.
  10. Wagenbreth/Steiner: Geologische Streifzüge; Seite 80; VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1982
  11. http://www.enplan.de: 600 kW Wasserkraftanlage Rasenmühlenwehr Jena/Saale
  12. http://www.enplan.de: 600 kW Wasserkraftanlage Paradieswehr Jena/Saale
  13. a b www.saalekraftwerke.de
  14. www.saale-online.de
  15. Thüringer Landesanstalt für Umwelt (Hrsg.): Gebiets- und Gewässerkennzahlen Verzeichnis und Karte. Jena 1998; 26 S.
  16. Obwohl die Leutra knapp oberhalb der Roda mündet, hat sie die Fließgewässerkennziffer 56372 und die Roda 5636
  17. http://www.floraweb.de/vegetation/pnv
  18. http://www.genussregion.oberfranken.de/erlebnisse/erlebnisse_a_z/f/186/fichtelgebirge_naturpark__pflanze_des_monats/details_60.htm
  19. http://www.naturpark-fichtelgebirge.org/Pflanzen.imfichtelgebirge.0.html
  20. http://www.kulturlandschaft.fh-erfurt.de/kula_ostth/pdf/text/kapitel_2.pdf
  21. http://www.jena.de/de/leben/umwelt/flora_fauna/256059
  22. http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/j/j07.html
  23. http://www.winzervereinigung-freyburg.de/web/de/weine/weine_weiss.html
  24. http://www.lvwa-natur.sachsen-anhalt.de/saalkr/nsg0114.htm
  25. http://www.calbe.de/front_content.php?idcat=88
  26. Verzeichnis E, Lfd. Nr. 51 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  27. a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  28. Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  29. Website www.saaleelsterkanal.de
  30. http://www.elbeinsel.de/
  31. Grüne Jugend Sachsen-Anhalt
  32. Stellungnahme des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig vom 22. Mai 2003 (PDF; 119 kB)
  33. Torgauer Zeitung am 24. November 2008
  34.  Stolpes Geisterkanal. In: Der Spiegel. Nr. 20, 2003 (online).
  35. Vordringlicher Bedarf für ein Nutzloses Projekt. Frankfurter Allgemeine Zeitung am 31. Juli 2008
  36. Beton in Flusslandschaften, TAZ am 6. Juni 2008
  37. Regionales Bündnis gegen die Elbvertiefung
  38. Bodo Müller: Gewässerkarte Deutschland Nordost, Edition Maritim, Hamburg, 2002, ISBN 3-89225-341-2.
  39. Günther Zinke: Die historische Entwicklung der hydrographischen Bedingungen in der Stadtregion Halle unter besonderer Berücksichtigung der Hochwasserverhältnisse. In: C. Ohlig (Hrsg.): Halle und die Saale – Verflechtungen der 1200-jährigen Stadt mit ihrem Umland durch Wasserwirtschaft und Bergbau sowie Folgeindustrien. (= Schriften der Deutschen Wasserhistorischen Gesellschaft. Band 15). Siegburg 2011, S. 181.
  40. http://www.jena.de/de/stadt_verwaltung/stadtportraet/chronik/1962/236384
  41. http://www.jena.de/de/stadt_verwaltung/stadtportraet/chronik/1994/238002
  42. http://www.mdr.de/thueringen/hochwasser-thueringen120.html