Saale-Orla-Kreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Schleiz |
| Fläche: | 1.148,41 km² |
| Einwohner: |
86.906 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 76 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | SOK, LBS, PN, SCZ |
| Kreisschlüssel: | 16 0 75 |
| NUTS: | DEG0K |
| Kreisgliederung: | 73 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Oschitzer Straße 4 07907 Schleiz |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Thomas Fügmann (CDU) |
| Lage des Saale-Orla-Kreises in Thüringen | |
Der Saale-Orla-Kreis ist ein Landkreis im Südosten von Thüringen und nach dem Wartburgkreis und dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen flächenmäßig der drittgrößte im Freistaat. Die Kreisstadt ist Schleiz. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Ostthüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Der Landkreis liegt zum größten Teil im Thüringer Schiefergebirge bzw. in dessen Übergangsgebieten zum Thüringer Holzland und zum Vogtland. Dadurch ist das Gelände von deutlichem Mittelgebirgscharakter, über 80 % der Fläche des Landkreises liegen über 400 m Höhe. Den niedrigsten Punkt bildet das Orlatal mit einer Höhe von ca. 180 m ü. NN auf dem Gebiet der Gemeinde Langenorla. Der Sieglitzberg bei Bad Lobenstein nahe der Grenze zu Bayern ist mit 733 m der höchstgelegene Punkt im Kreisgebiet. Der höchstgelegene Ort ist Rodacherbrunn, welcher sich auf ca. 700 m Höhe befindet.
Nachbarkreise sind im Norden der Saale-Holzland-Kreis, im Nordosten der Landkreis Greiz, im Südosten der sächsische Vogtlandkreis, im Süden der bayerische Landkreis Hof, im Südwesten der ebenfalls bayerische Landkreis Kronach und im Westen der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.
Gewässer [Bearbeiten]
Der namensgebende Fluss Saale schneidet sich tief ins Gelände ein und fließt auf einer Länge von ca. 90 Kilometern durch das Kreisgebiet. Die ebenfalls namensgebende Orla, ein rechter Nebenfluss der Saale, ließ die im Norden des Kreises gelegene Orlasenke entstehen.
Mit der Bleilochtalsperre und der Talsperre Hohenwarte befinden sich im Kreisgebiet zwei der größten Talsperren Thüringens.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Landkreis entstand im Rahmen der Kreisreform Thüringen 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Lobenstein, Pößneck und Schleiz. Historische Vorgänger sind unter anderem der Landkreis Ziegenrück (bis 1952) sowie der Neustädter Kreis (bis 1920).
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik [Bearbeiten]
Landrat [Bearbeiten]
Landrat des Saale-Orla-Kreises ist seit 2012 Thomas Fügmann (CDU).
Bei der Landratswahl am 15. Januar 2012 trat der seit 2000 amtierende Landrat Frank Roßner (SPD) wieder an und erhielt mit 35,5 % die relative Mehrheit der Stimmen. Ihm folgen Thomas Fügmann von der CDU (30,6 %), Andreas Scheffczyk (UBV; 14,7 %), Thomas Hofmann (Die Linke; 11,8 %) und Volker Ortwig (FDP), welcher 7,5 % der gültigen Stimmen erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent.[2]
Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhielt, fand am 29. Januar 2012 eine Stichwahl zwischen Frank Roßner und Thomas Fügmann statt, welche Fügmann mit 53,1 % der Stimmen gegen Roßner, der 46,9 % erreichte, für sich entscheiden konnte und Roßner somit nach zwölf Jahren Amtszeit als Landrat ablöste.
Kreistag [Bearbeiten]
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU |
15
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| Die Linke |
10
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| SPD |
10
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| UBV |
6
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| FDP |
5
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Wappen [Bearbeiten]
Das vom Heraldiker Michael Zapfe gestaltete Wappen wurde am 27. Januar 1995 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.
Blasonierung: „Über rotem Schildfuß mit zwei silbernen Wellenleisten gespalten von Schwarz und Gold; vorn ein linksgewendeter, rot bewehrter, gezungter und gekrönter goldener Löwe; hinten ein rot bewehrter und gezungter schwarzer Löwe.“
Der schwarze Löwe ist dem Wappen der Markgrafen von Meißen entlehnt, die später in den ernestinischen Wettinern aufgingen. Aus dieser Linie kamen die späteren Herzöge bzw. Großherzöge von Sachsen-Meiningen und Sachsen-Weimar-Eisenach. Der schwarze Löwe war auch das Wappentier der Grafen von Orlamünde, die einstmals vorherrschend in dieser Region waren. Der goldene, rotbewehrte und gekrönte Löwe ist dem Stammwappen des Fürstentums Reuß entlehnt. Die Grafen und späteren Fürsten Reuß residierten lange Zeit in den Städten Lobenstein und Schleiz, worauf die ehemaligen Schlösser in den Orten verweisen. Im Wesentlichen gehörten die ehemaligen Kreise Schleiz und Lobenstein zu den Besitzungen der Reuß. Die beiden Wellenbalken stehen für die Flüsse Saale und Orla, die den heutigen Landkreis prägen und ihm seinen Namen gaben.[3]
Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saale-Orla-Kreis.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Der Kreis wird in Nord-Süd-Richtung von der Bundesautobahn 9 Berlin–Nürnberg und der weitgehend parallel dazu verlaufenden Bundesstraße 2 durchzogen. Wichtige Verbindungen in West-Ost-Richtung sind die Bundesstraße 281, die von Saalfeld kommend bei Triptis an die B 2 anbindet, sowie die Bundesstraße 90, die von Saalfeld kommend durch den Süden des Kreisgebietes über Bad Lobenstein zur B 2 bei Gefell führt. Die Bundesstraße 94 verbindet die Kreisstadt Schleiz mit Zeulenroda-Triebes.
Schienenverkehr [Bearbeiten]
Die älteste und wichtigste Bahnstrecke Gera – Saalfeld wurde 1871 von der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft eingerichtet und berührt die Städte Triptis, Neustadt an der Orla und Pößneck.
Der Bahnhof Oppurg wurde 1892 Ausgangspunkt der Orlabahn, einer Querverbindung der Saal-Eisenbahn-Gesellschaft nach Orlamünde an ihrer Hauptstrecke Jena – Saalfeld. Die Strecke war ab Pößneck unterer Bahnhof schon seit 1889 in Betrieb.
Von Triptis führt seit 1894–1897 die von der Preußischen Staatsbahn erschlossene Bahnstrecke Triptis–Marxgrün quer durchs Gebirge über Ziegenrück – Lobenstein nach Blankenstein und ab 1901 weiter nach Marxgrün in Oberfranken. Auf sie trifft in Unterlemnitz die 1907/08 eröffnete Sormitztalbahn von Saalfeld über Wurzbach.
Das Schleizer Oberland wird mit der Bahnstrecke Schönberg–Schleiz von dem im sächsischen Vogtlandkreis gelegenen Bahnhof Schönberg aus erschlossen, welche im Jahre 1887 als Staatsbahn des Fürstentums Reuß j.L. entstand und die erst 1930 durch die Schleizer Kleinbahn AG bis nach Saalburg an der Saale weitergeführt wurde. Diese neue Bahn ist samt einer Abzweigung nach Gräfenwarth – Sperrmauer lange Zeit elektrisch betrieben worden.
Die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen eröffneten 1892 die Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg von Schönberg über Tanna und Gefell nach Hirschberg an der Saale, das unmittelbar an der Bayerischen Grenze liegt.
Das Schienennetz im heutigen Kreisgebiet von maximal 158 km Länge wurde vor allem nach 1990 so stark gekürzt, dass heute weniger als die Hälfte von Personenzügen befahren wird, nämlich nur 77 km. Folgende Strecken wurden stillgelegt:
- 1939: Gräfenwarth – Sperrmauer 3 km
- 1945: Blankenstein/Saale – Lichtenberg – Marxgrün 1 km
- 1946: Pößneck unt.Bf – Oppurg 3 km
- 1994: Schönberg – Unterkoskau – Hirschberg 17 km
- 1996: Schleiz West – Saalburg 14 km
- 1998: Triptis – Ziegenrück – Unterlemnitz 43 km
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Siehe auch: Liste der Orte im Saale-Orla-Kreis
(Einwohner am 31. Dezember 2011[4])
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Städte
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Gemeinden
Die Stadt Neustadt an der Orla ist erfüllende Gemeinde für:
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Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Landratswahl 2012
- ↑ Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 33; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften
Weblinks [Bearbeiten]
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