Saalekreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt |
| Verwaltungssitz: | Merseburg |
| Fläche: | 1.433,41 km² |
| Einwohner: |
195.133 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 136 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | SK, MER, MQ, QFT |
| Kreisschlüssel: | 15 0 88 |
| NUTS: | DEE0B |
| Kreisgliederung: | 20 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Domplatz 9 06217 Merseburg |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Frank Bannert (CDU) |
| Lage des Saalekreises in Sachsen-Anhalt | |
Der Saalekreis ist ein Landkreis in Sachsen-Anhalt, der im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 aus dem Saalkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt entstand.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Der Landkreis liegt im Süden Sachsen-Anhalts und umschließt die kreisfreie Stadt Halle (Saale) vollständig. Im Süden grenzt er an den Burgenlandkreis, im Nordwesten an den Landkreis Mansfeld-Südharz, im Norden an den Salzlandkreis und im Nordosten an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Außerdem besitzt er im Westen eine Grenze zu Thüringen (Kyffhäuserkreis) und im Osten eine zu Sachsen (Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen).
Der Westen des Landkreises wird von der Querfurter Platte geprägt, der Osten durch die Saale-Elster-Auen und der Norden durch das Saaletal und die Porphyrkuppen. Die höchste Erhebung des Landkreises bildet mit 298,6 m ü. NHN der Kahler Berg ⊙51.34666666666711.426666666667 in der Ortslage Landgrafroda. Am Südwestrand des Landkreises liegt das ehemalige Tagebaugebiet Geiseltal, in dem durch Flutung der Restlöcher eine Seenlandschaft entsteht.
Neben der Namensgeberin Saale wird der Landkreis noch von ihren Nebenflüssen Weiße Elster, Luppe, Geisel, Laucha und Salza durchflossen.
Geschichte [Bearbeiten]
Der heutige Saalekreis entstand zum 1. Juli 2007 durch Zusammenlegung der bisherigen Landkreise Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Historisch gehört das gesamte Gebiet seit 1815 zu Preußen (Provinz Sachsen). Zuvor gehörte der Saalkreis mit der Stadt Halle zum Bistum Magdeburg bzw. seit 1680 zu Brandenburg; der Altkreis Merseburg-Querfurt gehörte zu den Sekundogenituren des ernestinischen Sachsen.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl (Gebietsstand vom 31. Dezember 2006 / ab 1995 Stichtag 31. Dezember):
- 1990 – 209.742 *
- 1995 – 209.372
- 2000 – 217.487
- 2005 – 208.094
- 2010 – 196.946
* 3. Oktober
Laut 4. Regionalisierter Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 30. Januar 2007 werden im Jahr 2025 noch 184.716 Einwohner im Landkreis Saalekreis leben. Der Saalekreis profitiert insbesondere von Wanderungsbewegung aus der Stadt Halle/Saale in das Umland der Stadt. Die Bevölkerungsreduktion ist daher weniger dramatisch als in anderen Landkreisen Sachsen-Anhalts.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
| CDU | LINKE | SPD | FDP | STATT | Soziale Liste | GRÜNE | Neues Forum | NPD | USD * | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2007 | 20 | 12 | 12 | 6 | 4 | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 60 |
Fraktionen [Bearbeiten]
- CDU 20 Sitze
- Die Linke/Grüne 13 Sitze
- SPD 12 Sitze
- FDP 6 Sitze
- Fraktion STATT Partei/Neues Forum/USD 6 Sitze
- Fraktion „Soziale Liste“ 2 Sitze
- fraktionslos 1 Sitz
* Unabhängige Saalekreis-Demokraten
Landrat [Bearbeiten]
In Sachsen-Anhalt gilt seit 1990 die süddeutsche Ratsverfassung mit direkt gewähltem Landrat als Vertreter des Landkreises und Leiter der Verwaltung. Landrat ist seit dem 1. Juli 2007 Frank Bannert (CDU).
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 8. August 2007 durch das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalts genehmigt.
Blasonierung: „Geviert; Feld 1: geteilt von Rot über Silber, Feld 2: in Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe, Feld 3: in Gold ein schwarzes Kreuz, Feld 4: siebenmal geteilt von Silber über Rot.“[3]
Feld 1 zeigt das Wappen des Bistums Magdeburg, Feld 2 trägt den Wettiner Löwen, Feld 3 zeigt das schwarze Kreuz des Bistums Merseburg, während Feld 4 die Insignien der Edlen von Querfurt führt.
Das Wappen wurde von dem Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saalekreis.
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge ist rot – weiß (1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[3]
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Der Landkreis wird im Süden (nach deren Lückenschluss 2008 auch im Westen) von der A 38, im Osten von der A 9 und im Norden von der A 14 erschlossen. Durch die fehlende Saalebrücke im Zuge der A 143 ist die Fernstraßenstruktur noch lange Zeit lückenhaft. Außerdem sind die Bundesstraßen B 6 (Abschnitt Könnern – Schkeuditz), B 80 (Abschnitt Halle – Eisleben), B 91 (Halle – Zeitz), 100 (Abschnitt Halle – Bitterfeld), B 176 (Abschnitt Freyburg – Weißenfels), B 180 (Abschnitt Eisleben – Naumburg) und B 181 (Merseburg – Leipzig) zu nennen.
Durch den Saalekreis verlaufen die Thüringer Bahn (Berlin–Halle–Erfurt), die Halle-Kasseler Eisenbahn, die Bahnstrecke Halle–Halberstadt, die Bahnstrecke Halle–Eilenburg–Guben, ein kurzes Stück der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn und ein kurzes Stück der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, die Bahnlinie Merseburg – Mücheln – Querfurt sowie Teilstrecken der Unstrutbahn. Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle (im Bau) durchquert den Landkreis ungefähr mittig.
Zum Nahverkehr im Landkreis gehört die Überlandstraßenbahn Halle - Bad Dürrenberg, die Schkopau, Merseburg und Leuna bedient.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2011[4])
|
Verbandsgemeinde Weida-Land |
Gebietsänderungen [Bearbeiten]
Veränderungen auf Gemeindeebene [Bearbeiten]
- Auflösung der Gemeinden Delitz am Berge und Klobikau sowie der Stadt Schafstädt – Eingliederung nach Bad Lauchstädt (1. Januar 2008)
- Auflösung der Gemeinde Dößel – Eingliederung nach Wettin (1. Juli 2008)
- Auflösung der Gemeinde Oebles-Schlechtewitz – Eingliederung nach Bad Dürrenberg (1. Juli 2008)
- Auflösung der Gemeinde Beuna (Geiseltal) – Eingliederung nach Merseburg (1. Januar 2009)
- Auflösung der Gemeinden Friedensdorf, Kreypau, Kötzschau, Rodden, Kötschlitz, Zweimen, Horburg-Maßlau, Günthersdorf, Zöschen und Spergau – Eingemeindung nach Leuna (31. Dezember 2009)
- Auflösung der Gemeinde Wallendorf (Luppe) – Eingliederung nach Schkopau (31. Dezember 2009)
- Auflösung der Gemeinde Milzau – Eingemeindung nach Bad Lauchstädt (1. Januar 2010)
- Auflösung der Gemeinden Albersroda und Steigra – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Steigra (1. Januar 2010)
- Auflösung der Gemeinde Alberstedt – Eingemeindung nach Farnstädt (1. Januar 2010)
- Auflösung der Gemeinde Esperstedt – Eingemeindung nach Obhausen (1. Januar 2010)
- Auflösung der Gemeinden Niemberg, Oppin und Schwerz – Eingemeindung nach Landsberg (1. Januar 2010)
- Auflösung der Gemeinde Braschwitz – Eingemeindung nach Landsberg (20. April 2010)
- Auflösung der Gemeinden Hohenthurm und Peißen – Eingemeindung nach Landsberg (1. September 2010)
- Auflösung der Gemeinde Angersdorf – Eingemeindung nach Teutschenthal (1. September 2010)
- Auflösung der Städte Löbejün und Wettin sowie der Gemeinden Brachwitz, Döblitz, Domnitz, Gimritz, Nauendorf, Neutz-Lettewitz, Plötz und Rothenburg – Neugründung der Stadt Löbejün-Wettin (1. Januar 2011)
Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften (VG) [Bearbeiten]
- Auflösung der VG Weida-Land – Neubildung der Verbandsgemeinde Weida-Land aus den Mitgliedsgemeinden (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Merseburg – Eingemeindung der Mitgliedsgemeinde Geusa nach Merseburg (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Westlicher Saalkreis – Zusammenschluss der Mitgliedsgemeinden zur neuen Gemeinde Salzatal (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Bad Dürrenberg – Eingemeindung der Mitgliedsgemeinden Nempitz und Tollwitz nach Bad Dürrenberg (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Götschetal-Petersberg – Zusammenschluss der Mitgliedsgemeinden zur neuen Gemeinde Petersberg (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Oberes Geiseltal – Eingemeindung der Mitgliedsgemeinde Oechlitz nach Mücheln (Geiseltal) (1. Januar 2010)
- Auflösung der VG Würde/Salza – Eingemeindung der Mitgliedsgemeinden Dornstedt, Langenbogen und Steuden nach Teutschenthal
- Auflösung der VG Östlicher Saalkreis – Eingemeindung der Mitgliedsgemeinden Hohenthurm und Peißen nach Landsberg (1. September 2010)
- Auflösung der VG Saalkreis Nord – Zusammenschluss der Mitgliedsgemeinden zur neuen Stadt Löbejün-Wettin (1. Januar 2011)
Namensänderungen [Bearbeiten]
- von Stadt Bad Lauchstädt zu Goethestadt Bad Lauchstädt (9. Oktober 2008)
- von Löbejün-Wettin zu Wettin-Löbejün (7. April 2011)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw07/erg/kreis/kw.15088.ergtab.frame.html
- ↑ a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Nr. 11/2007 Seite 189 (PDF; 253 kB)
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB)
Weblinks [Bearbeiten]
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