Saalekreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Saalekreises Deutschlandkarte, Position des Saalekreises hervorgehoben51.4311.87Koordinaten: 51° 26′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Merseburg
Fläche: 1.433,41 km²
Einwohner: 189.217 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Kreisschlüssel: 15 0 88
Kreisgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Domplatz 9
06217 Merseburg
Webpräsenz: www.saalekreis.de
Landrat: Frank Bannert (CDU)
Lage des Saalekreises in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Saalekreis ist ein Landkreis in Sachsen-Anhalt, der im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 aus dem Saalkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt entstand.

Merseburg ist mit ca. 35.000 Einwohnern die größte Stadt und Kreissitz

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis liegt im Süden Sachsen-Anhalts und umschließt die kreisfreie Stadt Halle (Saale) vollständig. Im Süden grenzt er an den Burgenlandkreis, im Nordwesten an den Landkreis Mansfeld-Südharz, im Norden an den Salzlandkreis und im Nordosten an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Außerdem besitzt er im Westen eine Grenze zu Thüringen (Kyffhäuserkreis) und im Osten eine zu Sachsen (Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen).

Der Westen des Landkreises wird von der Querfurter Platte geprägt, der Osten durch die Saale-Elster-Auen und der Norden durch das Saaletal und die Porphyrkuppen. Die höchste Erhebung des Landkreises bildet mit 298,6 m ü. NHN der Kahler Berg 51.34666666666711.426666666667 in der Ortslage Landgrafroda. Am Südwestrand des Landkreises liegt das ehemalige Tagebaugebiet Geiseltal, in dem durch Flutung der Restlöcher eine Seenlandschaft entsteht.

Neben der Namensgeberin Saale wird der Landkreis noch von ihren Nebenflüssen Weiße Elster, Luppe, Geisel, Laucha und Salza durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Saalekreis entstand zum 1. Juli 2007 durch Zusammenlegung der bisherigen Landkreise Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Historisch gehört das gesamte Gebiet seit 1815 zu Preußen (Provinz Sachsen). Zuvor gehörte der Saalkreis mit der Stadt Halle zum Bistum Magdeburg bzw. seit 1680 zu Brandenburg; der Altkreis Merseburg-Querfurt gehörte zu den Sekundogenituren des ernestinischen Sachsen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Gebietsstand vom 31. Dezember 2006 / ab 1995 Stichtag 31. Dezember):

  • 1990 – 209.742 *
  • 1995 – 209.372
  • 2000 – 217.487
  • 2005 – 208.094
  • 2010 – 196.946

* 3. Oktober

Laut 4. Regionalisierter Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 30. Januar 2007 werden im Jahr 2025 noch 184.716 Einwohner im Landkreis Saalekreis leben. Der Saalekreis profitiert insbesondere von Wanderungsbewegung aus der Stadt Halle/Saale in das Umland der Stadt. Die Bevölkerungsreduktion ist daher weniger dramatisch als in anderen Landkreisen Sachsen-Anhalts.

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 44,88 % (2007: 32,3 %)
 %
40
30
20
10
0
38,09 %
21,28 %
14,41 %
9,65 %
7,15 %
3,83 %
2,20 %
1,88 %
1,51 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2007
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,59 %p
+2,48 %p
-4,79 %p
+2,15 %p
-2,35 %p
+1,43 %p
-0,20 %p
+1,88 %p
-2,69 %p
Sitzverteilung im Kreistag
12
8
2
4
5
21
1
1
12 21 
Von 54 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014)

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Prozent
1999
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,09 21 33,5 20 38,2 39,2
Linke Die Linke 21,28 12 18,8 12 18,0 16,0
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,41 8 19,2 12 17,8 27,8
STATT Statt Partei 9,65 5 7,5 4 2,5 1,7
FDP Freie Demokratische Partei 7,15 4 9,5 6 11,1 8,6
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 3,83 2 2,4 1 2,2 1,4
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,20 1 2,4 1 0,4 -
AfD Alternative für Deutschland 1,88 1 - - - -
UBV Unabhängige Bürgervereinigung Teutschenthal e.V. 0,88 - - - - -
USD Unabhängige Saalekreis-Demokraten 0,63 - 1,2 1 2,7 -
WG SLS Soziale Liste Saalekreis - - 2,5 2 1,7 -
NF Neues Forum - - 1,2 1 1,1 1,8
FWG Freie Wählergemeinschaft - - 0,7 - - -
FW Freie Wählergemeinschaft - - 0,7 - - -
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative - - 0,4 - - -
Ezb. Einzelbewerber - - 0,1 - 0,3 0,2
Sonst. Sonstige - - - - 3,9 3,2
Gesamt 100 54 100 60 100 100
Wahlbeteiligung in Prozent 44,88 32,3 45,4 53,1

[3] [4]

  • Ezb.: Einzelbewerber 2007: Günter Keil; 2004 und 1999: k.A.
  • Die Ergebnisse von 1999 und 2004 wurden auf den Gebietsstand von 2007 umgerechnet.

Fraktionen[Bearbeiten]

  • CDU 21 Sitze
  • Die Linke/Grüne 14 Sitze
  • SPD 8 Sitze
  • FDP 4 Sitze
  • Fraktion STATT Partei/AfD 6 Sitze
  • fraktionslos 1 Sitz

[5]

Landrat[Bearbeiten]

In Sachsen-Anhalt gilt seit 1990 die süddeutsche Ratsverfassung mit direkt gewähltem Landrat als Vertreter des Landkreises und Leiter der Verwaltung. Landrat ist seit dem 1. Juli 2007 Frank Bannert (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. August 2007 durch das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalts genehmigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1: geteilt von Rot über Silber, Feld 2: in Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe, Feld 3: in Gold ein schwarzes Kreuz, Feld 4: siebenmal geteilt von Silber über Rot.“[6]

Feld 1 zeigt das Wappen des Bistums Magdeburg, Feld 2 trägt den Wettiner Löwen, Feld 3 zeigt das schwarze Kreuz des Bistums Merseburg, während Feld 4 die Insignien der Edlen von Querfurt führt.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saalekreis.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist rot – weiß (1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Landkreis wird im Süden von der A 38, im Osten von der A 9 und im Norden von der A 14 erschlossen. Durch die fehlende Saalebrücke im Zuge der A 143 ist die Fernstraßenstruktur noch lange Zeit lückenhaft. Außerdem sind die Bundesstraßen B 6 (Abschnitt Könnern – Schkeuditz), B 80 (Abschnitt Halle – Eisleben), B 91 (Halle – Zeitz), 100 (Abschnitt Halle – Bitterfeld), B 176 (Abschnitt Freyburg – Weißenfels), B 180 (Abschnitt Eisleben – Naumburg) und B 181 (Merseburg – Leipzig) zu nennen.

Durch den Saalekreis verlaufen die Thüringer Bahn (Berlin–Halle–Erfurt), die Halle-Kasseler Bahn, die Bahnstrecke Halle–Halberstadt, die Bahnstrecke Halle–Eilenburg–Guben, ein kurzes Stück der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn und ein kurzes Stück der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, die Bahnlinie Merseburg – Mücheln – Querfurt sowie Teilstrecken der Unstrutbahn. Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle (im Bau) durchquert den Landkreis ungefähr mittig.

Zum Nahverkehr im Landkreis gehört die Überlandstraßenbahn Halle - Bad Dürrenberg, die Schkopau, Merseburg und Leuna bedient.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2012[7]

Einheitsgemeinden

  1. Bad Dürrenberg, Stadt (11.844)
  2. Bad Lauchstädt, Goethestadt (9050)
  3. Braunsbedra, Stadt (11.513)
  4. Kabelsketal (8763)
  5. Landsberg, Stadt (15.220)
  6. Leuna, Stadt (13.981)
  7. Merseburg, Stadt (33.520)
  8. Mücheln (Geiseltal), Stadt (9172)
  9. Petersberg (9945)
  10. Querfurt, Stadt (11.357)
  11. Salzatal (11.884)
  12. Schkopau (11.025)
  13. Teutschenthal (13.297)
  14. Wettin-Löbejün, Stadt (10.315)

Verbandsgemeinde Weida-Land
* Sitz der Verbandsgemeinde

  1. Barnstädt (1057)
  2. Farnstädt (1573)
  3. Nemsdorf-Göhrendorf * (885)
  4. Obhausen (2336)
  5. Schraplau, Stadt (1179)
  6. Steigra (1301)
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalMunicipalities in SK.svg
Über dieses Bild

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

Landsberg ist mit ca. 15.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kreis
Leuna ist mit ca. 14.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt
Teutschenthal ist mit knapp 14.000 Einwohnern die viertgrößte Gemeinde
Salzatal ist mit ca. 12.000 Einwohnern die fünftgrößte Gemeinde

Veränderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften (VG)[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

  • von Stadt Bad Lauchstädt zu Goethestadt Bad Lauchstädt (9. Oktober 2008)
  • von Löbejün-Wettin zu Wettin-Löbejün (7. April 2011)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2007 wurde dem Landkreis das am 1. Januar 1991 im Saalkreis eingeführte Unterscheidungszeichen SK zugewiesen. Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen MER (Merseburg), MQ (Merseburg-Querfurt) und QFT (Querfurt) erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.saalekreis.de/index.php/de/kommunalwahl/kreistagswahl-2014-ergebnisse.html?search[pager_1_571_1002]=0
  3. [pager_1_571_1002=0] Ergebnis der Kreistagswahl 2014
  4. [1] Ergebnisse der Kreistagswahlen 1999-2007
  5. [2] Fraktionen in der Wahlperiode 2014-2019
  6. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Nr. 11/2007 Seite 189 (PDF; 253 kB)
  7. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saalekreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien