Saanen

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Saanen
Wappen von Saanen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Obersimmental-Saanenw
BFS-Nr.: 0843i1f3f4
Postleitzahl: 3792 Saanen
1657 Abländschen
3777 Saanenmöser
3778 Schönried
3780 Gstaad
3781 Turbach
3783 Grund b. Gstaad
UN/LOCODE: CH GST (Gstaad)

CH SAA (Saanen)

Koordinaten: 586794 / 14801646.4833317.2666591014Koordinaten: 46° 29′ 0″ N, 7° 16′ 0″ O; CH1903: 586794 / 148016
Höhe: 1'014 m ü. M.
Fläche: 120,06 km²
Einwohner: 6807 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 57 Einw. pro km²
Website: www.saanen.ch
Saanen, Ende Juli 2012

Saanen, Ende Juli 2012

Karte
Arnensee Greyerzersee Lac de Tseuzier Lauenensee Kanton Freiburg Kanton Wallis Kanton Waadt Bern-Mittelland (Verwaltungskreis) Frutigen-Niedersimmental Thun (Verwaltungskreis) Boltigen Gsteig bei Gstaad Lauenen Lenk im Simmental Saanen Sankt Stephan BE ZweisimmenKarte von Saanen
Über dieses Bild
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Mauritius-Kirche

Saanen (französisch Gessenay) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen des Kantons Bern in der Schweiz.

Zur Einwohnergemeinde Saanen gehören die Ortschaften (Bäuert genannt): Saanen als Haupt- und Amtsort, Abländschen, Bissen, Ebnit, Gruben, Grund, Gstaad, Kalberhöni, Saanenmöser, Schönried und Turbach.

Geographie[Bearbeiten]

Südlich von Saanen befinden sich die Gemeinden Gsteig (grenzt an den Kanton Wallis und liegt südlicher als Airolo) und Lauenen. Saanen selber grenzt im Westen und Norden an die Kantone Waadt und Freiburg, sowie im Osten an die Simmentaler Gemeinden Boltigen, Zweisimmen, St. Stephan und Lenk im Simmental. Der höchste Punkt ist das 2'542 Meter hohe Giferhorn, die tiefste Stelle liegt auf 985 Metern an der Saane bei der Rüttischlucht.

Dorf Saanen[Bearbeiten]

Die Hauptortschaft der Gemeinde Saanen ist das gleichnamige Dorf Saanen. Es ist 3 km entfernt von Gstaad und grenzt direkt an den Kanton Waadt. Der Berg Vanel zwischen Saanen und Rougemont bildet die Kantons- und Sprachgrenze.

Der Name des Ortes kommt vom gleichnamigen und grössten Fluss der Umgebung, der Saane. Ungefähr im 5. Jahrhundert wanderten Burgunder ein, und im 8. Jahrhundert brachten Alemannen, die vom Simmental her einwanderten, die deutsche Sprache ins Saanental. Politisch gehörte Saanen zu der um 900 erstmals erwähnten Grafschaft Ogo, später Greyerz genannt.

In Saanen steht auch eine der schönsten Kirchen des Kantons Bern, die Mauritius-Kirche. Sie wäre anfangs des 20. Jahrhunderts beinahe abgebrannt, jedoch konnte man sie glücklicherweise retten. Danach wurde sie fein säuberlich wieder aufgebaut und renoviert.

Im Jahre 1911 kam über Saanen eine schwere Mausplage. Die Bürger erhalten bis heute (Stand 10. September 2005) für jede erlegte Maus einen gewissen Geldbetrag. Vier Angestellte der Gemeindeverwaltung sind jedes Jahr damit beschäftigt, die von den Bürgern eingereichten Mäuseschwänze zu zählen und den entsprechenden Erlös auszubezahlen.

Mit der neuen Umfahrungsstrasse, Eröffnung im 2010, wird das Dorfbild wieder an den Ursprung angepasst. Viele schöne alte Häuser zieren das Bild. Das gemeindeeigene Hotel Landhaus aus dem 19. Jahrhundert und das hundertjährige Hotel Saanerhof sind markante Baute im Dorfkern von Saanen.

Saanen beherbergt das Menuhin Center.

Namen[Bearbeiten]

Der französische Name ist schon seit 1228 bezeugt, und zwar zunächst als Gissinai. Dieser Beleg ist damit sogar älter als der erste deutschsprachige Beleg Saanen. Es gibt verschiedene Deutungen, zum Beispiel Ableitungen von Personennamen (Gissi, Getti oder ähnlich) in Verbindung mit lateinischen Endungen für Flurnamen (-acum und -etum). Andere Ableitungen gehen von einer Latinisierung von Wyssenöye (wörtlich Weisungsaue bzw. Wiese, auf der über politische Weisungen abgestimmt wird). Volksetymologische Deutungen gehen zum Teil ebenfalls auf Wyssenöye zurück, jedoch in der Interpretation weisse Wiese, aber auch die Ableitung von einer lokalen Flurbezeichnung Giessen wird genannt.

Politik[Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 51.4 %, BDP 15.1 %, FDP 11.1 %, SP 5.9 %, glp 4.2 %, GPS 3.5 %, EDU 2.9 %, EVP 2.7 %, CVP 1.0 %.[2]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Saanen verfügte bis November 2012 über ein öffentliches Spital. Die Gesundheitsversorgung wurde mit Absicht einer Kostenoptimierung reorganisiert. Nach der Schliessung erfolgt die Versorgung der Bevölkerung durch auszubauende lokale Dienstleister (Hausärzte und Gemeinschaftspraxen) und die Spitäler Zweisimmen und Thun des Spitalverbunds STS (Spital Thun Simmental).

Verkehr[Bearbeiten]

Saanen hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Montreux–Lenk im Simmental, der von der Montreux–Berner Oberland-Bahn bedient wird. An diesem Bahnhof wurden Szenen von Wer zuerst kommt, kriegt die Braut, einem der erfolgreichsten Bollywood-Filme, gedreht.

Saanen besitzt einen Flugplatz der für vielfältige Flugsportaktivitäten genutzt wird.

Bilder[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Abländschen ist Startpunkt für die Teilnehmer der kurzen Strecke bei der jährlich ausgetragenen Trophée des Gastlosen, einem Volks- und Wettkampfrennen aus dem Bereich des Skibergsteigens.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, II. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Bern, Zweiter Teil: Rechte der Landschaft, Band 3: Das Statutarrecht der Landschaft Saanen bis 1798 von Hermann Rennefahrt, Aarau 1942. (Online-Version)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saanen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=843.html abgerufen am 16. Juli 2012