Saarbahn
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Gleisplan der Saarbahn, Stand März 1999
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| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 190 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Saarbahn ist eine saarländische Regionalstadtbahn nach dem Tram-Train-Prinzip. Sie besteht aus einer nach BOStrab betriebenen Kernstrecke in Saarbrücken und Riegelsberg, welche die beiden nach EBO betriebenen Eisenbahnstrecken Lebach–Völklingen im Norden und Saarbrücken–Sarreguemines im Süden miteinander verbindet. Für die Infrastruktur der Innenstadtstrecke ist die Stadtbahn Saar GmbH zuständig, während auf den Außenstrecken die DB Netz AG beziehungsweise das französische Unternehmen RFF zuständige Eisenbahninfrastrukturunternehmen sind. Als Eisenbahnverkehrsunternehmen fungiert auf der Gesamtstrecke die Saarbahn GmbH.
In der Saarbrücker Innenstadt entspricht die Streckenführung der 1997 eröffneten Saarbahn-Neubaustrecke dabei im Wesentlichen der 1965 stillgelegten Linie 5 der Straßenbahn Saarbrücken. Diese verkehrte zwischen Rastpfuhl und Schafbrücke und war die letzte Linie des alten meterspurigen Netzes.
Inhaltsverzeichnis |
Vorgeschichte [Bearbeiten]
Erste Überlegungen zum Aufbau einer Regionalstadtbahn in und um Saarbrücken begannen in den 1990er Jahren. Der Busverkehr in der Saarbrücker Innenstadt wies damals eine so große Dichte auf, dass die Fahrzeuge teilweise im Minutentakt verkehrten. Nach dem Vorbild des bereits seit 1992 mit großem Erfolg betriebenen Karlsruher Modells begann man auch im Saarland mit Planungen zum Aufbau einer Regionalstadtbahn. Kernpunkt des Konzepts war der Neubau einer innerstädtischen Stadtbahnstrecke, auf den Außenästen sollte hingegen die bereits vorhandene Eisenbahn-Infrastruktur der Deutschen Bahn AG mitbenutzt werden. Bereits 1992 lieh man sich dann einen Stadtbahnwagen der Stadtbahn Karlsruhe aus und ließ ihn die Strecke Fürstenhausen – Gersweiler Bahnhof – Saarbrücken Messebahnhof fahren.
Vorlaufbetrieb auf der Bahnstrecke Saarbrücken–Sarreguemines [Bearbeiten]
Vor der Eröffnung der Saarbrücker Innenstadtstrecke existierte zwischen Saarbrücken Hauptbahnhof und Hanweiler bereits ein Vorlaufbetrieb mit Saarbahn-Fahrzeugen. Es wurde dabei jedoch noch nach dem Fahrplan der zuvor auf diesem Abschnitt eingesetzten lokbespannten Wendezüge gefahren, die Betriebsführung erfolgte im Auftrag der Deutschen Bahn. Dieser Vorlaufbetrieb begann am 29. September 1997 und endete am 24. Oktober 1997, dem Tag der Eröffnung der Neubaustrecke durch die Innenstadt.
Inbetriebnahme der Innenstadtstrecke [Bearbeiten]
Das eigentliche Kernstück der Saarbahn – die Neubaustrecke zwischen Brebach Bahnhof und Ludwigstraße – wurde nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit am 24. Oktober 1997 in Betrieb genommen. Zwischen Römerkastell und Brebach Bahnhof befindet sich seither eine Systemtrennstelle. Hierbei handelt es sich um einen 90 Meter langen stromlosen Fahrleitungsabschnitt, welcher mit Schwung durchrollt wird, während die Fahrzeugelektrik sich automatisch auf das jeweils andere System umstellt. Die aus der Innenstadt kommenden Saarbahntriebwagen wechseln dabei von 750 Volt Gleichstrom auf 15.000 Volt Wechselstrom und verkehren über Kleinblittersdorf bis ins lothringische Sarreguemines. Der französische Abschnitt ab dem Grenzbahnhof Hanweiler war bereits seit 1983 mit dem deutschen Stromsystem ausgerüstet. Das erste Stadtbahnfahrzeug, das Saarguemines erreichte, war der Zweisystemtriebwagen 810 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), welcher am 11. September 1993 im Rahmen einer Präsentationsfahrt dorthin fuhr.
Norderweiterung [Bearbeiten]
Der Ausbau in die andere Richtung erfolgte in mehreren Etappen. Ab 31. Juli 1999 bis Cottbuser Platz, ab 13. November 2000 bis Siedlerheim, ab 24. September 2001 bis Riegelsberg Süd und ab 26. September 2009 bis Walpershofen/Etzenhofen. An den bis zuletzt strittigen Mehrkosten von circa 630.000 Euro jährlich für den Abschnitt Riegelsberg Süd–Walpershofen/Etzenhofen beteiligen sich die Stadt Saarbrücken, die Gemeinde Riegelsberg und indirekt auch das Saarland.[1] Auf der ehemaligen Trasse der Köllertalbahn durch Walpershofen und Dilsburg wurden im Januar und Februar 2009 Rodungsarbeiten durchgeführt, die Bahnüberführung in der Ortsmitte von Walpershofen wurde 2009/10 erneuert und im Sommer 2011 war die Reaktivierung bis Heusweiler Markt weitgehend abgeschlossen. Der Regelbetrieb bis dorthin wurde am 31. Oktober 2011 aufgenommen.
Obwohl seit 2011 in Walpershofen ein weiterer Wechsel zwischen BOStrab und EBO stattfindet, wird das Stromsystem dort nicht gewechselt, denn auf der eigens für die Saarbahn elektrifizierten Köllertalbahn wird ebenfalls mit 750 Volt Gleichstrom gefahren.[2]
Bis 2013/2014 soll dann der Endpunkt Lebach erreicht werden, von wo aus die Saarbahnzüge auf der Primstalbahn bis Lebach-Jabach weiterfahren sollen.
Mit Ausnahme eines kleinen Teilstücks zwischen den Haltestellen Riegelsberg-Güchenbach und Walpershofen/Etzenhofen, auf dem die Saarbahn in Ost-West-Richtung entlang des Russenwegs (L 267) fährt und das ohne historischen Vorläufer ist, folgt die Saarbahntrasse ins und im Köllertal zwei sehr unterschiedlichen historischen Bahnstrecken:
Von Saarbrücken durch den Köllertaler Wald und Riegelsberg folgt die Saarbahn bis Riegelsberg-Güchenbach dem Verlauf der historischen Riegelsberger Straßenbahn: Ab 1907 führte eine Überlandstraßenbahnlinie von St.Johann/Saarbrücken über Riegelsberg nach Heusweiler. Der Streckenverlauf entsprach weitgehend dem der heutigen Bundesstraße 268, führte also auch von Güchenbach über den Stumpen direkt nach Heusweiler. Von Bedeutung war diese Bahn für die Bergwerke in Heusweiler-Dilsburg und Von der Heydt. Die Straßenbahn wurde 1953 durch Trolleybusse, diese wiederum 1964 durch Linienbusse mit Dieselmotor ersetzt.[3]
Nach dem oben erwähnten Zwischenstück erreicht die Saarbahn unmittelbar an der Haltestelle Walpershofen/Etzenhofen die Trasse der ehemaligen Köllertalbahn, auf der sie nun weiter nach Norden durch Walpershofen bis (vorläufig) Heusweiler fährt.
Betriebskonzept [Bearbeiten]
Das gegenwärtige Betriebskonzept auf der einzigen planmäßig bedienten Linie, der 33,147 [4] Kilometer langen Durchmesserlinie S1 zwischen Heusweiler Markt und Sarreguemines, sieht tagsüber im Kernbereich zwischen Siedlerheim und Brebach Bahnhof einen 7,5-Minuten-Takt vor. Ursprünglich war für den Innenstadtbereich sogar ein Fünf-Minuten-Takt geplant, der jedoch wieder verworfen wurde, weil er zu betrieblichen Problemen geführt hätte. Auf den Streckenabschnitten Brebach–Kleinblittersdorf sowie Heusweiler Markt–Siedlerheim gilt ein 15-Minuten-Takt und der Abschnitt Kleinblittersdorf–Sarreguemines wird alle 30 Minuten beziehungsweise vormittags nur alle 60 Minuten bedient.
In der Spätverkehrszeit wird der Takt in der Innenstadt auf 15 Minuten gedehnt, entsprechend ergeben sich 30- beziehungsweise 60-Minuten-Takte nach Kleinblittersdorf beziehungsweise Heusweiler Markt und Sarreguemines. Morgens sowie im Berufs- und Schülerverkehr und in der Nachmittagsspitze werden Doppeltraktionen eingesetzt, sonst Solowagen. Täglich befördert die Saarbahn circa 40.000 Personen.
Fahrzeuge [Bearbeiten]
Aktuell sind 28 Fahrzeuge des Typs Flexity Link im Einsatz, sie wurden von Bombardier in Wien und Brügge gefertigt. Sechs Wagen waren zeitweise nach Kassel ausgeliehen; sie liefen dort im Vorlaufbetrieb der RegioTram Kassel. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurden drei Fahrzeuge an die Stadtbahn Karlsruhe ausgeliehen und kommen dort auf der Linie S9 zum Einsatz.[5]
Zehntes Jubiläum [Bearbeiten]
Am 24. Oktober 2007 feierte die Saarbrücker Stadtbahn ihr zehntes Betriebsjubiläum. Seit Betriebsaufnahme wurden mehr als 100 Millionen Fahrgäste transportiert, fast doppelt so viele, wie ursprünglich geplant. Damit hat sich die Saarbrücker Stadtbahn zu einem großen Erfolg mit Modellcharakter entwickelt; andere Städte, in denen die Einrichtung einer Stadtbahn angedacht wird, orientieren sich unter anderem am Saarbrücker System.
Planungen [Bearbeiten]
Die Planungen sehen eine Trasse Richtung Schafbrücke vor. Eine weitere Planung beläuft sich auf einen Ausbau über Burbach nach Völklingen, diese Planung ist jedoch vorerst auf Eis gelegt, da erstmal Bergbauschäden entfernt werden müssen. Weitere Planungen sehen einen Ausbau zur Universität, zum Rotenbühl, nach Alt-Saarbrücken, nach Forbach und zum Eschberg vor.[6] Die Bauarbeiten für diese Planungen liegen vorerst bis zum Fertigstellen der Strecke nach Lebach-Jabach auf Eis.
Sonderlinien [Bearbeiten]
S2 (Messelinie) [Bearbeiten]
Die Messelinie verkehrte bis 2006 anlässlich der Saarmesse und der Welt der Familie zwischen der Haltestelle Römerkastell und dem Bahnhof Fürstenhausen im 30-Minuten-Takt. Eine weitere Bedienung des Messebahnhofs erfolgte vom 24. bis zum 28. Mai 2006 während des Katholikentags. Seither verkehren zur Messe Sonderbusse der Linie 11E ab Hauptbahnhof. Anlässlich der 60. Saarmesse vom 28. März 2009 bis zum 5. April 2009 wurde vom saarländischen Wirtschaftsministerium einmalig eine erneute Bedienung des Messebahnhofs durch die Saarbahn im 60-Minuten-Takt finanziert. Ein Zu- und Ausstieg in Fürstenhausen war allerdings nicht mehr möglich.[7]
Hinter der Haltestelle Ludwigstraße ist die Innenstadtstrecke über eine Rampe, wo sich eine weitere Systemtrennstelle befindet, mit der Rosseltalbahn verknüpft. Diese diente früher vor allem dem Kohleverkehr zur Grube Warndt; nach deren Stilllegung ist auch der Saarbahnbetrieb gefährdet. Von Fürstenhausen bis zur Grube Warndt wurde die Oberleitung bereits abgebaut.
S3 (Warndtlinie) [Bearbeiten]
Die Linie S3 verkehrte nur während des jährlich stattfindenden Warndt-Weekends im 60-Minuten-Takt. Der Linienweg war bis zum Bahnhof Fürstenhausen mit der Linie S2 identisch. Anschließend folgte sie der ehemaligen DB-Strecke bis zur stillgelegten Grube Warndt, aufgrund des oben erwähnten Oberleitungsrückbaus kann dieser Verkehr jedoch nicht mehr angeboten werden. Ihre letzte Fahrt war 2005.[8]
S9 (Ersatzverkehr bei Störungen) [Bearbeiten]
Die S9 ist eine Ersatzlinie, welche nur betrieben wird, wenn die Saarbrücker Innenstadtstrecke nicht befahren werden kann (etwa bei kurzzeitigen Betriebsstörungen oder bei größeren Veranstaltungen wie etwa Zielankünften der Deutschland Tour oder der Tour de France). Der Linienweg der S9 folgt aus Richtung Saargemünd kommend ab dem Bahnhof Brebach der klassischen Strecke zum Saarbrücker Hauptbahnhof, die Ankunft dort erfolgt in der Regel auf Gleis 6. Die Linienführung der S9 entspricht somit dem oben erwähnten Saarbahn-Vorlaufbetrieb des Jahres 1997. Weil dieser Streckenabschnitt auf ein Gleis zurückgebaut wurde, kann die S9 nur alle 30 Minuten verkehren.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite des Betreibers
- Straßenbahn Saarbrücken auf UrbanRail.Net
- Die Riegelsberger Straßenbahn
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Saarbahn fährt nach Etzenhofen in der Saarbrücker Zeitung vom 8. September 2009 (abgerufen am 18. September 2009)
- ↑ Saarbahn GmbH startet Sicherheitsschulung an der Friedrich-Schiller-Schule in Heusweiler in der Saarländischen Online-Zeitung vom 4. Mai 2011 (abgerufen am 11. Mai 2011)
- ↑ Markus Philipp: Straßenbahn Saarbrücken - Riegelsberg/Heusweiler in: Kulturlandschaft Saarkohlenwald
- ↑ Die Saarbahn fährt bis Heusweiler Markt – Neue Saarbahn-Teilstrecke im Köllertal eingeweiht
- ↑ [1] (abgerufen am 4. Dezember 2009)
- ↑ 100 bewegte Jahre – Die Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartal 1892–1992, 1992, S. 265
- ↑ Infos zut S2 bei www.saarmesse.de
- ↑ Infos über die S3 und das Warndtweekend (PDF; 2,4 MB)