Saarbrücken

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saarbrücken (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Saarbrücken
Saarbrücken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Saarbrücken hervorgehoben
49.2333333333337230Koordinaten: 49° 14′ N, 7° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Regionalverband Saarbrücken
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 167,07 km²
Einwohner: 176.996 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1059 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66001–66133
Vorwahlen: 0681, 06893, 06897, 06898, 06805
Kfz-Kennzeichen: SB
Gemeindeschlüssel: 10 0 41 100
Stadtgliederung: 4 Stadtbezirke mit 20 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathaus St. Johann
66111 Saarbrücken
Webpräsenz: www.saarbruecken.de
Oberbürgermeisterin: Charlotte Britz (SPD)
Lage der Stadt Saarbrücken im Regionalverband Saarbrücken
Regionalverband Saarbrücken Saarland Frankreich Landkreis Saarlouis Landkreis Neunkirchen Saarpfalz-Kreis Großrosseln Völklingen Püttlingen Riegelsberg Heusweiler Quierschied Friedrichsthal Sulzbach Kleinblittersdorf SaarbrückenKarte
Über dieses Bild
Am Saarufer

Saarbrücken (luxemburgisch Saarbrécken, französisch Sarrebruck, im örtlichen Dialekt Saarbrigge[2]) ist die Landeshauptstadt des Saarlandes.

Die Universitätsstadt und einzige saarländische Großstadt entstand 1909 aus dem Zusammenschluss der drei Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach.

Saarbrücken ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Saarlandes und Sitz des Regionalverbandes Saarbrücken, eines Kommunalverbandes besonderer Art.

Sprachliches[Bearbeiten]

Stadtname[Bearbeiten]

Der Name der Stadt hat nichts mit dem modernen Wort Brücke zu tun, denn zur Zeit der ersten Erwähnungen des Ortes und der Burg gab es dort keine Saarbrücke: Die erste Brücke über die Saar (die heute sog. Alte Brücke) wurde erst 500 Jahre später erbaut. Der älteste überlieferte Name Sarabriga ist keltischen Ursprungs. Dabei bedeutet Sara so viel wie fließendes Gewässer, während der Wortteil Briga als Felsen, großer Stein übersetzt wird. Gemeint ist damit wohl der große Felsen gegenüber der Alten Brücke, auf dem die erste Burganlage errichtet wurde. Insofern lautete der Name der ersten Siedlung an dieser Stelle sinngemäß „Flussfels“ oder „Stromfels“.

Eine weitere nicht belegte Erklärung kann man auf das germanische Wort bruco zurückführen, was Sumpf bedeutet und die umgebenden Feuchtgebiete bezeichnet (niederdeutsch Brook, Broich, Brauck entsprechend ahd. Wort bruoh, mhd. bruoch). Ein Beleg dafür wäre der St. Johanner Distrikt, bekannt als die Bruchwiesen, der noch bis kurz vor seiner Bebauung ein sumpfiges Gebiet gewesen war. Da das Gebiet von Saarbrücken in der ersten Besiedlung nur von Kelten bewohnt war, ist die erste Variante der Namensgebung die wahrscheinlichere.

Einwohner[Bearbeiten]

Die Einwohner dieser Stadt heißen nicht, wie oft angenommen, „Saarbrückener“, sondern „Saarbrücker“ (im süd-saarländischen Dialekt „Saarbrigga“, im nord-saarländischen „Saarbregger“). Gleiches gilt für das Adjektiv; so heißt es beispielsweise „Saarbrücker Zeitung“, „Saarbrücker Zoo“.

Dialekt[Bearbeiten]

Sprachgeschichtlich kommt es zwischen dem Ende des 17. und der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Grund der wechselnden politischen Einflüsse zu einer Verschiebung vom ursprünglich moselfränkischen hin zum heute gebräuchlichen rheinfränkischen Dialekt, schließlich zu einem einheitlichen Stadtdialekt, dem Saarbrigga Platt.

Geografie[Bearbeiten]

Saarbrücken im Saartal zwischen Schwarzenberg (Vordergrund) und Stiftswald

Saarbrücken liegt in einer breiten Talaue und auf weiten Terrassenflächen – diese Landschaft ist vor allem durch den Einfluss der Saar entstanden. Der nördliche Talrand wird von einer langen Kette von Höhenvorsprüngen besäumt. Am südlichen Stadtrand ziehen sich die Höhen des Stiftswaldes und des Roten Berges hin. Westlich liegt der Warndt.

Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt mit 178,5 m ü. NHN an der Schleuse Luisenthal. Der mit 401 m ü. NHN höchste Punkt befindet sich am Steinkopf, nördlich des Flughafens Saarbrücken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Panorama von Saarbrücken; im Vordergrund die die Innenstadt durchquerende Stadtautobahn mit Umgehungsstraße für den Hochwasserfall
Stadtteile Saarbrückens

Das Stadtgebiet von Saarbrücken ist gemäß § 1 der „Satzung über die Einteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken in Stadtbezirke“ in die vier Stadtbezirke Mitte, Dudweiler, West und Halberg gegliedert, wobei der Stadtbezirk Dudweiler eine eigene Bezirksverwaltung hat. In jedem Stadtbezirk gibt es einen Bezirksrat und einen Bezirksbürgermeister. Die Bezirksräte sind zu wichtigen, den Bezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Saarbrücken. Die Stadtbezirke sind in Stadtteile und diese wiederum in Distrikte untergliedert. Die Unterteilung in Distrikte dient jedoch lediglich statistischen Zwecken.

Die Stadtbezirke mit ihrer amtlichen Nummer sowie deren zugehörige Stadtteile

Klima[Bearbeiten]

Saarbrücken liegt in der gemäßigten Klimazone, weist einen Jahresniederschlag von 796 mm und eine Temperatur im Jahresmittel von 9 °C auf. Der meiste Niederschlag fällt mit 80 mm im August; von Juni bis August ist es mit durchschnittlich 16,9 °C am wärmsten und von Dezember bis Februar ist es mit durchschnittlich 0,8 °C am kältesten.

Saarbrücken
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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23
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10
 
 
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7
2
 
 
93
 
4
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Saarbrücken
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,3 5,0 9,2 12,9 17,7 20,4 22,9 23,0 18,7 13,3 7,1 4,4 Ø 13,2
Min. Temperatur (°C) −1,4 −1,1 1,7 3,9 8,1 10,9 13,0 12,9 9,8 6,1 1,8 −0,2 Ø 5,5
Niederschlag (mm) 69,9 59,0 64,5 56,8 74,1 77,6 78,0 59,7 66,1 81,8 84,4 93,3 Σ 865,2
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,6 3,8 5,2 6,7 6,9 7,7 7,0 5,4 3,6 1,8 1,4 Ø 4,5
Regentage (d) 12,2 9,8 11,3 10,0 11,0 11,3 9,3 8,5 9,4 11,2 11,7 12,7 Σ 128,4
Luftfeuchtigkeit (%) 88 83 77 71 71 72 70 73 78 84 87 88 Ø 78,5
T
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p
e
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a
t
u
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3,3
−1,4
5,0
−1,1
9,2
1,7
12,9
3,9
17,7
8,1
20,4
10,9
22,9
13,0
23,0
12,9
18,7
9,8
13,3
6,1
7,1
1,8
4,4
−0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
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c
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a
g
69,9
59,0
64,5
56,8
74,1
77,6
78,0
59,7
66,1
81,8
84,4
93,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Römische Reste am Fuße des Halbergs (sog. Römerkastell)

Saarbrücken wurde in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. im Jahre 999 erstmals als Königsburg „castellum Sarabrucca“ erwähnt, die dem Bistum Metz geschenkt wurde.

Im Bereich von Alt-Saarbrücken existierte bereits in vorrömischer Zeit eine Siedlung der Mediomatriker. Flussaufwärts vom heutigen Stadtkern, im Stadtteil St. Arnual und im Bereich des Großmarktes am Fuß des Halbergs, sind römische Siedlungsreste nachgewiesen: Am rechten Saarufer befand sich eine kleine römische Garnison, die wahrscheinlich eine (hölzerne?) Brücke sicherte. Nicht weit entfernt davon hat sich am Hang des Halberges ein römisches Mithräum erhalten. Links der Saar, rund um die Stiftskirche Sankt Arnual, befand sich nachweislich eine römische Siedlung mit einer größeren Villa, in deren Ruinen in merowingischer Zeit eine erste Kirche als Grablege des Metzer Bischofs Arnual errichtet wurde. Es soll sich bei der Kirche um eine Schenkung des merowingischen Königs Theudebert II. handeln. Die ältesten urkundlich erwähnten Orte, die heute zur Landeshauptstadt Saarbrücken gehören, sind Fechingen (777), Eschringen (893), Dudweiler (977) und Malstatt (960).

Ab 1120 entstand die Grafschaft Saarbrücken, in der sich in der Umgebung der Burg durch Ansiedlung von Burgmannen, Händlern und Schutzsuchenden die Siedlung (Alt-)Saarbrücken entwickelte.

1263 wurde durch Simon III. die Kommende St. Elisabeth gegründet, die karitative Aufgaben und beschränkte Gerichtsbarkeit erhielt und in den nachfolgenden Generationen zu beträchtlichem Ansehen und Einfluss gelangte. Die im 13. Jahrhundert als Krankenstation gebaute Kapelle gilt als das älteste Gebäude Saarbrückens.

Graf Johann I. verlieh 1321 Saarbrücken (dem heutigen Stadtteil Alt-Saarbrücken) und St. Johann das Stadtrecht. 1353 fiel Saarbrücken an das Haus Nassau (Walramische Linie), in dessen Besitz Stadt und Grafschaft bis zur Französischen Revolution und zum Wiener Kongress blieben.

1574 fiel die Grafschaft Nassau-Saarbrücken durch Erbfall an Graf Philipp III., der die Reformation nach lutherischem Bekenntnis einführte. Der Dreißigjährige Krieg verheerte Saarbrücken fürchterlich, 1637 lebten nur noch 70 Menschen in der zerstörten Stadt. Ludwig XIV. ließ 1677 im Französisch-Niederländischen Krieg Saarbrücken niederbrennen; bis auf acht Häuser wurde die gesamte Stadt zerstört.

Nach dem Regierungsantritt Wilhelm Heinrichs im Jahr 1741 erlebte die Stadt einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung, Steinkohlegruben wurden verstaatlicht, Eisenschmelzen entstanden. Ferner entstanden das barocke Residenzschloss Saarbrücken, erbaut von Friedrich Joachim Stengel und zahlreiche andere Bauten, die Saarbrücken in eine geschlossene Barockstadt mit zahlreichen Sichtachsen und komplett barocken Straßenzügen verwandelten. 1775 wurde die Ludwigskirche vollendet, einer der bedeutendsten Barockbauten Deutschlands und Wahrzeichen der Stadt Saarbrücken.

1793 wurde die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt, die das Barockschloss plünderten und besetzten. In Brand geriet es allerdings durch den Beschuss der preußischen Bundestruppen, in deren Reihen auch der Erbprinz Heinrich als Offizier diente. Durch den Frieden von Campo Formio 1797 und den Friedensvertrag von Lunéville 1801 kam Saarbrücken zu Frankreich.

Im Jahre 1815 fiel das Gebiet an das Königreich Preußen; im Raum Saarbrücken entstand die Bürgermeisterei Saarbrücken mit den Stadtgemeinden Saarbrücken und St. Johann sowie den Landgemeinden Malstatt, Burbach, Brebach und Rußhütte. Saarbrücken wurde Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Trier der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging. 1856 wurde das Eisenhüttenwerk Burbach in Betrieb genommen.

Zu Beginn des Deutsch-Französischen Krieges fand im August 1870 unmittelbar an der Stadtgrenze die für beide Seiten mit großen Verlusten verbundene Schlacht bei Spichern statt. Nach der offiziellen Kriegserklärung am 19. Juli 1870 hatten sich die preußischen Truppen zunächst aus Saarbrücken zurückgezogen, so dass die französische Armee am 2. August Saarbrücken einnehmen konnte. Die Franzosen errichteten auf den Spicherer Höhen (auf französischem Gebiet) umfangreiche und geschickte Grenzbefestigungen. Dennoch gingen am 6. August die deutschen Truppen zum Angriff über und konnten nach schweren Verlusten (auf deutscher Seite fielen fast dreimal so viele Soldaten wie auf französischer) die Höhen erobern. Die Schlacht wurde von den Deutschen mit großem propagandistischem Aufwand gefeiert, obwohl sie für den Ausgang des Krieges völlig bedeutungslos war.

Zwischen 1897 und 1900 wurde nach Plänen von Georg von Hauberrisser das Rathaus St. Johann erbaut, das später das Rathaus der Großstadt Saarbrücken wurde.

Durch Vertrag vom 5. Dezember 1908 wurden die selbständigen Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach mit Wirkung vom 1. April 1909 zu einer Stadt mit dem Namen Saarbrücken vereinigt. Die bisherige Stadt Saarbrücken wird seitdem mit der Bezeichnung Alt-Saarbrücken geführt. Die neue Stadt Saarbrücken hatte bei ihrer Gründung etwa 105.000 Einwohner und ist damit die fünftgrößte linksrheinische deutsche Großstadt. Gleichzeitig schied die Stadt Saarbrücken aus dem Landkreis Saarbrücken aus und wurde eine kreisfreie Stadt. Dass der Streit über den zu wählenden Stadtnamen, Saarbrücken oder St. Johann, zu einem Pistolenduell der Bürgermeister geführt haben soll, ist nach Erkenntnissen des Stadtarchivs ein Gerücht. Es gab zwar ein solches Duell, allerdings schon 1894 und es ging damals nicht um den Namen der neuen Stadt sondern um den Standort des Bezirkskommandos, also einer Militärbehörde. Wie es ausging, ist nicht klar. Fakt ist: das Bezirkskommando war in St. Johann am Landwehrplatz und die Bürgermeister wurden wegen des Duells mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1919 infolge der Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles das Saargebiet und mit ihm die Stadt Saarbrücken unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Durch eine Volksabstimmung im Jahre 1935 entschied sich die Bevölkerung für den Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich. 1939 wurde Saarbrücken, das in der Roten Zone lag, geräumt.

Markttag in Saarbrücken, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gestapo-Lager Neue Bremm errichtet. Das Lager bestand bis zum Einmarsch der alliierten Truppen im Winter 1944/45. Die Häftlinge (unter anderem aus Frankreich, der Sowjetunion, Polen und Großbritannien) wurden meistens von dort in Konzentrationslager weitertransportiert. Die Zahl der Ermordeten wird auf einige Hundert geschätzt, die der Insassen insgesamt auf etwa 20.000. Bei der Wagner-Bürckel-Aktion (nach Gauleiter Josef Bürckel) wurden am 21. und 22. Oktober 1940 jüdische Saarbrücker in das Internierungslager Gurs abtransportiert

Saarbrücken wurde durch Bombenangriffe der britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte stark zerstört. Der schwerste Angriff fand am 5. Oktober 1944 statt, als 325 britische Bomber über 350.000 Brandbomben über der Stadt abwarfen.[3] Dabei fanden 361 Menschen den Tod, 45.000 wurden obdachlos. Alt-Saarbrücken war nahezu vollständig zerstört. Am 13. Januar, zehn Jahre nach der Saarabstimmung, flog die britische Luftwaffe mit 274 Maschinen einen letzten Angriff auf die Stadt,[4] bevor am 21. März 1945 amerikanische Truppen in das menschenleere Saarbrücken einmarschierten.

Im Juli 1945 wurde die Stadt wie das gesamte Saargebiet unter französische Militärregierung gestellt. Zwei Jahre später wurde das Saarland ein autonomer Staat mit Saarbrücken als Hauptstadt. Die Bevölkerung lehnte 1955 das Saarstatut ab. Stattdessen wurde das Land 1957 zehntes Bundesland (West-Berlin zählte offiziell nicht als Bundesland) der Bundesrepublik Deutschland.

Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland 1974 wurde Saarbrücken mit elf umliegenden Städten und Gemeinden vergrößert; die Einwohnerzahl verdoppelte sich nahezu. Gleichzeitig wurde die bislang kreisfreie Stadt mit dem Landkreis Saarbrücken zum Stadtverband Saarbrücken vereinigt. Damit entstand erstmals in Deutschland ein Kommunalverband besonderer Art, der einem Landkreis vergleichbar ist.

Zum 1. April 2004 trat der auch in zweiter Instanz wegen Untreue verurteilte Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann zurück, nachdem er bereits im August 2002 von seinem Amt suspendiert worden war. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen, da er für den Bau seines Privathauses Rechnungen für Bauleistungen und die Anlage des Gartens zunächst nicht selbst bezahlte, sondern diese von der städtischen Siedlungsgesellschaft bezahlt wurden.

Seit Oktober 2004 steht Charlotte Britz (SPD) als Oberbürgermeisterin an der Spitze der Verwaltung. In dieser Zeit wurden einige Vorhaben in der Stadt begonnen: die Stadt entwickelte in unmittelbarer Innenstadtlage auf ehemaligem Bahngelände ein neues Stadtquartier Eurobahnhof, in dem gewerbliche und kulturelle Einrichtungen bestimmend sein sollten und startete 2009 das in der Bevölkerung nicht unumstrittene Projekt Stadtmitte am Fluss. Ziel ist, die mitten durch die Stadt führende Stadtautobahn (A 620) in einen Tunnel zu verlegen.

Am 1. Januar 2008 wurde der Stadtverband in den Regionalverband Saarbrücken umgewandelt. Zum kommissarischen Regionalverbandsdirektor wurde Ulf Huppert ernannt. Im Juni 2009 wurde Peter Gillo (SPD) bei einer Urwahl im zweiten Wahlgang zum Regionalverbandsdirektor gewählt; er trat sein Amt im August 2009 an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Saarbrücken eingegliedert wurden:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1896 St. Arnual  ?
1. April 1909 Vereinigung der Städte Saarbrücken,
St. Johann und Malstatt-Burbach
 ?
1. Januar 1960 Gemarkung Eschberg der Gemeinde Scheidt  ?
1. Januar 1974[5] Dudweiler sowie Altenkessel, Bischmisheim,
Brebach-Fechingen (gebildet am 1. Januar 1959), Bübingen,
Ensheim, Eschringen, Gersweiler, Güdingen,
Klarenthal, Schafbrücke und Scheidt
 ?

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

15 F-Sondermarke der Deutschen Bundespost Saarland (1959) zu 50 Jahre Großstadt Saarbrücken

1905 hatte Saarbrücken mehr als 25.000 Einwohner. Nach der Vereinigung der Städte Malstatt-Burbach, Saarbrücken und Sankt Johann überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1909 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1974 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung mehrerer umliegender Städte und Gemeinden auf den historischen Höchststand von 209.104. Am 31. Dezember 2006 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Saarbrücken nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Saarland und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern 177.870 (nur Hauptwohnsitze). Somit ist Saarbrücken eine seit 1992 kontinuierlich schrumpfende Stadt. Seit 2011 steigt die Einwohnerzahl Saarbrückens wieder geringfügig.

Religion[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt Saarbrücken gehörte im Mittelalter teils zum Bistum Metz in Lothringen, teils zum Erzbistum Trier. Die Grenze verlief zwischen Saarbrücken und St. Johann einerseits sowie Malstatt und Burbach andererseits. Im Jahre 1575 führte Graf Philipp III. von Nassau-Saarbrücken die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Daher war das heutige Stadtgebiet über viele Jahrhunderte vorwiegend evangelisch. Ab dem 17. Jahrhundert gab es neben den lutherischen Gemeinden auch eine reformierte Pfarrei. Nach dem Übergang an Preußen im Jahre 1815 wurde Saarbrücken Teil der späteren Rheinprovinz. Die lutherischen Gemeinden und die reformierte Gemeinde in Saarbrücken hatten schon 1802 ein Vereinigungsgesuch an die französische Verwaltung gestellt, das aber von dieser aus politischen Gründen abgelehnt worden war.[6] Einen zweiten Versuch unternahmen die Gemeinden 1817, und zwar Monate vor dem offiziellen Unionsdekret aus Berlin; diese Union war diesmal erfolgreich und führte zur Entstehung der Saarbrücker Union. Die evangelischen Kirchengemeinden gehören seither  – sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind  – zur Evangelischen Kirche im Rheinland (mit Ausnahme des Stadtteils Ensheim, der zur Evangelischen Kirche der Pfalz gehört). Innerhalb dieser gehören sie zu den Kirchenkreisen Saar-West und Saar-Ost.

Als Reaktion auf die Union zwischen lutherischer Kirche und reformierter Tradition entstanden im gesamten Königreich Preußen evangelisch-lutherische Kirchengemeinden, die dieser Union aus theologischen Gründen nicht beitreten konnten. Nach Verfolgungsmaßnahmen seitens des preußischen Staates unter Billigung des evangelisch-unierten Konsistoriums konnten die Altlutheraner sich ab 1840 unter strengen Auflagen als Evangelisch-lutherische (altlutherische) Kirche organisieren. Daher existiert seit 1857 die Evangelisch-Lutherische Immanuelsgemeinde in Saarbrücken. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Süddeutschland der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Neben lutherischen und reformierten Gemeinden bestehen in Saarbrücken auch freikirchliche Gemeinden, z. B. der Adventisten, der Apostolischen Gemeinde, der Baptisten, der Freien evangelischen Gemeinden, der Methodisten und der Mennonitischen Brüdergemeinden[7].

Nach den Reunionskriegen Ludwigs XIV. wurde auch wieder eine katholische Gemeinde in Saarbrücken zugelassen: Der erste katholische Gottesdienst im heutigen Stadtgebiet Saarbrückens seit der Reformation wurde 1680 in einer Notkirche in St. Johann abgehalten. Dann wurde mit französischen Zuschüssen die Basilika St. Johann als katholische Stadtkirche erbaut. Die erste katholische Pfarrei wurde aber rechtskräftig erst 1803 in St. Johann errichtet. Hier stand auch die Kirche, zu der alle Katholiken des heutigen Stadtgebiets gehörten. 1885 entstand eine weitere katholische Kirche und 1910 in Malstatt die Josefskirche. Heute gehören die römisch-katholischen Bewohner der Stadt zum Dekanat Saarbrücken des Bistums Trier (bis auf die Ortsteile Eschringen und Ensheim, die zum Bistum Speyer gehören) und stellen mit einem Anteil von 38,2 % (2004) der Gesamtbevölkerung die größte Konfession dar. 2006 fand der Deutsche Katholikentag in Saarbrücken statt. Außerdem unterhält die Priesterbruderschaft St. Pius X. in Saarbrücken eine Niederlassung und eine Schule.

Darüber hinaus ist eine Alt-Katholische Pfarrgemeinde in Saarbrücken ansässig, die sich die ehemalige reformierte Friedenskirche am Ludwigsplatz mit mehreren orthodoxen Gemeinden teilt.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Frontansicht des Rathauses St. Johann

Der Stadtrat von Saarbrücken wurde zuletzt bei den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 neu gewählt. Er setzt sich wie folgt zusammen (in Klammern die Veränderung gegenüber Kommunalwahlen 2009):[8]

Zur Zeit gibt es Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und Linken.[9]

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

An der Spitze der Städte Saarbrücken und St. Johann standen über die Jahrhunderte Gerichtsleute, die vom Landesherrn zum Teil zum „Meier“ und zu „Heimburgen“ ernannt wurden. Sie übten mit den Schöffen das Gericht über die Stadt aus. Beide Städte erledigten ihre Amtsgeschäfte relativ autonom, doch gab es auch eine gemeinsame Behörde. Später nannte sich der Ortsvorsteher von Saarbrücken „Meier“, der von St. Johann ab 1458 „Bürgermeister“, deren Ämter ab dem 17. Jahrhundert jährlich wechselten. Ab 1689 gab es anstelle des Meiers in Saarbrücken einen Oberamtmann, ab 1724 einen Stadt- und Oberschultheiß und gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen Stadtamtmann. Mit der französischen Besetzung der Stadt wurde 1798 die Munizipalverfassung eingeführt. Beide Städte bildeten forthin eine politische Gemeinde, deren Kanton 1800 auch die Orte Malstatt und Burbach zugeschlagen wurden. Innerhalb des Kantons wurde die Mairie (später Bürgermeisterei) Saarbrücken geschaffen. Ihr gehörten die Städte Saarbrücken und St. Johann sowie die Dörfer Malstatt, Burbach, St. Arnual, Brebach, Güdingen, Fechingen, Bischmisheim, Gersweiler und Klarenthal an. Nach dem Anschluss an Preußen wurde die Munizipalverfassung zunächst noch beibehalten, doch erhielt der Maire künftig die Bezeichnung Oberbürgermeister, ab 1819 Bürgermeister. In Saarbrücken und St. Johann wurde 1859 die preußische Städteordnung eingeführt. St. Johann hatte bereits seit 1820 vergeblich versucht, sich aus der Bürgermeisterei Saarbrücken zu lösen, was schließlich 1862 genehmigt wurde. Da jedoch die Städte so dicht beieinander lagen, versuchte man ab 1905 erneut eine Fusion, die dann zum 1. April 1909 erreicht werden konnte.

Stadtoberhäupter vor der Vereinigung[Bearbeiten]

  • Franz-Friedrich von Liebenstein († 1596, Grabmal in der Stiftskirche Sankt Arnual): Hofmeister, Oberamtmann und oberster Befehlshaber der Stadt und Burg Saarbrücken

Französische Munizipalverwaltung (1798–1815)[Bearbeiten]

Preussische Rheinprovinz von 1815 bis zur Großstadtgründung 1909[Bearbeiten]

Stadtoberhäupter der Großstadt Saarbrücken 1909–1957[Bearbeiten]

Oberbürgermeister seit 1957[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 2002–2009: Kajo Breuer (Umweltdezernat)
  • seit 2010: Ralf Latz (Finanzdezernat)

Wappen[Bearbeiten]

Wie in der Heraldik üblich, erfolgt die Beschreibung des Wappens aus Sicht des Wappenträgers (Rechts-Links-Vertauschung aus Sicht des Betrachters):

Innerhalb eines von Schwarz und Silber gestückten Schildbordes unter gespaltenem silbernem Schildhaupt – darin rechts eine rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, links schräggekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen, unter den Stielenden eine gestürzte schwarze Zange – in Blau ein goldgekrönter, goldbewehrter und rotgezungter silberner Löwe, bewinkelt von vier silbernen Tatzenkreuzen. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.

Die Stadt Saarbrücken, die 1909 durch Vereinigung der Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach entstand, erhielt dieses Wappen im Jahre 1911 durch Kaiser Wilhelm II., wobei das Wappen als Brustschild eines Adlers abgebildet war. Es wurde auch als „Kaiserwappen“ bezeichnet. Der Wappenschild allein wurde als „Siegelwappen“ bezeichnet. Auch die 1974 durch die Gebietsreform vergrößerte Stadt Saarbrücken entschied sich für die Beibehaltung des historischen Wappens in leicht veränderter Form. Die Wappensymbole wurden aus den Wappen der drei früheren Städte übernommen: Die Rose entstammt dem Wappen von St. Johann, Schlägel, Eisen und Zange entstammen dem Wappen von Malstatt-Burbach und der Löwe entstammt dem alten Saarbrücker Wappen.

Ortsteilwappen von Bübingen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Oktober 1966 genehmigt.

Blasonierung: „Von Rot und Gold siebenmal geteilt, belegt mit einem gezinnten silbernen Turm mit schwarzen Fenstern und schwarzem Tor.“

Die Farben des Ortes sind Rot - Gelb.

Die Unterteilung in acht Felder stellt die früheren, geteilten Besitzverhältnisse am Dorfe dar durch die Herren von Warsberg, Rodborn, Kerpen, Kriechingen, Ettendorf, Nassau-Saarbrücken, Müllenbach und Kurtrier. Der Turm wurde bereits im 11. Jahrhundert erwähnt.

Das Wappen wurde von August Diesinger-Huber gestaltet.

Tbilisser Platz, deutsch und georgisch beschriftet

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Außerdem unterhalten einzelne Ortsteile Partnerschaften:

Darüber hinaus unterhält Saarbrücken auch eine Städtefreundschaft:

  • NicaraguaNicaragua Diriamba (Nicaragua)[10], durch den Diriamba Verein e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

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Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

„Land unter“ in Saarbrücken (1993)

In Saarbrücken beginnen folgende Bundesautobahnen: in Richtung Osten die A 6 (nach Waidhaus über Kaiserslautern, Mannheim, Heilbronn und Nürnberg), in Richtung Nordosten die A 623 (Zubringer zur A8 Richtung Pirmasens) von SB-Dudweiler zum Autobahndreieck Friedrichsthal und Richtung Norden die A 1 (nach Heiligenhafen über Trier, Köln, Dortmund, Münster, Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck). Über die A620 nach Saarlouis ist Saarbrücken zudem an die A 8 angebunden, die die Städte Saarlouis und Luxemburg miteinander verbindet.

Die A 620 (Saarbrücken-Saarlouis) fungiert zwischen den Anschlussstellen Saarbrücken-Güdingen (AS 21) und Saarbrücken-Klarenthal (AS 11) als Stadtautobahn für Saarbrücken; mit 11 Anschlussstellen im Saarbrücker Stadtgebiet kann jeder Saarbrücker Stadtteil problemlos erreicht werden. Auf diesem Teilstück, welches die Stadt entlang der Saar durchschneidet, kommt es neben einer starken Lärmbelastung regelmäßig zur Überflutung, was den weitgehenden Zusammenbruch des Individualverkehrs nach sich zieht (volkstümlich: „linker Nebenfluss der Saar mit 13 Buchstaben“ = Stadtautobahn). Da die Überflutungen regelmäßig auftreten, sind verschiedene Straßen als Hochwasserumfahrung eingerichtet; sie werden bei Sperrung der A 620 zu mehrspurigen Durchgangsstraßen mit Haltverbot umgewidmet, wobei die sich dort befindende Bushaltestelle „Luisenbrücke“ weiterhin planmäßig durch die Busse der Saarbahn GmbH und der Saar-Pfalz-Bus GmbH bedient wird. Nach derzeitigem Planungsstand wird die Stadtautobahn auf ihrem Teilstück entlang der Saar auf etwa 1,5 km Länge in den nächsten Jahren in einen Tunnel unter der bestehenden Hochwasserumfahrung verlegt; dabei werden große Uferflächen frei, die der Stadtentwicklung Schub geben sollen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Saarbrücken
Front des Saarbrücker Hauptbahnhofs in Gegenrichtung Innenstadt

Von Saarbrücken Hauptbahnhof (auch: Eurobahnhof Saarbrücken) verkehren Fern- und Regionalzüge.

Seit Dezember 2007 ist Saarbrücken Hauptbahnhof mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Frankfurt-) Saarbrücken - Paris (LGV Est, planmäßig 320 km/h) vollwertige Station im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Neben den dort verkehrenden ICE-Zügen nach Frankfurt am Main und Paris verkehren auch ICE-Züge nach Dresden über Frankfurt. IC-Verbindungen bestehen nach Frankfurt und nach Stuttgart sowie Salzburg und Graz.

Im Regionalverkehr dient Saarbrücken Hauptbahnhof als Drehkreuz. Im Minutentakt verkehren Regionalbahn- und Regional-Express-Züge ins umliegende Saarland sowie nach Frankreich und in das übrige Bundesgebiet. Regional-Express-Züge verkehren über Neunkirchen, Türkismühle, Mainz nach Frankfurt am Main, nach Koblenz über Saarlouis und Merzig, nach Trier über Saarlouis und Merzig, nach Metz über Forbach, nach Straßburg und nach Kaiserslautern. Hinzu kommt der S-Bahn-ähnliche Nahverkehr der Regionalbahnen auf den Linien Zweibrücken - Pirmasens, Saarlouis - Merzig - Trier, Illingen - Lebach, Neunkirchen - St. Wendel und Neunkirchen - Homburg.

ÖPNV[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nahverkehr in Saarbrücken
Stadtbahn und Stadtbus am Hauptbahnhof

Den öffentlichen Nahverkehr bestreiten die Buslinien der Saarbahn GmbH und eine Stadtbahnlinie, die Saarbahn. Die Fahrzeuge der Saarbahn haben die Spurbreite der Deutschen Bahn und fahren über eine Rampe auf deren Gleise bis ins französische Sarreguemines. Bereits von 1890 bis 1965 fuhr die Straßenbahn Saarbrücken durch die Stadt. Von 1948 bis 1964 wurde diese durch den Oberleitungsbus Saarbrücken ergänzt.

Außerdem führen einige Linien der Saar-Pfalz-Bus GmbH aus der Innenstadt hinaus ins weitere Umland.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Flughafen Saarbrücken

Saarbrücken verfügt mit dem Flughafen Saarbrücken im Stadtteil Ensheim über einen internationalen Verkehrsflughafen. Von der Innenstadt aus ist er mit der im Stundentakt (an Wochenenden und Feiertagen alle 2 Stunden) verkehrenden Regionalbuslinie R 10 der Saar-Pfalz-Bus, die nach Blieskastel fährt, zu erreichen.

Der Flughafen Zweibrücken wird montags bis samstags zweimal und sonntags/feiertags einmal durch die Saar-Pfalz-Bus-Linie 199 von der Innenstadt aus nonstop angefahren.

Wie viele deutsche Flughäfen arbeiten die Flughäfen Saarbrücken und Zweibrücken defizitär. Eine Kooperation zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz - die beiden Regionalflughäfen betreffend - ist bisher gescheitert. Ein Grund für die wirtschaftlich schwache Lage der beiden Flughäfen ist das geringe Passagieraufkommen (Beide Flughäfen zusammen erreichen im Jahr etwa das Passagieraufkommen eines kleineren deutschen Verkehrsflughafens pro Monat.)[11]

Wasserstraße Saar[Bearbeiten]

Brücke über die Saar an der Ostspange

Der Unterlauf der Saar ist von Konz bis Saarbrücken für die Großschifffahrt ausgebaut. Ab Saarbrücken bis Saargemünd ist der Fluss für kleinere Schiffe (Penischen) befahrbar. Ab Saargemünd verbindet der Saarkanal (früher auch Saar-Kohlen-Kanal genannt) die Saar mit dem Rhein-Marne-Kanal.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2008 bei 10,1 % für den gesamten Regionalverband, die Verschuldung bei 540 Millionen Euro am 1. Oktober 2008.

Die Anzahl der Einpendler nach Saarbrücken beträgt etwa 65.000. Allein aus Frankreich pendeln täglich etwa 10.000 Arbeitnehmer ein.

In Saarbrücken befinden sich eines der vier bundesweit eigenen Callcenter von HanseNet und eines des Heine-Versands. Mit CosmosDirekt beherbergt Saarbrücken ein bedeutendes deutsches Versicherungsunternehmen und den größten Direktversicherer Deutschlands. Außerdem ist in Saarbrücken Juris, das juristische Informationssystem der Bundesrepublik Deutschland beheimatet. Die in Saarbrücken gegründete IDS Scheer AG, ein Software- und Beratungsunternehmen, das sein Geschäftsfeld im Bereich Business Process Management hat, ist heute ein Zweig der Software AG. Der Beratungsteil wurde zunächst als IDS Scheer Consulting GmbH ausgegliedert und schließlich im April 2014 an die Scheer Group GmbH verkauft. Die ZF Friedrichshafen AG an der „Goldenen Bremm“, einem ginsterreichen („goldenen“) Tal im Süden der Stadt, fertigt mit über 8.000 Beschäftigten Automatikgetriebe für nahezu alle europäischen Automobilhersteller. Im Stadtteil Bübingen beherbergt der Gartengerätehersteller MTD seine Europazentrale.

Die Halberg-Guss GmbH in Saarbrücken-Brebach fertigt Gussteile, vor allem Kurbelgehäuse und Kurbelwellen für den europäischen PKW- und Nutzfahrzeugmarkt. Saint-Gobain Gussrohr erzeugt Rohre und Kanalguss-Produkte aus Gusseisen. Die Kanalisation von Ankara (Türkei) stammt beispielsweise von hier. Beide Unternehmen sind aus der 1756 gegründeten Halbergerhütte hervorgegangen. Die Saarstahl AG erzeugt mit etwa 600 Mitarbeitern in ihrem Werk Saarbrücken-Burbach (Reste der ehemaligen Burbacher Hütte) Draht für den europäischen Markt.

Die Hager Electro fertigt und handelt Elektrosicherungskästen, Schaltschränke und Gebäudesystemtechnik. Sie wurde 1955 in Saarbrücken-Ensheim gegründet. Sitz der Muttergesellschaft, die Hager SE, ist Blieskastel. Schröder Fleischwaren ist eine große Fleischwarenfabrik im Industriegebiet Ost. Die Firma Leffer in Saarbrücken-Dudweiler ist im Apparatebau, Maschinenbau, Stahlbau und dem Gasbehälterbau tätig. Für Leffer wurde an der Saar in Höhe des Bürgerparks eine RoRo-Anlage zur Verladung übergroßer Bauteile auf Schiffe errichtet. „Saarbrücker Zeitung und Verlag“ ist eine Großdruckerei, die neben der täglich erscheinenden Saarbrücker Zeitung weitere Druckerzeugnisse liefert. Ebenfalls in Saarbrücken befindet sich die Deutschlandzentrale der Wings of Germany AG. Das Unternehmen ist Lizenznehmer der weltweit agierenden Fullservice-Systemgastronomiekette Hooters. Eines der wirtschaftlichsten und ökologisch bedeutsamsten Großkraftwerke, das Kraftwerk Römerbrücke, hat seinen Standort am Rande der Stadtmitte direkt an der Saar.

Medien[Bearbeiten]

Der Saarbrücker Halberg ist Sitz des Saarländischen Rundfunks (SR), einer der kleinsten Landesrundfunkanstalten Deutschlands mit der Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Auf dem Gelände des SR hat auch das ZDF sein Landesstudio für die Berichterstattung aus dem Saarland. Daneben senden die privaten Rundfunksender Radio Salü (mit seinem Hauptprogramm und dem Classic Rock Radio) und Radio Saarbrücken aus der Landeshauptstadt. Außerdem sendet das private Jugendradio bigFM mehrere Stunden täglich ein Regionalprogramm für Saarbrücken und das Saarland, der Rest des Programms wird aus Stuttgart übernommen. Landesweit wurde der inzwischen eingestellte private Regionalfernsehsender CiTi.TV ins Kabelnetz eingespeist.

Als Tageszeitung erscheint aus der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck die Saarbrücker Zeitung. Ende März 2005 begann sie mit der Herausgabe einer täglichen Zeitung im Tabloid-Format namens 20cent. Die Herausgabe wurde jedoch Ende Februar 2009 wieder eingestellt.

Die Axel Springer AG bringt seit 2005 mit der Bild Saarland ein Blatt, das Regionalberichterstattung enthält. Gleichzeitig startete sie auch die Herausgabe einer Welt kompakt, die einen saarländischen Regionalteil enthielt. Die Regionalredaktion wurde jedoch am 29. September 2006 auf Grund zu geringer Nachfrage aufgelöst. Seitdem ist im Saarland nur noch die Rhein-Neckar-Ausgabe der Zeitung erhältlich.

Als kostenloses Stadtmagazin fungiert seit 1984 das L!VE-Magazin. Es existieren weitere Hefte wie SaarTerminer oder Saar-Scene. Die Landeshauptstadt selbst gibt monatlich den Kakadu als über kulturelle Veranstaltungen informierendes Periodikum heraus.

Behörden[Bearbeiten]

Neben der Stadtverwaltung, dem Regionalverband Saarbrücken und zahlreichen Dienststellen der Landesregierung haben unter anderem folgende Behörden ihren Sitz in Saarbrücken:

Gerichte und Staatsanwaltschaften[Bearbeiten]

Saarbrücken ist Sitz des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes. Neben dem Saarländischen Oberlandesgericht gibt es in der Stadt auch ein Land- und ein Amtsgericht. Das Finanzgericht des Saarlandes, das Landesarbeitsgericht Saarland, das Landessozialgericht für das Saarland sowie ein Arbeits- und ein Sozialgericht befinden sich ebenfalls in der Landeshauptstadt.

Ihren Sitz in Saarbrücken haben außerdem die Staatsanwaltschaft und die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken, deren Zuständigkeitsbereich sich jeweils auf das gesamte Saarland erstreckt.

Gefängnisse[Bearbeiten]

Die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken befindet sich am Lerchesflurweg.

Sicherheit[Bearbeiten]

Saarbrücken verfügt in der Stadt über eine Berufsfeuerwehr mit zwei Feuerwachen. Die Feuerwache 1 ist in St. Johann beheimatet, die Feuerwache 2 im Stadtteil Burbach. Dort versehen insgesamt 180 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau ihren Dienst. Insgesamt 17 Freiwillige Feuerwehren mit über 1000 Mitgliedern sind über die Stadtteile verteilt und unterstützen die Berufsfeuerwehr. In der Stadt selbst stehen vier Freiwillige Feuerwehren zur Verfügung (Kernstadtwachen).

Im Stadtbereich gibt es insgesamt fünf Rettungswachen (Berufsfeuerwehr, ASB, DRK, MHD) mit insgesamt acht Rettungstransportwagen (RTW), drei Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF), einem Baby-Notarztwagen (Baby-NAW) sowie acht Krankentransportwagen (KTW). Der Rettungshubschrauber Christoph 16 ist ebenfalls am Klinikum Saarbrücken stationiert und fliegt von dort Einsätze im gesamten Saarland.

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet Saarbrücken gibt es folgende Krankenhäuser:

  • Das in städtischem Besitz befindliche Klinikum Saarbrücken gGmbH, welches nach der Uniklinik Homburg das zweitgrößte Krankenhaus im Saarland ist;
  • das zur Kreuznacher Diakonie gehörende Evangelische Stadtkrankenhaus Saarbrücken im Stadtteil St. Johann;
  • das Krankenhaus St. Theresia im Stadtteil Rastpfuhl sowie das Krankenhaus St. Josef in Dudweiler, beide zur CTS Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken gehörend;
  • die zur Saarland Heilstätten gGmbH gehörende psychiatrisch / geriatrische Fachklinik Sonnenberg im Stadtteil Güdingen.

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Universität und Hochschulen[Bearbeiten]

Universität des Saarlandes

Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist "Korporativ Förderndes Mitglied" der Max-Planck-Gesellschaft.[17]

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

Darüber hinaus verfügt Saarbrücken als Großstadt über alle vorschulischen und schulischen Bildungseinrichtungen. Hier eine Liste der weiterführenden Schulen:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Saarländisches Staatstheater Saarbrücken
Innerstädtische Saaraue mit Circus Flic-Flac, im Hintergrund Staatstheater

Das Gebäude des Staatstheaters wurde 1937/38 erbaut. Das nationalsozialistische Regime stiftete die Spielstätte als „Belohnung“ für das Abstimmungsergebnis 1935, mit dem sich das Saarland für die Angliederung an das Deutsche Reich entschied. (siehe Geschichte) Das Gebäude diente an der Grenze des Deutschen Reiches als Bollwerk gegen den „kapitalistischen Westen“. Der prachtvolle Haupteingang ist daher auch Richtung Paris ausgerichtet. In Anwesenheit von Hitler und Himmler eröffnete der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Theater.[18] Die faschistische Theaterideologie war in Saarbrücken jedoch nicht von langer Dauer. In den Kriegsjahren wurden große Teile des Gebäudes zerstört, jedoch blieb die Technik weitgehend erhalten und ist bis heute noch Bestandteil einer der technisch flexibelsten Staatstheaterbühnen Deutschlands. Trotz der zwiespältigen Vergangenheit ist das Theater am Ufer der Saar als markanter Teil des Stadtbildes akzeptiert. Das Ensemble genießt einen guten Ruf.

Auf Grund von Sparmaßnahmen der Landesregierung und im Kulturhaushalt der Stadt wird das Theater in den nächsten Jahren mit weniger Zuschüssen der öffentlichen Hand auskommen müssen. Das Theater versucht, die finanzielle Lage durch Erhebung eines sogenannten „Theatereuros“ zu verbessern.

Orchester und Chöre[Bearbeiten]

Der Gemischte Saarbrücker Herrenchor
Heartchor auf dem Altstadtfest in Saarbrücken 2009
  • ehemaliges Städtisches Orchester, heute Staatsorchester Saarbrücken am Saarländischen Staatstheater.
  • Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern - Das Orchester ist 2007 aus einer Fusion des 1936 gegründeten und nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken mit dem Rundfunk-Orchester Kaiserslautern des SWR hervorgegangen.
  • Evangelische Chorgemeinschaft an der Saar, gegründet 1946 (Heimatkirche: Ludwigskirche).
  • Kammerchor Saarbrücken.
  • Der Gemischte Saarbrücker Damenchor wurde im September 1992 gegründet und besteht (Stand Mai 2009) aus 50 Frauen, die von Arbeit, Liebe und Politik singen.
  • Der Gemischte Saarbrücker Herrenchor wurde im Juni 2001 gegründet und besteht aus ca. 30 Herren (Stand Mai 2009).
  • Chor total vocal - seit 1995 bestehender A Cappella Chor, der aus ca. vierzig Frauen und Männern besteht.
  • Das interkulturelle Chorensemble Stimmenvielfalt wurde im Juni 2008 gegründet. Er besteht aus ca. 20 Frauen und Männern (Stand Mai 2009), die Lieder in vielen Sprachen singen. Der Chor wird von Amei Scheib geleitet.
  • Der Heartchor wurde im Spätsommer 2008 als Projekt der Denkwerk-Stadt Saarbrücken e. V. in Kooperation mit der Modernen Schule für Musik Sulzbach gegründet. Er besteht aus 15 Frauen und sechs Männern (Stand Juli 2009), die die 60 zum Teil schon weit überschritten haben und Rock mit deutschen Texten singen. Bei öffentlichen Auftritten wird der Chor von einer 3-köpfigen Rockband begleitet. Die Chorleitung hat Mellika Meskine.
  • Dr. Schröders A-cappella-GmbH & Chor KG ging 1990 aus einem studentischen Chorprojekt hervor. Immer noch an der Uni beheimatet, singen in dem Repertoire-Chor inzwischen 20 bis 25 Frauen und Männer verschiedener Altersklassen.
  • Der Gospelchor Saarbrücken unter Leitung von Wilhelm Otto Deutsch widmet sich hauptsächlich afrikanischen Gospels. Das Repertoire umfasst aber auch amerikanische Gospels oder Musicals wie „Godspell“. Weitere Programme: „Missa Gaia“, „Sacred Concert“ von Duke Ellington oder „Hold to his hand“, ein Projekt mit der Bigband des Polizeimusikkorps des Saarlandes. Der Chor hat mehr als 100 Mitglieder und feiert im November 2011 sein 25jähriges Jubiläum.

Museen[Bearbeiten]

Bergwerksdirektion, 1877-80, von Martin Gropius
Das Museum für Vor- und Frühgeschichte am Schlossplatz

Gedenkstätten und Mahnmale[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Saarbrücken
Das Alte Rathaus
Sandsteinverzierungen 1896/97 (Mainzer Straße)
Sandsteinverzierungen Ende 19. Jahrhundert (Mainzer Straße)
Alte Brücke
St. Michael mit Rotenbergtreppe

Bedeutende Kirchen[Bearbeiten]

Die Notkirche (ev.) in Alt-Saarbrücken

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Januar/ Februar: Max-Ophüls-Preis, größtes Festival für den deutschsprachigen Nachwuchs-Film
  • Fastnachtssamstag: PreMaBüBa (große Faschingsparty in allen Sälen der Congresshalle)
  • Rosenmontag: Fastnachtzug in Burbach und Ensheim
  • März bis Oktober: jeden zweiten Samstag im Monat großer Flohmarkt in der Franz-Josef-Röder-Straße
  • April: PhotoMarathon in den Partnerstädten Saarbrücken, Nantes und Tbilissi
  • Mai: Perspectives
  • Mai/ Juni: Mouvement - Musik im 21. Jahrhundert, Festival für zeitgenössische Musik des Saarländischen Rundfunks
  • Mai/ Juni: Trofeo Karlsberg: Die Stadt ist Partner dieses jährlich am Wochenende nach Fronleichnam stattfindenden Junioren-Weltcup-Radrennens.
  • April/ Mai: Maifest in Burbach
  • Juni/ Juli: Kino im Fluss (Cinéfleuve), interregionales Filmfestival
  • Juni: Licht und Blumen im Deutsch-Französischen Garten (DFG)
  • Anfang Juni bis Ende August: Sonntags ans Schloss
    • 11.00 Uhr - Matinée: Live-Konzert der Richtungen Blues und Rhythm 'n' Blues
    • 15.00 Uhr - Kultur für Kids: Kinderprogramm
    • 18.00 Uhr - Soirée: Live-Konzert der Richtungen A-Cappella, Pop, Rock & Funk
  • Juni/Juli: Altstadtfest in St. Johann
  • Juli bis Oktober Saarbrücker Sommermusik (Festival für Jazz, Kammermusik, Neue Musik an verschiedenen Orten der Stadt)
  • Juli/ August: Christopher-Street-Day
  • Juli/ August: Nauwieserfest in St. Johann
  • Juli/ August: Sommer Szene / Internationale Straßentheatertage[26]
  • August: Saarspektakel
  • Ende August: Kulturmeilenfest zwischen Musikhochschule und Staatstheater
  • September: Deutsch-französischer Weinmarkt
  • September: Fest um die Ludwigskirche
  • September: Tage der Bildenden Kunst - Künstler laden zum Rundgang durch Ateliers, Galerien und Werkstätten
  • September/ Oktober: Oktoberfest in Burbach
  • Oktober: Intermarionett (Marionettentheater-Festival)
  • November: 3.Donnerstag im November: Beaujolais Primeur Fest, St. Johanner Markt
  • November/ Dezember: Afrikanische Filmtage
  • 1. Adventswochenende: Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt um das Schloss
  • November/ Dezember: Christkindl-Markt auf dem St. Johanner Markt

Sport[Bearbeiten]

Ludwigsparkstadion

Bekanntester Fußballverein Saarbrückens und des Saarlands ist der derzeitige Drittligist 1. FC Saarbrücken. Er spielte insgesamt fünf Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga: 1963/64, 1976–1978, 1985/86 und 1992/93, weitere 19 Spielzeiten in der 2. Bundesliga. Austragungsort der Heimspiele ist das Ludwigsparkstadion. Die Frauenmannschaft des 1.FC Saarbrücken spielt seit der Saison 2009/10 zum vierten Mal in der 1. Bundesliga der Frauen (nach den Saisons 1997/98 bis 2001/02, 2003/04 und 2007/08).

Der ATSV Saarbrücken spielte in den 1980er Jahren und zu Beginn der 1990er Jahre in den Tischtennis-Bundesligen der Damen und Herren und wurde mehrfach Deutscher Mannschaftsmeister. Seit dem Aufstieg im Jahr 2009 ist Saarbrücken wieder durch die Herrenmannschaft des 1. FC Saarbrücken in der Deutschen Tischtennis-Bundesliga vertreten.

Die Saarland Hurricanes wurden 1996 durch eine Fusion der Dillingen Steelhawks und Saarbrücken Wölfe gegründet. Sie spielten von 1997 bis 2000 und von 2008 bis 2010 in der 2. Bundesliga (GFL2), sind 2000 und 2010 jeweils als Meister in die GFL aufgestiegen. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der A-Jugend 2013.

Der 1. BC Bischmisheim spielt in der 1. Badminton-Bundesliga, wo er bereits fünfmal (2006–2010) den deutschen Meistertitel erringen konnte und aktueller Vize-Meister ist.

Auch unterhält die Badminton World Federation eins ihrer drei internationalen Trainingszentren in Saarbrücken.

Der Saarländische Fußballverband ist ebenso wie der Saarländische Turnerbund und viele weitere Sportfachverbände in Saarbrücken in der Hermann-Neuberger-Sportschule angesiedelt. Diese wird vom Landessportverband für das Saarland betrieben.

In Saarbrücken befindet sich auch der Sitz des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland.

Die Saarbrücken Blues betreiben seit 1995 sowohl Baseball als auch Softball in der Landeshauptstadt.

Vereine[Bearbeiten]

  • Mir sin do, Saarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1890, und M'r sin nit so, Saarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1856 sowie "Die Nassauer" Großsaarbrücker Karnevalsgesellschaft, gegründet 1980.
  • Der Historische Verein für die Saargegend (HV) , gegründet 1839, mit Sitz in Saarbrücken ist der älteste und mit rund 800 Mitgliedern der größte wissenschaftliche Geschichtsverein der Region. Er ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder sich für die Geschichte des Saarlandes sowie der angrenzenden Regionen interessieren und diese ebenso erforschen. Der HV möchte zugleich Geschichte allgemein verständlich vermitteln. Vielfältige Aktivitäten kennzeichnen seine Arbeit: Veröffentlichungen (Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend und saargeschichte/n) - Tagungen - Bibliothek und Sammlungen - verschiedene Vortragsreihen - Abiturpreis. Der HV nimmt gesellschaftspolitischen Einfluss auf die historische Kultur des Saarlandes. Er äußert sich öffentlich zum regionalen Denkmalschutz und anderen historisch bedingten Fragen kultureller Identität.[27]
  • Der Verein Geographie ohne Grenzen ist gleichzeitig die Geographische Gesellschaft zu Saarbrücken. Er führt Führungen durch Saarbrücken, das Saarland, das grenznahe Frankreich und Luxemburg (Region Saar-Lor-Lux) zu speziellen Themen unter fachkundiger Leitung für interessierte Bürger durch. Die Stadtrundgänge, die nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen, sondern auch abseits der bekannten Wege Besonderheiten und Hintergründe aufzeigen, werden durch Vorträge während der Wintermonate ergänzt.[28]
  • Saarländisches Künstlerhaus
  • Turnerbund St. Johann von 1847 e. V. Saarbrücken. Der Turnerbund St. Johann besteht seit 1847 und ist ein Mehrspartenverein mit 18 Abteilungen. Er betreibt sowohl Breiten- als auch den Leistungssport.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt sowie weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte Persönlichkeiten aus Saarbrücken sind unter anderem der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Peter Altmeier, der Regisseur Max Ophüls, der Bundesinnen- und -Außenminister Gerhard Schröder, der Zeitungsverleger Hans Stiff, die Sängerinnen Sandra, Ingrid Peters und Nicole sowie der Fußballspieler Mike Frantz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Bünte: Kleine Saarbrücker Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2165-1.
  • Florian Brunner: Unterirdisches Saarbrücken - Stollen, Bunker, Felsenkeller. Einblicke in den Saarbrücker Untergrund. Geistkirch-Verlag 2011, ISBN 978-3-938889-36-7.
  • Dieter Gräbner/Stefan Weszkalnys: Bürger, Brücken und Duelle. 100 Jahre Großstadt Saarbrücken. Bilder, Erinnerungen und Chronik. Conte Verlag, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-936950-85-4.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Kohlhammer, Stuttgart 1964 (Deutsches Städtebuch. Band 4, 3).
  • Rainer Knauf: Zivile und militärische Friedhofs- und Grabmalgestaltung im 20. Jahrhundert. Der Saarbrücker Hauptfriedhof. 1912–1959. Conte Verlag, Saarbrücken 2010, ISBN 978-3-941657-24-3.
  • Adolph Köllner: Geschichte der Städte Saarbrücken und St.Johann. 1865, unveränderter Nachdruck Verlag Saarbrücker Zeitung, Saarbrücken, 1981, ISBN 3-922807-08-9.
  • Albert Marx: Die Geschichte der Juden im Saarland. Vom Ancien Régime bis zum Zweiten Weltkrieg. Die Mitte, Saarbrücken 1992, ISBN 3-921236-67-3.
  • Albert Ruppersberg: Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann von 1815 bis 1909. der Stadt Malstatt-Burbach und der vereinigten Stadt Saarebrücken bis zum Jahre 1914. http://saarbruecken-100.de/Ruppersberg-Sbr.pdf
  • Heinrich Silbergleit (Hrsg.): Preußens Städte - Denkschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Städteordnung vom 19. November 1808. Berlin 1908.
  • Rolf Wittenbrock: Geschichte der Stadt Saarbrücken. SDV Saarländische Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1999, ISBN 3-930843-41-2 (Band 1: Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860), Band 2: Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Saarbrücken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Saarbrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Saarbrücken – Reiseführer
 Wikinews: Saarbrücken – in den Nachrichten

Quellen[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2012 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,02 MB) (Hilfe dazu)
  2. Geoplatt - kräse vum saarlond (Version vom 13. November 2007 im Internet Archive)
  3. Serie „60 Jahre Kriegsende“ der ARD (web.archive.org) (Version vom 31. Januar 2009 im Internet Archive)
  4. RAF History Webseite
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  6. vgl. J.F.G. Goeters: Die Einführung der Union im Bereich der alten Kreissynode Saarbrücken. In: Helmut Franz / Hans Walter Herrmann: Die Evgl. Kirche an der Saar gestern und heute. Saarbrücken 1975, S. 222.
  7. Mennoniten haben jetzt ein eigenes Bethaus. Saarbrücker Zeitung, abgerufen am 28. Juli 2010.
  8. Stadtrat. Landeshauptstadt Saarbrücken, abgerufen am 9. Juli 2014.
  9. Saarbrücker Zeitung aufgerufen am 8. Juli 2014
  10. Saarbrückens Partnerschaft mit dem Diriamba e.V. EineWelt Partnerschaft Saarbrücken - Nicaragua. Landeshauptstadt Saarbrücken, abgerufen am 11. Juni 2013.
  11. Artikel bei zdf-länderspiegel
  12. Webpräsenz Intel Visual Computing Institute, abgerufen am 4. Februar 2014.
  13. Webpräsenz Cluster of Excellence, abgerufen 6. Februar 2014.
  14. Webpräsent der Graduiertenschule abgerufen am 19. Februar 2014
  15. IDW-Gründungsnachricht, abgerufen am 12. Februar 2014.
  16. Webpräsenz des Forschungszentrums, abgerufen am 12. Februar 2014.
  17. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder unter http://www.mpg.de/787880/Korporativ_Foerdernde_Mitglieder_MPG.pdf
  18. Zeitzeugen gesucht des Saarländischen Rundfunks auf www.sr-online.de Stand 7. Dezember 2007.
  19. www.Saarbrücken.de
  20. www.dradio.de (Deutschlandfunk)
  21. stadtbild-saarbruecken.de Bild bei Stadtbild-Saarbruecken.de
  22. f-rudolph.info
  23. christkoenig.handshake.de
  24. Maria Königin im Kunstlexikon Saar
  25. Homepage der Gemeinde
  26. http://www.sommerszene.de/ Sommer Szene / Internationale Straßentheatertage
  27. Historischer Verein für die Saargegend
  28. Willkommen bei Geographie ohne Grenzen e. V. StattReisen Saar!