Saarpfalz-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Saarpfalz-Kreises Deutschlandkarte, Position des Saarpfalz-Kreises hervorgehoben49.257.24Koordinaten: 49° 15′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Verwaltungssitz: Homburg
Fläche: 418,52 km²
Einwohner: 143.851 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 344 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HOM, (IGB) Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 10 0 45
Kreisgliederung: 7 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Forum 1
66424 Homburg
Webpräsenz: www.saarpfalz-kreis.de
Landrat: Clemens Lindemann (SPD)
Lage des Saarpfalz-Kreises im Saarland
Landkreis Saarlouis Saarpfalz-Kreis Landkreis St. Wendel Landkreis Neunkirchen Regionalverband Saarbrücken Landkreis Merzig-Wadern Rheinland-Pfalz Luxemburg FrankreichKarte
Über dieses Bild

Der Saarpfalz-Kreis (bis 1989 „Saar-Pfalz-Kreis“) ist ein Landkreis im Saarland. Er ist der Rechtsnachfolger der früheren Landkreise St. Ingbert und Homburg.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Saarpfalz-Kreis gehört in seinem Nordteil zum Saar-Nahe-Bergland, genauer zur Sankt Ingbert-Kaiserslauterer Senke. Nördlich von Homburg reicht der Kreis in die westpfälzische Moorniederung hinein. Kennzeichnend für dieses Gebiet sind Moorbildungen. Der Südteil gehört zum pfälzisch-saarländischen Muschelkalkgebiet mit den östlichen Untereinheiten des Saar-Blies-Gaues. Dazwischen liegt das Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet.[2][3] Den Bliesgau prägen waldfreie große Ebenen, die meist landwirtschaftlich oder als naturnahe Streuobstwiesen genutzt werden.

Berge[Bearbeiten]

Die höchsten Erhebungen im Kreis sind der Höcherberg in Höchen mit 518 m ü. NN, der Betzentaler Berg (402 m ü. NN) in St. Ingbert und der Große Kahlenberg (401 m ü. NN) in Böckweiler.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an den Regionalverband Saarbrücken und an den Landkreis Neunkirchen (beide im Saarland) sowie an die Landkreise Kusel, Kaiserslautern, Südwestpfalz und an die kreisfreie Stadt Zweibrücken (alle in Rheinland-Pfalz). Im Süden grenzt er an Frankreich mit dem Département Moselle innerhalb der Region Lothringen.

Geschichte[Bearbeiten]

1816 fiel das Gebiet des heutigen Saarpfalz-Kreises (mit Ausnahme einiger Gebietsteile) als Folge des Wiener Kongresses an das Königreich Bayern und gehörte nach 1818 innerhalb des bayerischen Rheinkreises zu den Landkommissariaten Homburg und Zweibrücken, die 1862 in Bezirksämter umbenannt wurden. 1902 wurden aus dem Bezirksamt Zweibrücken die Distrikte St. Ingbert und Blieskastel abgetrennt und daraus das Bezirksamt St. Ingbert geformt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Zuge des Versailler Vertrages das Saargebiet und mit ihm auch das Gebiet des Bezirksamts St. Ingbert und Teile der Bezirksämter Homburg (mit der Stadt Homburg) und Zweibrücken (ohne die Stadt Zweibrücken) vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920–1935 unter Völkerbundmandat gestellt. Aus den Teilen der Bezirksämter Homburg und Zweibrücken wurde ein neues Bezirksamt Homburg mit ganz anderem Zuschnitt geformt. 1935 kam das Saargebiet unter dem neuen Namen Saarland wieder zum Deutschen Reich. 1938 wurden die beiden Bezirksämter St. Ingbert und Homburg in die beiden Landkreise St. Ingbert und Homburg überführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Landkreise St. Ingbert und Homburg mit dem Saarland erneut vom Deutschen Reich abgetrennt und kamen 1957 mit diesem zur Bundesrepublik Deutschland.

Im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland wurde am 1. Januar 1974 aus den beiden Landkreisen der neue „Saar-Pfalz-Kreis“ gebildet[4] (ohne Ensheim und Eschringen, die bis dahin zum Kreis St. Ingbert gehörten, und ebenso wie Schnappach, das baulich mit Sulzbach verschmolzen war, zum Regionalverband Saarbrücken kamen). Dafür wurde das bis dahin zum Landkreis Saarbrücken gehörende einst preußische Rentrisch als Stadtteil nach St. Ingbert eingemeindet.

Im Jahre 1989 wurde die Schreibweise geändert in „Saarpfalz-Kreis“. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Saarpfalz-Kreis die vier Städte Homburg, Sankt Ingbert, Bexbach und Blieskastel sowie drei Gemeinden, Mandelbachtal, Gersheim und Kirkel. Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Homburg, kleinste Gemeinde ist Gersheim.

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Reformation waren im Gebiet des heutigen Saarpfalz-Kreises drei Konfessionen vertreten: Nassau-Saarbrücken hatte sich der lutherischen Richtung der Reformation und Pfalz-Zweibrücken dem reformierten Bekenntnis zugewandt, während das Amt Blieskastel mit St. Ingbert der katholischen Kirche anhing.

Das Königreich Bayern setzte nach 1816 auf eine gesteuerte Union der beiden protestantischen Bekenntnisse. Während sich in den bayerischen Stammlanden die Gemeinden Anfang 1818 in einer Befragung gegen die Union aussprachen, kam es in der bayerischen Pfalz zu einer deutlichen Mehrheit für die Union, die von der Generalsynode beider Bekenntnisse im August 1818 in Kaiserslautern vollzogen wurde. Die neue Kirche nannte sich „Vereinigte Protestantische-Evangelische-Christliche Kirche der Pfalz“. Sie unterstand zunächst dem Konsistorium in München und wurde 1848 eine selbstständige Kirche, die seit 1976 die Bezeichnung Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) führt. Eine Ausnahme bildet der St. Ingberter Ortsteil Rentrisch, der zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört.

Die katholische Bevölkerung gehört (im Gegensatz zum Rest des Saarlandes, das zum Bistum Trier zählt) zum Bistum Speyer. Dabei folgt die Bistumszugehörigkeit den historischen Grenzen, was dazu führt, dass Ensheim und Eschringen zum Bistum Speyer gehören, Rentrisch hingegen zum Bistum Trier.


Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
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40
30
20
10
0
36,9 %
35,1 %
6,2 %
5,7 %
4,9 %
3,7 %
2,7 %
1,9 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
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  -4
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+1,9 %p
+3,3 %p
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+4,9 %p
-0,9 %p
-2,4 %p
-5,0 %p
+2,8 %p
Saarpfalzkreis Sitzverteilung Kreistag 2014-2019.png
Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
%
1994
%
1989
%
1984
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,9 13 35,0 13 45,0 17 44,4 36,3 34,5 40,8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,1 13 31,8 11 33,7 12 39,8 42,2 43,7 42,6
Die Linke Die Linke 5,7 2 10,3 3 - - - - -
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,2 2 6,3 2 6,5 2 4,9 7,4 6,0 6,5
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 0 6,9 2 4,2 0 2,4 2,6 4,1 3,7
FWG Freie Wählergruppe Saarpfalz-Kreis 2,7 1 - - - - - - - -
FAMILIE Familien-Partei Deutschlands 3,7 1 4,6 1 5,9 2 3,5 2,2 - -
AfD Alternative für Deutschland 4,9 1 - - - - - - - -
Sonstige Sonstige 2,8 0 5,1 1 4,6 0 5,0 9,4 11,3 6,0
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 56,1 58,4 56,2 59,0 73,9 79,6 79,8

[6] [7]

Im Kreistag regierte bis 2014 eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen.

Landrat[Bearbeiten]

Landrat Clemens Lindemann
  • 1. Januar 1974 bis 31. Mai 1985: Albert Schwarz (CDU)
  • seit 1. Juni 1985: Clemens Lindemann (SPD)

Ergebnis der Direktwahl des Landrates vom 13. Juni 2004

Kandidat Partei Wahlergebnis
Clemens Lindemann SPD 52,2 %
Peter Nagel CDU 42 %
Dr. Andreas Pollak Bündnis 90/Die Grünen 5,8 %

Partnerschaften[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das heutige Wappen verlieh das saarländische Innenministerium dem Saarpfalz-Kreis am 21. Mai 1975. Es ist geviert und geprägt von den Herrschaftsräumen der Region aus dem 18. Jahrhundert. Der goldene Löwe oben rechts weist auf die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken hin. Das rote Kreuz, auf Silber, symbolisiert die 300-jährige Herrschaft des Erzbistums Trier.

Der blaue Abtsstab im goldenen Feld ist Symbol für die Herrschaft der Familie von der Leyen von 1660 bis 1793 und deren Besitztümer. Der silberne Löwe im roten Feld im unteren, linken Feld unterstreicht die Herrschaft Homburg, die 1449 an die Grafen von Nassau-Saarbrücken gelangte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Das nördliche Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 6 (MannheimSaarbrücken) berührt und von der A 8 in Ost-West-Richtung durchlaufen. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigsten Bundesstraßen sind die B 40 (St. IngbertSaarbrücken) und die B 423 (AltenglanHomburgSaargemünd).

Ebenso wird das Kreisgebiet von verschiedenen Strecken der Deutschen Bahn durchzogen. Die wichtigste ist die Fernstrecke ParisSaarbrückenMannheim, im Kursbuch als Strecke 670 geführt, die die Gemeindegebiete St. Ingbert, Kirkel und Homburg berührt. Auf dieser Strecke verkehren unter anderem ICE-, und InterCity-Züge mit Halt in Homburg. Darüber hinaus werden von der Deutschen Bahn betrieben:

Vor einigen Jahren wurden bereits folgende Strecken aufgegeben:

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Eine stattliche Zahl internationaler Großunternehmen wie Hager, Bosch, Michelin, INA-Schaeffler, Festo und SAP haben sich im Kreisgebiet angesiedelt, man findet aber auch eine große Zahl erfolgreicher mittelständischer Unternehmen.

Tourismus[Bearbeiten]

Die touristische Entwicklung des Saarpfalz-Kreises nahm in den letzten 20 Jahren einen positiven Verlauf. Unter der Ägide von Clemens Lindemann wurden einerseits zahlreiche touristische Produkte geschaffen und andererseits eine touristische Vermarktungsstruktur entwickelt. Kernpunkt ist die „Saarpfalz-Touristik“, die beim Landrat angesiedelt ist und die den Kern aller touristischen Aktivitäten bildet. Die wesentlichen touristischen Angebote im Saarpfalz-Kreis mit hohen Alleinstellungsmerkmalen sind: die Schlossberghöhlen in Homburg[8], Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wie auch die jährlich stattfindende „Saar-Lor-Lux-Tourismusbörse“ in St. Ingbert. Von besonderer Bedeutung ist das ökologische Bildungszentrum mit Schullandheim „Spohns Haus“ in Gersheim, das u.a. jährlich zahlreiche Jugendliche aus den Ländern der EU im Rahmen von Workshops und Freizeitprojekten zusammenführt. Mehr als 11.000 Übernachtungen kann das Haus jährlich verzeichnen.

Von besonderer touristischer Bedeutung ist der Status eines Biosphärenreservats, den die UNESCO im Jahr 2009 dem Bliesgau im Saarpfalzkreis verliehen hat und den sich daraus ergebenden touristischen Entwicklungsmöglichkeiten[9].

Behörden[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

Im Saarpfalz-Kreis sind 21 Grundschulen angesiedelt, deren Träger Städte und Gemeinden sind.[10]

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

Privatschulen[Bearbeiten]

Folgende Schulen sind im Saarpfalz-Kreis angesiedelt, allerdings in privater Trägerschaft:

Sonstige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • ein Ökologisches Bildungszentrum mit Schullandheim „Spohns Haus
  • ein Medienzentrum
  • fünf Musikschulen
  • sieben Kommunale Bibliotheken
  • eine Kreisvolkshochschule
  • zwei Städtische Volkshochschulen
  • eine Freie Kunstschule

Im Jahre 2003 hat der Kreis mehr als 15 Millionen Euro für seine weiterführenden Schulen investiert.

Kultur[Bearbeiten]

Siebenpfeiffer
Albert Weisgerber
Beckerturm
Kanne (Fürstinnengrab Reinheim)
Hindenburgturm
Schlosskirche Blieskastel
Gnadenbild
Kirkeler Burg
Wegekreuz in Brudermannsfeld bei Bebelsheim (18. Jahrhundert)

Der Saarpfalz-Kreis verfügt traditionell über ein umfangreiches und differenziertes kulturelles Angebot. Die über einhundertjährige Zugehörigkeit des Kreises zum Königreich Bayern prägte auch nachhaltig seine kulturelle Entwicklung. Zuvor hatten die kunstliebenden Grafen von Nassau-Saarbrücken mit dem Bau eines Renaissance-Schlosses in Homburg und der dazugehörenden Hofhaltung kulturelle Impulse gegeben. In der Folge ließ Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken auf dem heutigen Karlsberg bei Homburg seine neue Residenz „Schloss Karlsberg“ errichten, von dem starke kulturelle Initiativen ausgingen. Besondere kulturelle Verdienste erwarb sich in dieser Zeit der saar-pfälzische Maler und Architekt Johann Christian von Mannlich, dessen Hand zahlreiche großformatige Honoratioren-Portraits und die Architektur von Schloss Karlberg zu verdanken sind.

Ebenfalls starke kulturelle Impulse gingen von Philipp Jakob Siebenpfeiffer aus, einem Literaten und zeitkritischen Journalisten, der längere Zeit „Landcommissär“ (eine Art Vorläufer des modernen Landrats) in Homburg war. Er war einer der führenden Köpfe des Hambacher Festes. Neben seinen sozialkritischen und politischen Schriften verfasste Siebenpfeiffer auch umfangreiche epische Gedichte und Reisebeschreibungen. Nach ihm ist eine zweijährlich vergebene Auszeichnung des Saarpfalz-Kreises, der Siebenpfeiffer-Preis, benannt.

Aktuell ist die kulturelle Landschaft des Saarpfalz-Kreises vielfältig bestückt. In der Kreisstadt Homburg existiert eine breite Palette von Kulturangeboten. Ein besonderer Stellenwert kommt dem Römermuseum Schwarzenacker und dem Burg- und Schlossmuseum Jägersburg in der historischen Gustavsburg zu. Zu erwähnen sind weiterhin zahlreiche Märkte und Volksfeste in der Kreisstadt.

Eine besondere Rolle im Kulturangebot des Saarpfalzkreises spielt die Mittelstadt St. Ingbert. Diese Kommune hatte sich im Verlauf der letzten 25 Jahre den inoffiziellen Titel einer „heimlichen Hauptstadt der saarländischen Kultur“ (Zitat Saarländischer Rundfunk) erworben. Die Stadt gilt als eine besondere Stätte kultureller Innovation und bietet ein breite Palette an kulturellen Angeboten an. Die wichtigsten:

Der Bliesgau, auch „Toskana des Saarlandes“ genannt, beherbergt etliche kulturellen Schätze. Im Jahr 2009 wurde ihm von der UNESCO der Status eines Biosphärenreservat zugesprochen. Von besonderer Bedeutung sind die Ausgrabungen einer keltisch-römischen Siedlung im Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim, dessen Highlight das unversehrt gefundene Grab einer keltischen Fürstin mit zahlreichen Grabbeigaben darstellt. Den Freiluftstätten angegliedert ist ein Museum in im deutschen Reinheim und ein Erlebniszentrum im französischen Bliesbruck.
Weitere wichtiger Kulturträger im Bliesgau sind Spohns Haus in Gersheim, ein öko-kulturelles Bildungszentrum mit Schullandheim, das sich schwerpunktmäßig dem grenzübergreifenden, europäischen Jugendaustausch widmet, sowie Haus Lochfeld bei Wittersheim in der Gemeinde Mandelbachtal, ein Kulturlandschaftszentrum, dessen Ziel der Schutz der Kulturlandschaft im Bliesgau ist. Ein Kuriosum bildet das wohl kleinste Museum des Landes, das „Zollmuseum[12] in Habkirchen. Es befindet sich auf der deutsch-französischen Grenze in einem ehemaligen kleinen Zollhäuschen und spiegelt die Geschichte der Grenze wider.

Die saarpfälzische Stadt Bexbach beherbergt einige interessante kulturhistorische Bauwerke. Dazu gehören das Saarländische Bergbaumuseum mit einem Schaubergwerk, das eine lebendige Vorstellung von der Arbeit unter Tage vermittelt. Ein zeittypisches Bauwerk stellt der „Hindenburgturm“ dar, ein 1931 in Dienst gestellter Wasserspeicher, der nach den Vorstellungen der Bauhaus-Architekten erbaut wurde. Er dient heute als Aussichtsturm. Ein weiterer Anziehungspunkt bildet der „Blumengarten“ (mit chinesischem Garten), der 1951 im Rahmen des Projektes „Garten und Blumen im sozialen Wohnungsbau“ angelegt wurde.

Die Saarpfalz-Stadt Blieskastel stellt ein besonderes kulturelles Kleinod dar. Mit ihren 133 Einzeldenkmalen und weiteren 66 unter Ensembleschutz stehenden Gebäuden aus der Zeit des Barock bildet sie den Kern der Barockstraße SaarPfalz. Oberhalb der Stadt stand einst ein Schloss, das im Verlauf der Französischen Revolution zum größten Teil zerstört wurde. Zu besichtigen sind noch die im Renaissance-Stil erbaute und restaurierte Orangerie sowie die von Franziskaner-Rekollekten erbaute Schlosskirche.
Besonders hervorzuheben ist auch die Heilig-Kreuz-Kapelle, ein 1682/1683 im Barockstil erbauter Wallfahrtsort. Die Kapelle beherbergt eine Pietà aus dem 14. Jahrhundert das GnadenbildUnsere Liebe Frau mit den Pfeilen“, die von weiten Bevölkerungskreisen verehrt wird. Beeindruckend sind auch die zahlreichen alten Wegekreuze im Saarpfalz-Kreis, die als Wegmarkierungen für Wanderer und Pilger dienen, aber auch die Frömmigkeit und den Glauben der Bevölkerung dokumentieren[13].

Die Gemeinde Kirkel wird überragt von einer gut erhaltenen Burgruine, der Burg Kirkel, die gleichzeitig das Wahrzeichen der Kommune darstellt. Die Burg wurde erstmals im Jahr 1075 urkundlich erwähnt. Rund um das Burggelände finden weithin bekannte Feste statt, deren bekanntestes der seit dem Mittelalter abgehaltene „Kirkeler Wurstmarkt“ ist.

Die Naturbühne Gräfinthal liegt in der Gemeinde Mandelbachtal, nahe dem Kloster Gräfinthal. Die Bühne besteht seit 1932 und bietet Platz für 1500 Zuschauer. Jedes Jahr wird von Juni bis August ein Stück für Kinder und eines für Erwachsene aufgeführt.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Bexbach Homburg Kirkel St. Ingbert Blieskastel Mandelbachtal Gersheim Frankreich Frankreich Rheinland-Pfalz Landkreis Neunkirchen Regionalverband SaarbrückenMunicipalities in HOM.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2013[14])

Städte

  1. Bexbach (17.757)
  2. Blieskastel (20.879)
  3. Homburg, Kreisstadt (41.416)
  4. St. Ingbert, Mittelstadt (36.254)

Gemeinden

  1. Gersheim (6632)
  2. Kirkel (10.006)
  3. Mandelbachtal (10.907)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde dem Saar-Pfalz-Kreis (damalige Schreibweise) das seit dem 1. Januar 1957 für den Landkreis Homburg gültige Unterscheidungszeichen HOM zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Seit dem 1. April 1974 wird das Unterscheidungszeichen IGB den Fahrzeugen in der Stadt St. Ingbert zugeteilt. Zuvor war es im Landkreis St. Ingbert noch zwei Monate über dessen Bestehen hinaus bis zum 28. Februar 1974 gültig. Für die Dauer eines Monats (März 1974) wurde es nicht benötigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Saarpfalz-Kreis. Hrsg.: Clemens Lindemann. Stuttgart: Theiss, 1993. 359 S., zahlr. Ill., Kt. ISBN 3-8062-1034-9
  • Becker, Bernhard / Baus, Martin: Die Saarpfalz in den 50er- und 60er-Jahren (Erfurt 2012).
  • Dorda, Dieter / Kühne, Olaf, Wild/Volker: Der Bliesgau. Natur und Landschaft im südöstlichen Saarland. Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland 42 (Saarbrücken 2006).
  • Reinhard, Walter: Kelten, Römer und Germanen im Bliesgau. Denkmalpflege im Saarland 3 (2010).
  • Stinsky, Andreas: Die Saarpfalz als Freilichtmuseum. Archäologische Spurensuche vor der Haustür. In: Saarpfalz-Jahrbuch 2012 (Homburg 2011), S. 31–36.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saarpfalz-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Karte der naturräumlichen Gliederung des Saarlandes pdf-Datei abgerufen am 16. Oktober 2011
  3. siehe auch Artikel Nordfranzösisches Schichtstufenland und Artikel Liste der naturräumlichen Einheiten im Saarland
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 811.
  5. [1]
  6. [2]
  7. [3]
  8. Homepage Stadt Homburg
  9. UNESCO-Homepage
  10. http://www.saarpfalz-kreis.de/buergerservice/themen_und_projekte/bildung/661.htm
  11. Neue Räume, neue Lehrer und sogar eine neue Schule Artikel im Pfälzischen Merkur vom 16. August 2012
  12. Saarland-Lexikon
  13. Bernhard Becker: Wegekreuze im Saarpfalz-Kreis. Homburg: Ermer, 1993. 430 S. ISBN 3-924653-12-7
  14. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB)