Saat-Esparsette

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Saat-Esparsette
Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Esparsetten (Onobrychis)
Art: Saat-Esparsette
Wissenschaftlicher Name
Onobrychis viciifolia
Scop.
Blüte

Die mehrjährig ausdauernde Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia, von griech. ωνος ›Esel‹ und βρύχειν ›beißen; mit den Zähnen knirschen‹[1]), auch Futter-Esparsette genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Schmetterlingsblütler - also eine Verwandte der Erbse. Ihre Verwendung erfolgt vor allem als Trockenfutterpflanze. Der Anbau findet seit dem 16. Jahrhundert statt, er geht in neuerer Zeit jedoch stark zurück. Nicht selten erfolgt auch eine Anpflanzung als Bodenverbesserer.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Saat-Esparsette wird mit ihrem aufrechten Stängel 30 bis 90 cm groß und überdauert den Winter als Hemikryptophyt. Die Laubblätter sind zu 6 bis 12 unpaarig gefiedert. Die einzelnen Fiederblättchen sind etwa 15 bis 25 mm lang und 4 bis 7 mm breit und eilänglich geformt.

Die dichtblütige Blütentraube ist vor dem Aufblühen ebenfalls eilänglich geformt, an der Spitze aber abgerundet und zur Blütezeit etwa 1,5 bis 3 cm breit. Die Stiele der Einzelblüten sind nur 1 bis 1,5 mm lang. Die Tragblätter sind 3,5 bis 4 mm lang und nur wenig kürzer als der wollig behaarte Kelch. Die Kronblätter werden 10 bis 14 mm lang und sind rosa mit wenigen weißen Schattierungen gefärbt. Die Fahne ist etwa gleich lang wie das Schiffchen. Der stumpfe, oft purpurn geaderte Flügel ist 3 bis 4 mm lang und kürzer als der Kelch.

Die Hülsenfrüchte werden 6 bis 8 mm lang und weisen einen mit 6 bis 8 dicken bis 1 mm langen Stacheln besetzten Kamm auf.

Sie blüht zwischen Mai und Juli. Die Früchte reifen von Juli bis September.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ursprünglich stammt die Saat-Esparsette aus dem Mittelmeergebiet. Sie wurde jedoch mit der Besiedlung von Mitteleuropa vom Menschen mitgebracht und gilt dort deshalb als ein eingebürgerter Archäophyt.[2] In Deutschland ist die Pflanze nur relativ zerstreut verbreitet. Sie kommt des Weiteren im übrigen Europa und West-Asien vor. In Amerika gilt sie als Neophyt.

Sie kommt in sonnigen Kalk-Magerrasen, an Wegen und Böschungen vor. Sie bevorzugt warmen, mäßig trockenen, meist tiefgründigen Boden.

Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, ein Wärmezeiger, subkontinental verbreitet, ein Trockniszeiger, stickstoffarme Stellen bevorzugend und eine Verbandscharakterart subozeanischer Halbtrockenrasen (Mesobromion).[3]

Ökologie[Bearbeiten]

Die Futter-Esparsette ist ein Hemikryptophyt (Schaftpflanze), ein Rohbodenpionier und ein Tiefwurzler, denn sie wurzelt zur Trockenheitsanpassung bis 4 m tief. Sie besitzt Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien.

Die Blüten sind schwach vormännliche „Schmetterlingsblumen mit Klappeinrichtung“ und stehen in lang gestielten Trauben. Der Flügel ist mit einer purpurnen Äderung als Strichsaftmal ausgestattet. Beim Aufsitzen genügend schwerer Insekten klappt das Schiffchen herab, so dass der Bauch des Insekts mit Pollen bedeckt bzw. später von der Narbe berührt wird. In einem späteren Blühstadium werden die Griffel freigegeben. Nektar ist reichlich vorhanden und auch kurzrüsseligen Bienen zugänglich; die Pflanze ist also eine gute Bienenweide. Neben zahlreichen Bienenarten wurden auch Schmetterlinge und Schwebfliegen als Bestäuber beobachtet. Selbstbestäubung ist nicht möglich.

Die Früchte bleiben mit ihrer stacheligen Oberfläche an Tieren hängen und werden so verschleppt (Klettausbreitung). Wahrscheinlich erfolgt auch Zufallsausbreitung durch Huftiere.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Futter-Esparsette ist eine eiweißreiche Trockenfutterpflanze und ein Bodenverbesserer. Sie wird von Pferden und Rindern gern gefressen. Als Weidepflanze wurde sie aber von anderen Pflanzen verdrängt, die zur Intensivnutzung besser geeignet waren.

Quellen[Bearbeiten]

  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen. Die Flora von Deutschland interaktiv. Sehen – Bestimmen – Wissen. Der Schlüssel zur Pflanzenwelt. CD-ROM, Version 2.0, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2004, ISBN 3-494-01368-3.
  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6. völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  • Siegfried Schlosser, Lutz Reichhoff, Peter Hanelt: Wildpflanzen Mitteleuropas. Nutzung und Schutz. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1991, ISBN 3-331-00301-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Schubert, Günther Wagner: Botanisches Wörterbuch. 12. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-2742-3, S. 391.
  2.  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  3.  Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht (= UTB für Wissenschaft. Grosse Reihe. Band 8104). 5. stark veränderte und verbesserte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1996, ISBN 3-8252-8104-3, S. 1049.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Onobrychis viciifolia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien