Sabena-Flug 548

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Der Sabena-Flug 548 (OO-SJB) war ein Linienflug einer Boeing 707 am 15. Februar 1961 vom Idlewild Airport, dem heutigen John F. Kennedy International Airport in New York in Richtung Flughafen Brüssel-Zaventem in der belgischen Hauptstadt. Das Flugzeug stürzte beim Landeanflug auf Brüssel auf Ackerland im nahen Berg-Kampenhout ab. Alle 72 Passagiere, die Crew und ein Landwirt am Boden kamen ums Leben, darunter auch das gesamte 18-köpfige Eiskunstlaufnationalteam der USA und seine 16 Angehörigen, die sich auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Prag befunden hatten. Es war der erste Absturz einer Boeing 707 im regulären Personenverkehr.

Die Sabena Boeing 707-329 im April 1960

Hergang[Bearbeiten]

Es gab keine Anzeichen von Problemen an Bord des Flugzeugs, bis es zum Landeanflug auf Brüssel ansetzte. Der Pilot musste den Flughafen umkreisen, da er darauf warten musste, dass ein kleineres Flugzeug die Landebahn verließ. Wie Augenzeugen berichteten, begann das Flugzeug dabei unregelmäßig zu steigen und zu sinken und stürzte plötzlich auf ein Feld nahe dem kleinen Ort Berg-Kampenhout ab. Die Flugzeugtrümmer gingen unmittelbar in Flammen auf. Alle Insassen waren sofort tot. Zwei Landwirte wurden am Boden von Trümmerstücken getroffen, einer von ihnen tödlich, dem anderen musste ein Bein amputiert werden. Der belgische König Baudouin I. und Königin Fabiola machten sich sofort auf den Weg zum Unglücksort, um den Angehörigen der am Boden getöteten und verletzten Landwirte zu helfen. Der genaue Grund des Absturzes wurde nie zweifelsfrei bestimmt. Ermittler gingen davon aus, dass die Trimmung der Höhenflosse im Landeanflug versagte.

Folgen für den Eiskunstlauf in den USA[Bearbeiten]

Alle 18 Athleten der US-amerikanischen Eiskunstlaufmannschaft und ihre 16 Angehörigen, Trainer und Offizielle kamen ums Leben. Unter den Toten befanden sich namentlich die neunfache US-Meisterin Maribel Vinson-Owen und ihre beiden Töchter, die amtierende US-Meisterin in der Damenkonkurrenz, Laurence Owen und die amtierende US-Meisterin in der Paarlaufkonkurrenz, Maribel Owen sowie ihr Partner Dudley Richards. Weiterhin der amtierende US-Meister in der Herrenkonkurrenz, Bradley Lord, der amtierende Vizemeister Gregory Kelley und der kurzfristig ins Team gerückte Viertplatzierte Douglas Ramsay. Außerdem die Vizemeisterin in der Damenkonkurrenz, Stephanie Westerfeld und die Dritte Rhode Lee Michelson sowie die Meister im Eistanz, Diane Sherbloom und Larry Pierce. Die Verluste wurden als so katastrophal für den Sport angesehen, dass die Weltmeisterschaft in Prag abgesagt wurde.

Der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy sprach in einer öffentlichen Stellungnahme sein Beileid aus. Er war persönlich von der Tragödie betroffen, da einer der Verunglückten, Dudley Richards, ein Freund der Familie gewesen war und viele Sommer mit den Kennedys auf deren Landsitz in Hyannis Port verbracht hatte.

Da sich unter den Verunglückten die besten Eiskunstläufer und Eiskunstlauftrainer des Landes befanden, bedeutete dies einen schweren Schlag für den US-amerikanischen Eiskunstlaufsport. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1960 war man die dominierende Eiskunstlaufnation gewesen, besonders in den Einzelkonkurrenzen. In der Herrenkonkurrenz gewannen Eiskunstläufer aus den USA von 1948 bis 1959 zwölfmal in Folge die Goldmedaille und von 1951 bis 1958 dazu auch die Silbermedaille, dreimal gab es gesamtamerikanische Podien. Bei den Damen ging der Titel 1953 und von 1955 bis 1960 an US-Amerikanerinnen. Nach den Rücktritten von David Jenkins und Carol Heiss sollte nun eine neue Generation herangeführt werden, doch diese war durch den Absturz komplett ausgelöscht. Als Konsequenz wurden in den Folgejahren sehr junge Athleten viel früher als üblich zu Weltmeisterschaften geschickt. Die erste Medaille nach dem Unglück gewann Scott Allen als einer der jüngsten Athleten in der Geschichte, mit Bronze bei den Olympischen Spielen 1964. Erst 1968, mit dem Olympiasieg von Peggy Fleming und der Silbermedaille von Tim Wood, waren die USA zu ihrer alten Dominanz zurückgekehrt. Der Absturz hatte auch dazu geführt, dass internationale Trainer in die USA geholt wurden, so u.a. Carlo Fassi und John Nicks.

Der Präsident des nationalen Eiskunstlaufverbandes F. Ritter Shumway, der gerade erst zwei Monate im Amt gewesen war, als das Unglück passierte, rief den USFSA Memorial Fund ins Leben, in Gedenken an die Opfer. Die Stiftung existiert heute noch und unterstützt vielversprechende, junge Eiskunstläufer im ganzen Land.

Opfer der USFSA[Bearbeiten]

Mitglieder des US-amerikanischen Eiskunstlaufverbandes und ihre Angehörigen:

Einzelläufer[Bearbeiten]

Paarläufer[Bearbeiten]

Eistänzer[Bearbeiten]

Trainer und Offizielle[Bearbeiten]

Punktrichter und Schiedsrichter[Bearbeiten]

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]

50.920994.526614Koordinaten: 50° 55′ 16″ N, 4° 31′ 36″ O