Sabine Lisicki

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Sabine Lisicki Tennisspieler
Sabine Lisicki
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 22. September 1989
Größe: 178 cm
Gewicht: 70 kg
1. Profisaison: 2006
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Dr. Richard Lisicki (Vater)
Preisgeld: 2.065.709 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 190:114
Karrieretitel: 3 WTA, 2 ITF
Höchste Platzierung: 13 (20. Februar 2012)
Aktuelle Platzierung: 13
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 35:22
Karrieretitel: 1 WTA, 0 ITF
Höchste Platzierung: 42 (9. Januar 2012)
Aktuelle Platzierung: 46
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 30. Januar 2012

Sabine Katharina Lisicki (* 22. September 1989 in Troisdorf) ist eine deutsche Tennisspielerin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Karriere

Lisicki, deren Eltern als Spätaussiedler aus Polen auswanderten,[1] begann im Alter von sieben Jahren Tennis zu spielen. Mit 10 Jahren spielte sie für Rot-Weiß Troisdorf. 2003 zog sie mit ihren Eltern nach Berlin, wo sie sich dem LTTC Rot-Weiß Berlin anschloss.[2] Erste Erfahrungen auf dem ITF Circuit sammelte sie mit 15 Jahren. 2004 besiegte sie beim WTA-Turnier in Berlin u.a. Cara Black - damals Nummer 2 der Doppel-Weltrangliste. Doch im Jahr darauf musste sie nach einem Ermüdungsbruch im Fuß geraume Zeit pausieren. 2007 gelangen ihr auf Jersey und in Toronto die ersten ITF-Turniersiege. Zugunsten ihrer sportlichen Karriere ließ sie sich vom Gymnasium nach der Mittleren Reife beurlauben.[3]

[Bearbeiten] 2008

Anfang 2008 konnte Lisicki sich endgültig auf der WTA Tour etablieren, als sie die Qualifikation bei den Australian Open überstand. In der ersten Runde bezwang sie die an 16 gesetzte Dinara Safina mit 7:6, 4:6 und 6:2, in Runde zwei die Ukrainerin Marija Korytzewa. In der dritten Runde traf sie auf die damals 17-jährige Caroline Wozniacki, der sie sich trotz 6:4-, 4:2-Führung in drei Sätzen geschlagen geben musste.

Sabine Lisicki 2007 in Berlin

Im Februar 2008 berief Teamchefin Barbara Rittner sie in das deutsche Fed Cup-Team. Bei ihrem Debüt in La Jolla gegen die USA holte sie in der Erstrundenbegegnung (1:4-Niederlage) den einzigen Punkt für das deutsche Team. Lisicki gewann gegen die ehemalige Weltranglistenerste Lindsay Davenport mit 6:1, 7:5 und unterlag im zweiten Einzel Ashley Harkleroad nur knapp.

Auf dem Weg ins Achtelfinale von Key Biscayne schlug sie mit Anna Tschakwetadse aus Russland erstmals eine Gegnerin aus den Top Ten. Im Auftaktmatch ihres „Heimturniers“ in Berlin gewann sie gegen die Nummer 18 der Welt, Shahar Peer aus Israel, glatt in zwei Sätzen. Trotz ihres Ausscheidens in Runde 2 nach einem engen Match gegen die Österreicherin Sybille Bammer löste sie am 12. Mai 2008 Martina Müller als beste deutsche Tennisspielerin ab - Lisicki belegte Platz 89 der Weltrangliste.

Bei den French Open kam sie mit einem Zweisatzerfolg über Jelena Wesnina in die zweite Runde, wo sie der an Position 12 gesetzten Ungarin Ágnes Szávay unterlag.

Nach fünf Erstrundenniederlagen in Folge erreichte sie in Cincinnati das Viertelfinale, das sie gegen Maria Kirilenko – Nr. 3 der Setzliste – in drei Sätzen verlor. Bei den US Open kam sie mit einem Sieg über die Spanierin María José Martínez Sánchez in die zweite Runde, wo sie der Ukrainerin Aljona Bondarenko in drei Sätzen unterlag.

Im Oktober stand Lisicki bei den Taschkent Open in Usbekistan erstmals im Finale eines WTA-Turniers, sie verlor gegen die Rumänin Sorana Cîrstea knapp mit 6:2, 4:6 und 64:7.

[Bearbeiten] 2009

Im Januar trat sie beim Hopman Cup in Perth an der Seite von Nicolas Kiefer für Deutschland an. Das Aus kam allerdings bereits in der Vorrunde, da Kiefer verletzungsbedingt aufgeben musste.

Im April gewann Lisicki ihr erstes WTA-Turnier. Beim Family Circle Cup in Charleston triumphierte sie im Endspiel mit 6:2, 6:4 über Caroline Wozniacki. Im gesamten Turnier gab sie keinen einzigen Satz ab, auch nicht gegen die ehemalige Weltranglistenerste Venus Williams.

Beim Fed Cup Ende April gegen China siegte sie sowohl im Einzel (gegen Zheng Jie mit 6:4, 2:6, 6:4) als auch im Doppel mit Partnerin Anna-Lena Grönefeld (gegen Zheng Jie und Peng Shuai mit 4:6, 7:5, 6:2). Das Damen-Team schaffte mit einem 3:2-Sieg den Aufstieg in die Weltgruppe I.

Beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart bezwang Lisicki zu Beginn Patty Schnyder mit 6:4, 6:3, verlor dann aber gegen die an 3 gesetzte Jelena Janković mit 5:7, 7:5 und 3:6.

Das Drittrundenspiel der Estoril Open gegen Anna-Lena Grönefeld musste Lisicki beim Stand von 2:6 verletzt aufgeben. Zuvor hatte sie gegen Kirsten Flipkens mit 6:2, 6:2 und gegen Jelena Bowina mit 6:4, 7:5 gewonnen.

Lisicki in Tokio (2009)

Bei den French Open schied sie gegen Lucie Šafářová bereits in Runde 1 mit 2:6, 6:1, 1:6 aus.

Bei den AEGON International in Eastbourne verlor sie auf Rasen beide Erstrunden-Begegnungen: im Einzel gegen Samantha Stosur mit 2:6, 1:6; im Doppel zusammen mit Ana Ivanović gegen die Ranglistenersten Cara Black und Liezel Huber.

In Wimbledon schlug sie zu Beginn die an 32 gesetzte Anna Tschakwetadse mit 4:6, 7:64, 6:2. In der zweiten und dritten Runde konnte sie die Österreicherin Patricia Mayr (6:2, 6:4) und die an 5 gesetzte Russin Swetlana Kusnezowa (6:2, 7:5) bezwingen. Im Achtelfinale bezwang sie erneut Wozniacki (6:4, 6:4), im Viertelfinale unterlag sie dann der Weltranglistenersten Dinara Safina mit 7:65, 4:6 und 1:6.

Die Hartplatzturniere in den USA und in Asien verliefen wegen zahlreicher Verletzungen, vor allem im Schulterbereich, enttäuschend. Auch die US Open waren nach der zweiten Runde für sie zu Ende.

In Luxemburg stieß Lisicki ins Finale vor, das allerdings gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky mit 2:6, 5:7 verloren ging. Beim Commonwealth Bank Tournament of Champions kam sie am Jahresende bei einem Sieg und einer Niederlage nicht über die Gruppenphase hinaus.

Sabine Lisicki gewann den "Deutschen Tennispreis" (Kategorie: Profi weiblich), mit dem der Deutsche Tennis Bund deutsche Spielerinnen für herausragende Leistungen und Erfolge in der zurückliegenden Saison auszeichnet.

[Bearbeiten] 2010

Wegen einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung am linken Fuß (musste in Indian Wells & Miami aufgeben) war Lisicki zwischen Ende März und Anfang August nicht am Start. Nach rund viereinhalb Monaten Pause verlor sie dann ihr Auftaktmatch beim WTA Cincinnati gegen die rumänische Qualifikantin Monica Niculescu ebenso glatt in zwei Sätzen wie ihr Erstrundenmatch gegen Kristina Barrois bei den Bronx Open (ITF-Turnier).

Nach einem glatten Zweisatzsieg über die US-Amerikanerin Coco Vandeweghe schied sie bei den US Open in Runde 2 gegen die an 7 gesetzte Russin Wera Swonarjowa aus.

[Bearbeiten] 2011

Beim ASB Classic in Auckland erreichte Lisicki nach Siegen über Sania Mirza (Qualifikation) und Florencia Molinero die zweite Runde, wo sie Yanina Wickmayer in drei Sätzen unterlag. Bei den Sony Ericsson Open in Miami war in der dritten Runde Schluss.

Bei den French Open unterlag sie in der zweiten Runde erneut Swonarjowa in drei Sätzen, vergab aber im dritten Satz beim Stand von 5:2 einen Matchball. Sie verausgabte sich bei diesem Match bis zur Erschöpfung, sodass sie nach dem Spiel am Boden liegend von Helfern auf einer Trage vom Platz gebracht werden musste (als Grund wurde eine Glutenallergie genannt).

Beim Vorbereitungsturnier auf Wimbledon im englischen Birmingham stieß Lisicki mit einem umkämpften Zweisatzsieg über die Slowakin Magdaléna Rybáriková bis ins Halbfinale vor, wo sie auch die Chinesin Peng Shuai bezwang (6:3, 6:1). Im Endspiel besiegte sie Daniela Hantuchová ebenso klar (6:3, 6:2) und konnte damit ihren zweiten Erfolg auf der WTA Tour feiern.

In Wimbledon beförderte Lisicki nach einem 6:1-, 6:1-Auftaktsieg über Anastasija Sevastova aus Lettland die Weltranglistenvierte Li Na, die zuvor als erste Asiatin in Paris triumphiert hatte, in der zweiten Runde mit 3:6, 6:4, 8:6 aus dem Turnier. Mit einem mühelosen Sieg über die Japanerin Misaki Doi und einem weiteren Zweisatzsieg über die Tschechin Petra Cetkovská (7:63, 6:1) erreichte sie das Viertelfinale. Dort schlug Lisicki die Französin Marion Bartoli mit 6:4, 64:7 und 6:1 und zog erstmals in ihrer Karriere und als erste Deutsche seit Steffi Graf (1999) in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Nach Zheng Jie (2008) war Lisicki erst die zweite mit einer Wildcard gestartete Spielerin, die in Wimbledon im Halbfinale stand.[4] Dort behielt die Nummer 5 der Setzliste, Marija Scharapowa (Titelträgerin 2004) allerdings mit 6:4, 6:3 die Oberhand.[5]

Im Doppel-Halbfinale dagegen konnte sich Lisicki mit ihrer australischen Partnerin Samantha Stosur gegen Tamarine Tanasugarn und Marina Eraković mit 6:3, 4:6, 8:6 durchsetzen und erstmals für das Finale eines Grand-Slam-Turniers qualifizieren. Dort unterlag das Duo Květa Peschke und Katarina Srebotnik mit 3:6, 1:6.

Zum Auftakt der Hartplatzsaison erreichte Lisicki beim WTA-Turnier in Stanford das Halbfinale, verlor aber glatt gegen die spätere Siegerin Serena Williams. In der darauf folgenden Woche kam sie in San Diego ins Viertelfinale, wo sie sich der Weltranglistendritten Wera Swonarjowa wieder in drei Sätzen geschlagen geben musste. Beim WTA-Turnier in Cincinnati verlor Lisicki ihr Auftaktmatch gegen Shahar Peer mit 4:6 und 6:7; im zweiten Satz kämpfte sich noch einmal auf 5:6 heran, nachdem sie schon mit 0:5 zurückgelegen hatte. Ihre Form unterstrich sie (an Nr. 5 gesetzt) beim WTA-Turnier in Dallas, wo sie ohne Satzverlust bis ins Finale stürmte und mit einem 6:2-, 6:1-Sieg über Aravane Rezaï ihren dritten Einzel-Titel auf der WTA Tour sicherte.

Bei den US Open konnte Lisicki bis ins Achtelfinale vorstoßen, unterlag dort aber in zwei Sätzen erneut Wera Swonarjowa.

[Bearbeiten] 2012

Beim Turnier in Auckland musste Lisicki ihr Viertelfinalmatch gegen Angelique Kerber aufgeben. Bei den anschließenden Australian Open unterlag sie im Achtelfinale der Russin Marija Scharapowa mit 6:3, 2:6, 3:6. Beim FedCup gegen Tschechien verlor Lisicki beide Einzelmatches (3-Satz-Niederlage gegen Iveta Benesova und Petra Kvitova. In Doha verlor sie zum Auftakt gegen ihre Landsfrau Angelique Kerber mit 6:4 4:6 und 1:6. Beim WTA-Turnier in Dubai erreicht Lisicki das Viertelfinale nach Freilos in Runde 1 und nach Sieg im Achtelfinale gegen Iveta Benesova mit 6:3 6:3. Im Viertelfinale wartet Agnieszka Radwanska.

[Bearbeiten] Spielweise

Lisicki verfügt über einen knallharten Aufschlag (bis zu 210 km/h). Mit ihrer Vorhand ist sie außerdem jederzeit in der Lage, einen Winner zu schlagen. Zudem verfügt sie über eine starke Rückhand, mit der sie den Ball auf bis zu 170 km/h beschleunigen kann. Sie bevorzugt das Spiel auf Hardcourt und Rasen.

[Bearbeiten] Sonstiges

Beim WTA-Saisonabschluss auf Bali servierte Lisicki am 6. November 2009 im Match gegen Melinda Czink beim Stand von 1:1 und 40:15 mit 210 km/h. Aufgrund technischer Mängel bei der Messung wurde der Aufschlag jedoch nicht als Rekord anerkannt.[6] Den offiziellen Weltrekord bei den Damen hält nach wie vor die US-Amerikanerin Venus Williams: Im Wimbledon-Finale gegen Schwester Serena wurde am 5. Juli 2008 ein Aufschlag von ihr mit 209 km/h gemessen.

Lisicki hat einen Wohnsitz in Berlin und einen in Bradenton, Florida.[7] Um an der Tennis Academy von Nick Bollettieri zu trainieren, hält sie sich die meiste Zeit in den USA auf.

[Bearbeiten] Erfolge

[Bearbeiten] Einzel

[Bearbeiten] Siege

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 19. April 2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Charleston WTA Premier Sand DanemarkDänemark Caroline Wozniacki 6:2, 6:4
2. 13. Juni 2011 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Birmingham WTA International Rasen SlowakeiSlowakei Daniela Hantuchová 6:3, 6:2
3. 27. August 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dallas WTA International Hartplatz FrankreichFrankreich Aravane Rezaï 6:2, 6:1

[Bearbeiten] Finalteilnahmen

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 5. Oktober 2008 UsbekistanUsbekistan Taschkent WTA Tier IV Hart RumänienRumänien Sorana Cîrstea 6:2, 4:6, 64:7
2. 25. Oktober 2009 LuxemburgLuxemburg Luxemburg WTA International Hart (Halle) SchweizSchweiz Timea Bacsinszky 2:6, 5:7

[Bearbeiten] Doppel

[Bearbeiten] Siege

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Endergebnis
1 24. April 2011 DeutschlandDeutschland Stuttgart WTA Premier Sand AustralienAustralien Samantha Stosur DeutschlandDeutschland Kristina Barrois
DeutschlandDeutschland Jasmin Wöhr
6:1, 7:65

[Bearbeiten] Finalteilnahmen

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 2. Juli 2011 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London Grand Slam Rasen AustralienAustralien Samantha Stosur TschechienTschechien Květa Peschke
SlowenienSlowenien Katarina Srebotnik
3:6, 1:6

[Bearbeiten] Grand-Slam-Resultate

Angegeben ist die jeweils erreichte Runde.

[Bearbeiten] Einzel

Turnier 2008 2009 2010 2011 2012 Bilanz Karriere
Australian Open 3 2 2 AF 7:4 AF
French Open 2 1 2 2:3 2
Wimbledon 1 VF HF 9:3 HF
US Open 2 2 2 AF 6:4 AF

[Bearbeiten] Doppel

Turnier 2008 2009 2010 2011 2012 Karriere
Australian Open 1 1
French Open 1 1
Wimbledon 2 F F
US Open 2 1 2

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Sabine Lisicki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Sabine Lisicki ist auf dem Weg nach oben, Berliner Morgenpost. 18. April 2009. Abgerufen am 25. Mai 2011. 
  2. Karriere der WTA-Siegerin Sabine Lisicki begann in Troisdorf General-Anzeiger Bonn, 22. April 2009
  3. Tennisspielerin Sabine Lisicki: Nervenstark beim Aufschlag wz-newsline.de, 17.Januar 2008
  4. Sabine Lisicki bekommt Wildcard für Wimbledon 1asport.de
  5. Sabine Lisicki im Halbfinale von Wimbledon 2011 faz.net
  6. http://www.tennisnet.com/deutschland/welttennis/damen/Lisicki-mit-schnellstem-Aufschlag-in-diesem-Jahr/2497043
  7. Sabine Lisicki. World Tennis Association. Abgerufen am 30. Juni 2011.
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