Sabon-Guida

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Landgemeinde Sabon-Guida
Landgemeinde Sabon-Guida (Niger)
Landgemeinde Sabon-Guida
Landgemeinde Sabon-Guida
Koordinaten 13° 56′ N, 5° 54′ O13.9308333333335.9036111111111Koordinaten: 13° 56′ N, 5° 54′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Madaoua
Fläche 749 km²
Einwohner 103.232 (2012)
Dichte 137,8 Ew./km²
Politik
Bürgermeister Idi Tanko (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Sabon-Guida ist eine Landgemeinde im Departement Madaoua in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Sabon-Guida liegt am Übergang der Großlandschaft Sudan zur Sahelzone und grenzt im Süden an den Nachbarstaat Nigeria. Die Nachbargemeinden in Niger sind Doguérawa im Westen, Galma Koudawatché im Nordwesten, Madaoua im Nordosten und Bangui im Osten. Durch Sabon-Guida verläuft in Nord-Süd-Richtung das insgesamt rund 300 Kilometer lange Tarka-Tal, das sich von Tarka in der nigrischen Region Zinder bis nach Nigeria zieht.[1] Das Gemeindegebiet ist in 37 administrative Dörfer, 14 traditionelle Dörfer, 68 Weiler und ein Lager gegliedert.[2] Der Hauptort der Landgemeinde ist Sabon-Guida, bestehend aus den administrativen Dörfern Sabon Guida I, Sabon Guida II und Sabon Guida III.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

In Sabon-Guida nahm in den 1950er Jahren der Anbau von Zwiebeln seinen Anfang, der sich von hier aus über weite Teile der Region Tahoua verbreitete und eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und im kulturellen Selbstverständnis der Region spielt. Auch die bekannte Zwiebelsorte Violet de Galmi, die nach dem Dorf Galmi in der Nachbargemeinde Doguérawa benannt ist, von wo aus sie in den überregionalen Handel gelangte, hat ihren Ursprung in Sabon-Guida.[4]

Die Landgemeinde Sabon-Guida ging als Verwaltungseinheit 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus einem Teil des Kantons Madaoua hervor.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Sabon-Guida 62.024 Einwohner.[5] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 103.232.[6] Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind Hausa, rund ein Drittel Tuareg. Außerdem gibt es eine kleine Minderheit an Fulbe.[7]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Idi Tanko (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in jener schmalen Zone entlang der Grenze zu Nigeria, die von Tounouga im Westen bis Malawa im Osten reicht und in der Bewässerungsfeldwirtschaft für Cash Crops betrieben wird.[9] Neben dem Ackerbau ist die Viehzucht der wichtigste Erwerbszweig der Bevölkerung. Mit dem Nachbarland Nigeria wird informeller Handel betrieben. An mehreren Lagerstätten werden Gips und Kalk abgebaut. Die Gesundheitszentren in Sabon-Guida decken nicht das gesamte Gemeindegebiet ab, weshalb die Bevölkerung teilweise auf das Distriktkrankenhaus in Madaoua ausweichen muss. Im Bildungsbereich stehen 42 Grundschulen und eine Sekunderschule im Hauptort zur Verfügung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Comité Interministériel de Pilotage de la Stratégie de Développement Rural Secrétariat Exécutif: Le Zonage Agro-écologique du NIGER. Niamey 2004 (Online Version; PDF; 411 kB), S. 8–9.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  4. L’histoire de l’oignon – témoignages de deux pionniers de la filière (PDF; 319 kB). Website von SNVworld, abgerufen am 8. April 2012.
  5. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  6. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 1. Mai 2014 (PDF-Datei, französisch).
  7. a b Reportage sur la commune rurale de Sabon Guida. In: Le Magazine de l’ONG RAIL. Nr. 1, November 2008 (Online-Version), S. 14–15.
  8. Maires du PNDS (PDF; 25 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  9. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.