Sacellum

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Dieser Artikel behandelt den römischen Kultplatz. Siehe auch: Sacellum (Principia) bzw. Sacellum (Salzburg).

Das sa'cellum (lateinisch, Plural: die sa'cella) ist der Deminutiv von sacrum = heiliger Gegenstand oder Ort, Opfer. Es ist in der römischen Antike ein kleiner viereckiger oder runder und geschlossener Ort, nach Festus ohne Dach[1], einer Gottheit geweiht und mit Altar[2]. Solche Heiligtümer werden oft von Privatleuten auf ihren Besitzungen zu Ehren irgendeiner Lieblingsgottheit errichtet, ebenso von römischen Beamten im Namen des Staates auf öffentlichen Plätzen.

Bei Gellius 7(6),12 muss der Begriff sacellum für eine misslungene etymologische Erklärung eines gewissen Trebatius herhalten. Dieser habe in seinem Buch De religionibus behauptet, es sei ein Kompositum aus den Wörtern sacra (heilig) und cella (Kammer, Zelle).[3]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Festus sub voce sacellum 318 (Müller) 422 (Lindsay): sacella dicunter loca diis sacrata sine tecto = Sacella werden genannt die den Göttern geweihten Orte ohne Dach
  2. Vergleiche Ovid Fasti 1,275f. ara mihi posita est parvo coniuncta sacello / haec adolet flammis cum strue farra suis = ein Altar ist mir (dem Gott Janus) aufgestellt worden, verbunden mit einem kleinen Sacellum / dieser (Altar) bringt als Brandopfer dar mit seinen Flammen Dinkel mit Gebäck
  3. Gellius 7 (6),12: sed quis ignorat sacellum et simplex verbum esse et non ex sacro et cella copulatum, sed ex sacro deminutum = aber wer leugnet, dass sacellum sowohl ein einfaches Wort und nicht aus sacro und cella zusammengesetzt, sondern aus sacro verkleinert (ein Deminutiv) ist.