Sachsenbrunn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sachsenbrunn
Sachsenbrunn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sachsenbrunn hervorgehoben
50.4510.966666666667480Koordinaten: 50° 27′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Hildburghausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Eisfeld (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 480 m ü. NHN
Fläche: 33,85 km²
Einwohner: 2136 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98678
Vorwahl: 03686
Kfz-Kennzeichen: HBN
Gemeindeschlüssel: 16 0 69 039
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 85
98678 Sachsenbrunn
Webpräsenz: www.sachsenbrunn.de
Bürgermeister: Mike Hartung (FWGS)
Lage der Gemeinde Sachsenbrunn im Landkreis Hildburghausen
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Über dieses Bild

Sachsenbrunn ist eine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen in Thüringen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Der Hauptort Sachsenbrunn liegt am Oberlauf der Werra, deren Quellläufe Werra und Saar sich unmittelbar oberhalb, in dem früheren Ortsteil Schwarzenbrunn, auf 491 m über NN vereinigt haben. Die Siedlung Sophienau liegt am Werra-Quellauf, der Ortsteil Saargrund und der Ortsteil Schirnrod an der Saar.

Dem gegenüber liegen Stelzen, Tossenthal und Weitesfeld jenseits der Rhein-Weser-Wasserscheide am Oberlauf der zum Main entwässernden Itz, deren Quelle unweit Stelzens liegt.

Naturräumlich gehören die Quelläufe zum Thüringer Schiefergebirge und die eigentlichen Ortsteile zum Südlichen Vorland des Thüringer Waldes, wobei Stelzen und Schirnrod unmittelbar an der Nahtstelle liegen. Auf der Gemarkung der Gemeinde liegt insbesondere der Südwesthang des 867 m hohen Bleßbergs, der Südhang der 839 m hohen Pechleite sowie der 789 m hohe Grendel mit seinem 2 m höheren Ausläufer Frohnberg.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 1071 mm und ist damit vergleichsweise hoch, da er in das obere Zehntel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 88 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Oktober, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,7 mal mehr Niederschläge als im Oktober. Die Niederschläge variieren sehr stark. An nur 21 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde sind:[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Sachsenbrunn entstand 1950 aus dem Zusammenschluss von Sachsendorf und Schwarzenbrunn. 1967 kamen die Ortsteile Tossenthal und Weitesfeld dazu. Die Einheitsgemeinde wurde am 14. April 1994 im Rahmen der Gemeindegebietsreform gebildet. Seit dem 1. Januar 2012 ist die Stadt Eisfeld erfüllende Gemeinde für Sachsenbrunn.

Sachsendorf war 1583 von Hexenverfolgung betroffen. Lorenz Kriebel geriet in einen Hexenprozess. Er wurde mit Ruten geschlagen und ihm wurden zwei Finger abgeschlagen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Sachsenbrunn besteht aus 14 Ratsmitgliedern:

  • FWGS: 8 Sitze
  • FDP: 4 Sitze
  • CDU: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine überhöhte, eingebogene, aufsteigende grüne Spitze, die mit einer goldenen Linde belegt ist, oben vorn ein schwarzes Mühlrad, oben hinten eine rote Rose mit goldenen Butzen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auf der Anhöhe des Burgberg liegt eine prähistorische Wallanlage.

Die Itz entspringt nördlich der Stelzener Kirche. Sie war im Mittelalter eine Wallfahrtskirche, die neben der als wundertätig geltenden Quelle der Itz gebaut wurde. Die Quelle galt als Quellheiligtum [5]

Evangelische Kirche Sachsenbrunn

Museen[Bearbeiten]

Der Ort besitzt das einzige Murmelmuseum Deutschlands. Es entstand auf Initiative des Steinbildhauers Axel Trümper in einer ehemaligen Wassermühle an der Werra. Die kleinen Ton- oder Steinkugeln dienten unterschiedlichsten Zwecken, beispielsweise in Pulvermühlen oder als Spielzeug. Die reiche Schausammlung informiert auch über die gebräuchlichsten Herstellungstechniken.

Dialekt[Bearbeiten]

In Sachsenbrunn wird Itzgründisch, ein mainfränkischer Dialekt, gesprochen.

Natursehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tanzlinde im Ortsteil Sachsendorf mit eingezogenem Tanzpodium.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kartendienste des BfN
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Sachsenbrunn
  4. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 235.
  5. Michael Köhler; Heidnische Heiligtümer Jenzig-Verlag 2007 ISBN 978-3-910141-85-8 S.187

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sachsenbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien