Sachsengänger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sachsengänger sind deutsche Landarbeiter, welche im Deutschen Kaiserreich die landwirtschaftlich geprägten ostelbischen Regionen verließen, um im Westen besser entlohnte Arbeiten zu finden. Zuerst arbeiteten diese Landarbeiter in der sächsischen Zuckerindustrie.

Folgeerscheinungen [Bearbeiten]

Im Kaiserreich etablierte sich eine Wanderung in Preußen von Ost nach West der Sachsengänger (sogenannte Ost-West-Wanderung). Die Landarbeiter der ländlichen Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und Posen verließen ihre Region und fanden vor allem Aufnahme in den Anbaugebieten für Zuckerrüben und in den besser bezahlten Industriestandorten, z.B. in Oberschlesien, Sachsen, in Berlin und vor allem im Ruhrgebiet. Um die leer werdenden und billig entlohnten Arbeitsstellen auszugleichen, warben die ostelbischen Großgrundbesitzer wiederum polnische Arbeiter aus Russland und Österreich an. Um der befürchteten Polonisierung entgegenzutreten, entwickelte Preußen eine restriktive Einwanderungspolitik. Die Niederlassung der über Berlin Einreisenden wurde verboten. Den Wanderarbeitern war der Aufenthalt im Winter verboten , auch Karenzzeit genannt. Als Saisonarbeiter zugelassen waren nur unverheiratete Männer und Frauen, Schwangere wurden abgeschoben. In den mittleren und westlichen Provinzen war lediglich die Tätigkeit in der Landwirtschaft erlaubt.

Eine weitere Verschärfung erfolgte 1909 durch die Auflage des Inlandslegitimierungszwanges.

Auch die zur k.u.k. Monarchie gehörige Stadt Auschwitz errichtete 1916 ein Barackenlager für die Sachsengänger, welches die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg zum KZ Auschwitz I (Stammlager) ausbauten.

Literatur [Bearbeiten]