Sacro Monte di Varallo

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Sacro Monte di Varallo, Cappella XXXIII. Giovanni d’Enrico, Ecce Homo, 1608-9

Der „Heilige BergSacro Monte di Varallo liegt in der Gemeinde Varallo Sesia in der italienischen Provinz Vercelli (Region Piemont). Er ist ein bekannter Wallfahrtsort und ist seit 2003 von der UNESCO als einer der Sacri Monti als Weltkulturerbe anerkannt.

Der Sacro Monte steht in historischer Beziehung zur Epoche der Gegenreformation. Als 'heiliger Berg' ist es eine Zusammenstellung von verschiedenen Kapellen, die aber Hausgröße erreichen und insgesamt so etwas wie eine kleine Stadt für sich bilden. Es ist eine Art Museum, eine Ansammlung von Kapellen um eine Kirche herum. Das “Neue Jerusalem”, wie der Heilige Berg zunächst genannt wurde, sollte ursprünglich die für Pilger nicht mehr erreichbaren Stätten christlicher Traditionen in Palästina reproduzieren. Von solchen religiösen Inszenierungen in der Landschaft gab es in der Folge in Norditalien einige, jedoch nur wenige, die in einer gewissen Vollständigkeit erhalten sind- Belmonte, Crea, Domodossola, Ghiffa, Oropa, Orta und Varallo. Zwei gibt es in der Lombardei Ossuccio und Varese.

Insgesamt 45 Sakralbauten sind hier auf dem Sacro Monte versammelt. Er wurde bereits im Jahr 1497 begonnen und ist damit der älteste seiner Art. Die Namen der Künstler, die die Architektur und die Malereien in den Innenräumen geschaffen haben, sind vergleichsweise unbekannt. Gaudenzio Ferrari war der erste, der hier die Leitung innehatte. Dann übernahm in der Mitte des 16. Jhs. Carlo Borromeo (dessen Denkmal in Arona steht) die Gesamtleitung und er sorgte dafür, dass mit erhöhter Intensität gearbeitet wurde.

Gegen 1650 war die Anlage weitgehend vollendet, und seitdem beleben in 45 bühnenähnlichen Räumen 600 lebensgroße Figuren aus Holz oder Terrakotta und über 4000 gemalte Figuren in allen Arten von plastisch gestalteten oder illusionistisch freskierten Landschaften und Innenräumen die Szene. Malerei und Skulptur sind fast ausschließlich von hoher Qualität. [1]

Die Kapellen bestehen aus einem kleinen Vorraum, in den man hineintreten kann. Und dann kommt entweder ein großmaschiges Gitter, durch das man die aufgebaute Szenerie betrachten kann, oder das Gitter ist lediglich hüfthoch und gewährt einen freien Blick. Im Prinzip eine Art Weihnachtskrippe, aber wesentlich größer, aufwändiger, und mit sehr verschiedenen Szenen. Es ist ein „frommes Theater mit leblosen Schauspielern“[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Vergleichbare, als eigenständige architektonische Form gestalte Andachtsanlagen die Kreuzwege und die Kalvarienberge.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Seite über die Künstlergruppen
  2. (Keller, Harald: Die Kunstlandschaften Italiens [1960]. Frankfurt a.M. 1983, S. 638)

Galerie[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Rüdiger Mörsdorf: Reisewege: Das gelobte Land der Alpen. Wie Jerusalem nach Italien kam. D, 2013, 44 Min.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sacro Monte di Varallo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

45.8186111111118.2547222222222Koordinaten: 45° 49′ 7″ N, 8° 15′ 17″ O