Sadako Ogata
Sadako Ogata (jap. 緒方 貞子 Ogata Sadako; * 16. September 1927 in Tokio, Japan) ist eine japanische Hochschullehrerin und UN-Diplomatin und frühere UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge.
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Leben [Bearbeiten]
Aus einer Diplomatenfamilie stammend studierte sie politische Wissenschaften. 1953 erhielt sie einen Magister der Georgetown University in Washington, D.C. und promovierte 1963 an der University of California Berkeley bevor sie nach Japan zurückkehrte. Von 1965 bis 1974 lehrte sie an der Internationalen Christlichen Universität und an der Heiligherz Universität von Tokio Internationale Beziehungen. Von 1974 bis 1976 war sie Assistenzprofessor an der Internationalen Christlichen Universität. 1976 ging sie wieder in die USA, diesmal in die Vertretung ihres Landes bei den Vereinten Nationen in New York, wo sie zunächst den Rang einer Ministerin innehatte, später war sie Sondergesandte. 1980 kehrte sie nach Tokio zurück und wurde erst Professorin, später Direktorin des Instituts für internationale Beziehungen an der Sophia-Universität in Tokio. 1989 wurde sie Dekanin.
Ogata ist Mitglied im Club of Rome.
Tätigkeit für die UNO [Bearbeiten]
Von 1982 bis 1985 war sie die japanische Vertreterin in der UN-Menschenrechtskommission. 1990 war sie kurzzeitig als unabhängige Expertin der UN-Menschenrechtskommission in Myanmar tätig.
Von 1991 bis 2000 war Sadako Ogata UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge. Sie wurde 1990 erstmals von der UN-Generalversammlung für ein Mandat von drei Jahren gewählt und nahm das Amt am 1. Januar 1991 auf. 1993 wurde sie für fünf weitere Jahre gewählt und 1998 erneut für zwei Jahre. Ihre Nachfolge in diesem Amt trat 2001 der Niederländer Ruud Lubbers an.
Anfang 2002 lehnte Ogata das Angebot von Premierminister Jun’ichirō Koizumi ab, Nachfolgerin der entlassenen Außenministerin Makiko Tanaka zu werden.[1]
Familie [Bearbeiten]
Ogatas Schwiegervater ist der ehemalige stellvertretende Premierminister Ogata Taketora, ihr Großvater mütterlicherseits der ehemalige Außenminister Yoshizawa Kenkichi.
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 1994: Four Freedoms Award, in der Kategorie Freiheit von Not[2]
- 1995: Liberty Medal
- 1995: Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis mit Office of the United Nations High Commissioner for Refugees
- 1997: Ramon-Magsaysay-Preis
- 1999: Asahi Sonderpreis
- 2001: Großes Bundesverdienstkreuz
- 2001: Orden der Freundschaft
- 2001: Komtur der Ehrenlegion
- 2001: Kommandeur 1. Klasse des Nordstern-Ordens
- 2001: Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik
- 2001: Ernennung zum Bunka Kōrōsha, zur Person mit besonderen kulturellen Verdiensten
- 2003: Kulturorden
- 2005: Großoffizier des Ordens des Infanten Dom Henrique
- 2008: Großoffizier des Ordens von Oranien-Nassau
- 2010: Order of the Companions of O. R. Tambo in Silber (Südafrika)
- 2011: Order of St. Michael and St. George
- 2011: (6. Dezember) Hessischer Friedenspreis [3]
Veröffentlichungen [Bearbeiten]
- Refugees, A Mulilateral Response to Humanitarian Crises in "The Movement of People". RSA Journal, Volume V, 1992
- Towards a European Immigration. The Philip Morris Institute for Public Policy Research, Brüssel 1993
- The Turbulent Decade: Confronting The Refugee Crises Of The 1990s. 2005, ISBN 0-393-05773-9
- At the Global Crossroads: The Sylvia Ostry Foundation Lectures. (gemeinsam mit Jacques Delors), 2004, ISBN 0-7735-2732-X
- Defiance in Manchuria: The Making of Japanese Foreign Policy, 1931-1932. 1984, ISBN 0-313-24428-6
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Cabinet blow for Koizumi. In: BBC News. 1. Februar 2002, abgerufen am 4. Mai 2008 (englisch).
- ↑ Roosevelt Institute, Liste der Preisträger abgerufen am 14. Dezember 2012
- ↑ Hessischer Landtag: Sadako Ogata erhält den Hessischen Friedenspreis 2011, vom 6. Dezember 2011
Fridtjof Nansen, 1922 bis 1927 (Hoher Kommissar des Völkerbundes) | Gerrit Jan van Heuven Goedhart, 1951 bis 1956 | August R. Lindt, 1956 bis 1960 | Felix Schnyder, 1960 bis 1965 | Sadruddin Aga Khan, 1965 bis 1977 | Poul Hartling, 1978 bis 1985 | Jean-Pierre Hocké, 1986 bis 1989 | Thorvald Stoltenberg, Januar bis November 1990 | Sadako Ogata, 1990 bis 2000 | Ruud Lubbers, 2001 bis 2005 | Wendy Chamberlin, 2005 (interim) | António Guterres seit 2005
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ogata, Sadako |
| ALTERNATIVNAMEN | 緒方 貞子 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | japanische Hochschullehrerin, UN-Diplomatin und frühere Hohe Flüchtlingskommissarin der Vereinten Nationen |
| GEBURTSDATUM | 16. September 1927 |
| GEBURTSORT | Tokio, Japan |
- Hoher Flüchtlingskommissar der UN
- Mitglied des Club of Rome
- Träger des norwegischen Verdienstordens
- Träger des Ramon-Magsaysay-Preises
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)
- Träger des Nordstern-Ordens (Kommandeur 1. Klasse)
- Träger des Ordens von Oranien-Nassau (Großoffizier)
- Träger des Ordens des Infanten Dom Henrique (Großoffizier)
- Träger des Ordens der Freundschaft
- Dame Commander des Order of St. Michael and St. George
- Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)
- Hochschullehrer (Sophia-Universität)
- Japaner
- Geboren 1927
- Frau
- Person mit besonderen kulturellen Verdiensten