Sadiq al-Azm

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Sadiq al-Azm 2006

Sadiq Dschalal al-Azm (arabisch ‏صادق جلال العظم‎, DMG Ṣādiq Ǧalāl al-ʿAẓm; * November 1934 in Damaskus) ist ein syrischer Denker und Philosoph.

[Bearbeiten] Leben

Aufgewachsen als Sohn einer bekannten Sunni-Familie in Syrien und nach einem Studium an der Yale University, das er mit einem Ph.D. abschloss, begann er 1963 seine Unterrichtstätigkeit an der amerikanischen Universität von Beirut. Sein Buch Selbstkritik nach der Niederlage (1968) ist eine Analyse der Auswirkungen des Sechs-Tage-Krieges auf die arabischen Nationen. Viele seiner Bücher stehen in arabischen Ländern auf dem Index (mit Ausnahme des Libanons).

Sadiq al-Azm war Professor an der Universität Damaskus und hat an vielen Universitäten der Welt gelehrt, darunter auch in Berlin und Hamburg. Im Zentrum seines philosophischen Werkes stehen die Folgen der Aufklärung als Grundlage des technologischen Fortschritts im Europa der Neuzeit und die Rückschlüsse dieser Analyse auf die arabisch-islamische Welt, deren Modernisierung durch Säkularisierung er fordert. Daneben wurde er u.a. auch durch seine Kritik an Edward Saids These zum westlichen Orientalismus bekannt. Nach al-Azm würde Said den Westen ebenso eingeengt und reduziert darstellen wie das aus dem Imperialismus abgeleitete Orientalismuskonzept, das Said in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt hat. Zur Veranschaulichung stellt Al-Azm dem ein orientalisch geprägtes Okzidentalismusbild gegenüber.

2001 war er einer der Erstunterzeichner der Erklärung der Tausend, einem Manifest für demokratische Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung in Syrien.

Im Jahr 2005 erhielt er den Dr.-Leopold-Lucas-Preis der Universität Tübingen, im Juni 2005 wurde Sadiq al-Azm die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg verliehen.

[Bearbeiten] Werke

  • 1968: Selbstkritik nach der Niederlage
  • 1969: Kritik des religiösen Denkens
  • 1993: Unbehagen in der Moderne – Aufklärung im Islam. Fischer, Frankfurt am Main, 1993, ISBN 3-596-11578-7
  • 2005: Islam und säkularer Humanismus. Mohr Siebeck, Tübingen, 2005, ISBN 3-16-148527-0

[Bearbeiten] Weblinks

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