Saeima

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Saeima
Logo Parlamentsgebäude
Logo Gebäude
Basisdaten
Sitz: Riga
Legislaturperiode: 4 Jahre
Abgeordnete: 100
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 17. September 2011
Vorsitz: Präsidentin der Saeima Solvita Āboltiņa (V)
31
13
22
20
14
31 13 22 20 14 
Sitzverteilung:

Die Saeima [ˈsɑ.ɛimɑ] ist das Parlament der Republik Lettland.

Sie besteht aus einer Kammer mit 100 Sitzen. Die Mitglieder der Saeima werden in freier Verhältniswahl ermittelt. Parteien, die mindestens 5 % der abgegebenen Stimmen erringen, ziehen in die Saeima ein. Wahlen zur Saeima werden alle vier Jahre, jeweils am ersten Sonnabend im Oktober, durchgeführt. Abweichend davon fand die letzte Wahl aufgrund eines Volksentscheids am 17. September 2011 statt. Den Vorsitz im Parlament hat der Präsident der Saeima (Saeimas priekšsēdētājs).

Funktion[Bearbeiten]

Die Hauptfunktion des Parlaments ist die Verabschiedung von Gesetzen. Sie können vom Staatspräsidenten, dem Ministerkabinett, den Parlamentsausschüssen, einer Gruppe von 5 Abgeordneten oder von mindestens 10 % der wahlberechtigten Bürger eingereicht werden. Auch die Verfassung Lettlands kann vom Parlament geändert werden. Daneben verabschiedet die Saeima den Staatshaushalt, kontrolliert das Ministerkabinett und hat das Recht den Staatspräsidenten zu wählen.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Das derzeitige Parlament setzt sich nach den vorgezogenen Wahlen vom 17. September 2011 wie folgt zusammen[1]:

Partei Ausrichtung Vorsitzender Sitze
Saskaņas Centrs (SC)
Zentrum der Harmonie
sozialdemokratisch Nils Ušakovs 31
Reformu partija (RP)
Reformpartei
Mitte-rechts Valdis Zatlers 22
Vienotība (V)
Einigkeit
liberal-konservativ Solvita Āboltiņa 20
Nacionālā apvienība VL-TB/LNNK (NA)
Nationale Allianz VL-TB/LNNK
nationalkonservativ Gaidis Bērziņš und
Raivis Dzintars
14
Zaļo un Zemnieku savienība (ZZS)
Bündnis der Grünen und Bauern
agrarisch Raimonds Vējonis 13
Gesamt 100

Gebäude[Bearbeiten]

Das Haupt- und Sitzungsgebäude des lettischen Parlaments befindet sich in der Altstadt von Riga, in der Jēkaba ielā 11. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen drei weitere Gebäude, die von den Parlamentsfraktionen und -ausschüssen genutzt werden. Alle diese Bauten dienten ursprünglich anderen Zwecken und wurden der neuen Nutzung angepasst. Das Hauptgebäude wurde dabei ursprünglich für die Livländische Ritterschaft errichtet.

Vorherige Wahlen zur Saeima[Bearbeiten]

Saeima 1920 bis 1934[Bearbeiten]

Am 18. November 1918 erklärte der lettische Volksrat als Übergangsparlament die Republik Lettland für unabhängig. Eine lettische sozialistische Räterepublik war bis Frühjahr 1920 vom Staatsgebiet vertrieben. Im Frieden von Riga erkannte auch die Sowjetunion die Unabhängigkeit Lettlands an. Eine aus 150 Abgeordneten bestehende verfassunggebende Versammlung löste den Volksrat als Parlament ab. Die vorläufige Verfassung vom 1. Juni 1920 regelte die Bildung eines Ein-Kammern-Parlamentes, der Saeima. Die Saeima bestand aus 100 Abgeordneten, die in fünf Wahlkreisen gewählt wurden. Das Mindestalter für die Wählbarkeit lag bei 21 Jahren. Die 5 Wahlkreise waren: Riga, Vidzeme, Kurzeme, Zemgale und Latgale

Parlamentswahlen fanden 5-mal statt:

Die Saeima wurde nach dem Staatsstreich vom 15. Mai 1934 von Kārlis Ulmanis aufgelöst, und die Parteien wurden verboten. Nach der Besetzung Lettlands durch die Sowjetunion wurden am 14. und 15. Juli unfreie Wahlen zu einem Tautas Saeima genannten Übergangsparlament durchgeführt. Einzige Wahlmöglichkeit war ein „Volksblock“, der offiziell 97,6 der Stimmen erhielt.[2]

Wahlen seit der Unabhängigkeit Lettlands 1990[Bearbeiten]

Wahl zur 12. Saeima 2014[Bearbeiten]

Die nächste Wahl fand am 4. Oktober 2014 statt.[4] Es ließen sich 13 Parteilisten registrieren:[5]

Nr. Liste 1. Listenplatz
Rīga Vidzeme Latgale Kurzeme Zemgale
1 „Latvijas attīstībai“ Juris Pūce Einars Repše Edgars Jaunups Rihards Pīks Vladimirs Reskājs
2 „SUVERENITĀTE“ Andris Orols Guntra Vīksna Dmitrijs Usins Normunds Vīrs Dainis Grabovskis
3 Partija "Brīvība. Brīvs no bailēm, naida un dusmām" Anrijs Aumalis Ieva Kantmane Kaspars Lazdāns Taiga Lasmane Dace Brimerberga
4 Partija „VIENOTĪBA“ Edgars Rinkēvičs Laimdota Straujuma Anrijs Matīss Solvita Āboltiņa Jānis Reirs
5 „POLITISKĀ PARTIJA IZAUGSME“ Maija Radziņa Andris Skride Roberts Kuzņerevičs Madara Stankuna Aija Jaunmuktāne
6 Partija „Vienoti Latvijai“ Ainārs Šlesers Ivars Godmanis Jānis Jurkāns Jānis Straume Aigars Kalvītis
7 Nacionālā apvienība "Visu Latvijai!"—"Tēvzemei un Brīvībai/LNNK" Dace Melbārde Raivis Dzintars Inese Laizāne Gaidis Bērziņš Edvīns Šnore
8 Latvijas Reģionu Apvienība Mārtiņš Šics Mārtiņš Bondars Juris Viļums Nellija Kleinberga Dainis Liepiņš
9 Jaunā konservatīvā partija Jānis Bordāns Gundars Ābols Eva Mārtuža Krišjānis Feldmans Jānis Tomels
10 „Latvijas Krievu savienība“ Miroslavs Mitrofanovs Aleksandrs Filejs Jurijs Zaicevs Elita Kosaka Ludmila Ušakova
11 „Saskaņa“ sociāldemokrātiskā partija Jānis Urbanovičs Ivars Zariņš Andrejs Elksniņš Valērijs Agešins Krišjānis Peters
12 Zaļo un Zemnieku savienība Guntis Belēvičs Jānis Dūklavs Raimonds Vējonis Dana Reizniece-Ozola Augusts Brigmanis
13 No sirds Latvijai Inguna Sudraba Gunārs Kūtris Silvija Šimfa Ringolds Balodis Aivars Meija

Sonstiges[Bearbeiten]

Blick in den Sitzungssaal der Saeima
  • Die Bezeichnung des lettischen Parlaments – gebildet aus dem Präfix sa- „zusammen“ und eima „[sie] gehen“ (einer archaischen Form des Verbs iet „gehen“) – darf nicht verwechselt werden mit Seimas, dem litauischen Parlament, und Sejm, dem Unterhaus des polnischen Parlaments.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest – Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel und Südosteuropa 1919–1945, Band 1, 2. Auflage. Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-3-4, S. 133.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielles Wahlergebnis 2011 Zentrale Wahlkommission (Lettisch)
  2. I. Feldmanis:Lettlands Okkupation, geschichtliche und völkerrechtliche Aspekte (lettisch)
  3. http://saeima.lv/lv/par-saeimu/likumdeveju-vesture
  4. zentrale Wahlkommission (abgerufen am 29. Mai 2014)
  5. Website der Zentralen Wahlkomission (abgerufen am 12. August 2014)

56.95111111111124.105Koordinaten: 56° 57′ 4″ N, 24° 6′ 18″ O