Safari (Browser)

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Safari
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Entwickler Apple
Aktuelle Version 7.1
(18. September 2014)
Betriebssystem Mac OS X, iOS, Windows (nur Version 3.0.0–5.1.7)
Programmier­sprache C++, Objective-C
Kategorie Webbrowser
Lizenz Proprietär, Teile unter LGPL und BSDL
Deutschsprachig ja
www.apple.com

Safari ist ein Webbrowser des Unternehmens Apple. Er gehört zum Lieferumfang von Mac OS X ab der Version 10.3 („Panther“), sowie von iOS und ersetzte den vorher mitgelieferten Microsoft Internet Explorer für Mac als Standard-Browser.

Von Version 3 bis 5 war Safari auch für Windows verfügbar.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Safari basiert auf KHTML (HTML-Rendering) und KJS (JavaScript-Implementation) aus der K Desktop Environment. Beide werden von Apple im gemeinsamen Projekt WebKit als eigenständige Software WebCore (KHTML) und JavaScriptCore weiterentwickelt.[2]

Beta-Phase[Bearbeiten]

Während der Entwicklung des Browsers stand keine Namensgebung für die spätere finale Version fest. Erst im Monat vor der Produktfreigabe wurde der finale Name „Safari“ gewählt. Als mögliche Namensalternativen standen „Alexander“, „iBrowse“ oder „Freedom“ zur Auswahl.[3]

Safari 1[Bearbeiten]

Die erste Version von Safari wurde auf der Macworld 2003 von Steve Jobs vorgestellt. Damit war es die erste Alternative zu Netscape, Opera und Internet Explorer, die damals die Vorherrschaft auf dem Betriebssystem Mac OS X hatten.

Safari 3[Bearbeiten]

Safari 3.0 erschien am 11. Juni 2007 auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC in einer Beta-Version und wurde erstmals auch auf Windows XP und Vista portiert. Die letzte unter Windows 2000 lauffähige Version ist 3.0.3, mit deaktivierter JavaScript-Funktion ist Version 3.2.3 die letzte. Die Windows-Version wurde laut dem Unternehmen innerhalb von 48 Stunden mehr als eine Million Mal heruntergeladen.[4] Für Windows war zunächst eine Beta-Version verfügbar, die einige Instabilitäten zeigte.[5] Die Benutzeroberfläche der Windows-Versionen lag ausschließlich in englischer Sprache vor.

Am 18. März 2008 erschien die Version 3.1 für Mac OS X und Windows. Mit dieser Version verließ die Windows-Fassung das Beta-Entwicklungsstadium, sie ist erstmals auch in deutscher Sprache erhältlich. Außerdem wurde die Unterstützung aktueller Webstandards wie CSS3 verbessert.

Neu in der am 13. November 2008 veröffentlichten Safari-Version 3.2 sind ein Phishing-Schutz und eine verbesserte Identifizierung von Online-Unternehmen.

Safari 4[Bearbeiten]

Safari 4 unter Microsoft Windows XP

Am 24. Februar 2009 gab Apple eine „Public Beta“ von Safari 4 frei. Laut Apple sollte diese bis zu viermal schneller als der Vorgänger Safari 3 sein. Neuerungen waren unter anderem Cover Flow für besuchte Websites, eine so genannte TopSite-Funktion, die die meistbesuchten Websites in einer grafischen Übersicht darstellt, und eine Suchfunktion, die diese Webseiten durchsucht. Dank der neuen Nitro-Engine führt Safari JavaScript deutlich schneller aus. Die „Public Beta“ erschien für Mac OS X und Windows XP/Windows Vista und bestand den Acid3-Test. Am 8. Juni 2009 erschien die fertige Version von Safari 4.

Safari 5[Bearbeiten]

Am 7. Juni 2010 erschien die Version 5.0 mit verbesserter HTML5-Unterstützung (u. a. mit Geolocation), erhöhter Javascript-Geschwindigkeit und einem Safari-Reader zur verbesserten Darstellung von Artikeln, bei der der Inhalt hervorgehoben und der Rest der Webseite ausgeblendet wird. Weiterhin ist es nun möglich, Bing oder Yahoo als Standard-Suchmaschine zu wählen. Unter Windows verfügt Safari nun über Hardware-Beschleunigung.

Seit Version 5.0.1 bietet Safari – ähnlich wie Firefox, Opera oder Google Chrome – die Möglichkeit, Erweiterungen zu installieren.

Die Version 5.1 benutzt das neue WebKit2-Framework, wodurch die Darstellung der Webseiten in einen eigenen Prozess ausgelagert werden kann.[6] Dies erhöht die Stabilität des Programmes, da Programmierfehler in der Rendering-Engine nicht mehr zum Absturz des gesamten Browsers führen können. Unter Mac OS X 10.7 läuft der ausgelagerte Darstellungsprozess zur Verbesserung der Sicherheit in einer Sandbox.[7]

Safari 6[Bearbeiten]

Am 25. Juli 2012 erschien Safari zusammen mit OS X 10.8, für Mac OS X 10.7 ist die neue Version als Software-Aktualisierung verfügbar. Zu den neuen Funktionen zählen u. a. ein vereinheitlichtes Such- und Adressfeld, Synchronisierung geöffneter Tabs mit iOS-Geräten via iCloud sowie die Unterstützung des Do-Not-Track-Headers.[8] Die Reader-Funktion ist erreichbar über einen größeren und auffälligeren Knopf am rechten Rand der Adressleiste, der sich blau verfärbt, sobald von einer Internetseite ein Artikel aufgerufen wird. Ab Version 6.1 wird anstelle der Schrift Palatino nunmehr Georgia verwendet, die eine bessere Bildschirmdarstellung ermöglicht.

Version 6 wurde nicht mehr für Windows veröffentlicht.

Safari 7[Bearbeiten]

Zusammen mit dem im Sommer 2013 präsentierten neuen Apple-Betriebssystem „OS X Mavericks“ wurde eine neue Version von Safari vorgestellt, deren Verbesserungen laut Apple insbesondere in der Geschwindigkeit beim Rendern von Websites und dem Verarbeiten von JavaScript-Anwendungen liegen. Die finale und erste der Öffentlichkeit zugängliche Version ist am 22. Oktober 2013 im Zuge der Veröffentlichung von Mac OS X 10.9 Mavericks erschienen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Entwicklerkonsole in Version 7

Safari unterstützt die meisten aktuellen WWW-Standards, darunter CSS 3, HTML5, XSLT, XHTML 1.1 und JavaScript. Zudem lieferte Apple am 31. Oktober 2005 als erster Hersteller einen Browser (Safari 2.0.2), der den Acid2-Test besteht. Dieser Test überprüft unter anderem die Konformität des getesteten Webbrowsers zu den Standards des World Wide Web Consortium (W3C).

Bei einer Untersuchung der Unterstützung der W3C-Standards (sog. Empfehlungen) erreichte Safari in der Version 6.0 eine Quote von 94 % der getesteten Eigenschaften. Die gleiche Quote erreichte auch Opera 12.1. Mozilla Firefox 17.0 erreichte sogar 95 % der Eigenschaften, Internet Explorer 10.0 hingegen lediglich 86 %.[9]

Zum Rendern von HTML-Seiten verwendet Safari Apples WebKit, ein C++-Framework mit Objective-C-API (in der Mac-OS-X-Variante), das auf der KHTML-Bibliothek des KDE-Projekts basiert. Dazu hat Apple eine Abspaltung (engl. „fork“) davon erstellt, bei der einige Änderungen vorgenommen wurden, einerseits, um eine verbesserte Anbindung an andere Mac-OS-X-Bibliotheken zu ermöglichen, andererseits, um die Darstellung zu verbessern. In zukünftigen Versionen des WebKits werden Standards der WHATWG implementiert werden.

Funktionen[Bearbeiten]

Wie andere moderne Browser unterstützt Safari die Navigation mit Registerkarten („Tabbed Browsing“) und verfügt über einen Pop-up-Blocker.

Eine besondere Eigenschaft von Safari ist die Funktion „SnapBack“, die das Zurückkehren zur Ausgangsseite ermöglicht.

Ähnlich zu anderen mitgelieferten Programmen im Betriebssystem OS X können zahlreiche Gesten, beispielsweise zur Navigation oder zum Vergrößern/Verkleinern genutzt werden. Das Programm unterstützt Farbmanagement. Safari 2.0, das als Bestandteil von Mac OS X 10.4 Tiger seit dem 29. April 2005 zur Verfügung steht, enthält eine Funktion zum Surfen ohne Cache, Cookies und andere Datenspuren.

iOS-Funktionen[Bearbeiten]

  • Unbegrenzte Anzahl an offenen Seiten
  • Kombinierte Such- und Adressleiste
  • iCloud Schlüsselbund zur Speicherung von Kontodaten, Passwörtern (optionale, zufallsgenerierte Passwortgenerierung möglich) und Kreditkartennummern
  • Lesezeichen-Synchronisation zwischen Safari (iOS) und Safari (OS X), Firefox (Windows) oder Chrome (Windows)
  • Ein Bild gedrückt halten ermöglicht es, dieses ins Fotoalbum zu sichern oder in die Zwischenablage zu kopieren.
  • Seiten als Lesezeichen („Web Clips“) auf dem Homescreen setzen.
  • Speziell angepasste Seiten im Vollbild öffnen.

Kritik[Bearbeiten]

Apple Software Update[Bearbeiten]

Mit dem Erscheinen von Version 3.1 des Browsers am 18. März 2008 hatte Apple die Auslieferung unter Windows durch den Apple-eigenen, automatischen Aktualisierungsdienst Apple Software Update eingeschaltet, auch wenn Safari selbst nicht auf dem Rechner installiert war. Der Dienst überprüft in regelmäßigen Abständen, ob für auf dem Rechner installierte von Apple stammende Software wie beispielsweise iTunes sicherheitskritische Aktualisierungen verfügbar sind, und bietet diese zum Herunterladen und zur Installation an. Apple bot Safari nicht nur als auswählbare Option an, sondern aktivierte standardmäßig die Auswahlbox für die Installation des Safari-Browsers, auch hier ungeachtet dessen, ob eine Safari-Installation vorhanden war oder nicht. Dieses Verhalten veranlasste den Chef der Mozilla Corporation John Lilly als Konkurrenten auf dem Browsermarkt zu scharfer Kritik in seinem Blog.[10][11] Nutzer von Apple-Software bekämen bei Unachtsamkeit während der Benutzung des Autoupdate-Dienstes nicht nur die Aktualisierungen der bereits vorhandenen Apple-Software, sondern es würden neue, bisher nicht benutzte und ungewollte Software-Produkte „untergejubelt“, möglicherweise ohne dass der Benutzer dem bewusst zustimmte.

In neuen Versionen des Apple Software Update wurde Safari weiterhin auch dann zur Installation angeboten, wenn es noch nicht installiert war. Das Programm wurde dabei in einem abgetrennten Bereich Neue Software angezeigt, die Option zur Installation war jedoch weiterhin standardmäßig aktiviert.[12]

Datenschutzverstoß durch Google[Bearbeiten]

Das Wall Street Journal machte Anfang 2012 bekannt, dass Google einen Weg gefunden hatte, Cookies in Safari speichern zu können, obwohl der Nutzer dies generell nicht gestattet hatte. Der Konzern wurde deswegen durch die US-Handelsbehörde FTC im August 2012 zu einer Strafe von 22,5 Millionen US-Dollar verurteilt.[13][14]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Safari (Browser) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Apple appears to currently be passing on Safari 6.0 features for Windows PCs - 9to5mac (abgerufen am 25. Juli 2012).
  2. Greetings from the Safari team at Apple Computer, Mail an eine KDE-Entwickler-Mailingliste vom 7. Januar 2003.
  3. Safari: Der bekannte Browser sollte anfangs „Alexander“, „iBrowse“ oder „Freedom“ heißen.
  4. Windows-fähiger Apple-Browser eine Million Mal heruntergeladen.
  5. Apples Windows-Safari geht weiter.
  6. Bestätigung auf der webkit-help-Mailingliste am 25. Juli 2011.
  7. Safari 5.1 Protects Users with New Sandbox. In: softpedia.com. 21. Juli 2011, abgerufen am 30. August 2012.
  8. Apple: Safari-Webseite, abgerufen am 25. Juli 2012.
  9. Alexis Deveria: Can I use... Support tables for HTML5, CSS3, etc, abgerufen am 27. Dezember 2012.
  10. Heise Newsticker: Apple verbreitet Safari im Gepäck von iTunes-Updates, 22. März 2008.
  11. John Lilli: Apple Software Update, Blogbeitrag in John’s Blog vom 21. März 2008, englisch.
  12. Heise Newsticker: Windows-Safari immer noch per iTunes-Update.
  13. Google muss wegen unerlaubter Cookies Millionenstrafe zahlen. In: Stern.de. 9. August 2012, abgerufen am 31. Oktober 2013: „Google hat die Datenschutz-Einstellungen beim Safari-Browser umgangen und wird dafür kräftig bestraft. Der Internetkonzern zahlt 22,5 Millionen Dollar (18,2 Millionen Euro), um den Fall zu den Akten legen zu können. […] Im vorliegenden Fall hatte Google einen Weg gefunden, beim Safari-Browser für iPhone, iPad und PC ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen. Das sind kleine Dateien, mit denen sich das Verhalten im Netz teilweise nachverfolgen lässt.“
  14. Mirjam Hauck: Google in der Glaubwürdigkeitsfalle. In: Süddeutsche Zeitung. 31. Oktober 2013, abgerufen am 31. Oktober 2013: „2012 wurde für das Unternehmen eine Strafe von 18,2 Millionen Euro fällig, weil Google den Datenschutz in Apples Safari-Browser ausgehebelt hatte.“