Saffian

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Eine armenische Bibel einmal im Besitz von Toros Roslin, gebunden in Saffianleder.

Saffianleder (auch Marokkoleder oder Maroquin[leder]) ist ein nach der marokkanischen Stadt Safi benanntes sehr feines und weiches Leder.

Herstellung[Bearbeiten]

Saffian wird nach dem Verfahren der Lohgerberei aus dem Fell von Ziegen hergestellt und meist mit Sumach gegerbt. Es wird künstlich genarbt und einseitig gefärbt, jedoch nicht lackiert.

Unechtes Saffianleder wird aus dem gespaltenen Fell von Schafen hergestellt. Die Fabrikation gilt als arabische Erfindung. Im Jahr 1749 wurde die erste europäische Saffianfabrik im Elsass errichtet und seit 1797 datiert − mit der Gründung der Gerberei zu Choisy bei Paris − der Aufschwung der französischen Saffiangerberei, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland Eingang fand. Lange wurde Saffian im Orient vorproduziert (als so genanntes Meschinleder), nur gegerbt und getrocknet, und ging dann zur Nachbearbeitung nach Europa, wo es gefärbt, geglänzt und appretiert wurde. Zum Färben wandte man häufig Teerfarben an. In Deutschland wurde insbesondere in Kirn die Färberei und Zurichtung des indischen Saffians betrieben.

Zur Beschaffenheit des Leders schreibt das 1835 erschienene Damen Conversations Lexikon, das aus Marokko und der Türkei stammende Saffianleder sei „[…] auf einer Seite reisig, gerispelt, glänzend, wie mit Lack überzogen, auf der andern zwar rauh, doch sehr fein und weich, trocken und niemals fettig […]“.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Saffianleder wurde insbesondere für feines Schuhwerk, Portefeuilleartikel und Buchbinderwaren verarbeitet.

Saffianstiefel[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Saffianstiefel“ stammt aus dem Roman von Denis Diderot, La Religieuse (1750) und bezeichnet dort herausgeputzte Personen, die mit Stiefeln aus Saffian bekleidet waren und die man nach heutigen Vorstellungen als Gigolo bezeichnen könnte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saffianleder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saffian (Maroquin) - Zeno.org