Safien

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Safien
Wappen von Safien
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Surselvaw
Kreis: Safien
Gemeinde: Safientali2w1
Postleitzahl: 7107
Koordinaten: 743604 / 17185846.6824929.3158261315Koordinaten: 46° 40′ 57″ N, 9° 18′ 57″ O; CH1903: 743604 / 171858
Höhe: 1'315 m ü. M.
Fläche: 100.58 km²
Einwohnerdichte: 3 Einw. pro km²
Website: www.safien.ch
Safien Platz

Safien Platz

Karte
Safien (Schweiz)
Safien
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2013

Safien (im einheimischen Dialekt: [ˈsɔːfjə] oder [ˈsɔːfjæ]; rätoromanisch  Stussavgia?/i)[1] war bis am 31. Dezember 2012 eine politische Gemeinde im Safiental. Sie liegt im gleichnamigen Kreis (umfassend ausser Safien auch Tenna) des Bezirks Surselva im Schweizer Kanton Graubünden.

Am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit den Gemeinden Valendas, Versam und Tenna zur neuen Gemeinde Safiental.

Die Herkunft sowohl der deutschen als auch der romanischen Namensform ist ungeklärt.[1]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein von Silber (Weiss) und schwarz geständertes Kreuz

Nach dem vereinfachten Bannermotiv der Landschaft Safien, die zum Wappenbild des Kreises wurde, mit geänderten Farben.

Geschichte[Bearbeiten]

Safien wird 1219 erstmals urkundlich erwähnt in der Form Stosavia;[1] Bronze-zeitliche und römische Funde deuten auf eine frühe Besiedlung der Gegend hin. Zwischen 1300 und 1310 dürften die ersten Walser in dem vorher nur von Romanen bewirtschafteten Gebiet angesiedelt worden sein; bis mindestens zu Anfang des 16. Jahrhunderts scheint noch ein Teil der Bevölkerung romanisch gesprochen zu haben. Die Grundherrschaft über den grössten Teil des Safientals gehörte damals dem Domleschger Kloster Cazis. 1526 wurde die Reformation eingeführt.[2]

Bis 1851 bildete Safien, das schon 1362 als selbständig handelnde Gemeinde mit Ammann und Geschworenen bezeugt ist, eine eigene Gerichtsgemeinde im Hochgericht Thusis. Der Bau der Strasse nach Versam 1882-1885 führte dazu, dass sich das Safiental, dessen Bauern ihr Vieh früher hauptsächlich über die Märkte in Norditalien abgesetzt hatten, vermehrt nach Norden ausrichtete. Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fand eine starke Abwanderung statt, in deren Folge zahlreiche Wüstungen entstanden.[2]

Heimatmuseum[Bearbeiten]

In Camana-Boda, einer der höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Siedlungen des Safientales auf fast 1'800 m ü. M. inmitten anderer alter Walserhäuser, liegt das Heimatmuseum Althus.

Der Schwerpunkt dieses Museums ist das Haus selber und seine Einrichtungen als Wohnhaus mit Stubä (Stube), Chuchi (Küche), Chòòltchammerä (Milchkeller), Schithus (Holzlagerraum), Spiicher (Schlafzimmer) und Chäller (Keller).

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort besitzt zusammen mit Versam den Bahnhof Versam-Safien an der Bahnstrecke Reichenau-Tamins–Disentis/Mustér.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mattli Hunger, Orts- und Flurnamen von Safien und Tenna, 2013, ISBN 978-3-033-03744-1
  • Barbara Steinmann, Elisabeth Bardill, Maria Hunger-Fry, Safiental - Ruinaulta, Vom Safierberg zur Rheinschlucht, Verlag Terra Grischuna, Chur 2008, ISBN 978-3-7298-1152-2
  • Hans und Leonhard Bandli, Im Safiental, Walservereinigung Graubünden, 2002, ISBN 978-3-905241-24-2
  • Konrad Buchli, Geschichten aus den Bergen, Erinnerungen eines Safiers, Walservereinigung Graubünden, 2005
  • Mattli Hunger, Ärdenkt und ärzellt, Sòòfier Gschichtä vo äsiä und hüt, Walservereinigung Graubünden, 2008, ISBN 978-3-909210-02-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Safien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Andres Kristol, Safien GR (Hinterrhein) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 779.
  2. a b Jürg Simonett, Safien in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23. Juli 2006.
  3. Maschinenhalle der Kraftwerke Zervreila
  4. Forstwerkhof