Safranschirmlinge

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Safranschirmlinge
Olivbrauner Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri)

Olivbrauner Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Champignonverwandte (Agaricaceae)
Gattung: Safranschirmlinge
Wissenschaftlicher Name
Chlorophyllum
Massee

Die Safran- oder Grünsporschirmlinge (Chlorophyllum) sind eine mit den Riesenschirmlingen (Macrolepiota) nah verwandte Gattung aus der Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae).

Der Name „Safranschirmlinge“ bezieht sich auf das orangerötlich verfärbende Fleisch der Fruchtkörper bei Kontakt mit Luftsauerstoff. Die Bezeichnung „Grünsporschirmlinge“ leitet sich vom wissenschaftlichen Namen Chlorophyllum ab, der übersetzt „Grünblättler“ bedeutet und auf den Lamellen der Typusart Chlorophyllum molybdites basiert, die sich bei Reife durch die grünlichen Sporen entsprechend verfärben.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Gattung bestand zunächst nur aus der Typusart C. molybdites mit deutlich grünlichem Sporenpulver. Die Art ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet, wurde jedoch auch schon in Schottland entdeckt. DNA-Analysen ergaben, dass der heimische Gemeine Safranschirmling (C. rachodes) sowie einige weitere nah verwandte Arten wie beispielsweise der Olivbraune Safranschirmling (C. olivieri) ebenfalls zu dieser Gattung zählen, obwohl das Sporenpulver und die Lamellen eine cremeweiße bis cremegelbe Farbe aufweisen.

Gattungsabgrenzung[Bearbeiten]

Der Unterschied zu den Riesenschirmlingen und das gemeinsame Gattungsmerkmal der Safranschirmlinge sind die glatten, nicht genatterten Stiele.

Arten[Bearbeiten]

Folgende Arten kommen in Europa vor beziehungsweise sind dort zu erwarten.[1]

Safranschirmlinge (Chlorophyllum) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Chlorophyllum abruptibulbum (R. Heim 1968) Vellinga 2002
Geschlossener Safranschirmling Chlorophyllum agaricoides (Czernajew 1845) Vellinga 2002
Garten- oder Großknolliger Safranschirmling Chlorophyllum brunneum (Farlow & Burt 1929) Vellinga 2002
Chlorophyllum molybdites (G. Meyer 1818 : Fries 1821) Massee 1898
Olivbrauner Safranschirmling Chlorophyllum olivieri (Barla 1886) Vellinga 2002
Gemeiner Safranschirmling Chlorophyllum rachodes (Vittadini 1835) Vellinga 2002
Gift-Safranschirmling Chlorophyllum venenatum (Bon) Lange & Vellinga 2008

Bedeutung[Bearbeiten]

Die meisten Arten der Safranschirmlinge sind essbar. C. molybdites gilt als giftig und verursacht Vergiftungen mit den Symptomen des Gastrointestinalen Syndroms. Ebenfalls zu den Giftpilzen wird der Gift-Safranschirmling (C. venenatum) gezählt. Die Berechtigung als eigene Art ist jedoch umstritten.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Else C. Vellinga: Type studies in Agaricaceae – the complex of Chlorophyllum rachodes. In: Mycotaxon. 85, 2003, S. 259-270 (PDF; 1,8 MB).
  •  Else C. Vellinga: New combinations in Chlorophyllum. In: Mycotaxon. 83, 2002, S. 415-417 (PDF; 405 KB).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eric Strittmatter: Die Gattung Chlorophyllum. In: Fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. 28. Juni 2008, abgerufen am 1. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Safranschirmlinge (Chlorophyllum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien