Saga (Band)

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Saga
Datei:Saga 2009.JPG
Chris Sutherland, Ian Crichton, Rob Moratti
Jim Gilmour, Jim Crichton
Gründung 1977
Genre Neo-Prog
Website http://www.sagaontour.ca/
Gründungsmitglieder
Gesang, Keyboard, Bass Michael Sadler
Gitarre Ian Crichton
Schlagzeug Steve Negus
(1977–1986, 1992–2003, 2006, 2007 (zwei Gigs in Kanada))
Bass, Keyboard, Gitarre Jim Crichton
Keyboard Peter Rochon (1977–1978)
Aktuelle Besetzung
Gesang Rob Moratti (seit 2008)
Gitarre Ian Crichton
Schlagzeug Brian Doerner (2005–aktuell)
E-Bass, Keyboard, Gitarre Jim Crichton
Keyboard, Gesang, Klarinette Jim Gilmour
(1980–1986, seit 1992)
Ehemalige Mitglieder
Keyboard, Gesang Peter Rochon (1977 - 1978)
Keyboard, Gesang Gregg Chadd (1978-1979)
Schlagzeug Steve Negus (1977–1986, 1992-2003)
Schlagzeug Christian Simpson: (2003–2005)
Gesang, Keyboards, Bass Michael Sadler (1977-2007)
Gastmusiker
Schlagzeug Curt Cress (Studio 1987)
Keyboards Tim Moore (Live 1988)
Schlagzeug Trevor Morrell (Live 1988)
Schlagzeug Graham Lear (Live 1988–1991)
Keyboards Richard Baker (Live 1988)
Schlagzeug Glen Sobel (Studio 1997)
Schlagzeug Chris Sutherland (Live 2007 + 2009)

Saga ist eine kanadische Rockband, die besonders in Deutschland und Puerto Rico große Erfolge feierte und feiert. Saga gehört zu den Hauptvertretern des Neo-Prog, ihr Stil ist angelehnt an den Progressive Rock der 1970er, nur eingängiger als z. B. Yes, King Crimson oder Emerson, Lake & Palmer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bandgeschichte

[Bearbeiten] Wurzeln und Gründung

Die Wurzeln der Band gehen zurück in die Mitte der 1970er Jahre nach Toronto. Jim Crichton (* 26. Februar 1953) und Michael Sadler (* 5. Juli 1954) spielen in einer Progressive Rock-Band namens Truck, die Jim Crichton nach einem Angebot der Band Fludd verlässt. Dort trifft er Schlagzeuger Steve Negus (* 19. Februar 1952) (Fullerton Dam, Shelter und Bananas) und Sagas ersten Keyboardspieler Peter Rochon. Aufgrund der schweren Erkrankung des Mitbegründers Brian Pilling lösen sich Fludd im Frühjahr 1977 auf.

Jim Crichton schreibt bereits an eigenen Stücken und legt damit den Grundstein für das, was wir heute als Saga kennen.

Jim Crichton bittet Michael Sadler, einige dieser Songs für ihn einzusingen. Es entstehen etwa 20 Stücke aus der Feder von Jim Crichton und Michael Sadler, darunter auch Welthits wie Humble Stance und How Long. Der nächste Schritt ist nun eine Band zu gründen. Sie holen Steve Negus, Peter Rochon, beide von Fludd, und Jims Bruder Ian Crichton (* 3. August 1956), der zu dieser Zeit in einer Led Zeppelin Cover Band spielt, an Bord. Anfang 1977 entstehen so die Pockets, ein Demoband mit 25 Stücken wird aufgenommen.

Der erste öffentliche Auftritt findet am 13. Juni 1977 in der Tudors Tavern in Cambridge vor ca. 40 Zuschauern statt.

Während der Arbeit am Debütalbum sieht sich die Band gezwungen einen anderen Namen zu finden, da es bereits eine amerikanische Band Pockets gibt. Jim Crichton ist gerade dabei die groben Umrisse der Chapters (eine Geschichte, ursprünglich geplant in acht Kapiteln, verteilt auf vier Alben) zu schreiben, so liegt der Name Saga nahe.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, weitere Demos aufzunehmen, treffen sie auf Paul Gross (jetzt Metalworks Studios, Mississauga), dem damaligen Miteigentümer der Phase One Studios in Toronto. Gross produziert, finanziert und nimmt die ersten drei Alben für Saga auf.

Sagas Manager Clive Corcoran (Corcoran Busic Management, CBM) tritt in Verhandlung mit PolyGram Canada. Saga kommen unter Vertrag und PolyGram veröffentlicht im Juni 1978 das Debutalbum ‚Saga‘.

Aufgrund des schwachen Kanadischen Dollars und der relativ niedrigen Preise für kanadische Pressungen gelangen viele Alben über europäische Importeure nach Europa. 1978 kommen so 10.000 Exemplare des Albums ‚Saga‘ nach Deutschland. Die Resonanz, auch in Schweden und Holland, ist überwältigend. Durch Polydor Europa werden über 35.000 weitere Kopien verkauft. Unglücklicherweise legt PolyGram Canada Ende 1978 das Hauptaugenmerk auf Veröffentlichungen, wie den Soundtrack von Saturday Night Fever, so dass sich Saga in Kanada in Konkurrenz zur Chart-Musik sieht und nur die deutlich progressiv orientierten Radiosender Interesse an Sagas Musik zeigen.

Während der Aufnahmen des zweiten Albums Images At Twilight verlässt Peter Rochon die Band und wird im Dezember 1978 von Greg Chadd ersetzt. Er führt auf diesem Album den Vocoder (See Them Smile) ein. Doch auch die Zusammenarbeit mit ihm ist nicht von langer Dauer, Chadd nimmt im August 1979 aus persönlichen Gründen seinen Abschied bei Saga. Im Dezember 1979 nimmt Jim Gilmour (* 25. Februar 1958) den Platz an den Keyboards ein.

[Bearbeiten] Die 1980er

Der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg in Potsdam gibt die Vorlage zum Cover des Albums Silent Knight

Kurz vor Erscheinen des dritten Albums Silent Knight gehen Saga erstmals auf Europatour. Eigentlich als Vorgruppe von Styx gebucht, sehen sich Saga auf der Bühne einem begeisterten Publikum gegenüber, das allabendlich Zugaben fordert und die Band wie den Headliner feiert. Dieser erfolgreichen Tour folgt im Januar 1981 eine Show in Puerto Rico. Diese Show wird der Band als einer der denkwürdigsten Abende im Gedächtnis bleiben: 15.000 begeisterte Zuschauer feiern die Band – der Beginn ihrer Karriere in Puerto Rico. Es folgen weitere Europatermine, doch in Kanada schwindet das Interesse an Saga.

Die Band entscheidet sich, das nächste Album in England mit Rupert Hine als Produzenten aufzunehmen. Man mietet die Lavender Lodge in Maidenhead, das Management (Clive Corcoran und Carl Leighton-Pope) eröffnet ein Londoner Büro und die Aufnahmen zu Worlds Apart beginnen in den Farmyard Studios in Buckinghamshire. Ebenfalls wird ein neues Plattenlabel ins Leben gerufen: Bonair Records, während Maze Records sich weiterhin um die Veröffentlichungen in Kanada kümmert.

Die Zusammenarbeit mit Rupert Hine bringt eine deutliche Veränderung im Sound. Die Songs werden kompakter und knackiger. Das vielleicht deutlichste Element des neuen, frischen Saga-Sounds ist das elektronische Schlagzeug, das Steve Negus zusammen mit Simmons entwickelte, genannt Simmons Electronic Drums. Nachdem er bereits 1977 als erster Schlagzeuger die Moog Drums einsetzt, ist Negus wieder einmal richtungsweisend in Sachen Sound.

Nach Veröffentlichung des vierten Studioalbums Worlds Apart scheinen sich die Dinge für Saga zu verselbständigen. Eine Einladung nach Deutschland zur Aufzeichnung von Rockpop In Concert (mit Foreigner, Meat Loaf und Spliff) in der Dortmunder Westfalenhalle am 19. Dezember 1981 [1] vor 15.000 Zuschauern, macht Saga einem noch breiteren Publikum bekannt. Die Sendung wird von etwa 27 Millionen Fernsehzuschauern gesehen, die die Weltpremiere des Schlagzeugduells A Brief Case zwischen Steve Negus und Michael Sadler mitverfolgen können. Sadler spielt dabei auf einem elektronischen Schlagzeug, das in einen Aktenkoffer eingebaut ist.

1982 gewinnt Saga verschiedene Awards und erhält Goldene Schallplatten in Kanada und Deutschland. Nach Erscheinen des Albums in Nordamerika folgt eine ausgedehnte US-Tour als Vorband für Pat Benatar, Billy Squier und Jethro Tull. 1983 folgt die Goldene Schallplatte für Worlds Apart in USA. Worlds Apart bleibt bis heute das kommerziell erfolgreichste Album der Band.

Sagas erstes Live-Album In Transit wird im Februar 1982 in München und Kopenhagen aufgenommen. Die mobile digitale 32-Spur-Aufnahme wird vom deutschen Sound-Guru Dieter Dierks (Dierks Studios) gemacht. Das Album gilt nachweislich als das erste vollkommen digitale Rock-Live-Album auf CD. Es erscheint im August 1982 bei Polydor (Cat. No.: 800100-2 - UPC No.: 3259180010027).

Am 14. Februar 1982 ist Saga die erste kanadische Band, die hinter dem Eisernen Vorhang auftritt. Sie spielen in Budapest vor 10.000 Fans in der neuen Sportarena Sportcsarnok. Steve Negus fliegt nach England und arbeite mit Rupert Hine an zwei Alben: Chris de Burghs The Getwaway und Rupert Hines Waving Not Drowning.

Rupert Hine produziert ein weiteres Album mit Saga in den Farmyard Studios: Heads Or Tales erscheint 1983. Die Band entscheidet sich als Ort für den Auftakt der Heads Or Tales-Tour für Suhl, in der ehemaligen DDR. Das Fernsehen der DDR sendet das komplette Konzert und Interviews im Rahmen des Jugendfernsehens. Im November 1983 spielt Saga 17 Shows als Vorband für Eddie Money in USA, es ist ihre letzte große Tour in Nordamerika.

Anfang 1984, nach ausgedehnten Touren, siedelt die Band auf die Bahamas über. Dort arbeiten sie in den Compass Point Studios am nächsten Album Behaviour, das ab November in den Powerplay Studios in der Nähe von Zürich aufgenommen wird. Saga wechselt zu BMG Ariola (in Europa) und Portrait (UK und USA), Behaviour erscheint im Juli 1985. Es ist ein radikaler Wechsel im Sound und Stil zu sehen. Saga driftet in Richtung AOR und es ist das kommerziellste Album und deutlich am amerikanischen Markt orientiert; mit ihm geht eine Ära in der Bandgeschichte zu Ende.

Im Sommer 1985 spielen Saga vor 90.000 Fans bei Rock am Ring. Im November 1985 reist die Band zu Fernsehaufnahmen für Peter’s Pop Show – Extra in der Westfalenhalle nach Dortmund.

Das Jahr 1986 beginnt mit einer ausgedehnten Europatournee von Januar bis April. Die letzte Show am 2. April 1986 in Stockholm ist die Abschiedsshow für Steve Negus und Jim Gilmour. Im September gibt die Band den Ausstieg der beiden Musiker bekannt.

Während sich Steve Negus und Jim Gilmour auf ein neues Projekt, das Gilmour Negus Project (GNP) konzentrieren, das Album erscheint im September 1989, arbeiten die verbliebenen drei Bandmitglieder an ihrem ersten Album als Trio. Unter Mitwirkung von Curt Cress (Falco, Passport) am Schlagzeug wird Wildest Dreams in Los Angeles aufgenommen und wieder von Keith Olsen produziert. Das Album erscheint im September 1987. Obwohl die Single Only Time Will Tell in Kanada einen Achtungserfolg erzielt, vor allem durch die Rotation bei MTV, bleibt der Erfolg aus. Saga geht 1988 erstmals mit Gastmusikern auf Tour: Trevor Morell (Wham) am Schlagzeug und Tim Moore (Bros) am Keyboard.

In dieser Zeit wächst die Freundschaft zwischen Keith Olsen und Jim Crichton. Crichton arbeitet an interessanten Projekten, wie z. B. Ozzy Osbournes 1989 erscheinendes No Rest For The Wicket (mit Michael Sadler Backgroundvocals) und er gründet neben Olsens Goodnight LA Studio sein eigenes Sound Image Studio in Van Nuys. Dort arbeitet er mit Künstlern wie Jessica Simpson, Rickie Lee Jones, South Park, Macy Gray, Scorpions, Bruce Dickenson, Yes, Rick Springfield, Whitesnake und Survivor. In Jim Crichtons Studio werden nun fast alle folgenden Saga-Alben aufgenommen.

The Beginner’s Guide To Throwing Shapes folgt 1989 als nächstes Studioalbum, erneut mit Curt Cress am Schlagzeug. Kurz nach der Veröffentlichung engagiert die Band den Schlagzeuger Graham Lear (Santana) und den Keyboarder Richard Baker (Gino Vannelli, Santana) als Gastmusiker für die anstehende Europatournee 1990.

[Bearbeiten] Die 1990er

1990 beendet Saga die geschäftlichen Beziehungen zu Manager Clive Corcoran.

In diesem Jahr arbeiten Michael Sadler und Jim Crichton mit an Magnums Goodnight LA und No Sweats ‚No Sweat‘, 1991 unterstützt Jim Crichton Yes bei den Aufnahmen zu ihrem Union Album. Ian Crichton spielt im April in Holland bei der Night Of The Guitars, unter anderem mit Robin Trower, Jan Akkerman, Ronnie Montrose, Laurie Wisefield und Rick Derringer.

In der Band stehen die Zeichen auf „Reunion“. 1992 gibt es ein klärendes Gespräch mit Jim Gilmour und Steve Negus am runden Tisch und die Pläne für ein neues, gemeinsames Saga-Album entstehen. Wieder einmal spielt Saga 1992 bei Rock am Ring. Noch heute erzählt die Band gerne von den Momenten, als die Menge „Saga, Saga, Saga“ skandiert, während Elton John noch auf der Bühne steht. Das 1993 veröffentlichte Album The Security Of Illusion klingt, als wäre nichts geschehen und scheint eine neue Dekade mit kraftvollen Rocksongs und einfühlsamen Balladen einzuläuten.

Nicht so allerdings das 1994 erschienene nächste Album Steel Umbrellas, eine Auftragsarbeit für eine Fernsehserie namens Cobra. Die Fernsehserie wird nach wenigen Sendungen eingestellt und das Album floppt.

Michael Sadler wirkt 1994 bei Bobby Kimballs (Toto) Album Rise Up mit und singt auf dem Album von Justin Hayward & Friends ‚Classic Moody Blues Hits‘ den Titel Nights In White Satin.

1995 und 1996 folgen ausgedehnte Touren in Europa, auch Puerto Rico und Kanada werden bereist.

1995 erscheint die interaktive CD Softworks (A retrospective of Saga – past, present, and beyond) und das wohl meist-unterschätzte Werk der Band, das Konzeptalbum Generation 13. Diese Rockoper basiert auf einem Buch ‚13th Gen: Abort, Retry, Ignore, Fail?‘ von Neil Howe und William Strauss. Das Album ist eine musikalische Extravaganz, die sich des Themas verlorene Generation am Beispiel des jungen Jeremy annimmt.

Im gleichen Jahr veröffentlicht Ian Crichton sein erstes Solo-Album Welcome To The Boom Room Room mit Paul Macausland (Gesang), Paul Delong (Schlagzeug) und Pat Kilbride (Bass).

Jim Gilmour veröffentlicht im Jahr 1996 sein erstes Soloalbum Instrumental Encounters, eine CD voll klassischer Songs.

Mit 1997 bricht das Jahr des 20 jährigen Bestehens der Band an. Zum Tourstart der 20th Anniversary Tour im April erscheint das nächste Studioalbum‚ Pleasure & The Pain‘, unter anderem mit einem Cover des George Harrison-Songs Taxman. Steve Negus kann das Album aus Termingründen nicht einspielen und wird von Glen Sobel vertreten. Michael Sadler und Jim Gilmour werden gesanglich von Thomas Korge unterstützt. Das Album findet allerdings kaum Gefallen bei den Fans.

Die „Geburtstagsshow“ am 13. Juni 1997 wird in Offenbach mit einer Torte auf der Bühne gefeiert, erfüllt aber keineswegs die Erwartungen, die ein solcher Tag hervorruft.

Ein sehr erfreuliches Ereignis 1997 ist dagegen die Veröffentlichung des Albums Phase One, eigentlich eine Limited Edition, die am Merchandisestand verkauft wurde, aber nun nachgepresst und mit einem Bonustrack, einer Live-Version von You’re Not Alone angeboten wird. Es beinhaltet einige Demo-Aufnahmen und vorher nie veröffentlichte Versionen des 1979er-Albums Images At Twilight. Ian Crichton veröffentlicht sein zweites Solo-Album Ghettos by Design. Saga wechseln zu einer neuen Plattenfirma: SPV.

Die 20th Anniversary Tour wird mitgeschnitten und 1998 auf dem Doppel-Live-Album Detours veröffentlicht. In diesem Jahr erscheint auch Michael Sadlers Solo-Album Back Where You Belong, das ausschließlich über das Internet zu beziehen ist und er singt beim ‚Festival der Lilie‘ des SV Darmstadt 98.

Nach Steel Umbrellas und Pleasure & The Pain zittern die Fans, wie das nächste Album wohl ausfallen wird, aber in den nächsten Jahren erscheinen zwei Alben im Original-Saga-Sound: 1999 Full Circle und House Of Cards 2001.

[Bearbeiten] Die Jahrtausendwende

In den Jahren 1999 bis 2001 folgen weitere ausgedehnte Europatourneen, 1999 erscheint Ian Crichton auf Any Days Nows Album Millenium, 2000 wirkt er bei Asias Aura mit.

Im März 2001 veröffentlicht Rudi Buttas (Pur) sein Soloalbum R.U.D.Y.'s Journey mit Michael Sadler als Gastsänger. Sadler ist 2001 auch auf Sheelas Album Straight Hearted Ones zu hören, außerdem singt er die offizielle Hymne der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 in Deutschland.

Während der House Of Cards Tour 2001 erleidet Michael Sadler diverse Zusammenbrüche und fällt fast ins Koma – ein Resultat seiner Alkoholkrankheit. Im Mai 2002 begibt er sich in klinische Behandlung. Zum einzigen Konzert 2002 in Deutschland, im Juni 2002 auf dem Bonner Museumsplatz anlässlich des 25. Bandbestehens, begleitet ihn seine Frau, danach kehrt er wieder in die Klinik zurück. Das Konzert wird gefilmt und mit dem Titel All Areas – Live in Bonn im Dezember 2004 auf DVD veröffentlicht, leider verliert die DVD durch die schlechte Produktion viel an Atmosphäre.

Im August 2002 spielt Saga nur drei Shows in Kanada und eine Show im Oktober in Puerto Rico. Steve Negus arbeitet 2002 an den Remasters der gesamten Saga-LPs (außer Wildest Dreams, deren Rechte immer noch bei Warner liegen). Die Band schreibt in der zweiten Hälfte des Jahres das nächste Studioalbum Marathon, was Anfang 2003 veröffentlicht wird. Es ist das erste Saga-Album, das nicht als Gemeinschaftswerk entsteht, die Daten werden via Internet zu den anderen Bandmitgliedern geschickt.

Während der Europatour 2003 wird im März die erste Saga-DVD Silhouette veröffentlicht.

Am 20. Juni 2003 erklärt Steve Negus in einem offenen Brief auf seiner Webseite seinen Ausstieg bei Saga. Er kündigt die Show in Hamilton, Ontario am 12. Juli 2003 als seinen letzten Auftritt mit der Band an.

Saga sucht einen neuen Schlagzeuger und finden ihn im August 2003 mit Christian Simpson (David Usher, Edwin, Micro Maureen). Er ist beteiligt am nächsten Album Network, das wieder in althergebrachter Weise entsteht – im Beisein der ganzen Band – und im September 2004 erscheint. Michael Sadler veröffentlicht sein zweites Solo-Album Clear im September 2004.

Zwischenzeitlich wird im Dezember 2003 die DVD Marathon World Tour 2003 – The Official Bootleg veröffentlicht, ein Livemitschnitt der Show in Stuttgart. Die DVD ist nur am Merchandisestand erhältlich.

2005 entpuppt sich als schwieriges Jahr für Saga. Die Band trennt sich nach verschiedenen Differenzen von ihrem langjährigen Manager Michael Ellis und im September wird klar, dass Christian Simpson aufgrund einer Dystonie, die seinen linken Arm betrifft, nach der Sommertour nicht weiter Schlagzeug spielen kann. Wieder ist die Band auf der Suche nach einem Schlagzeuger. Glücklicherweise dauert es nicht lange, bis ein passender Nachfolger gefunden ist. Brian Doerner (Helix) gibt im Oktober 2005 sein Debüt bei Saga während einer Live-Aufzeichnung im kanadischen Fernsehen, ein paar Tage später gefolgt von einem Auftritt bei der Sat.1-Produktion Hitgiganten in Berlin. Eine kurze Herbsttour wird genutzt, um in Pratteln, Schweiz das komplette Album Worlds Apart als DVD aufzunehmen; es erscheint im April 2007 unter dem Titel ‚Worlds Apart Revisited‘. Interimsweise übernehmen Geoff Kent und Mike Filsinger das Band-Management. Im November 2005 erscheint Jim Gilmours zweites Solo-Album Great Escape.

Kurz nachdem Brian Doerner seinen Platz hinter dem Schlagzeug bei Saga einnimmt, beginnt die Band ein neues Album zu schreiben. Es soll wieder, wie früher, in Kanada entstehen. Die Band entscheidet sich für die Metalworks Studios, deren Manager Paul Gross ist. Und so schließt sich der Kreis zum Beginn der Saga. Das Album Trust hat viele starke Saga-Elemente und erreicht im April 2006 bei Veröffentlichung Platz 23 der Deutschen Albumcharts. Trust ist das erste Album bei dem neuen Label InsideOut Music. Nach einer ausgedehnten Europatour 2006 im Sommer, fällt Brian Doerner für die Dezember-Termine aufgrund einer Rückenerkrankung aus, Steve Negus springt kurzfristig ein.

2007, das Jahr des 30. Bandjubiläums, bricht an und verspricht turbulent zu werden. Im Sommer spielt die Band einige Festivals in Deutschland und Norwegen, gefolgt von Shows in Puerto Rico und Kanada, um dann zu einer ausgedehnten Europatour aufzubrechen.

Brian Doerner erleidet nach einer der Sommershows in Kanada einen Herzanfall und wird danach erneut von Steve Negus in Kanada und von Chris Sutherland (Kim Mitchell Band) auf Tour in Europa vertreten. Bereits im Januar 2007 erklärt Michael Sadler, dass er die Band Ende des Jahres verlassen wird; die 30th Anniversary Tour wird damit auch zu Michael Sadlers Abschiedstour. Im Gepäck hat Saga das neue Studioalbum 10.000 Days, eine Rückschau auf die letzten 30 Jahre der Band. Sadlers letzte Show in Deutschland ist am 5. Dezember 2007 in München, das Ereignis wird auf Doppel-DVD mit dem Titel Contact – Live in Munich im März 2009 veröffentlicht. Michael Sadler steht mit Saga am 9. Dezember 2007 in Puerto Rico zum letzten Mal auf der Bühne.

Im Januar 2008 erscheint die erste Saga-Biografie So Good, So Far – Saga The Biography in Buchform, geschrieben von Edwin Ammerlaan.

Für die Suche nach einem neuen Sänger nutzt Saga das Internet und bittet um Videobewerbungen. Fündig werden sie in Toronto. Den Platz am Mikrofon nimmt Rob Moratti (Final Frontier) ein. Seine erste Show mit Saga ist am 20. Juni 2008 in Mount Forest, Ontario. Das neue Studioalbum The Human Condition ist Morattis erste CD mit Saga. Brian Doerner hat die Aufnahmen dazu mit der Band fertiggestellt, kann aber aufgrund seiner Herzerkrankung 2009 nicht auf Tour gehen und wird wieder von Chris Sutherland vertreten.

Bis heute hat Saga mehr als 8 Millionen Tonträger verkauft.

Im Lauf der Zeit tourte Saga in 20 Ländern Nord- und Südamerikas und Europas. Über 800 Shows sind dokumentiert.

[Bearbeiten] The Chapters

Die Geschichte hinter den Chapters entsteht, als Jim Crichton Ende der 1970er Jahre einen Artikel in einer Zeitschrift liest, in dem berichtet wird, dass Albert Einsteins Gehirn konserviert wurde und zu Studienzwecken im Smithsonian Institute aufbewahrt wird. Zu dieser Zeit wird viel über Atomkriege und den Kalten Krieg gesprochen und das Jahrzehnt der Star Wars Filme bricht an.

Es fällt die Entscheidung, eine Geschichte in Kapiteln zu erzählen und diese auf vier Alben zu verteilen, wie ein Puzzle (Die Band meint ironisch, es ist eine Absicherung, dass auch wirklich vier Alben aufgenommen werden). Diese Geschichte ist zumindest teilweise ein Grund, die Band Saga zu nennen.

Im Laufe der Jahre wird viel interpretiert und spekuliert, Jim Crichton gibt jedoch nie die ganze Geschichte hinter den Chapters preis. Er spricht von der Idee, dass Außerirdische das Leben auf der Erde beobachten und eine gewisse Selbstzerstörung der Erdenbewohner feststellen müssen. So entscheiden sie, jemanden auf die Erde zu bringen, um die Erde und ihre Bewohner wieder auf den richtigen Kurs zu bringen. Schnell stellen sie fest, dass die einzige Person für diesen Auftrag Einstein ist. Der Plan ist, ihm einen Körper zu geben (zu sehen auf dem Cover des ersten Saga-Albums), der es ihm möglich macht, ins Leben zurückzukehren und das zu tun, was nötig ist, um die Erde zu retten. Im ersten Kapitel sehen wir Einstein als alten Mann am Rande des Wahnsinns, vergeblich versuchend einen Sinn in seinem Leben zu sehen. Er malt auf dem Bürgersteig Bilder von Personen und Dingen, die auf seinen Lebensweg Einfluss hatten. Der Regen, der die Bilder wegwäscht, steht für Einsteins Tod.

Jim Crichton, Los Angeles 1995 (veröffentlicht auf der Interaktiven CD Softworks)


  • Chapter 1: Images (Images at Twilight, 1979)
  • Chapter 2: Don’t Be Late (Silent Knight, 1980)
  • Chapter 3: It’s Time! (Images at Twilight, 1979)
  • Chapter 4: Will It Be You? (Saga, 1978)
  • Chapter 5: No Regrets (Worlds Apart, 1981)
  • Chapter 6: Tired World (Saga, 1978)
  • Chapter 7: Too Much To Lose (Silent Knight, 1980)
  • Chapter 8: No Stranger (Worlds Apart, 1981)
  • Chapter 9: Remember When? (Full Circle, 1999)
  • Chapter 10: Not This Way (Full Circle, 1999)
  • Chapter 11: Ashes To Ashes (House of Cards, 2001)
  • Chapter 12: You Know I Know (Marathon, 2003)
  • Chapter 13: Uncle Albert’s Eyes (Full Circle, 1999)
  • Chapter 14: Streets of Gold (Marathon, 2003)
  • Chapter 15: We’ll Meet Again (House of Cards, 2001)
  • Chapter 16: Worlds Apart (Marathon, 2003)

[Bearbeiten] Diskografie

[Bearbeiten] Studioalben

  • 1978: Saga
  • 1979: Images at Twilight
  • 1980: Silent Knight
  • 1981: Worlds Apart
  • 1983: Heads or Tales
  • 1985: Behaviour
  • 1987: Wildest Dreams
  • 1989: The Beginner’s Guide to Throwing Shapes
  • 1993: The Security of Illusion
  • 1994: Steel Umbrellas
  • 1995: Generation 13 (Konzeptalbum)
  • 1997: Pleasure & The Pain
  • 1998: Phase One
  • 1999: Full Circle
  • 2001: House of Cards
  • 2003: Marathon
  • 2004: Network
  • 2006: Trust
  • 2007: 10.000 Days
  • 2009: The Human Condition

[Bearbeiten] Livealben

  • 1982: In Transit – Live
  • 1998: Detours – Live (Aufnahme von 1997 anlässlich des 20. Jubiläums)
  • 2007: Worlds Apart Revisited (Live DCD + Worlds Apart komplett live in Pratteln)
  • 2005: Chapters Live (Aufnahmen von 2003, Konzept-Doppelalbum)
  • 2009: Contact – Live in Munich (Aufnahme von 2007; Abschiedskonzert von Michael Sadler, DCD )

[Bearbeiten] Kompilationen

  • 1986: Time’s Up
  • 1991: The Works
  • 1992: Wind Him Up – Best (1978–87, Label: Zounds, alle Titel digital remastered)
  • 1993: All the Best
  • 1994: The Very Best Of
  • 1994: Defining Moments
  • 1995: Wildest Dreams
  • 1997: How Do I Look
  • 2006: Remember When – The Very Best of Saga

[Bearbeiten] DVDs

  • 2003: Silhouette (In Deutschland & Schweiz erschienen)
  • 2003: Marathon World Tour 2003 (nur in Kanada erschienen)
  • 2004: All Areas – Live in Bonn (In Schweiz & Deutschland erschienen)
  • 2007: Worlds Apart Revisited (DDVD Live in Pratteln 2005 + das komplette Album Worlds Apart live)
  • 2009: Contact – Live in Munich (DDVD Live in München 5. Dez. 2007; Letztes Konzert mit Michael Sadler)

[Bearbeiten] Sonstiges

  • 1995: Softworks – An Interactive Anthology (Adventure-Game zur Bandgeschichte)

[Bearbeiten] Chartplatzierungen

[Bearbeiten] Singles

Jahr Single Charts-Platzierungen Album
CAN D USA
1978 How Long k.A. k.A. k.A. Saga
1979 Mouse in a Maze k.A. k.A. k.A. Images at Twilight
1980 Slow Motion k.A. k.A. k.A. Images at Twilight
1980 Careful Where You Step k.A. k.A. k.A. Silent Knight
1981 Wind Him Up 22 45 - Worlds Apart
1982 On the Loose - 26 26 Worlds Apart
1983 Wind Him Up - - 64 Worlds Apart
1983 The Flyer - - 79 Heads or Tales
1984 Scratching The Surface 45 - - Heads or Tales
1984 It’s Time 84 - - Images at Twilight
1985 What Do I Know? - 65 - Behaviour

[Bearbeiten] Alben

Jahr Alben Charts-Platzierungen
A CH D N S USA
1978 Saga - - - - 33 -
1979 Images at Twilight ? ? ? ? ? ?
1980 Silent Knight - - - 15 42 -
1981 Worlds Apart - - 9 5 33 29
1982 In Transit - - 3 13 27 -
1983 Heads or Tales - 4 3 4 4 92
1985 Behaviour 29 3 2 6 4 87
1987 Wildest Dreams - 17 18 11 8 -
1992 The Works (2 CD) - - 76 - - -
1993 The Security of Illusion - 38 46 - 41 -
1994 Steel Umbrellas - 39 65 - 29 -
1995 Generation 13 - 49 89 - - -
1997 Pleasure and the Pain - - 93 - - -
1999 Full Circle - - 44 - - -
2001 House of Cards - 100 34 - - -
2003 Marathon - - 40 - - -
2004 Network - - 78 - - -
2006 Trust - - 23 - 37 -
2007 Worlds Apart Revisited - - 97 - - -
2007 10.000 Days - - 78 - - -
2009 Contact - - 80 - - -
2009 The Human Condition - - 91 - - -

[Bearbeiten] Quellenangaben für die Charts

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rockpop in Concert
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