Sagaredscho

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Sagaredscho
საგარეჯო
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: Kachetien
Munizipalität: Sagaredscho
Koordinaten: 41° 44′ N, 45° 20′ O41.737545.325750Koordinaten: 41° 44′ N, 45° 20′ O
Höhe: 750 m. ü. M.
 
Einwohner: 11.500 (2009)
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
 
Gemeindeart: Stadt
Sagaredscho (Georgien)
Sagaredscho
Sagaredscho
Der Ziwi (1991 m) unweit Sagaredscho

Sagaredscho (georgisch საგარეჯო) ist eine Stadt im Osten Georgiens, in der Region Kachetien.

Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Munizipalität Sagaredscho und hat etwa 11.500 Einwohner (2009).[1]

Lage[Bearbeiten]

Sagaredscho liegt knapp 50 Kilometer Luftlinie östlich der Landeshauptstadt Tiflis und 25 Kilometer südwestlich der Regionshauptstadt Telawi am südwestlichen Fuße des Gombori-Kamms (georgisch გომბორის ქედი, Gomboris Kedi), der quer durch Kachetien verläuft und der sich zwischen dem weiten Tal des Alasani im Nordosten und dem sich südwestlich erstreckenden vom Iori durchflossenen mittelgebirgsartigen Iori-Hochland erstreckt. Etwa zehn Kilometer nördlich von Sagaredscho erreicht der Gombori-Gebirgszug mit dem Ziwi seine größte Höhe von 1991 m. Vom linken Ufer des Iori ist das Stadtzentrum gut vier Kilometer entfernt.

In der Munizipalität ist der Bevölkerungsanteil an Aserbaidschanern mit 31,9 % relativ hoch.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals im 11. Jahrhundert unter dem Namen Twali erwähnt und wird traditionell als Hauptort des historischen Gebietes Außerkachetien (Gare Kacheti) angesehen. Später gehörte er dem weiter südlich gelegenen georgisch-orthodoxen Kloster Dawit Garedscha, worauf er den heutigen Namen erhielt (etwa „von Garedscha“).

In der sowjetischen Periode wurde Sagaredscho Verwaltungszentrum eines gleichnamigen Rajons mit dem Status eines Selo, bevor 1962 die Stadtrechte verliehen wurden.[3]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1959 8.074
1970 9.985
1979 11.661
1989 14.563
2002 11.920
2009 11.500

Anmerkung: 1959–2002 Volkszählungsdaten, 2009 Berechnung

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Sagaredscho als Sitz einer der Eparchien der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche befinden sich mehrere alte Kirchen. Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.

Von der Stadt führt eine zwölf Kilometer lange, serpentinenreiche Straße zum in über 1600 m Höhe gelegenen Erholungs- und Luftkurort Koda (auch Ziwi-Koda).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Sagaredscho gibt es Betriebe der Lebensmittelindustrie (Wein, Konserven, Molkereiprodukte) sowie der Baumaterialienwirtschaft.

Die Stadt liegt an der 1915 eröffneten und auf diesem Abschnitt 1964 mit 3000 Volt Gleichstrom elektrifizierten[4] Eisenbahnstrecke von Tiflis nach Telawi (Streckenkilometer 48; Bahnhof in einem Ortsteil vier Kilometer südöstlich des Stadtzentrums). Südlich wird Sagaredscho von der Fernstraße S5 umgangen, die Tiflis weiter über Znori mit der aserbaidschanischen Grenze bei Lagodechi verbindet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistical Yearbook of Georgia 2009 (ZIP; 1,1 MB) (englisch, georgisch)
  2. Verteilung der Ethnien nach Verwaltungseinheit, Ergebnisse der Volkszählung 2002 (englisch)
  3. Artikel Sagaredscho in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  4.  G. Afonina: Kratkie svedenija o razvitii otečestvennych železnych dorog s 1838 po 1990 g.. MPS, Moskau 1995 (Kurze Angaben zur Entwicklung der vaterländischen Eisenbahnen von 1838 bis 1990; russisch).