Sailor (Band)

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Dieser Artikel behandelt die britische Band Sailor, für den gleichnamigen australischen Sportler siehe Wendell Sailor.
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Trouble
  AT 5 15.06.1976 (16 Wo.)
Singles
A Glass of Champagne
  DE 3 xx.xx.1976 (… Wo.)
  AT 8 15.04.1976 (20 Wo.)
  CH 3 12.03.1976 (15 Wo.)
  UK 2 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Girls, Girls, Girls
  DE 2 xx.xx.1976 (… Wo.)
  AT 3 15.05.1976 (24 Wo.)
  CH 2 23.04.1976 (19 Wo.)
  UK 7 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Stiletto Heels
  DE 12 xx.xx.1976 (… Wo.)
  CH 11 05.11.1976 (6 Wo.)
One Drink Too Many
  DE 22 xx.xx.1977 (… Wo.)
  AT 21 15.04.1977 (4 Wo.)
  UK 35 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Down by the Docks
  DE 24 xx.xx.1977 (… Wo.)
Give Me Shakespeare
  AT 21 15.12.1978 (4 Wo.)
The Secretary
  DE 33 xx.xx.1990 (… Wo.)
La Cumbia
  DE 25 xx.xx.1991 (… Wo.)
  AT 24 22.09.1991 (4 Wo.)
Latino Lover
  DE 61 xx.xx.1992 (… Wo.)

Sailor ist eine britische Pop-Band, die 1973 gegründet wurde. Ihre größten Hits sind A Glass of Champagne und Girls, Girls, Girls aus den 1970er Jahren.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Zunächst spielten der in Norwegen geborene Georg Kajanus (* 9. Februar 1946) und Phil Pickett (* 19. November 1946) gemeinsam in der Hausband des Pariser Clubs Café de Matelot. Die Gruppe trat auf Wunsch des Club-Inhabers in Seemannskostümen auf, weil ihm ein Matrose einst das Leben gerettet hatte.[1] Als der Club Anfang der 1970er abbrannte, zogen beide nach London, wo sie gemeinsam mit Keyboarder Henry Marsh (* 8. Dezember 1948) und Drummer Grant Serpell (* 9. Februar 1944) die Band Sailor gründeten. Ihre ersten Auftritte hatte die Band 1974. Zunächst ging Sailor mit Kiki Dee und Cockney Rebel auf Tour. Das erste Album Sailor und die Single Traffic Jam erreichten in den Niederlanden sofort Gold-Status.

Erfolge[Bearbeiten]

1976 gelang Sailor mit A Glass of Champagne der internationale Durchbruch; die Single erreichte Platz 2 der britischen und Platz 3 der deutschen Charts. Im selben Jahr folgte Girls Girls Girls, das Platz 2 der deutschen Charts und die Top Ten in Großbritannien erreichte.[2] Beides waren Auskopplungen aus dem Album Trouble. In Deutschland blieben diese beiden Songs die einzigen Top-Ten-Erfolge, lediglich Stiletto Heels, ebenfalls aus dem Jahr 1976 erreichte noch Platz 12 der Charts. 1977 erschienen One Drink Too Many und Down by the Docks, die sich in Deutschland in den Top 20 platzieren konnten.

Comeback[Bearbeiten]

1979 trennte sich die Band. Anfang der 1990er Jahre startete sie ein Comeback; die Songs The Secretary und La Cumbia erreichten in Deutschland die Top 40. Ende 1995 verließ Georg Kajanus die Band. An seine Stelle als Sänger trat Peter Lincoln, der vorher unter anderem bei Shakin’ Stevens und Cliff Richard gesungen hatte. 1999 verließ dann auch Henry Marsh die Band. Er wurde zuerst von Anthony England, später durch Rob Alderton ersetzt.

Im November 2002 wurde eine Live-DVD Pirate Copy – Sailor Live in Concert aufgenommen. Mitte 2005 kehrte Henry Marsh zur Band zurück. Im Frühjahr 2006 erschien das Album Buried Treasure mit alten Sailor-Aufnahmen. Im September 2006 verließ Sänger Peter Lincoln die Band, um zu Andy Scotts The Sweet zu wechseln. Von Oktober 2006 bis April 2009 sang Oliver Marsh, der Sohn von Gründungsmitglied Henry Marsh, in der Band. Er wurde für zwei Jahre durch Nick Parvin ersetzt, kehrte im Mai 2011 jedoch ebenso wie sein älterer Bruder Thomas Marsh zur Band zurück, der den Originaldrummer Grant Serpell ersetzt, der sich Anfang 2011 aus dem Geschäft zurückzog.

Musik[Bearbeiten]

Auf ihren ersten drei Alben (Sailor, 1974, Trouble, 1975 und The Third Step, 1976) präsentierten Sailor ein Konzept, bei dem der Bandname Programm war: Die Texte kreisten um das Leben als Seefahrer, und die Musik war geprägt von Einflüssen aus unterschiedlichsten Ländern und Epochen. Sailor verwendeten lateinamerikanische Rhythmen (Out of Money), Walzertakt (The Old Nickelodeon Sound) und Stilelemente, die an die Zwanziger Jahre erinnerten (Two Ladies on the Corner).

Georg Kajanus’ Leadstimme wechselte sich häufig mit mehrstimmigen Vokalpassagen ab (Girls, Girls, Girls). Prägend für den Stil von Sailor war außerdem, dass sie neben Klavier, akustischen Gitarren und Synthesizersounds (insbesondere für den Bass) zahlreiche popuntypische Instrumente wie Honkytonk-Klavier, Glockenspiel, Akkordeon, Harfe, Marimba, Hackbrett und Autoharp verwendeten.

Auf den späteren Platten Checkpoint (1977) und Hideaway (1978) vollzogen Sailor eine inhaltliche wie musikalische Abwendung vom bisherigen Konzept: Es flossen vermehrt aktuelle Pop-Elemente in ihre Musik ein, wie etwa Disco (Down by the Docks) und New Wave (Give Me Shakespeare). Außerdem kamen in den inzwischen nicht mehr nur von Georg Kajanus verfassten Songs erstmals auch elektrische Gitarren zum Einsatz.

Um ihre Arrangements auch bei Konzerten mit nur vier Musikern realisieren zu können, entwickelten Sailor das „Nickelodeon“, das wie zwei Rücken an Rücken gestellte Klaviere aussah. Das Instrument ist laut Bandmitglied Henry Marsh eine „maßgeschneiderte Allround-Maschine, die zwei sich gegenüberliegende Pianos, zwei Synthesizer, Mini-Orgeln und Glockenspiele beinhaltet, alles mechanisch miteinander verbunden und untergebracht in einem Holzrahmen“. Sailors Nickelodeon ist nicht identisch mit dem ebenfalls so genannten Pianola.

Soloprojekte[Bearbeiten]

Georg Kajanus veröffentlichte in den 1980ern drei Alben mit der Popband DATA, in den 1990ern ein Album mit NOIR sowie ein Soloalbum; Henry Marsh komponierte Musik fürs Fernsehen; Grant Serpell unterrichtete Chemie; Phil Pickett schloss sich Culture Club an und war Co-Autor von deren weltweiten Hits Karma Chameleon und It’s a Miracle.

Diskographie (Auszug)[Bearbeiten]

Alben

  • 1974: Sailor
  • 1975: Trouble
  • 1976: The Third Step
  • 1977: Checkpoint
  • 1978: Hideaway
  • 1980: Dressed for Drowning
  • 1991: Sailor
  • 1992: Street Lamp
  • 2002: Live in Berlin
  • 2003: A Glass of Champagne
  • 2003: Live Pirate Copy (DVD)
  • 2005: Sailor Live
  • 2006: Sailor: Buried Treasure (2 CDs)
  • 2006: A Glass of Champagne – Live

Auszeichnungen[Bearbeiten]

RSH-Gold

  • 1992: in der Kategorie „Comeback des Jahres“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.capitalmusic.de/sailor/
  2. Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Bilanz. Deutsche Chart Singles 1956-1980. Hamburg: Taurus Press, 1990, S. 179

Weblinks[Bearbeiten]