Saint-Guilhem-le-Désert

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Saint-Guilhem-le-Désert
Wappen von Saint-Guilhem-le-Désert
Saint-Guilhem-le-Désert (Frankreich)
Saint-Guilhem-le-Désert
Region Languedoc-Roussillon
Département Hérault
Arrondissement Lodève
Kanton Aniane
Gemeindeverband Communauté de communes Vallée de l’Hérault.
Koordinaten 43° 44′ N, 3° 33′ O43.7338888888893.5497222222222120Koordinaten: 43° 44′ N, 3° 33′ O
Höhe 54–812 m
Fläche 38,64 km²
Einwohner 265 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km²
Postleitzahl 34150
INSEE-Code
.

Saint-Guilhem-le-Désert ist eine französische Gemeinde mit 265 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Hérault in der Region Languedoc-Roussillon. Sie gehört zum Arrondissement Lodève und zum Kanton Aniane.

Heute ist das Dorf mit seinem Kloster und der Pont du Diable (Teufelsbrücke) in der nahe gelegenen Gemeinde Saint-Jean-de-Fos eine große Touristenattraktion. Es ist als eines der Plus beaux villages de France (schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert.[1].

Geografie[Bearbeiten]

Der mittelalterliche Ort liegt im Tal des Verdus, der ganz in der Nähe in den Fluss Hérault mündet. Der Hérault bildet dort eine enge Gorge (Schlucht), die unter dem Namen Gorges de l’Hérault bekannt ist. Die nächste größere Stadt ist Montpellier, das etwa 40 km südöstlich des Dorfes liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der mittelalterliche Ort, der am Pilgerweg nach Santiago de Compostela liegt, ist gut erhalten geblieben. Wilhelm von Aquitanien soll hier aus Buße um das Jahr 804 das Kloster von Gellone gegründet haben. Deshalb trug die Gemeinde im Mittelalter den Namen Gellone.

Das Kloster[Bearbeiten]

Kloster von Saint-Guilhem-le-Désert

Als Erbauer gilt Herzog Wilhelm von Aquitanien und Toulouse (Guilhem de Toulouse) „Kurznase“ genannt, ein Enkel Karl Martells und erfolgreicher Militär Karls des Großen. Schon bald nach seinem Tod wurde Wilhelm hoch verehrt und sein Grab ist bis in die Gegenwart eine bedeutende Etappe der Jakobspilger auf der Via Tolosana, einem der französischen Abschnitte des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Mit der Heiligsprechung Wilhelms im Jahr 1066 und der damit einhergehenden Zunahme der Pilgerströme zu seinem Grab wurde Gellone unter seinem neuen Namen „Saint-Guilhem-le-Désert“ bekannt.

Seit 1998 ist es als Teil des Weltkulturerbe der UNESCOJakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet.

Eine tragische Geschichte hat das Kloster am Ende des 19. Jahrhunderts erfahren. Mit Geldern von John D. Rockefeller II. wurde ein großer Teil des Kreuzgangs demontiert und später im New Yorker Museum The Cloisters mit Originalen anderer europäischer Kloster vermischt wieder aufgebaut. Daher ist der entstandene Schaden besonders groß. Aber auch das Archäologische Museum in Montpellier und weitere private Sammler hatten Zugriff auf dieses Kulturgut. Noch heute sind die Verluste deutlich erkennbar.

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saint-Guilhem-le-Désert auf Les plus Beaux Villages de France (französisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bildergalerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien