Saint-Lô

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saint-Lô (Begriffsklärung) aufgeführt.
Saint-Lô
Wappen von Saint-Lô
Saint-Lô (Frankreich)
Saint-Lô
Region Basse-Normandie
Département Manche
Arrondissement Saint-Lô
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Koordinaten 49° 7′ N, 1° 6′ W49.114444444444-1.091666666666727Koordinaten: 49° 7′ N, 1° 6′ W
Höhe 7–134 m
Fläche 23,19 km²
Einwohner 18.874 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 814 Einw./km²
Postleitzahl 50000
INSEE-Code
Website http://www.saint-lo.fr/

Saint-Lô, manchmal auch als Saint Laud notiert, ist eine französische Stadt und Präfektur des Départements Manche in der Region Basse-Normandie. Sie hat 18.874 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Arrondissements. Sie liegt auf der Halbinsel Cotentin.

Geschichte[Bearbeiten]

Rathaus von Saint-Lô

Der geschichtsträchtige Ort nannte sich in römisch-gallischer Zeit zunächst Briovère oder auch Briovera, was in keltischer Sprache etwa Brücke über die Vire bedeutet. Im Jahre 56 v. Chr. besetzten die Römer unter dem Heerführer Cäsars Quintus Titurius Sabinus im Zuge des Kampfes gegen den gallischen Stamm der Veneller den Ort. Im 6. Jahrhundert erhielt er die Bezeichnung Saint Laud nach dem Namen eines Bischofs von Coutances namens Laudo oder Laudus (Liste der Bischöfe von Coutances), der hier seine Residenz nahm und dessen Grab einige Zeit als Pilgerstätte diente.

Zerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlacht um Saint-Lô

Als am 6. Juni 1944 der D-Day begann, musste nach Ansicht der Alliierten Saint-Lô, die als eine Schlüsselstadt der deutschen Armee galt, zerstört werden. Der Flugblattabwurf durch Lufteinheiten zur Warnung der Bevölkerung gelang nicht. In der Nacht vom 6. auf den 7. Juni wurde die Stadt durch Bomber fast total zerstört. Erst am 29. Juni griff der US-amerikanische Major Howie mit der 29. US-Division, deren Vordringen durch das umliegende unwegsame Gelände behindert worden war, an. Bis zum 24. Juli gab es noch Straßenschlachten, dann war der Kampf um die Stadt, von der etwa 95 % zerstört war, beendet.

Vorschläge, die Stadt so zu belassen und wenige Kilometer weiter eine neue zu errichten, stießen auf Ablehnung bei Bevölkerung und Behörden. Nach und nach wurde sie wieder aufgebaut, Kriegsgefangene mussten mithelfen. Zu jener Zeit nannte man Saint-Lô „Hauptstadt der Ruinen“ (Capital of the Ruins von Samuel Beckett in einer Reportage für die BBC).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Haras national[Bearbeiten]

Haras national de Saint-Lô

Das Nationalgestüt Haras national de Saint-Lô blickt auf eine mehr als zweihundertjährige Geschichte zurück. Im Jahr 1806 von Napoleon Bonaparte durch ein kaiserliches Dekret gestiftet, wurde es zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Abtei von St. Croix (zum Heiligen Kreuz) eingerichtet. Der Grundstein für die Errichtung der Gebäude auf dem heutigen Gelände östlich des Stadtzentrums wurde im Jahr 1884 gelegt.

Durch die Bombardierung der Stadt am 6. Juni 1944 wurde auch das Gestüt zerstört. Als einen der wenigen Gebäudekomplexe rekonstruierte man das Gestüt so originalgetreu wie möglich, wobei die originalen Baupläne aus dem 19. Jahrhundert verwendet wurden.

Heute ist das Nationalgestüt ein Zentrum für Pferdewirtschaft, -sport und -zucht in der Region Basse-Normandie.

ruines de l'église Notre Dame, 1944
Restaurierte l'église Notre Dame, 2011
Saint-Lo, 2006

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Saint-Lô hat mehrere Partnerstädte:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Samuel Beckett (* 13. April 1906 in Dublin; † 22. Dezember 1989 in Paris), war ein irischer Schriftsteller. Arbeitete ab April 1945 bis zum Jahresende freiwillig als Rot-Kreuz-Helfer und Dolmetscher in einem Lazarett in Saint-Lô.

Weblinks[Bearbeiten]