Saint-Malo

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Saint-Malo (Begriffsklärung) aufgeführt.
Saint-Malo (Sant-Maloù)
Wappen von Saint-Malo
Saint-Malo (Frankreich)
Saint-Malo
Region Bretagne
Département Ille-et-Vilaine
Arrondissement Saint-Malo (Unterpräfektur)
Kanton Hauptort von 2 Kantonen Saint-Malo-Nord & Saint-Malo-Sud
Gemeindeverband Communauté d’agglomération du Pays de Saint-Malo.
Koordinaten 48° 39′ N, 2° 1′ W48.647222222222-2.00888888888895Koordinaten: 48° 39′ N, 2° 1′ W
Höhe 0–51 m
Fläche 36,58 km²
Einwohner 45.201 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.236 Einw./km²
Postleitzahl 35400
INSEE-Code
Website http://www.ville-saint-malo.fr/

Altstadt (links) und Hafenanlagen von Saint-Malo

Saint-Malo (bretonisch Sant-Maloù) ist eine Stadt mit 45.201 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in der Bretagne im Nordwesten Frankreichs im Département Ille-et-Vilaine. Aufgrund ihres historischen Stadtkerns und ihrer Festungsanlagen ist sie einer der meistbesuchten Touristenorte Frankreichs.

Geografie[Bearbeiten]

Sicht auf Saint-Malo bei Ebbe

Saint-Malo liegt an der Côte d'Émeraude (deutsch: Smaragd-Küste) im Norden der Bretagne an der Mündung des Flusses Rance gegenüber dem Badeort Dinard. Der historische Stadtkern intra muros (innerhalb der Stadtmauern) macht etwa 20 % der Gesamtfläche der Stadt aus und wird von drei Seiten vom Wasser umspült.

In der Bucht von Saint-Malo kann man einen der größten Gezeitenunterschiede Europas bestaunen: bis zwölf Meter Differenz zwischen Niedrigwasser und Hochwasser. Drei der vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petit Bé sowie das Fort National (Festungsbau durch Vauban 1689) sind daher bei Niedrigwasser zu Fuß erreichbar. In der Flussmündung der Rance befindet sich das bis 2011 größte Gezeitenkraftwerk der Welt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Rot unten ein goldenes Flechtgitter und oben ein silberner laufender Hermelin mit fliehendem Tuch am goldenem Halsband.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick von der Stadtfestung auf das Fort National

Ursprung der Stadt war die gallo-römische Siedlung Aleth, die auf einer Halbinsel dem heutigen Stadtteil St. Servan vorgelagert war. Lange schützte die strategisch günstige Lage die Bewohner vor Eindringlingen. Im 6. Jahrhundert begann der walisische Mönch Machutus, auch Maclou oder Maclovius genannt, dessen Name im Französischen zu Malo wurde, mit der Missionierung der Einwohner. Allmählich begann die Siedlung zu wachsen und sich auf das benachbarte Festland auszudehnen. Der Schutzheilige und damit Namensgeber des neuen Stadtteiles wurde der Heilige Servan. Im 12. Jahrhundert verstärkte sich der Druck auf die Siedlung durch Überfälle der Normannen immer mehr. Die nördlich gelegene Insel, heute "Intra muros", schien den nötigen Schutz zu bieten. 1142 siedelte auch der Bischof auf die Insel und errichtete dort eine Kathedrale (Saint-Vincent). In den folgenden Jahren begann der Bau einer mächtigen Wehrmauer, die der Stadt, jetzt Saint-Malo genannt, lange Zeit Sicherheit und Unabhängigkeit bot.

Ihre Blütezeit erreichte die Stadt im 16. Jahrhundert. Durch Fischfang und Handel erlangte Saint-Malo Wohlstand. 1590 wurde gar eine eigene Republik ausgerufen. Diese war Grundlage für das Selbstbewusstsein der Bewohner, die sich "Malouinen" (frz. malouins) nannten. Gefürchtet war Saint-Malo bei holländischen und englischen Handelsschiffen, war die Stadt doch die Heimat wilder Korsaren, allen voran Robert Surcouf, der mit seinem schnellen und wendigen Schiff „Renard“ (Fuchs) auf Beutezug ging. Er war dabei so erfolgreich, dass er sich mit 35 Jahren zur Ruhe setzen konnte.

Im August 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde Saint-Malo zu etwa 85 Prozent durch Bombardierungen zerstört, da der damalige Festungskommandant Oberst Andreas von Aulock sich weigerte zu kapitulieren. Im Gegensatz zu anderen stark zerstörten Städten bemühte sich Saint-Malo aber um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau, der auch sehr gut gelang. Man stützte sich dazu auf alte Pläne und Abbildungen der Stadt. 1967 wurden die benachbarten Orte Saint-Servan und Paramé eingemeindet.

Saint-Malo heute[Bearbeiten]

Blick in das Zentrum von Saint-Malo

Heute hat Saint-Malo etwa 54.300 Einwohner und ist neben einem Touristenort (siehe auch Rothéneuf) auch ein wichtiges Industriezentrum. Die Industriebetriebe befinden sich aber alle „extra muros“, also außerhalb der (Stadt-)Mauern. Im Wappen der Stadt befindet sich ein Hermelin, das mit dem Armenmantel über das Stadttor geht, sowie der Wahlspruch der Stadt „semper fidelis“ (sich selbst immer treu). Da die Einwohner von Saint-Malo sehr stolz auf ihre Stadt sind, lautet ihr Leitspruch: „Ni Français, ni Breton, Malouin suis“ (weder Franzose, noch Bretone, Einwohner von Saint-Malo bin ich).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1793 1856 1901 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 10.730 10.809 11.486 17.137 42.2971 45.030 46.347 48.057 50.675 52.737
Quellen: Cassini und INSEE; 1 nach dem Zusammenschluss von Saint Malo, Saint-Servan und Paramé im Jahr 1962
Saint-Malo


Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Saint-Malo pflegt Städtepartnerschaften mit Port Louis, der Hauptstadt des Inselstaates Mauritius sowie Gaspé in Québec, Kanada.

Weiteres[Bearbeiten]

1764 wurde unter französischer Herrschaft von Louis Antoine de Bougainville die erste Siedlung auf den Falklandinseln gegründet. Erste Siedler waren Seeleute und Fischer aus Saint-Malo nach diesen wurde die französische Bezeichnung der Inselgruppe – „Îles Malouines“ geschaffen. Der argentinische Name Islas Malvinas geht auf den französischen Namen zurück.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Malo – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Saint-Malo – Reiseführer