Saint-Martin-de-Crau

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Saint-Martin-de-Crau
Wappen von Saint-Martin-de-Crau
Saint-Martin-de-Crau (Frankreich)
Saint-Martin-de-Crau
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Arles-Est
Koordinaten 43° 38′ N, 4° 49′ O43.6397222222224.812777777777821Koordinaten: 43° 38′ N, 4° 49′ O
Höhe 2–447 m
Fläche 214,87 km²
Einwohner 11.371 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 53 Einw./km²
Postleitzahl 13310
INSEE-Code
Website http://www.ville-saint-martin-de-crau.fr/
Rathaus von Saint-Martin
Kirche von Saint-Martin
Festzug auf der Hauptstraße von Saint-Martin

Saint-Martin-de-Crau ist eine französische Gemeinde mit 11.371 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Bouches-du-Rhône (13) in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Arrondissement Arles und zum Kanton Arles-Est.

Geographie[Bearbeiten]

Die Kleinstadt mit gut 11.000 Einwohnern liegt in der historischen Region Provence nahe der Camargue etwa 14 Kilometer östlich der Stadt Arles und 22 Kilometer westlich von Salon-de-Provence. Sie befindet sich im Zentrum des steppenähnlichen Gebiets der Crau und ist von Weiden und Feldern umgeben. Rund 3000 Hektar des „Parc Naturel Régional des Alpilles“ befinden sich auf der Markung von Saint Martin.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Das Gebiet der Crau ist stark landwirtschaftlich geprägt. Während im nördlichen Teil an den Hängen der Alpilles Oliven- und Weinbau dominieren, herrschen in den südlichen Ebenen vor allem die Viehzucht und die Schäferei vor.

Industrie[Bearbeiten]

Die in dem Vorort „La Dynamite“ gelegene Fabrik ist schon lange stillgelegt. Neuerdings haben sich flächenintesive Betriebe wie Speditionen niedergelassen, die wenige Arbeitsplätze bieten. Innerhalb von Saint-Martin-de-Crau gibt es zwar Geschäfte des täglichen Bedarfs, aber kaum Industrie. Deshalb sind die meisten Erwerbstätigen Pendler, die in Arles, Marseille oder in der Industrieregion um die Städte Istres, Martigues und Fos-sur-Mer Arbeit finden. Etliche Einwohner Saint-Martins stammen aus Lothringen, die im Zuge der Verlagerung der Stahlindustrie an die Küste hierher zogen, um im Stahlwerk Fos zu arbeiten.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Fremdenverkehr nimmt, wie in der ganzen Crau, eine immer wichtigere Rolle ein. Das Gebiet der Crau ist aufgrund der hier zahlreich brütenden Vögel für Naturfreunde von Interesse und die an Sehenswürdigkeiten reiche Umgebung mit den historischen Städten zieht immer mehr Touristen an. Daher hat sich die Anzahl der Privatquartiere und Campingmöglichkeiten in letzter Zeit deutlich erhöht. Unangenehm sind allerdings die im Hochsommer aufkommenden Schwärme von Mücken infolge der zahllosen in der Ebene vorhandenen Tümpel. Saint-Martin-de-Crau ist als Zugangsstadt mit dem Regionalen Naturpark Alpilles assoziiert.

Verkehrsverbindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist über zwei Ausfahrten der französischen Autobahn A54 (Europastraße 80) mit den Städten Arles und Marseille verbunden. Am Ortsrand vorbei verläuft die TGV-Linie nach Marseille sowie eine Regionalbahn mit einem Bahnhof nahe dem Ort. Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen befinden sich bei Avignon und Marseille.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1968 und 1982 erfuhr der Ort einen sehr markanten Bevölkerungszuwachs.

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008
3.075 3.257 5.551 10.155 11.040 11.023 10.979

Umweltorientierte Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Vermittelt von Euronatur sind Markgröningen in Baden-Württemberg und Saint-Martin-de-Crau 1989 eine der ersten „umweltorientierten“ Städtepartnerschaften eingegangen. In beiden Kommunen gibt es große Naturschutzflächen. Außerdem war Markgröningen mit seinem Schäferlauf wie Saint-Martin mit seinem Schäferfest einst ein „Mekka“ der regionalen Schäfer. Die Stadtverwaltung Markgröningen hat für Ausflüge rund um die Partnerstadt einen „NatUrlaub“-Reiseführer herausgegeben.

Das in einer ehemaligen Schäferei in Saint-Martin untergebrachte Écomuseé in de la Crau dient auch der Koordination der Aktivitäten zum Schutz der Crau. Unterstützt von internationalen Naturschutz-Organisationen wie Euronatur schaffte es der regionale Umweltverband C.E.E.P., dass die Restbestände der Schottersteppe als „Reserve naturelle“ unter den Schutz der UNESCO gestellt wurden. Die Crau ist ein wichtiger Zwischenlandeplatz für viele Zugvögel und seltener Lebensraum für gefährdete Arten wie das Spießflughuhn, die Zwergtrappe, den Triel, den Rötelfalken oder die Perleidechse.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Megerle, Jürgen Resch: Die Crau - Steinsteppe voller Leben. Verlag Jürgen Resch, Radolfzell 1987
  • NatUrlaub rund um Saint-Martin-de-Crau. Reiseführer zur umweltorientierten Städtepartnerschaft. Hrsg.: Stadt Markgröningen (2. Aufl.), Markgröningen 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Martin-de-Crau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien