Saint-Nazaire

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Saint-Nazaire (Sant-Nazer)
Wappen von Saint-Nazaire
Saint-Nazaire (Frankreich)
Saint-Nazaire
Region Pays de la Loire
Département Loire-Atlantique
Arrondissement Saint-Nazaire
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Koordinaten 47° 17′ N, 2° 13′ W47.279444444444-2.2111Koordinaten: 47° 17′ N, 2° 13′ W
Höhe 0–47 m
Fläche 46,79 km²
Einwohner 67.097 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.434 Einw./km²
Postleitzahl 44600
INSEE-Code
Website www.mairie-saintnazaire.fr

Saint-Nazaire (bretonisch: Sant-Nazer) ist eine Gemeinde und Hafenstadt mit 67.097 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) an der Loiremündung. Sie gehört zum Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire und ist Sitz einer Unterpräfektur des Départements. Der Ortsname kann auf den heiligen Nazarius zurückgeführt werden.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In blau ein einmastiges silbernes Segelboot mit einem schwarzen Schlüssel im geblähten silbernem Rahsegel auf blauen Wellenschildfuß schwimmend und im blauen Schildhaupt mit fünf schwarzen Hermelinen ein darüber liegender goldener Schlüssel mit kreuzeingeschnittenen Bart und nach rechts zeigender Vierpassreite.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Hafen ist der viertgrößte Frankreichs und der größte französische Hafen am Atlantik. Auf der Werft Chantiers de l'Atlantique wurden große Passagierschiffe gebaut, wie die Normandie (1935), die France (1962) und die 2003 fertiggestellte Queen Mary 2. Im Mai 2013 wurde die Europa 2 durch die Schiffbaugruppe STX France Cruise SA fertiggestellt.

Nahe der Stadt befinden sich Raffinerien. Aerolia St. Nazaire ist Zulieferer für mehrere Flugzeugbauer, u. a. für das örtliche Airbus-Werk mit 2300 Beschäftigten, die das Cockpit (Sektion 11) des Airbus A380 montieren. Dies wird dort zusammen mit dem unteren Rumpfmittelstück (Sektion 15; Flügelmittelkasten) und den im Werk Hamburg-Finkenwerder vorgefertigten vorderen Sektionen 13–14 weiter vorinstalliert. Die Sektionen werden dann vom Hafen St. Nazaire aus zunächst per Schiff und später auf dem Landweg nach Toulouse gebracht, wo sie mit den anderen Sektionen zum fertigen Flugzeug zusammengesetzt werden. Außerdem werden vordere Teile der Familien A318 bis A321 sowie A330 und A340 weiter ausgerüstet, die dann mit dem Airbus Beluga (A300-600ST) geliefert und später zu den Standorten Hamburg-Finkenwerder bzw. Toulouse gebracht werden.

Bis 2015 ist geplant, u. a. vor Saint-Nazaire im Atlantik einen Offshore-Windpark zu errichten.[1]

In Saint-Nazaire hat das Rüstungsunternehmen Ateliers de Constructions Mécaniques de l'Atlantique sein Hauptquartier.

U-Boot-Bunker von Saint-Nazaire

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ließ die Kriegsmarine in Saint-Nazaire einen U-Boot-Bunker errichten. Das Trockendock „Forme Joubert" der Werft Chantiers de Penhoët war mit einer Länge von 350 m und einer Breite von 50 m groß genug, um die deutschen Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse aufzunehmen. Ende März 1942 wurde das Dock durch das britische Kommandounternehmen Operation Chariot unbrauchbar gemacht. Nach der Invasion der Alliierten wurde Saint Nazaire unter General Hans Junck von der 265. Infanteriedivision zur Festung ausgebaut. Die Westalliierten verzichteten auf eine gewaltsame Einnahme der Stadt (bei der Schlacht um Saint-Lô im Juli hatte sich gezeigt, wie verlustreich dies sein konnte). Die deutsche Besatzung ergab sich am 11. Mai 1945, drei Tage nach dem Kriegsende in Europa.

Der Hafen von Saint-Nazaire.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Saint-Nazaire-Brücke ist eine Schrägseilbrücke nahe den Werftanlagen, die mit rund 3,3 km Länge über die Loiremündung führt und mit der Gemeinde Saint-Brevin-les-Pins verbindet. Saint-Nazaire ist von Paris aus mit dem TGV erreichbar.

Saint-Nazaire le pont puis le chantier naval.JPG

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die zugehörige Küste ist die Côte d'Amour, an der auch die berühmten Seebäder La Baule und Pornichet liegen. Auf etwa 1.800 Hektar Fläche erstrecken sich in einer Landschaft aus Schlick, Zuflussrinnen und flachen Verdunstungsbecken die Salzgärten auf der Halbinsel Guérande zwischen dem Meer und dem Moor La Brière. La Brière ist ein lebendes Kulturdenkmal von 40.000 Hektar Fläche, das seit 1970 unter Naturschutz steht und Kulisse zahlreicher Filme war. Der Regionale Naturpark Brière (französisch Parc naturel régional de Brière) umfasst 18 Kommunen, darunter Saint-Nazaire. In seinen weiden- und schilfbestandenen Weiten aus Torfmoor, Feuchtwiesen und Kanälen findet sich eine außergewöhnliche Fauna.

Tourismus[Bearbeiten]

Über Saint-Nazaire verläuft die Route Bleue (Blaue Route) an der elf bedeutende prähistorische Megalithmonumente liegen. Darunter der Tumulus von Dissignac (1) nahe der Stadt und „des Mousseaux“ (9) westlich von Pornic. Unter den Dolmen: la Croix de Sandun (3), la Joseliére (10), des Rossignols (6), du Prédaire (11), du Riholo (5) und Kerbourg (4) sind die Nr. 9–11 an der Pays de Rets bei Pornic besonders bekannt. Dazu kommen die Menhire von Bissin (2), la Pierre Attelée (8), Pierre de Couche (7),

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Nazaire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.erneuerbareenergien.de/frankreich-plant-3000-mw-offshore-windparks/150/469/30059/