Saint-Nazaire

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt in Frankreich, weitere Orte siehe Saint-Nazaire (Begriffsklärung).
Saint-Nazaire (Sant-Nazer)
Wappen von Saint-Nazaire
Saint-Nazaire (Frankreich)
Saint-Nazaire
Region Pays de la Loire
Département Loire-Atlantique
Arrondissement Saint-Nazaire
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Koordinaten 47° 17′ N, 2° 13′ W47.279444444444-2.2111Koordinaten: 47° 17′ N, 2° 13′ W
Höhe 0–47 m
Fläche 46,79 km²
Einwohner 67.031 (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 1.433 Einw./km²
Postleitzahl 44600
INSEE-Code
Website www.mairie-saintnazaire.fr

Saint-Nazaire (bretonisch: Sant-Nazer) ist eine Hafenstadt mit 67.031 Einwohnern (Stand 1. Januar 2010) an der Loiremündung. Sie gehört zum französischen Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire und ist Sitz einer Unterpräfektur des Départements. Der Ortsname kann auf den heiligen Nazarius zurückgeführt werden.

Inhaltsverzeichnis

Wappen [Bearbeiten]

Beschreibung: In blau ein einmastiges silbernes Segelboot mit einem schwarzen Schlüssel im geblähten silbernem Rahsegel auf blauen Wellenschildfuß schwimmend und im blauen Schildhaupt mit fünf schwarzen Hermelinen ein darüber liegender goldener Schlüssel mit kreuzeingeschnittenen Bart und nach rechts zeigender Vierpassreite.

Wirtschaft [Bearbeiten]

Der Hafen ist der viertgrößte Frankreichs und der größte am Atlantik. Auf der Werft Chantiers de l'Atlantique wurden große Passagierschiffe gebaut, wie die Normandie (1935), die France (1962) und die 2003 fertiggestellte Queen Mary 2. Im Mai 2013 wurde die Europa 2 durch die Schiffbaugruppe STX France Cruise SA fertiggestellt.

Nahe der Stadt befinden sich Raffinerien. Aerolia St. Nazaire ist Zulieferer für mehrere Flugzeugbauer, u. a. für das örtliche Airbus-Werk mit 2300 Beschäftigten, die das Cockpit (Sektion 11) des Airbus A380 montieren. Dies wird dort zusammen mit dem unteren Rumpfmittelstück (Sektion 15; Flügelmittelkasten) und den im Werk Hamburg-Finkenwerder vorgefertigten vorderen Sektionen 13-14 weiter vorinstalliert. Die Sektionen werden dann vom Hafen St. Nazaire aus zunächst per Schiff und später auf dem Landweg nach Toulouse gebracht, wo sie mit den anderen Sektionen zum fertigen Flugzeug zusammengesetzt werden. Außerdem werden vordere Teile der Familien A318 bis A321 sowie A330 und A340 weiter ausgerüstet. Die werden mit dem Airbus Beluga (A300-600ST) geliefert und später zu den Standorten Hamburg-Finkenwerder bzw. Toulouse gebracht.

Bis 2015 ist geplant, u.a. vor Saint-Nazaire im Atlantik einen Offshore-Windpark zu errichten.[1] Ebenso hat in Saint-Nazaire das Rüstungsunternehmen Ateliers de Constructions Mécaniques de l'Atlantique sein Hauptquartier.

Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]

U-Boot-Bunker von Saint-Nazaire

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg ließ die Kriegsmarine in Saint-Nazaire einen U-Boot-Bunker errichten. Das Trockendock „Forme Joubert" der Werft Chantiers de Penhoët war mit einer Länge von 350 m und einer Breite von 50 m groß genug, um die deutschen Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse aufzunehmen. Ende März 1942 wurde das Dock durch das britische Kommandounternehmen Operation Chariot unbrauchbar gemacht. Nach der Invasion der Alliierten wurde Saint Nazaire unter General Hans Junck von der 265. Infanteriedivision zur Festung ausgebaut. Da die Alliierten auf eine gewaltsame Einnahme der Stadt verzichteten, ergab sich die deutsche Besatzung erst drei Tage nach Kriegsende am 11. Mai 1945.

Verkehr [Bearbeiten]

Die Saint-Nazaire-Brücke ist eine Schrägseilbrücke nahe den Werftanlagen, die mit rund 3,3 km Länge über die Loiremündung führt und mit der Gemeinde Saint-Brevin-les-Pins verbindet. Saint-Nazaire ist von Paris aus mit dem TGV erreichbar.

Flora und Fauna [Bearbeiten]

Die zugehörige Küste ist die Côte d'Amour, an der auch die berühmten Seebäder La Baule und Pornichet liegen. Auf etwa 1.800 Hektar Fläche erstrecken sich in einer Landschaft aus Schlick, Zuflussrinnen und flachen Verdunstungsbecken die Salzgärten auf der Halbinsel Guérande zwischen dem Meer und dem Moor La Brière. La Brière ist ein lebendes Kulturdenkmal von 40.000 Hektar Fläche, das seit 1970 unter Naturschutz steht und Kulisse zahlreicher Filme war. Der Regionale Naturpark Brière (französisch Parc naturel régional de Brière) umfasst 18 Kommunen, darunter Saint-Nazaire. In seinen weiden- und schilfbestandenen Weiten aus Torfmoor, Feuchtwiesen und Kanälen findet sich eine außergewöhnliche Fauna.

Saint-Nazaire le pont puis le chantier naval.JPG

Tourismus [Bearbeiten]

Über Saint-Nazaire verläuft die Route Bleue (Blaue Route) an der elf bedeutende prähistorische Megalithmonumente liegen. Darunter der Tumulus von Dissignac (1) nahe der Stadt und „des Mousseaux“ (9) westlich von Pornic. Unter den Dolmen: la Croix de Sandun (3), la Joseliére (10), des Rossignols (6), du Prédaire (11), du Riholo (5) und Kerbourg (4) sind die Nr. 9 - 11 an der Pays de Rets bei Pornic besonders bekannt. Dazu kommen die Menhire von Bissin (2), la Pierre Attelée (8), Pierre de Couche (7),

Der Hafen von Saint-Nazaire

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Saint-Nazaire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://www.erneuerbareenergien.de/frankreich-plant-3000-mw-offshore-windparks/150/469/30059/