Saint-Nectaire (Puy-de-Dôme)

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Saint-Nectaire
Saint-Nectaire (Frankreich)
Saint-Nectaire
Region Auvergne
Département Puy-de-Dôme
Arrondissement Issoire
Kanton Champeix
Koordinaten 45° 35′ N, 3° 0′ O45.5880555555562.9927777777778738Koordinaten: 45° 35′ N, 3° 0′ O
Höhe 609–1.011 m
Fläche 33,26 km²
Einwohner 724 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km²
Postleitzahl 63710
INSEE-Code

Ortseingang

Saint-Nectaire ist eine französische Gemeinde mit 724 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Puy-de-Dôme in der Region Auvergne. Überregional bekannt ist sie vor allem durch zwei Dinge:

Weiterhin verfügt die Stadt über Thermalquellen.

Geografie[Bearbeiten]

Saint-Nectaire liegt im östlichen Teil des Bergmassivs Monts Dore, das wiederum Teil des Zentralmassivs ist. Die Stadt gliedert sich in zwei Teile, Saint-Nectaire-le-Haut mit der romanischen Kirche auf dem südlichen Hang des Tals und Saint-Nectaire-le-Bas mit den Thermalquellen, unten im Tal.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Dolmen von Saint-Nectaire

Dolmen und Menhire[Bearbeiten]

Saint-Nectaire weist noch viele Zeugnisse der neolithischen Epoche auf, so sind zum Beispiel noch fünf Dolmen und zwei Menhire in der näheren Umgebung der Ortschaft zu sehen. Unmittelbar auf dem Mont Cornadore, das heißt nicht weit von der späteren christlichen Kirche, gibt es einen Dolmen gewaltiger Größenordnung. Auch hier fällt die nicht so seltene enge Nachbarschaft zwischen den frühen Kultstätten und einer christlichen Kirche auf[1] (wie etwa bei der Kathedrale von Le Mans oder in Langenstein).

Antike und Völkerwanderungszeit[Bearbeiten]

Neolithische Steinsetzungen wurden später häufig religiöse Zentren keltischer Völker, vor allem solche in dieser außergewöhnlichen Größe. Man kann das allerdings für diesen Dolmen nur vermuten. Das Gebiet der Basse Auvergne wurde jedenfalls vom gallischen Stamm der Arverner besiedelt, dessen Name in dem der Région wieder zu finden ist. Nachdem Cäsar noch im Jahr 52 vor unserer Zeitrechnung in Alesia (Burgund) die Gallier unter Vercingetorix besiegt hatte, besetzten die Römer auch das Land der averna civitas (ab 1. bis in das 3. Jahrhundert), das damit zur gallischen Provinz wurde. Man spricht von der gallo-römischen Epoche, für die die Nutzung der Thermalquellen der Region nachgewiesen ist.

Zur Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert) überfielen Westgoten, Franken, Sarazenen und Wikinger wiederholt die ehemals gallo-römischen Zentren. In dieser Zeit gab es im Gebiet des späteren Saint-Nectaire noch keine Siedlung von Bedeutung, für die sich die durchziehenden Völker hätten interessieren können.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die romanische ehemalige Prioratskirche von Saint-Nectaire[Bearbeiten]

Prioratskirche Saint-Nectaire

Die ehemalige Prioratskirche Notre-Dame-du-Mont-Cornadore de Saint-Nectaire ist in der für die Auvergne typischen Variante des romanischen Kirchenbaustils erbaut. Sie gehört zu den fünf romanischen Hauptkirchen im Département Puy-de-Dôme, zusammen mit der Stiftskirche Notre-Dame du Port in Clermont-Ferrand, der Basilika Notre-Dame in Orcival, der Klosterkirche Saint-Austremoine in Issoire und der Kirche von Saint-Saturnin. Besonders auffällig und einzigartig ist bei den romanischen Kirchen der Auvergne die Aufstockung des Querschiffes, die als massif barlong oder auvergnatischer Querriegel bezeichnet wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Rosenbaum: Auvergne und Zentralmassiv. Köln [1981] 7. Auflage 1989. (DuMont Kunst-Reiseführer)
  • Thorsten Droste: Romanische Kunst in Frankreich. Köln [1989] 2. Auflage 1992. (DuMont Kunst-Reiseführer)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Nectaire – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich Rosenbaum: Auvergne und Zentralmassiv. DUMONT Kunst-Reiseführer 1986. S. 89; ISBN 3-7701-1111-7.