Saint-Thiébaud

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Saint-Thiébaud
Saint-Thiébaud (Frankreich)
Saint-Thiébaud
Region Franche-Comté
Département Jura
Arrondissement Lons-le-Saunier
Kanton Salins-les-Bains
Koordinaten 46° 58′ N, 5° 52′ O46.9719444444445.8652777777778559Koordinaten: 46° 58′ N, 5° 52′ O
Höhe 380–850 m
Fläche 7,94 km²
Einwohner 69 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 9 Einw./km²
Postleitzahl 39110
INSEE-Code

Saint-Thiébaud ist eine Gemeinde im französischen Département Jura in der Region Franche-Comté.

Geographie[Bearbeiten]

Saint-Thiébaud liegt auf 550 m ü. M., nördlich von Salins-les-Bains und etwa 31 km ostsüdöstlich der Stadt Dole (Luftlinie). Das Bauerndorf erstreckt sich im westlichen Jura, an aussichtsreicher Lage auf einer Geländeterrasse am Westhang des Mont Poupet, hoch über dem Tal der Furieuse.

Die Fläche des 7,94 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des französischen Juras. Der Hauptteil des Gebietes wird vom Mont Poupet eingenommen, auf dem mit 850 m ü. M. die höchste Erhebung von Saint-Thiébaud erreicht wird. Mit Ausnahme der Gipfelfläche ist der Mont Poupet dicht bewaldet und weist an seinen Hängen an verschiedenen Orten Felsvorsprünge auf. Die östliche Abgrenzung verläuft im Tal des der Lison von Süden zulaufenden Todeur. Der westliche Gemeindeteil umfasst die Geländeterrasse von Saint-Thiébaud und die nördlich anschließende Höhe des Bois de Méhaut. Auch ein Teil des östlichen Talhangs der Furieuse gehört zur Gemeinde, doch reicht das Areal nicht bis an den Fluss hinunter.

Nachbargemeinden von Saint-Thiébaud sind Ivrey im Norden, Salins-les-Bains im Osten und Süden sowie La Chapelle-sur-Furieuse im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Funde weisen darauf hin, dass das Gemeindegebiet von Saint-Thiébaud bereits in vorgeschichtlicher Zeit und während der gallorömischen Zeit besiedelt war. Auf dem Mont Poupet befand sich im 13. Jahrhundert eine mittelalterliche Burg, die den Herren von Montmahoux gehörte. Burg und die im Lauf der Zeit daneben entstandene Siedlung Poupet wurden 1479 von Truppen des Königs Ludwig XI. zerstört. Die Ortschaft Saint-Thiébaud wird erst im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte das Dorf mit dem Frieden von Nimwegen 1678 an Frankreich. Im Jahr 1740 wurde es zu einem Marquisat erhoben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Dorfkirche von Saint-Thiébaud stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Mont Poupet, von dem sich eine schöne Aussicht auf die Umgebung bietet, sind die Ruinen der mittelalterlichen Burg sichtbar.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 90
1968 61
1975 58
1982 67
1990 70
1999 60
2005 63

Mit 69 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) gehört Saint-Thiébaud zu den kleinsten Gemeinden des Département Jura. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgenommen hatte (1906 wurden noch 148 Personen gezählt), wurden seit Beginn der 1970er Jahre nur noch geringe Schwankungen verzeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Saint-Thiébaud war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute leben die Bewohner zur Hauptsache von der Tätigkeit im ersten Sektor. Außerhalb des primären Sektors gibt es nur wenige Arbeitsplätze im Dorf. Einige Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen. Saint-Thiébaud besitzt Straßenverbindungen mit Salins-les-Bains und Ivrey.