Saint Martin de Corléans

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Saint Martin de Corléans bei Aosta im Aostatal weist auf einer Fläche von über einem Hektar eine der größten Ansammlungen von Megalithanlagen in Italien auf. Sie wurden im Juni 1969 entdeckt und bei der Ausgrabung wurden 22 Schichten bis sechs Meter unter den gegenwärtigen Talgrund abgetragen. Die Dolmen mit steinernen Plattformen, Menhire, und Statuenmenhire von Saint Martin de Corléans, liegen in der Nähe zweier Alpenpässe und mehrerer Metalllagerstätten und stammen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr.

Erste Phase[Bearbeiten]

Der Bau der Anlagen begann zwischen 3000 und 2750 v. Chr. mit der Setzung einer Reihe von 22 Holzpfählen. Zuvor wurde die Asche verbrannter Widderschädel auf der Grubensohle ausgestreut. Die Pfostenreihen sind auf einen lokalen Felsen ausgerichtet.

Zweite Phase[Bearbeiten]

Die zweite Phase (2750–2400 v. Chr.) begann mit einem umfangreichen Pflugritual, dessen Furchen parallel zu den Pfostenreihen verlaufen. In der gepflügten Fläche fand sich eine große Zahl menschlicher Zähne, die offenbar wie Samen behandelt wurden.[1] 40 Statuenmenhire wurden in der gleichen Periode errichtet. Einige waren zu den Pfostenreihen ausgerichtet, andere standen im rechten Winkel zur Ausrichtung. Darüber hinaus wurden in dieser Phase Menhire, Steinplattformen und mindestens sieben rituelle Gruben hinzugesetzt.

Dritte Phase[Bearbeiten]

Dolmen M XII von Petit-Chasseur

Während der dritten Phase, zwischen 2400 und 2100 v. Chr., wurde ein Dolmen (Tomba II) von 2,5 × 2,2 m mit seitlichem Eingang und einem 15 m langen dreieckigen steinernen Podest, ähnlich dem Dolmen M XII von Petit-Chasseur in der Schweiz, errichtet. Das Podest überlagert an einer Ecke ein ältere Steinkiste (Tomba III). Eine Allée couverte (Tomba V) und ein Dolmen mit runder Einfassung (Tomba IV) folgten. Die Monumente wurden alle ohne deckenden Hügel errichtet.

Vierte Phase[Bearbeiten]

Mehrere kleinere Gräber wurden während der vierten Bauphase (2100–1900 v. Chr.) errichtet.

Die Stelle wurde anschließend für etwa 700 Jahre verlassen, aber zwischen 1200 und 800 v. Chr. wurden Nachnutzungen vorgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guido Cossard, Franco Mezzena, Giuliano Romano: Il significato astronomico del sito megalitico di Saint-Martin-de-Corléans ad Aosta, Tecnimage, Aosta, 1991

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erinnert an Apollonios 1. Buch Kap. IX (23,2 Säen der Drachenzähne) Sparten

Weblinks[Bearbeiten]

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