Saintes

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Saintes in Frankreich; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Saintes (Begriffsklärung).
Saintes
Wappen von Saintes
Saintes (Frankreich)
Saintes
Region Poitou-Charentes
Département Charente-Maritime
Arrondissement Saintes
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Koordinaten 45° 45′ N, 0° 38′ W45.745555555556-0.6344444444444419Koordinaten: 45° 45′ N, 0° 38′ W
Höhe 2–81 m
Fläche 45,55 km²
Einwohner 25.645 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 563 Einw./km²
Postleitzahl 17100
INSEE-Code
Website www.ville-saintes.fr

Panorama von Saintes an der Charente

Saintes ist eine französische Stadt mit 25.645 Einwohnern (Stand 1. Januar 2012) im Département Charente-Maritime der Region Poitou-Charentes. Saintes ist der Hauptort der alten Kulturlandschaft der Saintonge, die vor allem wegen ihrer Weine und ihrer Vielzahl an eindrucksvollen Kirchenbauten der Romanik bekannt ist.

Lage[Bearbeiten]

Saintes erstreckt sich auf beiden Ufern des Flusses Charente etwa 120 Kilometer (Fahrtstrecke) nördlich von Bordeaux bzw. ca. 74 Kilometer südöstlich von La Rochelle; die ebenfalls an der Charente gelegene Stadt Cognac befindet sich etwa 28 Kilometer südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 26.507 26.891 25.471 25.874 25.595 26.531 25.645

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde von etwa 10.000 auf zeitweise über 20.000 Personen an. Die Einwohnerzahl der Stadt ist seit Jahren in etwa stabil, da viele Menschen einen Wohnsitz in einer der umliegenden Gemeinden bevorzugen.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Wirtschaft umfasst Betriebe, die mit der Landwirtschaft der Umgebung eng verbunden sind sowie diverse kleinere und mittlere Handels- und Industrie-Unternehmen. In der Gewerbezone des Parc Atlantique sind rund 3.000 Menschen beschäftigt. Saintes ist von der Autoroute A10 über die Ausfahrt 35 zu erreichen. Auch an das Schienennetz der Französischen Eisenbahn (SNCF) ist es gut angebunden. In der Stadt gibt es mehrere Buslinien.

Geschichte[Bearbeiten]

Dia Stadt wurde ungefähr 20 v. Chr. durch die Römer am Ufer des Flusses Charente gegründet und hatte damals den Namen Mediolanum Santonum. Saintes war die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Saintonge und leitet ihren Namen vom gallischen Volk der Vor-Römerzeit, den Santonen, ab. Sie lag in der Römerzeit an einer der ältesten Römerstraßen Galliens, einer der vier heute so genannten Agrippastraßen; bereits damals hatte die Stadt schätzungsweise 15.000 Einwohner.

Im Mittelalter führte einer der letztlich in Santiago de Compostela endenden französischen Jakobswege (Via Turonensis) von Tours nach Roncesvalles und im Streckenabschnitt AulnaySaint-Jean-d’Angély über Saintes nach Pons, Saint-Genis-de-Saintonge und Mirambeau. Im Jahr 1271 wurde Saintes zweigeteilt: Das westliche Ufer der Charente gehörte zum Einflussbereich des englischen Königs, das rechte zu Frankreich. Im Jahr 1360 übernahmen die Engländer die Stadt ganz und 1404 wurde sie wieder ganz französisch. Im 16. Jahrhundert wurde Saintes durch die Hugenottenkriege stark in Mitleidenschaft gezogen; damals wohnten viele Protestanten in der Region (siehe auch Edikt von Nantes).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Insgesamt 16 Bauten der Stadt sind als Monuments Historiques anerkannt:

Römerzeit[Bearbeiten]

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die römischen Ruinen, z. B. das Amphitheater und der Germanicusbogen am rechten Ufer der Charente aus dem Jahr 19 n. Chr.; einen guten Überblick über die Anfänge der Stadtgeschichte vermittelt das Musée Archéologique, das sich mit der Frühgeschichte und den römischen Funden der Gegend beschäftigt.

Amphitheater von Saintes
Ehrenbogen des Germanicus
Thermen

Mittelalterliche Kirchen[Bearbeiten]

Die ehemalige Kathedrale Saint-Pierre, wurde errichtet auf römischen Fundamenten, doch ist aus den merowingischen und karolingischen Bauphasen nichts erhalten. Romanische Bauteile aus der Mitte des 12. Jahrhunderts sind in den überkuppelten Querschiffen erkennbar. Heute stellt sich die Kirche überwiegend in ihrer spätgotisch veränderten Form dar. 1568 zündeten die Hugenotten den Dom an. Seit Aufhebung des Bistums Saintes ist St. Pierre eine Pfarrkirche. Reichen figürlichen Schmuck aus spätgotischer Zeit zeigt das Westportal, in seinen Archivolten reihen sich Engel, Heilige sowie Gestalten des Alten und Neuen Testaments aneinander; die Gewändefiguren fehlen heute.

Die bedeutenden Überreste der großen Pilgerkirche Saint-Eutrope (geweiht erstmals 1096, aber auch spätere Bauphasen), deren Schiff in der Revolution zerstört wurde, ist seit 1998 als Teil des Weltkulturerbes der UNESCOJakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet.[1]In Krypta und Chor finden sich bedeutende skulptural geschmückte Kapitelle des 11. und 12. Jahrhunderts.

Im Westen der Altstadt, jenseits der Charente, liegt die Abbaye aux Dames, ein ehemaliges Nonnenkloster, mit der bedeutenden Abteikirche Sainte-Marie-des-Dames, die mit ihrer berühmten Fassadenskulptur ein Kleinod der romanischen Baukunst der Saintonge darstellt.

Kirche der Abbaye aux Dames
Kirche Saint-Eutrope
Kathedrale Saint Pierre

Neuzeit[Bearbeiten]

Aus der Neuzeit sind ebenfalls mehrere Bauten erwähnenswert – z. B. die klassizistische Kirche Saint-Vivien aus den 1840er Jahren, die dem hl. Bibianus, einem der ersten Bischöfe der Stadt, geweiht ist, oder die Kirche Notre-Dame de Recouvrance. Auch die protestantische Kirche (temple), eine der größten Frankreichs, ist in diesen Zusammenhang zu erwähnen.

Kirche Saint-Vivien
Kirche Notre-Dame-de-Recouvrance
Protestantische Kirche (temple)

Kriegsgräberstätten in der Umgebung[Bearbeiten]

Einige Kilometer im Südwesten von Saintes befindet sich die Französische Kriegsgräberstätte Rétaud mit Gräbern der im Zweiten Weltkrieg bei der Befreiung von Royan und der Île d’Oléron in Frankreich gefallenen französischen Soldaten.

An der Nationalstraße 137 befindet sich acht Kilometer südlich von Saintes in Berneuil (Charente-Maritime) die Deutsche Kriegsgräberstätte Berneuil mit Gräbern der im Zweiten Weltkrieg im Südwesten Frankreichs gefallenen deutschen Soldaten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Saintes pflegt Städtepartnerschaften mit weltweit sechs Städten:[2]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch
  2. Website Ville de Saintes