Sakaki (Schiff)

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Flagge
Kaba-Klasse
Das Typschiff  Kaba
Das Typschiff Kaba
Übersicht
Typ Zerstörer
Einheiten 10
Bauwerft

Marinewerft, Sasebo, Japan

Kiellegung 5. November 1914
Stapellauf 15. Februar 1915
Auslieferung 26. März 1915
Namensgeber der immergrüne Sperrstrauch
Außerdienststellung 1. April 1932
Technische Daten
Verdrängung

655 ts,
810 ts maximal

Länge

83,6 m über alles,
79,2 m p.p.

Breite

7,3 m

Tiefgang

2,3 m

Besatzung

94 Mann

Antrieb

4 Dampfkessel,
3 Dreifach-Expansionsmaschinen
9.500 PS, 3 Schrauben

Geschwindigkeit

30 kn

Reichweite

1600 sm bei 15 kn

Bewaffnung

1 × 120 mm-L/40-Schnellfeuergeschütz
4 × 76 mm-12-Pfünder-Schnellfeuergeschütze
4 × 45 cm-Torpedorohre

Treibstoffvorrat

100 ts Kohle, 137 ts Öl

Schwesterschiffe

9 Zerstörer der Kaba-Klasse,
12 Zerstörer der Arabe-Klasse

Der japanische Zerstörer Sakaki (jap. ) war das zweite japanische Kriegsschiff, das im Ersten Weltkrieg durch Feindeinwirkung den größten Teil seiner Besatzung verlor.
Sie gehörte zu den acht japanischen Zerstörern der Kaba-Klasse, die zur Unterstützung der Alliierten ab April 1917 von Malta aus im Mittelmeer zur Konvoisicherung und U-Boot-Abwehr eingesetzt wurden.
Die Sakaki wurde am 11. Juni 1917 vor Kreta durch das österreich-ungarische Unterseeboot U-27 torpediert. Dabei kamen 59 Mann der 92-köpfigen Besatzung ums Leben, von denen sich zu diesem Zeitpunkt die meisten in der Mannschaftsmesse aufgehalten hatten. Das schwerbeschädigte Schiff konnte nach Piräus eingebracht werden, wurde repariert und war bis zum Kriegsende weiter im Mittelmeer im Einsatz. Wie ihre Schwesterboote blieb die Sakaki bis 1932 im Dienst.

Baugeschichte[Bearbeiten]

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs verfügte die Kaiserlich Japanische Marine mit den 1912 fertiggestellten Zerstörern der Sakura-Klasse, Sakura und Tachibana, von 530/ 830 ts nur über zwei moderne Boote, die für einen Hochseeeinsatz geeignet erschienen. Die anschließend in Großbritannien bei Yarrow bestellten Boote der Urakaze-Klasse wurden erst nach Kriegsbeginn fertig und nur eines der Boote erreichte Japan nach Kriegsende. Die größten japanischen Zerstörer der 1911 ausgelieferten Umikaze-Klasse von 1030/1150 ts mit Turbinenantrieb hatten sich wegen ihres hohen Treibstoffverbrauchs nicht bewährt und erschienen daher für einen Hochsee-Einsatz ungeeignet.

Um die in der Anglo-Japanischen Allianz übernommenen Sicherungsaufgaben der Schifffahrtswege zu erfüllen, setzte die japanische Regierung noch im Haushaltsjahr 1914 ein Marine-Notprogramm durch, das den Bau von zehn neuen Zerstörern erlaubte. Um diese möglichst schnell in den Dienst zu bekommen, gingen die Aufträge für die Boote nicht nur an Staatswerften, sondern auch an zivile Werften in Japan. Die zehn Boote der Kaba-Klasse wurden gleichzeitig auf acht verschiedenen Werften gebaut. Es erfolgte eine schnelle Auftragsvergabe auf der Basis des Entwurfes der Sakura-Klasse. Die Werften erhielten lediglich die Weisung konventionelle, kohlengefeuerte Dreifach-Expansionsmaschinen als Antrieb vorzusehen und keine Dampfturbinen. Trotz der eiligen Umsetzung der Pläne und der notwendigen Änderungen des Entwurfs waren alle Einheiten trotz der acht Bauwerften in Aussehen und Leistungen nahezu identisch.

Die Bewaffnung erfolgte wie bei der Sakura-Klasse mit einer 12 cm-Kanone vor der Brücke und vier sogenannten 8 cm-Kanonen, von denen zwei seitlich und zwei am Heck aufgestellt waren. Dazu kamen zwei Zwillingstorpedorohre hinter der Brücke und im hinteren Rumpfbereich. Alle Waffen stammten aus japanischer Produktion.

Zwölf weitere Boote entstanden 1917 auf sechs japanischen Werften im Auftrag der französischen Marine, da in Europa die Baukapazitäten für Geleitschiffe nicht ausreichten. Sie erhielten Namen von Volksstämmen in französischen Besitzungen, ähnlich der britischen Tribal-Klasse, und wurden als Arabe-Klasse bezeichnet. Sie erhielten die Namen Algérien, Annamite, Arabe, Bambara, Hova, Kabyle, Marocain, Sakalave, Sénégalais, Somali, Tonkinois und Touareg.

Einsatzgeschichte[Bearbeiten]

Die Akashi

Die Zerstörer der Kaba-Klasse erwiesen sich als sehr zuverlässig. Die 10. Zerstörerflottille wurde von Singapur aus zur Sicherung der Seewege bis in den Indischen Ozean eingesetzt. Auf Wunsch der Briten lief am 18. Februar 1917 auch die 11. Zerstörerflottille aus Japan nach Singapur und von dort am 11. März zusammen mit der 10. Flottille (insgesamt acht Booten der Kaba-Klasse: Ume, Kusunoki, Kaede, Katsura, Kashiwa, Matsu, Sugi und Sakaki) unter Konteradmiral Kozo Sato über Colombo nach Aden, wo die Japaner am 4. April 1917 eintrafen. Am 10. April übernahmen die Japaner ihren ersten Sicherungsauftrag, als Ume und Kusunoki den Transporter Saxon von Port Said nach Malta geleiteten. Die anderen Zerstörer folgten auch bald und am 16. April war das Zerstörergeschwader mit seinen acht Booten und dem Kreuzer Akashi in Malta versammelt [1]. Obwohl auf dem Papier selbstständig, wurden die Geleitaufgaben für Transporter und Geleitzüge und die U-Boot-Jagd nach den Weisungen des britischen Kommandos in Malta durchgeführt.[2]

Die Sakaki war mit der Matsu an einem frühen, nicht erfolgreichen Einsatz beteiligt. Am Donnerstag, dem 3. Mai 1917, übernahmen sie in Marseille die Sicherung des Truppentransporters Transylvania mit fast 3000 Soldaten an Bord zu einer Fahrt nach Alexandria (Ägypten). Am 4. Mai wurde der Transporter vier Kilometer südlich von Kap Vado im Golf von Genua vom deutschen Unterseeboot U 63 unter Kapitänleutnant Otto Schultze angegriffen. Die Transylvania fuhr im Zickzackkurs mit 14 Knoten Fahrt, als gegen 10 Uhr vormittags ein Torpedo von U 63 auf der Backbordseite in den Maschinenraum einschlug. Das getroffene Schiff steuerte das nahe Land an. Die Matsu ging längsseits, um die Soldaten zu übernehmen, während die Sakaki das U-Boot angriff. U 63 schoss einen weiteren Torpedo ab, dem die Matsu mit „voller Kraft zurück“ ausweichen konnte. Der Torpedo traf daraufhin erneut die Transylvania, die 40 Minuten nach dem ersten Treffer sank. Zehn Besatzungsmitglieder, 29 Offiziere und 373 Soldaten kamen durch die Versenkung ums Leben. Trotz der vielen Toten konnten japanische, französische und italienische Schiffe die Mehrzahl der Schiffbrüchigen retten. Mit 14.348 BRT war die Transylvania das größte Schiff, das U 63 versenkte.

Die Sakaki wurde am 11. Juni 1917 vor Kreta durch das österreich-ungarische Unterseeboot SM U-27 nahe der kleinen Insel Cengotto torpediert und schwer beschädigt. Dabei kamen 59 Mann der 92-köpfigen Besatzung ums Leben, von denen sich die meisten in der Mannschaftsmesse aufgehalten hatten.

Sie wurde mit abgetrenntem Bug nach Piräus eingebracht, repariert und blieb bis 1932 mit ihren neun Schwesterschiffen im Dienst [3][4].

Im Juni 1917 löste der Panzerkreuzer Izumo die Akashi als Flaggschiff des japanischen Zerstörergeschwaders im Mittelmeer ab, der mit der 15. Zerstörerflottille , die aus den vier Zerstörern der Momo-Klasse bestand, nach Malta verlegt worden war.

Bei Kriegsende wurde die Sakaki mit drei Schwesterbooten nach Brindisi entsandt, während die anderen Mittelmeerboote erst nach Konstantinopel gingen. Die Japaner hatten sich im Sicherungsdienst ausgezeichnet, hatten die höchsten Seezeiten und 34 Zusammentreffen mit gegnerischen U-Booten gehabt. Neben der Sakaki war die Matsu dabei beschädigt worden. Die Versenkung eines U-Bootes war ihnen aber nicht gelungen.

Liste der Kaba-Klasse[Bearbeiten]

Kanji Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Fertigstellung Schicksal
Kaba Marinewerft, Yokosuka 1.12.1914 6.02.1915 5.03.1915 außer Dienst 1. Apr. 1932
Kashiwa Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki 3.11.1914 14.02.1915 4.04.1915 1917 Mittelmeer, durch Erdbeben vom 1. September 1923 beschädigt u. repariert,
außer Dienst 1. Apr. 1932
Matsu Mitsubishi Heavy Industries, Nagasaki 3.11.1914 5.03.1915 6.04.1915 1917 Mittelmeer, durch Erdbeben vom 1. September 1923 beschädigt u. repariert,
außer Dienst 1. Apr. 1932
Sakaki Marinewerft, Sasebo 5.11.1914 15.02.1915 26.03.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932
Sugi Osaka Iron Works, Ōsaka 24.11.1914 16.02.1915 7.04.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932
Kaede Marinewerft, Maizuru 25.10.1914 20.02.1915 25.03.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932,
3. Nov. 1934 versenkt
Ume Kawasaki Shipbuilding, Kōbe 10.11.1914 27.02.1915 31.03.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932
Kusunoki Kawasaki Shipbuilding, Kobe 10.11.1914 5.03.1915 31.03.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932
Kiri Uraga Dock Company, Uraga 24.11.1914 28.02.1915 22.04.1915 außer Dienst 1. Apr. 1932
Katsura Marinewerft, Kure 1.12.1914 4.03.1915 31.03.1915 1917 Mittelmeer, außer Dienst 1. Apr. 1932

Literatur[Bearbeiten]

  • Maurice Cocker: Destroyers of the Royal Navy, 1893–1981. Ian Allan, 1983, ISBN 0-7110-1075-7.
  • David Evans: Kaigun: Strategy, Tactics, and Technology in the Imperial Japanese Navy, 1887–1941. US Naval Institute Press, 1979, ISBN 0870211927.
  • Stephen Howarth: The Fighting Ships of the Rising Sun: The Drama of the Imperial Japanese Navy, 1895–1945. Atheneum, 1983, ISBN 0689114028.
  • Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. Routledge, 1994, ISBN 1857284984.
  • Hansgeorg Jentsura: Warships of the Imperial Japanese Navy, 1869–1945. US Naval Institute Press, 1976, ISBN 087021893X.
  • Spencer Tucker: The European Powers in the First World War. Taylor & Francis, 1996, ISBN 081533351X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.naval-history.net/WW1NavyJapanese.htm#dd
  2. Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. Routledge, 1994, ISBN 1857284984.
  3. http://www.battleships-cruisers.co.uk/japanese_destroyers.htm
  4. http://www.naval-history.net/WW1NavyJapanese.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zerstörer der Kaba-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien