Salah Dschadid

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General Salah Dschadid

Salah Dschadid (arabisch ‏صلاح جديد‎, DMG Ṣalāḥ Ǧadīd; * 1926?; † 19. August 1993) war ein syrischer General und Politiker. Als Generalstabschef der Armee und stellvertretender Generalsekretär der regierenden Baath-Partei war er von 1966 bis zu seiner Absetzung 1970 de facto Syriens Militärmachthaber.

Politik[Bearbeiten]

Dschadid stammte aus einer alawitischen Familie und hatte als junger syrischer Soldat bereits 1948/49 am Palästinakrieg teilgenommen. Durch die Revolution des 8. März 1963 wurde er einer der führenden Köpfe des sogenannten "linken" Flügels der (Neo-)Baath-Partei, der 1966 den "rechten" Flügel der (Alt-)Baathisten ("Aflaqisten") von der Macht verdrängt hatte. Zum neuen Präsidenten und Parteichef berief er Nureddin Mustafa al-Atassi, zum Premier Yusuf Zuayyin, zum Vizepremier und Außenminister Ibrahim Makhous.

Dschadid verfolgte eine Politik des sozialistischen Umbaus der syrischen Gesellschaft und eine Annäherung an die Ostblockstaaten. Dschadid forderte eine Politik der Nichtkooperation mit nichtsozialistischen arabischen Staaten. Dschadid stand dabei in Konkurrenz zu Hafiz al-Assad der als Luftwaffenchef und Verteidigungsminister eine panarabische Politik verfolgte. Dschadids Prestige sank nach der Niederlage im Sechstagekrieges 1967, als Israel die Golanhöhen eroberte.[1]

An der Niederlage gaben sich später Dschadid, der damalige Verteidigungsminister Hafiz al-Assad und Staatspräsident al-Atassi gegenseitig die Schuld. Dschadid beklagte, Assad habe trotz seines Drängens und Flehens an der Front dringend benötigte Elitetruppen in Damaskus zurückgehalten. Assad erklärte, diesen Befehl direkt von Atassi bekommen zu haben, der einem baath-internen Putsch mithilfe der in Syrien befindlichen irakischen Verbündeten befürchtet hatte. Atassi hingegen beklagte, dass beide Generäle dem zivilen Staatsoberhaupt nicht gehorcht hätten.[2][3]

1970 stand Dschadid hinter der Entsendung eines gepanzerten Kampfverbandes auf Seiten der PLO im Jordanischen Bürgerkrieg. Nach anfänglichen Erfolgen erlitten die Interventionseinheiten, welche unter palästinensischen Feldzeichen kämpften, starke Verluste durch die Jordanische Luftwaffe und wurde daraufhin zurückgenommen. Dschadid Konkurrent Assad hielt die von ihm kontrollierte syrische Luftwaffe zurück und konnte so seinem Rivalen eine politische Niederlage beibringen.[4]

Diese Aktion wurde durch die unter Verteidigungsminister Assad stehende pragmatischere Gruppierung innerhalb der Ba'ath-Partei nicht unterstützt. Dies führte dazu, dass al-Assad einen innerparteilichen Coup gegen Dschadid und Atassi führte, die sogenannte "Korrekturbewegung". Dschadid wurde abgesetzt und verhaftet. Seine Anhänger spalteten sich unter Makhous' Führung als "Arabische Sozialistische Demokratische Baath-Partei" ab und schlossen sich der oppositionellen Demokratiebewegung von 1980 an.

Dschadid war bis zu seinem Tod am 19. August 1993 in einem Gefängnis in Damaskus inhaftiert.[5]

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Salah Dschadid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nikolaos van Dam : The Struggle for Power in Syria, 4. Auflage, 2011, S. 62f
  2. Der Spiegel 44/1967 vom 23. Oktober 1967: Elite geschont
  3. Der Spiegel 12/1969 vom 17. März 1969: Exitus durch Kopfschuß
  4. Kenneth Pollack : Arabs at War - Military Effectiveness 1948 - 1991, Lincoln, 2002, S. 475 - 478
  5. Nikolaos van Dam : The Struggle for Power in Syria, 4. Auflage, New York, 2011, S. 68